Sigrid und Martin Baron: Chanukka

Den jüdischen Partisanentruppen unter der Führung der Makkabäerfamilie
gelang es drei Jahre nach der Tempelentweihung das hellenistische Königreich
der Seleukiden zu vertreiben. Ein mächtiger Sieg des jüdischen Glaubens über
den Hellenismus. Im Buch der Makkabäer heißt es:
1.Makkabäer 4,52-59
Und am fünfundzwanzigsten Tage des neunten Monats, der Kislew heißt …
standen sie früh auf und opferten nach dem Gesetz auf dem neuen Brandop-
feraltar, den sie aufgerichtet hatten. Zur gleichen Zeit und am gleichen Tage,
an dem die Heiden das Heiligtum entweiht hatten … Und sie hielten das Fest
der Weihe des neuen Altars acht Tage lang und opferten mit Freuden Brandop-
fer, Dankopfer und Lobopfer … Und es herrschte sehr große Freude im Volk,
dass die Schande von ihnen genommen war, die ihnen die Heiden angetan
hatten. Und Judas und seine Brüder und die ganze Gemeinde Israel beschlos-
sen, dass man jährlich vom fünfundzwanzigsten Tage des Monats Kislew an acht
Tage lang das Fest der Weihe des neuen Altars mit Freude und Fröhlichkeit
halten sollte. [Lutherbibel 1984]
„Chanukka“ bedeutet „Einweihung“. Als der Tempel damals neu geweiht wer-
den sollte, fand man nach Jahren heidnischer Schändung der Überlieferung
zufolge nur noch ein einziges nicht verunreinigtes Gefäß, das geweihtes Öl
beinhaltete, allerdings nur ausreichend für einen einzigen Tag. Durch ein Wun-
der brannte das Öl jedoch acht Tage lang, bis neues Öl geweiht und eingesetzt
werden konnte. In Erinnerung daran zünden die Juden auf der ganzen Welt an
jedem Tag des Festes ein weiteres Licht auf dem neunarmigen Chanukka-
Leuchter an, ähnlich wie das Anzünden der Kerzen auf einem Adventskranz. Der
Chanukka-Leuchter besitzt acht Leuchter für die acht Tage und das „Diener-
licht“, das neunte Licht, „Schammasch“. Chanukka, als Lichterfest bekannt,
hat, was die äußerlichen Formen angeht, durchaus eine gewisse Ähnlichkeiten
mit dem Weihnachtsfest. Während der acht Tage des Festes ist jedes öffentli-
che Klagen, Trauern und Fasten strikt verboten. Die angezündeten Lichter
sollen der Öffentlichkeit zugewandt sein. Aus diesem Grunde stehen sie meist
an einem zur Straße weisenden Fenster oder direkt im Eingangsbereich der
Häuser. Auch auf Balkonen und vielen öffentlichen Plätzen werden Chanukka-
Leuchter angezündet.
Für die christusgläubigen Juden steht im Mittelpunkt dieses Festes natürlich
Jesus Christus als das „Licht der Welt“. Er hat dieses Fest selbst gefeiert und
sich dabei im Tempel aufgehalten. Während eines Chanukka-Festes wurde Jesus
öffentlich die Frage gestellt, ob er der Messias sei, denn das Fest galt den
Juden seit der Zeit der Makkabäer als der Inbegriff der Befreiung von feindli-
cher Militärmacht. Man sehnte sich nach einem mächtigen, königlichen Messias,
der die verhassten Römer aus dem Land treiben würde.
Johannes 10,22-24
Es war damals das Fest der Tempelweihe in Jerusalem; es war Winter. Und
Jesus ging in dem Tempel umher, in der Säulenhalle Salomos. Da umringten ihn
die Juden und sprachen zu ihm: Bis wann hältst du unsere Seele hin? Wenn du
der Christus bist, so sage es uns frei heraus.
Doch Jesus kämpfte nicht für die Befreiung eines Landes, sondern für die Be-
freiung der Menschheit. Sein Kampf richtete sich nicht gegen Fleisch und Blut.
Er kam, um einer verlorenen Menschheit den Weg zu Gott zu bahnen, um Licht
in ihre Finsternis zu bringen, um zu retten, zu befreien und zu erlösen. Das er
auf diese Erde kam, ist das Großartigste, was je auf diesem Planeten geschehen
ist. Es gibt nichts, das wichtiger, wertvoller oder bedeutender ist, als die
Menschwerdung Gottes. Weihnachten ist tatsächlich ein Lichterfest. Denn das
Licht selbst kam in die Dunkelheit. Halleluja!
Johannes 8,12
Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis
wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.
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Ein Artikel von glaube.de.
Autoren: Sigrid und Martin Baron
2007 Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de
Veröffentlichungen mit Quellenangabe info@gottes-haus.eu gestattet.
Foto: Sigrid und Martin Baron
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