Daniel Müller: Der Bund mit den Augen

Was wird passieren, werde ich aus meinen Problemen herauskommen? Werde ich genug zum Leben haben? So vieles, worauf wir uns verlassen haben, ist zu Bruch gegangen. Auf was blicken wir? Was wir mit unseren natürlichen Augen sehen, beeinflusst sehr stark unser Leben. Ich möch- te am Beispiel von Hiob Ihnen erklären, auf was wir wirklich schauen sollen. Sie denken bestimmt: „Hiob“ – jeder weiß doch, dass es ihm so schlecht ging. Ja, aber das ist nur die Vorgeschichte zu einer beispiellosen Segnung Gottes.
Wer war Hiob? Hiob war sehr reich. In Hiob 1,3 lesen wir: ... er besaß riesige Viehherden: 7000 Schafe und Ziegen, 3000 Kamele, 500 Rindergespanne und 500 Esel, dazu sehr viele Hirten und Mägde. Hiob war der reichste und angesehenste von allen Herdenbesitzern im Osten. Hi 1,6 Eines Tages versammelten sich die Engel im Himmel und traten vor den Herrn, unter ihnen auch der Satan. „Woher kommst du?" fragte ihn der Herr. „Ich habe die Erde durchstreift", gab dieser zur Antwort. Hi 1,8 Der Herr erwiderte: „Dann ist dir si- cher auch mein Diener Hiob aufgefallen. Ich kenne keinen zweiten auf der Erde, der so rechtschaffen und aufrichtig ist wie er, der mich achtet und sich nichts zuschulden kommen lässt."
Was für eine Auszeichnung: „Ich kenne keinen zweiten auf der Erde, der so rechtschaffen und aufrichtig ist wie er, der mich achtet und sich nichts zuschulden kommen lässt.“ Gott wusste, dass er mit Hiob rechnen konnte, egal was kommt. Kann Gott mit uns rechnen – egal was kommt? Wie weit kann sich Gott auf uns verlassen? Satan hat Hiob geprüft, indem er ihm alles nahm, außer sein Leben. Dann kam auch noch seine Frau und sagte: „Na, immer noch fromm? Mach doch Schluss mit Gott und stirb!"
Hiob hatte 3 Freunde. Sie überschütteten ihn mit religiösen Vorwürfen und warfen ihm Fehler vor, die er nicht gemacht hatte. Kennen Sie diese „Freundschaftsbeweise“ von Menschen, die sich Freunde nennen? Es klang so logisch was sie sagten, dennoch war es falsch. Wie schlimm ist es, wenn man weiß, dass man mit Gott in Ordnung ist und die Menschen Unsinn reden. Mit Bibelsprüchen vermischt meinen sie, Informationen von Gott weiterzugeben. Als Hiob schließlich auf niemand mehr zählen konnte, sagte er in Hi 19,25: Doch eines weiß ich: „Mein Erlöser lebt; auf dieser todgeweihten Erde spricht er das letzte Wort!"
Von Hiob lesen wir dann in Hi 31,1: Mein letztes Wort: „Ich bin unschuldig! Mit meinen Augen habe ich einen Bund geschlossen ..." Er wusste, dass er vor Gott richtig lebte. Trotz all den gut gemeinten religiösen Ratschlägen hat sich Hiob darüber hinweggesetzt und, um nicht aus dem Fleisch zu handeln, schloss er einen Bund mit seinen Augen! Wie nahe ist die Sünde,wenn es uns schlecht geht. Man meint sowieso nichts mehr zu verlieren und gibt der Versuchung nach. Das ist bei Ehekrisen nicht anders als bei Finanzkrisen. Die Elberfelder Übersetzung schreibt: Einen Bund habe ich mit meinem Augen geschlossen. Wie hätte ich da auf eine Jungfrau lüstern blicken können? Ein Bund ist ein gegenseitiges Versprechen das man nicht lösen soll. Auf einen Bund muss man sich verlassen können, wie im Eheversprechen heißt: „in guten wie in schlechten Tagen“. Ein Bund bekräftigt, dass das Bundesversprechen über allen Emotionen steht und eingehalten wird. Emotionell hätte Hiob bestimmt Selbstmord begehen können, wenn wir in der Bibel lesen, was ihm alles vorgeworfen wurde. Aber er hatte einen Bund mit seinen Augen geschlossen, dass seine Gefühle nicht sein Leben bestimmen dürfen, obwohl sie bestimmt sehr stark waren. Gott wusste, dass er mit Hiob rechnen konnte, egal was kommt. Kann Gott mit uns rechnen – egal was kommt?
Was erlauben wir unseren Augen zu sehen? Reichtum, Not, Verzweiflung, Lust usw.? Wir können uns manchem Anblick entziehen, wenn wir uns von Versuchungen fernhalten, aber manches steht einfach im Alltag da – und dann? Dann stellt sich die Frage – was erlaube ich meinen Augen, in mein Leben weiterzuleiten? Die Augen sind die Fenster zu unserer Seele. Sie beeinflussen unsere Emotionen. Man geht zum Briefkasten, nimmt die Post heraus und sieht die Werbung für leckere Pizzen, Urlaubsprospekte, die Todesanzeige eines Freundes, den Kontoauszug oder die Broschüre mit dem armen Kind aus Afrika. Schon spielen in den paar Minuten unsere Emotionen Achterbahn. Wenn dann noch Menschen, die du liebst, totalen Mist bauen und du bis zum Hals von deinem Umfeld bedrängt wirst, was dann? So ähnlich ging es Hiob, er bemerkte es und legte es in den Papierkorb, weil es nicht das war, was er seinen Augen erlaubte zu sehen.
„Mit meinen Augen habe ich einen Bund geschlossen.“ Jeder von uns kann sich frei entscheiden, ob wir das, was wir gesehen haben, weiter in unserem Kopf und Leben verarbeiten oder nicht. Wir bekommen heute durch die Medien so viel zum Sehen vorgesetzt. Jeden Augenblick entscheiden wir, was wir mit dem momentan Gesehenen machen. Da ist die rote Ampel – das ist wichtig, wir bleiben stehen. Während wir stehen, sehen wir ca. 20 verschiedene Autos, die an uns vorbeifahren. Keiner von uns merkt sich die Autos und Autokennzeichen der 20 Autos, obwohl sie real da sind. Warum – man braucht diese Information nicht. Wartet man aber auf ein Taxi, schaut man jedes Auto genau an, bis man eines sieht mit dem Taxischild. In dieser Hinsicht schaffen wir es leicht, mit unseren Augen zu sortieren, was wir brauchen und was nicht. Die Schwierigkeiten beginnen, wenn uns Versuchungen vor die Augen geführt werden. Dann ist es wichtig, dass nicht unser Fleisch, sondern unser Glaubensbund mit Jesus das Gesehene sortiert. Wir meinen immer, dass uns irgendetwas verloren geht, wenn wir nicht alles sehen und durchdenken.
Ich bin es leid geworden, z. B. Zeitschriften durchzublättern, von denen ich weiß, dass ich für mich nichts Sinnvolles finden kann. Schade um die Zeit. Es ist eine Entscheidung, die wir treffen müssen: Will ich oder will ich nicht einen Bund mit meinen Augen schließen. Wie würden wir uns wünschen, dass Gott so über uns Gutes reden könnte, wie er es über Hiob tat. Es war der Lohn der kompromisslosen Geradlinigkeit von Hiob. Hiob bekam danach den Lohn, den jeder gerne hätte. Alles, was er verloren hatte, bekam er doppelt zurück. Wenn wir einen Bund mit unseren Augen schließen, ist Gott mit uns. Wir sind die Wächter unserer Augen. Lk 11,34 Das Auge gibt dir Licht. Wenn deine Augen klar sehen, wirst du dich überall sicher bewegen können. Wenn du aber schlecht siehst, tappst du unsicher umher. Deshalb achte darauf, dass deine Augen nicht trübe oder sogar blind werden! Kannst du nämlich Gott nicht mehr sehen, wie schrecklich wird dann deine Finsternis sein! Das Auge bestimmt, ob Licht oder Finsternis in dir ist – geistlich wie auch physisch. Wenn dein Auge auf Gott ausgerichtet ist, wird dein ganzer Leib erleuchtet sein.
2011 ist nicht ein Jahr in dem wieder gute und schlechte Dinge passieren werden. Es ist ein Jahr, in dem der grenzenlose, allmächtige Gott, den jeder Christ seinen Vater nennen darf, sie in seiner maximalen göttlichen Liebe liebt. Wenn Sie diese bedingungslose Liebe Jesu beginnen zu begreifen, verstehen Sie, dass es nichts Wertvolleres und Schöneres gibt, als ein Kind des himmlischen Vaters zu sein. Wenn Sie mit ihm in einem Bund-Verhältnis leben, werden Sie, egal was in 2011 auf Sie zukommt, den Frieden und die Liebe Gottes spüren, denn er ist bei denen, die zu ihm halten. Wir sollten nur eine Sorge haben: Herr, ich möchte immer in deinem Willen sein, zeige du mir deinen Weg!
Daniel Müller
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Ein Artikel von Glaube.de mit freundlicher Genehmigung vom Missionswerk Karlsruhe www.missionswerk.de
Autor: Daniel Müller
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus, Redakteur bei www.glaube.de
Foto: sxc.hu
Ein Artikel aus der Zeitschrift "Der Weg zur Freude" Ausgabe 01. Januar 2011 Jahrgang 61
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