Christa: Die Schatzkisten

Dann lief meine Lebensgeschichte vor mir ab. Mein Elternhaus, Schule, Ausbildung, Gemeinde, und viele andere Begegnungen und Ereignisse. Ich erkannte darin viele wertvolle Momente. Doch auch die Zeiten, die mir nicht in guter Erinnerung waren, erschienen als kostbar und als wichtig. Alles fand plötzlich seinen Sinn und ich empfand es als gut in den Augen meines himmlischen Vaters. Ich konnte mich dieser Ansicht anschließen und eine tiefe Freude und Dankbarkeit kam in mir hoch.
Alle diese Dinge waren, wie die Schätze in dieser Truhe wohl aufbewahrt, schön und wertvoll, und nicht zu verachten.
Ich spürte, dass alle diese Erlebnisse wohl wert waren geachtet und geschätzt zu werden und dass Gott nicht will, dass ich abwertend und verachtend darüber denke oder spreche. Ich wollte und ich will ein "Ja" finden - von Herzen "Danke" sagen können und mich freuen an allem, was mir geschenkt worden oder widerfahren ist.
"Ein Mensch ist dann gereift, wenn er zu allem, was er erlebte ein dankbares "Ja" gefunden hat." Dieser Spruch kam mir in den Sinn.
Dann sah ich, wie diese Truhe geschlossen wurde, langsam aber unaufhaltsam, dabei wurde ein Schild obenauf sichtbar mit der Aufschrift "Vergangenheit".
"Siehe, das Alte ist vergangen und ich wirke Neues!" - fortwährend.
"Ich verweigere der Vergangenheit die Macht über meine Gegenwart." (Zitat v. S. Baron)
Die Vergangenheit soll abgeschlossen sein, ich soll nicht mehr darin graben, nicht an den Alten haften bleiben.
Aber auch, das Vergangene nicht verachten. Es wertschätzen und dankbar sein. Seid dankbar in allen Dingen, und lasst alles mit Gebet und Flehen vor dem Herrn kund werden, auf dass ihr Ruhe findet für Eure Seelen.
Dann kam eine andere Truhe in das Bild. Diese war ebenso gefüllt mit Schätzen. Das war ein Bild für die Gegenwart und die Zukunft.
Gott hat noch mehr bereit. Die Schatztruhe ist angefüllt mit Kostbarkeiten, die der Herr für uns bereitet hat. Es ist nun an uns, diese Schätze zu heben und zu erforschen und unser Leben damit reich zu machen.
Ich spürte, es braucht Mut hinzugehen und hineinzugreifen.
In diesem Moment wurde mir auch klar: Da stehen zu bleiben, wo ich mich gerade befinde, wird mich nicht weiterbringen. Mein Sein wird nicht bereichert von der Schatztruhe, wenn ich mich nicht aufmache und Neues entdecken will.
Siehe, ich wirke Neues, erkennt ihrs denn nicht? (Jes.43.18+19) Lasst uns die Werke tun, die der Herr für uns vorbereitet hat. (Eph.2.10)
Folgendes Lied von August Hermann Franke (1889) passt zu diesem Thema:
Nun aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt, wir gehn an unseres Meisters Hand und unser Herr geht mit.
Vergesset, was dahinten liegt und euren Weg beschwert, was ewig euer Herz vergnügt, ist wohl des Opfers wert.
Und was euch noch gefangen hält, werft es von euch ab. Begraben sei die ganze Welt für euch in Christi Grab.
So steigt ihr frei mit ihm hinan zu lichten Himmelshöhn. Er uns voran, er bricht die Bahn - wer kann uns widerstehn?
Nun aufwärts froh den Blick gewandt und vorwärts fest den Schritt, wir gehn an unseres Meisters Hand und unser Herr geht mit.
Seid reich gesegnet
Christa
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Eingereicht von der Autorin "Christa77"
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Foto: SXC
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