Cathy Sheridan: Eine emotionale Begegnung mit Jesus

Maria Magdalena ist die Erste, die mit balsamischen Gewürzen am leeren Grab Jesu ankommt. Auch andere Frauen machen sich auf den Weg zum Gartengrab, und sie alle sind schockiert, als sie sehen, dass der riesige Grabstein nicht mehr an seinem Platz liegt. Obwohl ein Engel ihnen versichert, sie bräuchten sich nicht zu fürchten angesichts der Tatsache, den Leib Christi nicht mehr im Grab vorzufinden, treibt es die tief erschütterten Frauen sogleich, den ungläubigen Jüngern die Nachricht zu überbringen.
Maria Magdalena ist eine ganz normale Frau ihrer Zeit und Kultur. Sie ist weder besonders bedeutend noch begabt und auch kein außergewöhnlich guter Mensch. Ihr Leben hatte sich jedoch grundlegend gewandelt, nachdem ihr sieben Dämonen ausgetrieben worden waren. Fortan hatte sie ihre Liebe und Ergebenheit Jesus gegenüber zum Ausdruck gebracht, indem sie ihm auf seinem geistlichen Weg treu gefolgt war. Als sie sich nun an jenem Morgen mutig aufmachte, wollte sie nichts anderes als das steinerne Grab Jesu und dessen erkalteten Leib sehen.
Das Unerwartete erwarten
Auf ihrem Weg durchs Leben suchen auch Christen nach richtigen Ausdrucksformen der Anbetung Gottes – eine enge Beziehung zu ihm, eine Kirchengemeinde, ein Gottesdienst, Lieder des Lobpreises und geistige Gemeinschaft. Jeder wünscht sich eine besondere Bindung an unseren Herrn und Heiland. Koreanische Gläubige kennen ein Sprichwort: „Erwarte das Unerwartete und im Unerwarteten erwarte Christus.“ Auf ihrem Weg zum Grab erwartete Maria nicht, Zeugin einer Auferstehung zu werden. Jesus aber war dort, um sie noch einmal zu treffen.
Das Johannesevangelium 20,11–17 weist Maria Magdalena als diejenige aus, die dem auferstandenen Heiland als Erste begegnete. Emotional berührt schluchzt Maria auf und will Jesus anfassen. Das Aufregende an der Auferstehungsgeschichte wird in einer breiten Vielfalt von Emotionen eingefangen – Tränen des Leids und der Freude, Lobpreiskontemplative Betrachtung, unfassbare Glückseligkeit, Reue, feierliche Andacht und Seelenfrieden.
Gotteslob mit Emotionen
Die persönliche Begegnung mit Jesus weckt oft Emotionen, da wir mit ihr zugleich unsere innere Zerrissenheit und Sündhaftigkeit erkennen. Zu wissen, wer wir sind und wer Gott ist, macht unser Herz für seine Gnade dankbar. Weil unser himmlischer Vater uns liebt, vergibt er uns. Starke Gefühle der Liebe lassen unseren Lobpreis von ganzem Herzen kommen. Diese besondere Verbindung und Gemeinschaft mit ihm lässt unsere Emotionen frei zum Ausdruck kommen. Dann kann es einem schon schwer fallen, die Contenance zu wahren, wenn man die Herrlichkeit Gottes spürt.
Wahre Anbetung kommt nie oberflächlich daher, sondern entspringt vielmehr einem vor Gott gebrochenen Herzen. Persönliches und gemeinschaftliches Lobpreisen Gottes kommen aus dem Innersten unseres Herzens. Andacht geht über den Vortrag inspirierendeLieder, über Musik, hinaus; sie ist eine besondere Zeit der Einkehr mit Gott. In seiner Gegenwart bringen wir unsere Liebe und Hingabe zum Ausdruck, da wir seine Gnade verspüren. Während ihrer persönlichen Begegnungen mit Jesus können Gläubige wie Maria Magdalena von vielfältigen Emotionen berührt sein und dabei erkennen, dass es beder Anbetung ausschließlich um Jesus geht.
Der von Matt Redman im Rahmen des State-of-the-heart-Lobpreises geschriebene Song „Heart of Worship“ (dt.: „Das Herz der Anbetung“) beschreibt dieses innige Verhältnis zu Gott:
„Die Musik verhallt“, ein Song des Lobpreises und der Anbetung Die Musik verhallt, alles ist ganz still. Ich bin einfach da. Was kann ich tun? Wertvoll soll es sein, dass sich dein Herz freut. Ich bring dir mehr als ein Lied; denn ein Lied nur an sich ist nicht, wonach du dich sehnst. Du suchst viel tiefer in mir, durch den äußeren Schein siehst du mitten in mein Herz. Ich kehr zurück zu dem Herz der Anbetung. Es tut mir leid, was ich daraus gemacht hab, es geht nur um dich, nur um dich, Jesus.
(Dt. Übersetzung: Werner Finis Feiert Jesus 2, Hänssler Verlag Nr. 22)
Dieser auf Christus fokussierte zeitgenössische Song eines Sängers mit Herz für Anbetung fängt ebenjenes freudige Zelebrieren des Lobpreises und der innigen Gemeinschaft mit unserem lebendigen Herrn und Heiland ein.
Eine solche Begegnung von Herz zu Herz mit Jesus bewirkt in uns einen persönlichen Wandel. Wie Maria wollen auch wir diese wunderbare Freudenbotschaft weiter tragen und damit Jesu Weisung folgen: „... geh … und sag ihnen von mir“ (Joh 20,17; Gute Nachricht Bibel).
Jeder Tag bekommt für uns eine tiefere Bedeutung, weil wir in unseren Lobpreiszeiten dem auferstandenen Jesus begegnen. Und so können wir mit Maria von Herzen sagen: „Ich habe den Herrn gesehen“ (Joh 20,18); und im Leben geht es nur um Jesus. Eine emotionale Begegnung dieser Art bringt die Gläubigen zurück zum Herzen der Anbetung.
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Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autor: Cathy Sheridan, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: weltweite Kirche Gottes
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