Arnd Kischkel: Auf Gottes Stimme hören

Petrus aber fing an und sprach zu Jesus: Herr, hier ist gut sein! Willst du, so will ich hier drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Als er noch so redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht!"
Dort oben wurde Jesus vor den Augen der drei Jünger verklärt. Seine Herrlichkeit wurde mit einem Mal offenbar. Sie leuchtete auf seinem Angesicht und auf seinen Kleidern, die weiß wie das Licht wurden.
Die Bestätigung des Gottessohnes durch die Stimme des Vaters war für die Jünger ein einschneidendes Erlebnis. Noch Jahre später, als Petrus seinen zweiten Brief schrieb, bezog er sich auf dieses Ereignis (vgl. 2. Petr 1,16 - 18).
Wenn wir heute lernen wollen, in einer klaren und eindeutigen Weise die Stimme Gottes zu hören, dann kommt es darauf an, dass wir bildlich gesprochen mit Jesus in unserem Herzen immer wieder an solch einen Ort der Verklärung gelangen. Denn auch wir sind darauf angewiesen, dass uns Jesus auf die Seite nimmt und wir die Erfahrung einer besonderen Gemeinschaft mit ihm machen.
So wie die Herrlichkeit Jesu auf dem Berg der Verklärung aufleuchtet, so soll auch die Herrlichkeit der Kinder Gottes aufleuchten, wenn sie auf ihren Meister hören und der Vater dann zu ihnen sagt: "Ihr seid meine geliebten Söhne und Töchter!" (vgl. 2. Korinther 3,18)
Petrus ist so begeistert von dieser intensiven Kommunikation zwischen Jesus, Mose, Elia und dem Vater, dass er hier ein Haus, eine Hütte, errichten will. Was könnte es Schöneres geben als für immer an diesem Ort zu bleiben, der von solcher Heiligkeit, Reinheit und dem so klaren Reden Gottes geprägt war?
Das Abendmahl
Damit sich die Herrlichkeit des Herrn in uns entfalten kann, bedürfen wir auch der Gemeinschaft mit Jesus im Abendmahl. Denn Jesus ist im Abendmahl gegenwärtig, er handelt in ihm und wir dürfen Vergebung der Sünden empfangen.
Bei der Einsetzung des Abendmahls war Jesus im vertrauten Kreis mit seinen Jüngern zusammen. Zuvor hatten sie ihn gefragt, wo sie ihm das Passalamm zubereiten sollten. Und Jesus hatte zu ihnen gesagt:
"Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht, und sagt zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist der Raum, in dem ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern?
Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern versehen ist; dort bereitet es. Sie gingen hin und fanden's, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm" (Lukas 22,10-13).
Jesus nahm daraufhin das Brot, dankte dafür und gab den Jüngern etwas davon und er sagte: "Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.
Genauso nahm er nach der Mahlzeit auch den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird" (Lukas 22,20+21).
In dem für uns gegebenen Blut Jesu liegt die Kraft der Versöhnung, die uns erlöst. Durch die Versöhnung mit Gott können wir uns schließlich auch mit erlebtem Unrecht, Verletzungen oder einem Verlust jeder Art aussöhnen. Das ist sehr wichtig für unsere Beziehung zu Gott. Denn zunächst ist das Gespräch, das wir in unserem Herzen mit Gott führen, oft noch sehr beeinflusst von den Beeinträchtigungen, die unsere Lebensgeschichte uns auferlegt hat und der Haltung, die wir ihnen gegenüber eingenommen haben. So sprechen wir mit Gott vielleicht als stolze, resignierte, übermütige, zaghafte oder immer auf der Flucht befindliche Menschen.
Wenn wir aber so wie die Jünger mit Jesus verbunden sind und gelernt haben, ihm zu folgen, dann wird uns das Herz erwartungsvoll aufgehen, wenn wir das Abendmahl feiern. Und immer deutlicher wird dies dann die demütige Haltung in uns hervorbringen, in der wir klar und deutlich seine Stimme hören können.
Jesus schenkt neue Kraft
Neulich betete ich einmal in einem seelsorgerlichen Gespräch für einen jungen Mann. Sein größtes Problem war es, dass er sich gegenüber Gott als Vater getrennt und abgeschnitten fühlte. Es war für ihn immer schwieriger geworden, auf Gottes Wort und die feinen Impulse des Heiligen Geistes zu hören.
Nachdem wir uns ein wenig ausgetauscht hatten und auch die Zusammenhänge mit seiner leiblichen Vaterbeziehung angesprochen hatten, einigten wir uns auf eine gemeinsame Zeit der Stille. Dabei fiel mir auf, wie sich seine Hände verkrampften und er sie zum Gebet gegeneinander presste.
Behutsam nahm ich seine Hände und bat ihn, einfach einmal loszulassen. Es fiel ihm schwer, aber mit der Zeit gelang es ihm besser. Dann öffnete ich seine Hände wie zu einer Schale, die ich wiederum in meinen Händen hielt.
Dann schlossen wir die Augen und bekamen von Gott folgendes Bild geschenkt. Der junge Mann erschien dabei wie das Schaf, das sich im Gestrüpp verfangen hatte und um dessen willen Jesus die neunundneunzig zurückließ. Jesus machte sich die Mühe, das Schaf behutsam zu befreien und er trug es auf seiner Schulter zur Herde zurück.
Mit diesem Bild empfingen wir die Verheißung, dass Jesus die Zeit der Gefangenschaft und des Kämpfenmüssens beenden und neue Kraft schenken wollte.
Meine Schafe hören meine Stimme
Mir wurde in der letzten Zeit deutlich, dass der Herr nicht nur im persönlichen Leben, sondern auch in der Kirche insgesamt das Hören auf seine Stimme wiederherstellen möchte. Dabei kann besonders die Gabe der Prophetie der Gemeinde Wegweisung geben und ihr - begleitet von Zeichen und Wundern - die Türen für die Gegenwart des Heiligen Geistes öffnen. Denn die prophetische Gabe inspiriert die Verkündigung und erlaubt dem Heiligen Geist, sich vielfältig zu manifestieren.
Wir können uns als Bild dafür einen Garten vorstellen, in dem über einen langen Zeitraum immer nur ganz bestimmte Pflanzen, sprich Gaben, begossen wurden. Diese Pflanzen haben wie starke Bäume ein beträchtliches Alter erreicht. So sind z.B. die Hirten- und die Lehrgabe im Laufe der Kirchengeschichte erhalten geblieben, ebenso gibt es noch Apostel und Evangelisten.
In Epheser 4,11 werden im fünffältigen Dienst die Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer genannt. Wenn es deshalb zu einer Wiederherstellung des fünffältigen Dienstes kommen soll, dann muss die "Pflanze" der Prophetie in besonderer Weise bewässert werden. Sie ist auf den Fluss des Heiligen Geistes angewiesen und ist vielleicht am empfindlichsten gegenüber einer Vermischung mit natürlichem, d.h. vom Geist dieser Welt getrübten, Wasser. Sie knickt als erste ab, wenn die Salbung des Geistes nachlässt.
In diesem Fall könnte wieder die Meinung überhand nehmen, dass man ja eigentlich nur in sehr bescheidener Weise Prophetie braucht, da es sonst Auswüchse geben könnte und die Gemeinde ja auch so gut läuft.
In einem Garten aber, in dem die Prophetie blüht, entwickelt sich die Farbigkeit des Heiligen Geistes und seiner Gaben. Die Blüten sind voller Nektar und die Kinder Gottes empfangen endlich die Stärkung, die Gott schon lange für sie vorgesehen hat.
Gott hebt uns empor
Wenn früher Heißluftballons gestartet wurden, konnte man nach einiger Zeit sehen, wie Ballast abgeworfen wurde. Außerdem wurde immer wieder Heißluft in den Ballon geblasen, so dass er immer höher stieg und schließlich immer kleiner werdend am Horizont verschwand.
Man kann das Aufsteigen des Ballons mit unserer Gottesbeziehung vergleichen: Das Abwerfen von Ballast und die Wärme des Gebetes sind ein Bild für die persönliche Herausforderung auf dem Weg, sich Gott zu nahen.
Gott schenkt uns dieses Emporheben auch durch Engel. Wenn wir Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten, dann kommen sie, sie schenken uns Offenbarung und heben uns empor aus unserer Begrenztheit und unseren alltäglichen Sichtweisen. Angenommen wir könnten das so klar sehen wie den Aufstieg eines Heißluftballons, dann würden wir noch viel mehr unsere Sorgen auf Jesus werfen und anbeten.
Der Segen des Hörens
Gott möchte uns durch das Hören auf seine Stimme segnen. Es ist ein großes Missverständnis als ginge es bei diesem Hören nur um das Wahrnehmen irgendwelcher Anweisungen, die Gott in unsere Gedanken fließen lässt. Wenn ich einen Impuls von Gott empfange, werde ich immer berührt von dem "Salböl" des Heiligen Geistes. Und je mehr ich höre, umso mehr empfange und schmecke ich davon. Irgendwann bin ich dann regelrecht eingehüllt in die Liebe und Gegenwart Gottes. Und es fließt dann etwas, was von mir weiterdrängt zum Nächsten und auch ihn dadurch segnen möchte.
Die Gaben des Geistes können sich entfalten, wenn wir uns vollständig von Gott leiten lassen. Dann entwickelt sich eine wunderbare Verbundenheit zwischen uns, dem Vater und den Menschen, denen wir dienen. Wenn ich einen anderen Menschen segne, kann ich von daher fragen: Herr was schenkst du mir für ihn, was möchtest du dem anderen sagen, wo möchtest du ihn berühren?
Geistliche Übung
· Machen Sie dies nun gleich einmal als kleine Übung. Denken Sie an einen lieben Menschen, den Sie durch das Hören auf Gott segnen wollen. Fragen Sie den Herrn einfach, was er Ihnen für die Person gibt. Schreiben Sie es auf und beten Sie für das, was Ihnen wichtig wird.
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Ein Buchauszug mit freundlicher Genehmigung von GloryWorld-Medien
Veröffentlichungen im Internet oder in Print bedürfen der vorherigen
Genehmigung des Verlags.
Der Text ist ein Auszug aus dem soeben bei Glory World Medien erschienen Buch von Arnd Kischkel "Auf Gottes Stimme hören - Über die Wachsamkeit des Glaubens".
96 Seiten, Taschenbuch
ISBN: 3-93632-26-0
Best.-Nr. 359226
? 6,50 / SFr. 12,50
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