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18-07-11

Daniel Müller: Vom Sklaven zum Kind des Königs

Reden wir heute über Sklaverei, denken wir an alte Zeiten oder andere Länder.


Sklaverei ist doch abgeschafft!
Wirklich? Wie sieht es in unserem Leben aus? Sind wir vielleicht Sklaven von Fernsehen, Sport, Rauchen, Hobby oder unserer Arbeit? Wenn wir ganz ehrlich sind, hat jeder bestimmte Dinge, für die er überdimensional Zeit investiert. Manchmal sogar für etwas, das überhaupt nichts bringt. Wir wollen oft nur anderen zeigen, dass wir es auch können. In dem Ort, aus dem meine Schwiegereltern stammen, ist es ein „Muss“, dass die Gräber extrem gepflegt werden, sonst wird darüber sehr negativ geredet. Das sind solche Sklavereien. Ein „Muss“, bestimmte Dinge zu tun. Wenn wir es erkennen, versuchen wir aus eigener Kraft
freizukommen, aber schaffen wir es wirklich freizukommen?

Im biblischen Sinne denken wir bei Sklaverei an das Volk Israel, die in Ägypten Sklaven waren. Gott hat es Mose gelingen lassen, dass der Pharao das Volk ziehen ließ. Das war ein Tag großer Freude für jeden. In 2. Mose 6,7 sagte damals Gott zu den Israeliten, wie er es auch heute zu uns sagt: Ich nehme euch als mein Volk an, und ich will euer Gott sein. Ja, ihr sollt erkennen, dass ich der Herr, euer Gott, bin, der euch aus der Sklaverei Ägyptens befreit!

Das Volk zog befreit aus Ägypten und kam dann ans Rote Meer. Dort hatten sie das Problem, dass vor ihnen das Meer war und hinter ihnen das ägyptische Eliteheer, das die Freilassung bereute und die Israeliten zurückholen wollte. Sofort reagierten die von Gott „Befreiten“ wieder wie Sklaven. Sie machten Mose, der sie unter vielen Schmerzen und Aufwand frei bekommen hatte, Vorwürfe und sie
wollten lieber wieder in die Sklaverei zurück. Sie sahen sich nicht als die „Befreiten“, sondern sie fühlten sich als „Sklaven auf der Flucht“. Somit hatte der Pharao das Recht, seine Sklaven wieder zu holen, aber ein befreiter Sklave ist frei!

Genauso ist es für uns Christen. Jesus hat uns befreit! Wir sind total befreit! Kommen Prüfungen, verhalten wir uns oft wie Sklaven und geben so dem Sklavenhalter unseres alten Lebens – Satan – Anrecht an uns. Jesus hat uns befreit, dass wir als „Befreite“ den Problemen gegenüberstehen. Nur so kann der Befreier, Jesus, mit seinem ganzen Sieg und seinen grenzenlosen Möglichkeiten hinter uns stehen. So viele Christen haben ihr altes Ägypten verlassen, sind aber immer noch Sklaven auf der Flucht vor dem Feind. Ein befreiter Sklave ist frei. Haben wir das verstanden? So mancher hat nur den Sklavenhalter gewechselt, vielleicht zur Religion. Religion kann auch zum Sklaven werden, wenn wir der Religion dienen statt Christus! Das hat nichts damit zu tun, in welche Kirche wir gehen und welche Konfession wir haben. Viele rennen von ihrem Zustand weg, schaffen aber nie den Weg in die Freiheit! Nach der Bekehrung ist man meist schnell bereit, Dinge zu verändern. Man schafft alles, was mit Satan und der Sünde zu tun hat, aus dem Haus. Man geht nicht mehr an Orte der Sünde, hat jetzt meist eine Bibel in der Tasche und geht auch in den Gottesdienst und arbeitet ehrenamtlich für den „Herrn“. Alles super – aber ist das die Freiheit? Was denken wir? An die Erfüllung religiöser Vorschriften und an den Verzicht der Vorzüge Ägyptens? Die Israeliten sagten: „In Ägypten hatten wir Fleisch …“ Wenn wir immer an die vergangene Sklavenzeit denken, sind wir nicht „FREI“! Wenn wir
das nicht loslassen, hat Satan noch ein Eigentumsrecht an uns!

Gott hatte alles getan, dass die Israeliten frei sein konnten. Die Freiheit zu begreifen ist ein Prozess. Oft haben wir mit unseren Emotionen zu kämpfen, wenn es dann die ersten Probleme gibt. Der Weg aus der Sklaverei beginnt, sobald wir unser Denken verändern. Diese Veränderung ist genau so wichtig! Das Volk Israel war in der Freiheit, hatte aber noch das alte Denken. In einer Kirche zu sein und nur vom Befreier zu hören, macht noch längst nicht frei.Totale Freiheit haben wir erst, wenn drei Dinge frei werden, nämlich Geist, Seele und Leib. Bekehrung zu Jesus bedeutet, dass der ganze Mensch in diesen drei Bereichen total frei wird. Wahre Freiheit ist erst, wenn auch der Verstand diese Freiheit lebt. Das ist
jedem seine eigene Entscheidung – denke ich in den gewohnten
Sklavenmöglichkeiten oder als Befreiter! Gott hat in seinem Wort versprochen, dass – wenn wir unser Leben Jesus geben – der Heilige Geist in uns Wohnung macht. Das geschieht wirklich, doch welcher Geist darf uns leiten, der Heilige Geist oder unserer? Das entscheiden wir ständig durch unser Verhalten. So viele Christen
sind physisch aus Ägypten ausgezogen, aber alles andere blieb beim Alten. Das kann äußerlich total gut aussehen, aber es geht im Leben nicht weiter. Dann kommt die berühmte Frage: „Gott wo bist du?“ Wir leben nicht wirklich frei, wenn wir ständig in der Angst zwischen Befreiung und Angriff en leben.

Der Schritt aus der Sklaverei geschieht, wenn wir die neue Mentalität und Perspektive, die in Jesus ist, annehmen. Er hat gesagt: „Siehe ich mache alles neu.“ Unser tägliches Handeln gibt Zeugnis, wie frei wir wirklich sind. Wie begegnen wir den Herausforderungen des Alltags. Lassen wir Gott einen „lieben Mann“ sein? Manche machen überhaupt nichts und deuten das, was dann geschieht, als Gottes Wille. So wie das Volk Israel aus Ägypten ausziehen musste,
müssen wir auch in allen drei Bereichen (Geist, Seele, Leib) aus der Sklaverei ausziehen. Das ist etwas, das wir täglich üben müssen.

Unsere Vernunft sagt so oft: „Ist Ägypten nicht der vernünftigere Weg – es machen doch alle so.“ Wie leben Sie in der „Freiheit“, die Gott seinen Kindern gegeben hat? Er ist nicht der barmherzige Vater, der eine soziale Ader hat und vor lauter Mitleid die Sklaven des Feindes versorgt. Er möchte uns als „Kinder des Königs“ ganz nahe
bei sich haben.Ja, ganz nahe bei Gott. Wer will das? Christ sein reicht doch und
das tun, was die meisten Christen tun – oder? So hat es auch das Volk Israel in der Wüste gemacht. Gott wollte zu allen reden und sie sagten, das soll doch Mose erledigen, und ihnen danach sagen, was Gott von ihnen will. Ist es heute nicht ähnlich? Gott möchte aber heute noch mit jedem seiner Kinder ein persönliches Verhältnis haben. Das war sein Gedanke über dem Menschen, als er ihn schuf.

Das Volk Israel bekam beim Auszug aus Ägypten Schmuck, Gold und Silber von ihren Herren mit auf den Weg durch die Wüste. Viele gewaltige Wunder Gottes erlebten sie live. Mose hatte den Wunsch, auf den Berg zu gehen, von dem aus Gott zu ihm sprach. Seit ihm Gott im brennenden Busch begegnet war, hatte er das Verlangen Gott nahe zu sein. Mose war auf dem Berg und die Israeliten hatten für einige Tage keine Führung. Sie beschlossen, einen Gott zu machen – ein goldenes Kalb mit all dem Reichtum, dem greifbaren Segen, den Gott ihnen in die Hand gegeben hatte. Sie waren immer noch in der Sklavenmentalität und unterwarfen sich im eigenen Auftrag einem selbst gemachten Gott. Diese „heilige
Kuh“, dieser Götze, wurde für sie der Nachfolger des Pharao. Ein eigener selbst gemachter Sklavenhalter. Sie sagen, wie kann man denn so was machen? Machen wir es nicht manchmal auch so?

Wir haben die Befreiung Jesu angenommen, verstehen so manche Herausforderungen des Lebens nicht und das, was unsere geistlichen Leiter uns aus Gottes Wort sagen, ist für uns nicht wegweisend. Dann sind wir schnell dabei, unsere „heiligen Kühe“ mit dem materiellen Segen, den Gott uns gegeben hat, zu bauen. Das Auto, das Haus, das Hobby oder die Freizeit wird zu unserem Götzen, den wir mehr pfl egen als die Beziehung zum lebendigen Gott. Was geht in unseren Gedanken vor? Fragen wir: „Wie überlebe ich mit Gott, und wenn er mir etwas nicht gleich gibt, schaue ich nach eigenen Lösungen?“ So war es auch beim Volk Israel. Sie sind als „befreite Sklaven“ in der Wüste gestorben, weil sie nie den Mut hatten, das zu glauben, was der Befreier ihnen gesagt hat. Sie glaubten nicht, dass der Befreier sie auch ans Ziel bringen kann.

Ich habe mich schon oft gefragt, warum mancher Christ Christ sein möchte, wenn er nicht in der ganzen Freiheit leben will. Dazu gehört auch ein Denken als Befreiter, der den Sieger als Vater hat! Gott möchte auch Ihnen zeigen, wie Sie im Geist und in der Freiheit leben können. So wie das Blut beim Auszug der Israeliten aus Ägypten an die Türpfosten gestrichen werden musste, so hat Jesus sein Blut am Kreuzpfosten für Sie fließen lassen – für Ihre Freiheit. Nehmen Sie die Vergebung Ihrer Schuld und Sünde an, wenn Sie es noch nicht getan haben. Leben Sie ein Leben als Kind des Königs und nicht als ein befreiter Sklave!

Freiheit bedeutet, einen neuen Lebensstil zu leben! Fangen Sie an, Ihre Sklavenmentalität nicht nur aus Ihrem Handeln, sondern auch aus Ihrem Denken hinauszuwerfen. Begegnen Sie Ihren Situationen, indem Sie z. B. sagen: „Es sieht gerade übel aus, aber ich bin ein Kind des Königs und mit ihm werde ich siegen!“ Jesus hat keine Sklaven, sondern nur Kinder, die er so sehr liebt. Er sagt auch
zu Ihnen wie zum Volk Israel: 2. Mose 20,2 Ich bin der Herr, dein Gott; ich habe dich aus der Sklaverei  in Ägypten befreit.

Es liegt in Ihrer Entscheidung, wie frei Sie von der Sklaverei sein möchten! Er hat alles getan, dass Sie frei sein können! Ist das nicht großartig?

Daniel Müller

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Ein Artikel von Glaube.de mit freundlicher Genehmigung vom Missionswerk Karlsruhe www.missionswerk.de
Autor: Daniel Müller
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus, Redakteur bei www.glaube.de
Foto: Daniel Müller
Ein Artikel aus der Zeitschrift "Der Weg zur Freude" Ausgabe 01. Juli 2011 Jahrgang 61
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