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22-10-08

Daniel Müller: Immer in des Meisters Hand!

Es waren keineswegs Ungläubige, die ihn nicht erkannten, es waren seine engsten Jünger. Wie  ist es mit uns? Wir beschäftigen  uns mit  theologischen Details  und  erkennen Jesus oft nicht!


Im Lukasevangelium in Kapitel 24,13 - 35 lesen wir von den Emmaus-jüngern. Diese Jünger sind – am Auferstehungstag – von Jerusalem nach Emmaus gegangen, sie wussten nichts von der Auferstehung. Sie waren offensichtlich  resigniert oder auch enttäuscht von Jesus, der ihnen doch so viel Hoffnung gemacht hatte. Während sie gingen, kam  Jesus dazu und unterhielt  sich mit  ihnen, doch  sie erkannten ihn nicht. Als sie in Emmaus eintrafen, baten sie ihn, dass er bleiben soll und Jesus blieb. Er brach mit ihnen das  Brot – und dann erkannten sie ihn!

Es waren keineswegs Ungläubige, die ihn nicht erkannten, es waren seine engsten Jünger. Wie  ist es mit uns? Wir beschäftigen  uns mit  theologischen Details  und  erkennen Jesus oft nicht! Diejenigen, die am meisten von ihm  wussten, haben  ihn nicht erkannt! Als Jesus z.B. während eines Sturms auf dem See auf sie zuging, schrieen sie „ein Gespenst“.  Wenn uns Christus anders begegnet, als wir es uns vorstellen  (oder erwarten), haben wir ein Problem,  ihn zu erkennen. Er erscheint uns auch heute noch  in  unterschiedlichster Weise  in  den  unterschiedlichsten Situationen!

Die Emmausjünger  taten  das, was  auch wir  heute  tun: Sie erzählten Jesus von Jesus. Tun wir das nicht auch in unseren Gebeten? Wir wissen alles, was Jesus tun kann, aber wir erkennen  ihn nicht, obwohl er uns so nahe  ist! Warum  haben  die  Jünger  nicht  seine Nägelmale  gesehen, die Wunden  in den Händen und Füßen oder seine Stimme erkannt? Wer sonst außer Jesus sprach wie Jesus! Der  tote Lazarus  erkannte  seine Stimme und  kam aus dem Grab. Maria erkannte seine Stimme am Auferstehungsmorgen. Zwölf Kilometer – von Jerusalem nach Emmaus  – ging Jesus mit  ihnen und  lehrte  sie und  sie erkannten ihn nicht. Sie „kannten“ ihn zwar, aber sie erkannten ihn nicht!

„Bleibe bei uns“ sagten sie. Ihr Herz verlangte nach Jesus. Er saß mit ihnen zu Tisch. Er nahm das Brot – segnete es – brach es – und gab es ihnen. Plötzlich erkannten sie ihn „in der Art wie er das Brot brach“. Warum sahen sie nicht  schon  lange  vorher  die Nägelmale  und  die Wunden in den Füßen? Wir sind auch oft so mit uns beschäftigt, dass wir  Jesus nicht  erkennen, obwohl  er mit uns den Weg geht. Es war für die Jünger sogar ein Weg des Aufgebens – von Jerusalem zurück nach Hause. Sie erkannten Jesus erst beim einfachen Brotbrechen. Es war die Art wie er es tat! ER nahm es – segnete es – brach es und gab es. Es war genau wie beim letzten Abendmahl.

Wir  fnden  diese Handlung  oft  in  der Bibel. Hier  einige Beispiele: Die Speisung der 5000.   Er nahm die 5 Brote und 2 Fische, segnete sie, brach sie und gab sie zum verteilen. Genau wie in Emmaus oder beim Abendmahl. Ein weiteres Beispiel: Gott nahm Abraham aus Ur, segnete ihn mit Reichtum, brach ihn mit einer Frau, die unfruchtbar war und gab ihm aus ihr den verheißenen Sohn. Diesen Sohn Isaak nahm Gott aus dem Leib der unfruchtbaren  Sarah,  segnete  ihn  als  den  verheißenen  Sohn, brach das ganze „Ich“ des Abrahams, als er Isaak opfern sollte und gab ihn dem Volk Israel.

Gott nahm Jakob aus dem Leib seiner Mutter, segnete ihn mit dem Erstgeburtsrecht, brach  ihn  in Pnuel  (in der Nacht bevor er seinem Bruder begegnete und im Kampf die  Hüfte  ausrenkte)  und  gab  ihn  dem  Volk  Israel  als Stammvater der 12 Stämme Israels. Gott  nahm Joseph aus der Grube, segnete ihn im Haus Potiphars,  brach  ihn,  als  er  unschuldig  ins  Gefängnis musste und gab  ihn als 2. Herrscher über Ägypten und als Retter  seiner  Familie  und damit des  ganzen Volkes

Israel. Gott nahm Mose aus dem Nil, segnete ihn im Haus Pharaos, brach ihn 40 Jahre in der Wüste und gab ihn dem Volk Israel als Leiter, der sie aus der Sklaverei führte.Der Vater  in dem Himmel nahm Jesus, segnete  ihn mit Zeichen und Wundern, brach ihn am Hügel Golgatha und gab ihn an Pfngsten der ganzen Menschheit!

So  handelt Gott mit  jedem Mann  oder  jeder  Frau den/die er gebrauchen möchte. Er möchte uns aus unserer Bequemlichkeit herausreißen. Er nimmt uns, weil er uns liebt, er segnet uns, weil er uns liebt, er zerbricht uns, weil er uns liebt und er gibt uns einer Welt als ein lebendiges Zeugnis – mit dem Geist  Gottes – erfüllt. Vielleicht sagen Sie:    „Oh Gott  ich bete um Segen und du zerbrichst mich, meinen Stolz, mein Fleisch, meinen Willen?“ Wir müssen begreifen, dass Zerbruch der wirkliche Segen ist! Erst wenn wir zerbrochen werden, lernen wir, ihm ganz zu vertrauen. Erst dann begreifen wir, dass es nicht durch Heer oder Macht, sondern durch seinen Geist geschieht. Er selbst ist die „Segnung“! Vielleicht „bricht“ er uns von Leuten weg, auf wir uns verlassen. Beim  Zerbruch  erkennen wir,  dass  nicht wir  es sind, sondern er es ist. Er gab den Leuten  immer „zerbrochenes“ Brot.

Jakob sagte glücklich –  „ich hinke  zwar, aber  ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen.“ Wir können nicht  zum  Segen  sein, wenn  ER  uns  nicht  zerbrechen kann.

Lieber  verletzter,  hinkender,  verwundeter  Christ,  Gott nimmt Sie von Dingen weg, von denen Sie dachten, dass Sie sie nie lassen können. Der Maßstab ist nicht, wie gesegnet wir sind, sondern –konnte ER uns zerbrechen? Sie sind vielleicht gerade in so einer Zerbruchsphase und sie meinen, Gott sei nicht da. Das möchte  Ihnen der Teufel einreden, aber der  ist ein Lügner und er kann nichts anderes als lügen. Egal in welchem Stadium das Brot war, ob Jesus es genommen,  gesegnet,  zerbrochen  oder  gegeben  hat,  es war immer in des Meisters Hand! Egal wie es Ihnen geht,

Sie sind in des Meisters Hand! Wunder geschehen, wenn wir nach dem Zerbruch für andere gegeben werden. Erst nach dem Zerbruch sind wir brauchbar. „Plötzlich  erkannten  sie  ihn  in der Art wie  er das Brot  brach.“ Erkennen Sie ihn, in ihrer Situation, vielleicht sogar auf dem Weg der Verzweifung. Jesus,  Ihr Helfer, ist  mit Ihnen.

Daniel Müller

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Ein Service von Glaube.de
mit freundlicher Genehmigung vom Missionswerk Karlsruhe
Autor: Daniel Müller
Bearbeitung: Jürgen Motzkus, Redakteur bei Glaube.de
Foto: sxc.hu

Diese Predigt kann auch auf CD für 4,-€ bestellt werden beim Missionswerk Karlsruhe Bitte geben Sie den Titel an.

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