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25-11-10

Anja Siebert: Wüstenzeiten

Wüstenzeiten – das hört sich erst einmal nach Dürre, Durst und Einsamkeit an und sicher gibt es niemanden, der gern durch eine Wüste hindurchwandert.



Ich kann mich erinnern, vor vielen Jahren bin ich auf einer Rundreise durch Kalifornien auch durch das Death Valley („Tal des Todes“) gefahren.
Diese Wüste ist mir bis heute in eindrücklicher Erinnerung geblieben und trägt ihren Namen nicht umsonst. Wer in dieser Wüste z. B. mit dem Auto liegenbleibt, braucht schon ein Wunder, um dort entdeckt zu werden.
Die Straße, die dort hindurchführt ist sehr wenig befahren und zumindest, als ich dort war, flog mehrmals am Tag ein Hubschrauber über das Gebiet hinweg, um Ausschau zu halten nach Menschen, die Hilfe brauchten.
Wir übernachteten als eine Gruppe von ca. 16 Leuten eine Nacht in dieser Wüste und die Kälte in der Nacht und die brütende Hitze am Tage sind kennzeichnend für diesen auf den ersten Blick wenig einladenden Ort, der seinem Namen alle Ehre macht.


Auch zu der Zeit der Israeliten lesen wir von der Wüstenwanderung des Volkes, das im Gegensatz zum modernen Menschen des 21. Jahrhunderts viele Jahre zu Fuß zurücklegen musste. Eine Generation nach der anderen durchquerte die Wüste, um endlich im verheißenen Land anzukommen.

Während ihrer Wüstenwanderung ging das Volk durch viele Höhen und Tiefen, erlebte viel Leid in der Gefangenschaft unter der Herrschaft der Ägypter, doch zur gleichen Zeit auch einen Gott, der treu war und nicht von ihrer Seite gewichen ist.

Sicher gibt es niemanden von uns, der solche Wüstenzeiten nicht kennt. Die Wüsten können verschiedenen Namen haben: Wüste der Einsamkeit, Wüste der Krankheit, Wüste der Arbeitslosigkeit, Wüste des Unverstandenseins ......, die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

So, wie es verschiedenen Menschen gibt, so gibt es auch verschiedene Wege, durch eine solche Wüste hindurchzulaufen.
Die einen stecken den Kopf in den Sand und sehen keinen Ausweg und wieder andere sehen ihre Wüste als Herausforderung in ein neues Land einzuziehen.

Wer sich auf den Weg durch eine Wüste begibt, tut gut daran, einen Führer an der Seite zu haben, der sich in dieser nicht alltäglichen Umgebung auskennt, der weiß, wie man sich dort bewegt; welche Gefahren lauern und wie man sich davor schützen kann.
Sich von diesem Leiter zu entfernen kann verheerende Folgen haben und niemand käme auf die Idee, seinen eigenen Weg zu suchen und einfach drauf loszumarschieren.


So sollten wir uns auch bewusst sein, das der Herr jeden einzelnen Schritt mit uns geht und uns versorgt mit allem Nötigen, was wir brauchen auf unserem Weg.
Als ich selbst durch Wüstenzeiten hindurchgegangen bin, hatte ich oft das Gefühl, das meine Gebete an der Zimmerdecke hängen bleiben, das dort niemand ist, der mich hört und dem ich wirklich wichtig bin.
In dieser Zeit habe ich viele Tränen geweint, die gleichzeitig den dürren Boden auf dem ich gelebt habe, befeuchtet haben und ganz vorsichtig und zaghaft sind kleine Pflanzen gewachsen, die für mich ein Zeichen der Hoffnung waren, das es auch Leben in der Wüste gibt.

Auch zur Zeit gehe ich wieder durch eine Wüste hindurch, auf deren Weg mich der folgende Vers begleitet:

Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihrs denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.  
Jes. 43, 18 und 19


Gedenkt nicht an das Frühere, achtet nicht auf das Vorige

Als erstes werden wir aufgefordert, alles alte hinter uns zu lassen, gar nicht so einfach, wenn wir in einer schwierigen Situation stecken und noch keine Zukunft vor uns sehen.
Oft sind es die vergangenen Dinge, die uns in der Wüste festhalten wollen: Situationen,  wo wir verletzt wurden; Ungerechtigkeit erfahren haben; schlechte Erinnerungen usw.

Doch der Aufforderung, das alte hinter uns zu lassen, folgt auch gleichzeitig eine Verheißung, die Gott uns gibt:

Ich will ein Neues schaffen!

Gott ist immer ein Gott der Schöpfung, unaufhaltsam bis heute schafft Gott immer wieder Neues, so auch in unserem Leben, bei Ihm gibt es keinen Stillstand.
Mit diesem Ausblick auf etwas Neues, dürfen wir mutig das Alte hinter uns lassen und altes hinter sich zu lassen erfordert immer Mut, da ergeht es uns nicht anders als dem Volk Israel oder auch Abraham, der sein Land uns sein Vaterhaus verlassen hat.

 

Jetzt wächst es auf!

Gott lässt schon mitten in der Wüste etwas Neues aufwachsen, jeden kleinen Schritt, den ich weitergehe, der mich manchmal alle Kraft kostet, lässt mich die kleinen Pflanzen sehen, die hier und dort aufwachsen.
Meine Gebete verhelfen diesen kleinen Pflanzen zum Wachsen und wenn es manchmal auch nur ein Stammeln meinerseits ist, wo ich Gottes Hilfe und seine Nähe suche.

Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde

Der Herr selbst bahnt mir den Weg durch die Wüste und lässt frisches Wasser fließen. Er geht mir durch den Weg, den er bahnt selbst voran und ich darf in seinen Fußspuren laufen, ganz eng an ihm.
In dieser Wüste ist nicht Dürre vorherrschend, sondern Gott schafft Wasserströme, da ist nicht von einem kleinen Rinnsal die Rede, das schnell wieder versiegt, sondern von Strömen, die ich auf meinem Weg durch die Wüste erfrischen und am Leben halten.

Ich wünsche mir und uns allen auf dem Weg durch die Wüste, das wir seine Liebe und tragende Hand erleben und gestärkt und gereift daraus hervorgehen.

 

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Ein Artikel von www.glaube.de

Mit freundlicher Genehmigung von

Autor: Anja Siebert

Bild:www.sxc.hu

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