Kerstin Hack: Vergebung

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Im Leben eines jeden Menschen passieren Situationen, die uns „aus der Bahn werfen!“ Sehr oft hat das mit dem Verhalten von anderen Menschen zu tun. Wenn Menschen uns negativ behandeln, verletzen, uns auf die Nerven gehen oder Dinge, die wir von ihnen erwarten, nicht tun, reagieren wir darauf. Meist mit Wut, Ärger, Zorn, Enttäuschung usw. Das sind völlig normale Reaktionen. Wir halten uns erst einmal kurz an dieser Situation fest, bis wir emotional wieder Boden unter den Füssen haben. Menschen sind so gemacht, dass ist Ärger, Zorn, Wut etc. fühlen können und das ist o.k. als erste Reaktion! Es zeigt, dass etwas nicht stimmt. Aber es ist nicht o.k., wenn wir in diesen Gefühlen stecken bleiben!
Vergebung bedeutet: Ich habe ein Recht auf den anderen sauer zu sein – aber ich entscheide mich, loszulassen, zu vergeben! Vergebung heißt nicht: „ach, es war ja nicht so schlimm!“ Das ist Verdrängung und bringt nichts – höchstens Magengeschwüre. Vergebung heißt: „Dein Verhalten war verletzend für mich, aber ich rechne es Dir nicht mehr an – ich lasse los!“
Vergebung – Gottes Geschenk
Was müssen wir tun, um Vergebung zu bekommen?
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Wie reagiert Gott, wenn wir um Vergebung bitten (1.Joh. 1,9)?
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Was ist die Grundlage für Vergebung? Wer hat uns zuerst vergeben (Epheser 4,32)?
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Vergebung – unser Geschenk
Wem sollen wir vergeben (Luk. 11,4)?
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Wie oft sollen wir vergeben (Luk. 17,4)?
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Was passiert wenn wir (nicht) vergeben (Mt. 6,14-15)?
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Gott vergibt uns – bedingungslos! Wir müssen seine Vergebung nicht verdienen oder anschließend durch gute Werke abarbeiten. Alles, was wir tun müssen, ist, ihn um Vergebung zu bitten und seine Vergebung annehmen.
Gottes Vergebung ist die Grundlage dafür, dass wir anderen vergeben können und sollen. Unsere Vergebung soll keine Ausnahmen kennen, sondern sich an alle wenden, die sich entweder negativ und verletzend verhalten haben oder es versäumt haben, etwas Gutes zu tun. Es ist egal, wie oft sie etwas falsch machen, Jesus sagt, dass wir immer wieder vergeben sollen. Vergebung soll zum befreienden Lebensstil werden. Wenn wir andere Menschen loslassen, ihnen von Herzen vergeben, tut Gott das Gleiche für uns.
Lies zwei Auszüge aus der Geschichte von Josef, einem jungen Mann, der unverschuldet in eine sehr unangenehme Situation kam.
1.Mose 37, 23-38: Was haben die Brüder Josef angetan?
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1.Mose 45, 1-7: Wie reagiert Josef, als er seine Brüder wiedersieht?
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Die Geschichte von Josef ist beispielhaft für echte Vergebung. Josefs Brüder haben ihn als Sklaven verkauft. Er hat seine Familie verloren und wurde in ein Land verschleppt, in dem er keine Menschenseele kannte und noch nicht einmal die Sprache verstand. Die meisten Menschen würden in so einer Situation jahrelang Groll gegen die Menschen hegen, die ihr Leben verpfuscht haben. Aber Josef lässt los – und geht weiter! Er lebt auch in dieser Situation, die er sich nicht ausgesucht hat und die andere verschuldet haben, mit seinem Gott. Und dieser Gott hält zu Josef. Immer wieder heißt es: „Der Herr half Josef: Ihm glückte alles was er unternahm!“ (1. Mose 39, 19-23). Als er später seine Brüder wiedertrifft, klagt er sie nicht an, sondern begegnet ihnen voller Liebe und Gnade (unverdiente Gunst). Josef hatte Vergebung zu seinem Lebensstil gemacht. Das hat bewirkt, dass ihn keine Situation, so schlimm sie auch war, aus dem Gleis werfen konnte.
Konkrete Schritte zur Vergebung
Vergebung ist ein Prozess, der eingeübt werden kann und muss!
Die folgenden Schritte werden Dir dabei helfen:
- Erkennen: Was hat mich verletzt? Wo ist jemand an mir schuldig geworden?
- Beten: Rede mit Gott über die Dinge, die Dich belasten. Sage ihm, worüber Du sauer bist. Sei ehrlich! Wenn Du denkst, dass Du das nicht darfst, dann schau Dir mal an, wie z.B. David in den Psalmen (z.B. 53 und 55) bei Gott über Menschen geklagt hat, die an ihm schuldig geworden sind.
- Danke Gott, dass er Dir immer wieder vergeben hat. Bitte ihn, dass er Dir hilft, Dich auch in die andere Person hineinzuversetzen. Vielleicht hättest Du in einer anderen Situation genauso gehandelt wie der Mensch, der Dich verletzt hat.
- Bereinige das, was Du von Deiner Seite aus in Ordnung bringen musst, falls Du Dich auch falsch verhalten hast.
- Entscheide Dich, zu vergeben! Lasse den Menschen und die Situation los!
- Bekenne vor Gott, dass Du diesem Menschen vergibst!
- Bitte Gott um neue Liebe für diese Person. Bete, dass er Eure Beziehung wiederherstellt. Vertraue ihm dafür!
Welche Menschen haben Dich in letzter Zeit negativ behandelt? Gehe die einzelnen Schritte der Vergebung in Bezug auf diese Person durch! Nimm Dir dafür genügend Zeit!
Am Anfang mag das vielleicht mühsam sein, aber mit der Zeit wirst Du einen Lebensstil entwickeln, mit Hilfe dessen Du nicht mehr Opfer der Umstände bist, sondern selbst in den schlimmsten Situationen sagen kannst „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“ Vergebung ist ein Schlüssel dafür, dass nicht die Umstände und das Verhalten anderer Menschen Dein Leben bestimmen, sondern Du zusammen mit Gott ein erfolgreiches, überfließendes Leben gestalten kannst.
Notiere Dir in Deinem Gebetstagebuch was für Dich aus dieser Gebetslehre diesen Monat wichtig war, was Du gelernt hast, was sich verändert hat und was Du festhalten möchtest.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------Ein Artikel von Glaube.de
mit freundlicher Genehmigung von Autorin: Kerstin Hack (Auszug aus dem Heft 1: Trainingskurs Gebet, Online with God, Down to Earth, Kerstin Hack. Erhältlich auf der Shopseite bei "Down to Earth": http://www.inspirationshop.de
LESEPROBE: Woche 1 von Online ist als PDF zum Download (308KB) erhältlich.
Glaube.de Redaktion
Foto: sxc.hu
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