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18-08-05

Clayton Steep: Gott finden

"Ich habe es gefunden!" - so lautete die kühne Botschaft auf vielen Autoaufklebern vor ein paar Jahren. Diese Aussage bezog sich auf die Entdeckung Gottes. Die meisten Leser dieser Aufkleber widmeten der Botschaft nur flüchtige Aufmerksamkeit. Einige waren irritiert. Sie antworteten darauf mit einem eigenen Aufkleber mit der Botschaft: "Ich habe es nie verloren!"


Die Wahrheit ist jedoch - wir haben es alle verloren - "es", das ist die enge und persönliche Beziehung, die Christen mit Gott haben können. Wir hatten diese Beziehung und verloren sie durch unsere ersten Eltern Adam und Eva. Gott schuf sie nach seinem Bilde, um seinen Charakter und seine Gerechtigkeit widerzuspiegeln.

Der letztendliche Zweck für alle Menschen besteht darin, Gottes Herrlichkeit auf ewig widerzuspiegeln und damit an Gottes unermesslicher Freude teilzuhaben. Menschen wurden dazu erschaffen, um mit Gott Kontakt - eine vertraute Beziehung mit ihm zu haben.

Unsere Ureltern hatten diese persönlichen Kontakte mit Gott. Sie hätten diese Beziehung bewahren und all die Vorteile und Freuden, die damit verbunden waren, genießen können. Wie anders wäre die Menschheitsgeschichte verlaufen, hätten sie diese Beziehung bewahrt. Leider war der Aufenthalt der Menschen im Paradies nur kurz. Ein rebellischer Lügengeist kam ins Spiel. Satan versuchte Adam und Eva und sagte ihnen, wenn sie Gott ungehorsam wären, würden sie sogar noch größeres Glück finden als sie es besaßen. Adam und Eva aßen von der verbotenen Frucht, sie fielen oder stürzten in den Zustand der Sünde. Sie trafen eine Entscheidung, die alles veränderte.

Von Gott entfremdet

Sünde steht im Gegensatz zu Gottes Gerechtigkeit und Heiligkeit und steht gegen alles, was Gott repräsentiert. Sünde führt zu Elend, Leid und Schmerz. Gott billigt Sünde nicht, weil sie Menschen schadet. Er macht keine Kompromisse mit der Sünde und koexistiert auch nicht mit ihr.


Nachdem Adam und Eva der Sünde einmal die Tür geöffnet hatten, entfremdeten sich von Gott. Sie tauschten Gerechtigkeit und Heiligkeit gegen Sünde und das Böse ein. Und es waren nicht nur Adam und Eva, die sündigten. Alle - die gesamte Menschheit - folgte in ihren Fußstapfen. Aus diesem Grund schrieb Paulus in Römer 3: "Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer" (V. 10); "Sie sind alle abgewichen" (V. 12); und "sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten" (V. 23).

Wir haben alle eine sündige Natur, die uns geistlich von Gott entfremdet. Wir sind sündig. Kein Aspekt unserer Natur ist von Sünde unberührt geblieben. Bis die Macht der Sünde gebrochen ist, regiert sie über uns. Sünde ist mehr als das, was wir tun - Sünde ist das, was wir sind. Sünde bildet eine Wand, die uns von der Gemeinschaft mit Gott und dem unerchöpflichen Reichtum seiner Segnungen in Christus trennt. Sünde trennt uns nicht nur in diesem Leben von Gott, ihre Folge - der Tod - trennt Sünder auf ewig von Gott.

Damit wir mit Gott versöhnt werden können, musste die Sünde aus dem Weg geräumt werden. Die Barriere musste niedergerissen werden, damit wir ihn finden konnten. Das ist der Grund, warum Gott als Jesus Christus in menschlicher Gestalt auf die Erde kam. So sehr wollte Gott, dass wir mit ihm versöhnt werden, dass er dafür sorgte, dass die Strafe für die Sünde an unserer Statt bezahlt wurde. "Denn also hat Gott die Welt geliebt" hießt es in Johannes 3,16 einfach und viel sagend, "dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."

Als Jesus ans Kreuz genagelt wurde, "erlitt er den Tod, denn durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod schmecken" (Heb 2,9). Weil Jesus die Strafe bezahlte, können unsere Sünden jetzt vergeben werden. "In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit" (Eph 1,7-8).

Der Rückweg

Gottes größte Sehnsucht für uns besteht darin, dass wir unseren Weg zu ihm zurück finden - dass wir ihn finden. Zu einer Versammlung von Ungläubigen sprach Paulus über Gottes Verlangen, dass Menschen "ihn suchen sollten, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden von uns" (Apg 17,27). So sehr möchte Gott, dass wir ihn finden, dass er durch Jesus Christus den höchsten Preis bezahlte, um dies möglich zu machen.


Aber wo ist Gott, dass Sünder sich nach ihm ausstrecken und ihn finden könnten? In der Tat, er ist überall. Er ist, wie wir gelesen haben, "nicht ferne von einem jeden von uns". Wir Menschen haben Kontakt mit Gott verloren, aber er hat uns nicht aus den Augen verloren. Er weiß alles über uns. "Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe? spricht der Herr. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt? spricht der Herr" (Jer 23,24).

Gott ist nahe. Er ist nahe am Bett des Kranken. Er ist in der Zelle des einsamen Gefangenen. Wir haben Zugang zu ihm, wenn wir im Leben auf Höhen und auch wenn wir durch Tiefen gehen. Was immer unser Status oder unser Zustand ist, wir müssen uns nur in Reue an ihn wenden. Wenn wir Jesus Christus annehmen und aufrichtig an ihn glauben, unsere Sünden bereuen, werden unsere Sünden vergeben. Die Barriere, die uns von einer freudigen Beziehung zu Gott abhält, wird entfernt.

Unsere erste Geburt machte uns nicht zu geistlich vollständigen Personen. Das ist der Grund, warum Jesus sagte, dass wir "von neuem geboren werden müssen" (Joh 3,3,). "Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden" (2Kor 5,17).

Gott schuf uns, dass wir die Genugtuung einer stets zunehmenden Erkenntnis seiner selbst erfahren. Aber ohne den Heiligen Geist fühlt sich ein Mensch unvollständig. Er oder sie empfindet eine innere Leere, ein Sehnsucht nach Erfüllung. Wir alle brauchen eine bleibende Beziehung zu Gott. Und wir sollten sie haben. Aber Menschen haben versucht, dieses geistliche Vakuum mit minderwertigen Ersatzinhalten zu füllen, z. B. mit Sinnesfreuden, materiellen Besitztümern, Ruhm und weltlichen Beschäftigungen. Sie bieten bestenfalls nur ein vorübergehendes Hochgefühl. Es ist einfach nur das: vorübergehend.

C. S. Lewis sagte: "Wir sind halbherzige Geschöpfe, welche die Zeit mit Trinken, Sex und Ehrgeiz verschwenden, wenn uns unbegrenzte Freude angeboten wird, wie ein ignorantes Kind, das weiterhin einen Sandkuchen in einem Armenviertel macht, weil es sich nicht vorstellen kann, was unter dem Angebot eines Ferientages am Meer gemeint ist. Wir sind viel zu leicht zufrieden" (The Weight of Glory and Other Addresses, / Das Gewicht der Herrlichkeit und andere Adressen, S. 2). Anstatt der Sandkuchen, mit denen wir unsere inneren Sehnsüchte zufrieden zu stellen versuchen, bietet Gott uns unbegrenzte, dauerhafte Freude. Warum sich mit weniger zufrieden geben, wenn wir es nicht müssen?

Eine freudige Beziehung

Wenn man Christ wird, tritt man in eine enge Beziehung mit Gott ein. Man wird ein Kind Gottes, eine neue Schöpfung. Christen, die diese Beziehung eingegangen sind, haben Gott "gefunden". Sie haben das, was im Leben am wichtigsten ist. Nichts anderes ist für Freude erforderlich. Keine Reichtümer, kein Ruhm, kein Vergnügen, nicht einmal Gesundheit. Obwohl diese Dinge etwas zum Glück in Christus hinzufügen, können sie an sich keine dauerhafte Zufriedenheit bringen. Was am meisten zählt, ist die Freude, die daraus entsteht, dass man Vergebung empfangen hat, dass man durch Christus mit Gott versöhnt ist und mit ihm Gemeinschaft hat.


In einem seiner Gleichnisse vom Reich Gottes sprach Jesus über die Freude, Gott zu finden. Er sagte: "Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte und kaufte den Acker" (Mt 13,44). Jesus lehrte nicht, dass jemand allen irdischen Besitz verkaufen müsse, um ein Christ zu werden. Der springende Punkt im Gleichnis ist, dass die Entdeckung des Reiches Gottes mehr Freude bringt als irgendetwas anderes in der Welt.

Die anfängliche Freude, die ein frisch getaufter Christ empfängt ist nur der Beginn! Gott finden ist nicht bloß wie das Auffinden einer Goldmünze. Es ist vielmehr wie das Finden einer unerschöpflichen Goldmine. Es braucht ein ganzes Leben, um die Reichtümer dieser Mine zu heben. Je mehr Sie schürfen, desto reiner und reicher ist ihr Ertrag.

Nachdem wir Gott gefunden haben, fangen wir an, im Leben Erfüllung zu finden. Wir begeben uns auf die wichtigste Suche - Gott zu kennen. J. I. Packer drückt es im Buch Knowing God (Gott kennen) treffend aus. "Was das Leben lebenswert macht ist, ein Ziel zu haben, das groß genug ist, etwas, das unsere Phantasie einfängt und unsere Treue fesselt; dies hat der Christ in einer Weise, wie sie keine andere Person hat. Denn welches höhere, erhabenere und bezwingende Ziel kann es geben, als Gott zu kennen?" (S. 34).

Wir lernen Gott auf zweierlei Art und Weise kennen - beide sind wesentlich. Eine besteht darin, mit der Bibel vertraut zu werden, die Gottes Handeln, sein Verlangen und seine Emotionen beschreibt. Die andere besteht darin, Gott zu vertrauen, indem wir seinen Willen tun. Die daraus resultierende, lebendige, wachsende Beziehung mit Gott ist die Grundlage für ein bedeutungsvolles Leben hier und jetzt. Aber es geht darüber hinaus. Es ist die Grundlage unserer Hoffnung auf Unsterblichkeit.

Jesus betete für seine Nachfolger zum Vater mit folgenden Worten: "Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist und den du gesandt hat, Jesus Christus, erkennen." Wir mögen über Gott wissen, aber unsere Zusicherung des ewigen Lebens kommt daraus, dass wir ihn erkennen. Ihn zu finden ist der erste Schritt dazu.

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Ein Artikel von www.glaube.de
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Autor: Clayton Steep, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland


Textbearbeitung:Jürgen Motzkus Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
Foto: sxc.hu
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