Calling all Nations - ein Bericht

Ein christliches Festival, ein Anbetungsgottesdienst, eine Art Konzert. Ein Konzert, in dem Musiker nur eine Nebenrolle spielen? Wie hat man sich das vorzustellen? Letztendlich ist es wie auf einer Hochzeit. Die Umgebung, die Gäste, das Essen, die Musik, alles gehört dazu, jedoch steht trotz alledem das Brautpaar im Mittelpunkt. Es geht allein um die Zwei. Wie sehen sie aus, wie fühlen sie sich, was sagen sie zueinander? Kann man sehen, dass sie sich wirklich lieben? Hier war das Brautpaar - allein Jesus und die Seele jedes Einzelnen.
Als ich im Dezember letzten Jahres einen ersten Artikel auf www.Glaube.de las, wusste ich sofort, dass ich dabei sein musste. Aber ganz alleine? Nein. Ich bestellte also spontan zwei Karten und hielt sie meinem Freund unter die Nase in der Hoffnung, dass er mein Begleiter sein würde. Er wurde mein Begleiter. Natürlich hätte ich mir einen Besseren nicht wünschen können, auch wenn er nicht so recht nachvollziehen konnte, auf was er sich da einlässt, als noch ein recht Fremder in himmlischen Welten.
Die Zeit rückte näher und näher. Da ein einsamer und unverstandener Glaube auch in meinem Leben hin und wieder Fuß fasste, freute ich mich ganz besonders auf die vielen Menschen, die genau an dasselbe glauben, dasselbe denken und dasselbe empfinden, wenn es um Jesus geht.
Natürlich freute ich mich auch auf die Musik, auf die Sänger und auf SEINE Gegenwart. Wie fühlt es sich an, mit so vielen Menschen Gott zu loben? Waren viele junge Menschen dort? Jünger als ich? Werden Kontakte entstehen? Wird ER meinen Freund berühren, wie wird mein Schatz das alles empfinden? Wird ihm langweilig werden, oder ist es interessant für ihn? Was sagt ER mir alles an diesem Tag? Werde ich eine neue Vision haben, neue Impulse, neue Ideen? Wird es eine Inspiration werden, von der ich noch lange zehren kann? Was passiert in der Zeit danach? Wie werden die Früchte aussehen? Wie wird das Wetter? Ich sah auf all meine Gebete für diese Reise, für diesen Tag und wusste, dass all dies im Regelfall eintreffen würde. Meine Aufregung war nicht mehr zu toppen. Ich erkannte mich gar nicht mehr wieder.
Wann hast du dich das letzte Mal wie ein Kind auf Weihnachten gefreut? Bei mir war das schon lange her gewesen. Eine kindliche Freude, die einen aus der Bahn wirft, ich wusste nicht mehr, wie sich das anfühlt. Ich danke Gott, dass ich so etwas Kostbares durch IHN wiederentdecken durfte.
Endlich angekommen!
Um 11:00 Uhr ging es los. Leider waren wir zu diesem Zeitpunkt noch unterwegs. Als wir dann ein paar Minuten später dem Berliner Stadion entgegengingen, spürten wir beide ein Kribbeln. Musik war zu hören und es war mir, als wenn Engel über dem Stadion tanzten.
Bis wir endlich auf unseren Plätzen saßen, dauerte es einige Zeit, denn unsere Platzreservierungen waren fehlerhaft. Deshalb setzten wir uns, mit Erlaubnis der Ordner, einfach in die Menge. Wie sich später herausstellte, waren es 22.000 Menschen aus 30 verschiedenen Nationen. Endlich war es soweit, wir Christen durften unseren Jesus im größten Gottesdienst Deutschlands feiern.
Die Stimmung!
Als ich anfing zu beten und mitzusingen, überrollte mich SEINE Liebe. Eine unvergessliche Stimmung zog durchs Stadion. Sprechchöre mit SEINEM Namen, klatschende Hände, Gesang und tanzende Menschen machten aus diesem Event ein außergewöhnliches Treffen mit Jesus.
Wir saßen mit vielen jungen Menschen auf der Schattenseite des Stadions. Die Lifebands spielten Praise- und Worshipsongs (Lobpreis- u. Anbetungslieder) in Englisch, Deutsch und anderen Sprachen. Wir bewunderten die T-Shirts, die einige Gäste trugen, mit Aufschriften SEINES Namens oder dergleichen.
Die Menschen
Freievangelikale, Katholiken, Baptisten, Lutheraner, Pfingstler oder wie sie auch alle heißen mögen, sind an diesem Tag aus einem Grund zusammengekommen, Jesus. Es bot sich uns ein ungewöhnliches Bild von jungen Menschen, die wussten, was sie sangen und zu wem sie aufschauten.
Mehrere Gruppen von Erwachsenen und Kindern führten nacheinander diverse Tänze auf. Alle Tänze waren sehr aussagekräftig und teilweise recht amüsant.
Viel zu schnell kam die erste Pause und wir schauten uns die vielen Stände vor dem Stadion an. Wir erfreuten uns an der Musik der Psalmdrummers und ich stöberte bei den Klamotten- und Musikständen.
Dann ging es weiter mit viel Musik und Auftritten von bekannten christlichen Sängern und Musikern. Ich tanzte, sang und feierte noch nie so ausgiebig wie an diesem Tag.
Eine Geschichte
Ein Mann befand sich auf einer Drogenpartie und hörte Gottes Stimme die sprach: "Ich habe dich erwählt". Daraufhin änderte sich sein ganzes Leben, er beendete jede Drogensucht und fing an für Gott zu arbeiten. Dieser Mann war nun einer der bekannten Sprecher im Stadion. Er erzählte folgende wahre Geschichte aus seinem Leben:
Er hielt sich auf den Philippinen auf um dort im Krisengebiet zu helfen. Es war ein Ort der Hungersnot und der Seuchen. Es waren zuvor 30 Kinder an Masern gestorben. Er sah, wie tausende Kinder auf einer Mülldeponie herumliefen. Teilweise verschwanden die Kinder sogar in den Müllschluckern. Sie waren wohl auch auf der Suche nach Nahrung, soweit ich das mitbekam. Der Sprecher erzählte, dass er zuvor noch nie solch ein Elend persönlich gesehen hatte. Ein kleines Mädchen kam ihm entgegen, es fing an, auf ihn zuzulaufen, es wollte in seine Arme springen. Der Sprecher wollte das Mädchen empfangen, aber als er ihre Eitergeschwüre an ihrem kleinen Körper, ihren Schmutz und die vielen kleinen Fliegen in ihrem Haar sah, sagte er: "Gott, das kann ich nicht". Und Gott sprach: "Wenn du das nicht kannst, vergiss alles". Und der Mann entschied sich, dieses Kind in seine Arme zu nehmen. Er spürte den Eiter in seinem Gesicht und all die Fliegen, aber er hatte dem Kind in diesem Moment das gegeben, was es brauchte, Liebe.
Wir und viele andere mussten weinen und er rief dazu auf, ob wir auch bereit sein würden so etwas zu überwinden. Ich sah keinen, der sitzen blieb, auch nicht mein Freund neben mir.
Kreuz am Himmel
Das Olympiastadion bot einen freien Ausblick in den Himmel. Natürlich hatte man an diesem Tag oft Blickkontakt mit dem Himmelsfirmament gehabt. Deswegen konnten mein Freund und ich einige Male beobachten, wie sich ein Kreuz aus dem Schweif von Flugzeugen, die sich entgegenkamen, bildete. Ein anderes Mal aus dünnen Wolkenfäden. Persönlich habe ich davon keine Fotos gemacht, aber ich habe schon auf anderen Fotos, die unter www.callingallnations.de zu sehen sind, diese Aufnahmen entdeckt.
Abschied
Es wurde noch viel gefeiert. Gegen Abend standen wir auf der Sonnenseite, das fand ich ganz besonders eindrücklich. Das Wetter war an diesem Tag trocken und nicht zu heiß, auch das Gebet (CAN Gebetsnetz) diesbezüglich wurde sichtbar erhört.
Viele Impulse, Ideen und Inspirationen nahmen wir beide mit nach Hause. Es war nicht nur eine Wohltat eine so lange Zeit unter so vielen Christen zu sein, losgelöst zur Musik zu tanzen, Gott anzubeten, sondern ein Event in unserem persönlichen Leben, das noch viel mit sich ziehen wird.
Auf der Heimfahrt waren wir uns beide einig, dies ist kein Abschied, sondern ein neuer Anfang. Wir waren glücklich, diese Reise gemacht zu haben, und bedanken uns hiermit herzlichst bei dem Veranstalter, Noel Richards, und allen anderen.
Wir sehen uns wieder, in Budapest.
Nicole und Oliver
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Ein Artikel von Glaube.de
Eingereicht von der Autorin.
Kontakt: PN auf Glaube.de an "Himmelszeuge"
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