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03-10-11

Arnd Kischkel: Muss ich immer gut sein?

Heute sprach ich mit jemand über die Frage, ob wir eigentlich immer gut sein müssen.


Im öffentlichen Leben spielt dies ja eine wichtige Rolle und Qualitätssicherung ist in aller Munde. Das Bedürfnis gut dazustehen erscheint auch ganz nahe liegend, zumal wenn man sich dabei ethischen Prinzipien verpflichtet fühlt und ehrenwerte Ziele im Auge hat.

Als Christ habe ich aber gemerkt, dass das mit dem gut sein wollen so eine Sache ist. Zumal die Bibel darauf hinweist, dass eigentlich kein Mensch aus sich heraus wirklich Gutes fertig bringt. Im Glauben, d.h. in einer Beziehung zu Gott, ist nämlich nicht das unbedingt gut, was ich für richtig halte. Sondern nur das ist wirklich gut, was Gott selbst für gut befunden hat.

Nun erinnert sich vielleicht der eine oder andere an die zehn Gebote und denkt, dass Gott doch festgelegt hat, worauf es ankommt. Und das ist auch tatsächlich so. Nur stellte es sich heraus, dass auch kein Mensch des alten Testamentes, also dem Bund, in dem dieses Gesetz galt, es fertig brachte, dies vollständig einzuhalten. So ist der Mensch, so wie er beschaffen ist, letztlich unfähig, die höchsten, von Gott selbst gegebenen Wertmaßstäbe zu erfüllen. Und von daher müsste er eigentlich ein ewiger Versager sein und bleiben.

Aber dem hat Gott in Jesus Christus abgeholfen. Jesus war jemand, der wie es heißt ohne Sünde war. Damit erfüllte er das Gesetz Gottes. Und indem er am Kreuz von Golgata starb und sein Blut für uns vergoss, empfingen wir seine Gerechtigkeit, die sein Wesen ausmacht.

Wenn ich an Jesus glaube, bekomme ich somit Anteil an dem wichtigsten Austausch, der jemals im Universum stattfand. Meine unvollkommene, aus der Trennung von Gott resultierende alte Natur nahm Jesus am Kreuz auf sich und überwand sie. Dafür gab er mir Anteil an seinem Wesen und durch Gottes Geist wurde mein Geist neu gemacht und empfing die Gerechtigkeit und damit das Gutsein Gottes.

Dadurch bin ich geheiligt, erlöst, gereinigt und völlig frei gemacht. Die Bibel spricht diesbezüglich von einer neuen Geburt bzw. einer neuen Schöpfung. Wenn ich zum christlichen Glauben komme, werde ich noch einmal ganz neu geboren - aus Gottes Geist heraus. Dies verbindet mich mit ihm wie zum Beispiel eine Rebe mit dem Weinstock. Gott hat mich durch das Erlösungswerk für gut und für gerecht erklärt. Und er selbst ist es, der durch seinen Geist in mich einzieht. Wenn ich also ein Christ bin, dann bin ich aus Gottes Sicht ein guter, ein wahrhaftiger, ein von Jesus Christus erneuerter und mit Gott verbundener Mensch. Jemand der wahren Frieden und wahre Freiheit gefunden hat.

Wie kann es nun aber sein, dass ich in dieser Weise schon neu geworden bin, aber gleichzeitig in meinem Leben noch viel Unvollkommenes sehe, ich immer wieder Fehler mache und vieles noch unversöhnt oder ungeheilt erscheint. Das liegt daran, dass es einen verborgenen inneren Menschen des Herzens gibt, meinen Geist, der nun mit Gottes Geist versiegelt ist. Daneben gibt es meine Seele, also meinen Verstand, meinen Willen und meine Gefühle, zudem meinen Körper und mein äußeres Umfeld. Das sind die Bereiche in meinem Leben, die sehr von der Welt geprägt wurden und darum einer Umgestaltung bedürfen, wenn ich zum Glauben komme. Was viele nicht wissen, ist, dass auch für diesen Bereich am Kreuz ein vollständiger Sieg erbracht wurde.

Wenn mir dies im Herzen bewusst wird, ist es mein Glaube, der diesen Reichtum der Gnade ins Sichtbare bringt. Durch meinen Glauben ziehe ich den neuen Menschen an, von dem die Bibel spricht.

Halleluja, jetzt glaube ich an das Gute, das Gott mir gibt. Das Wort aus Galater 2,20: Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir, fängt an, mich zu begeistern. Ich muss nicht mehr das Gute suchen, finden oder dafür kämpfen. Ich muss mich nicht mehr vor anderen Menschen beweisen. Ich muss keine Punkte mehr erfüllen oder abarbeiten, um dann vor Gott gut dazustehen. Das alles ist ein religiöses Bemühen, das am Schluss nur eigene Selbstgefälligkeit und Selbstzufriedenheit zur Folge hat.

Ich beginne nun, aus dem Glauben zu leben und nicht mehr aus dem Tun. In jeder Lebenssituation vertraue ich auf das gut sein Gottes, auf seine Möglichkeiten und seine Kraft, die mir gegeben ist. Ich beginne damit zu rechnen, dass Gott ständig positive Prozesse in meinem Leben auslöst, die Heilung, Versorgung und den Bau seines Reiches der Liebe voranbringen. Im Glauben werde ich immer mehr zu einem staunenden Betrachter, wie Gott mein Leben übernimmt und er Gutes hervorbringt.

Und plötzlich merke ich, dass ich wirklich ein gutes, erfülltes Leben habe, in dem das Schwere, Kontrollierte und Selbstbezogene immer mehr von mir abfällt und es immer leichter wird. Ich empfange die herrlichen Gaben Gottes. Er ist der Geber, wir sind die Empfänger. Es ist nicht umgekehrt. Insofern ist das Evangelium eine Revolution. Durch meinen Glauben an Jesus habe ich es geschafft. Es gibt keine Vorleistung mehr zu erbringen, es gibt auch kein Werk mehr, das ich noch tun müsste, um ihn zufrieden zu stellen. Es gibt nur noch ein Werk das er durch mich vollbringt. Mich leitet nun seine Weisheit und Kraft.

Viele Menschen in der Gesellschaft folgen einer humanistischen Einstellung, die davon überzeugt ist, dass jeder Mensch einen guten Kern hat, den er hervorbringen kann und durch den er in der Lage ist, Gutes zu bewirken und zu vollbringen. Sie verbinden dies auch mit bestimmten Werten und jeder denkt das dies auch mit dem christlichen Glauben irgendwie übereinstimmen müsste. Aber das ist eine Täuschung. Denn die Ideale eines auf sich gestellten Menschen, der ohne Gott unterwegs ist, haben eine ganz andere Qualität wie die Güte Gottes, die uns in alle Wahrheit leitet.

 

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Ein Artikel von www.glaube.de

Mit freundlicher Genehmigung von Autor Arnd Kischkel

http://www.gebetswaechter.de

Bild: Arnd Kischkel

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