Das Prinzip des reinen Herzens
Das kann einen regelrechten Kampf bedeuten. Gott lädt uns ein, ihm unsere ganze Person zu geben, damit er, sozusagen im Wechsel, uns dafür alles vom Heiligen Geist geben kann.
Es geht hier um unser Selbst, das, was aus dem Sündenfall entstanden ist. Gott legt seinen Finger auf jeden Bereich meines Selbst-Lebens, und ich kann mich in aller Ruhe entscheiden, weil er ohne meine Einwilligung nie etwas wegnehmen wird. In dem Moment aber, in dem ich ihm mein Selbst gebe, erlebe ich eine innere Reinigung. Und wir können in außerordentlicher Weise mit dem Heiligen Geist erfüllt werden.
Oft möchte der Herr zunächst bittere Wurzeln aus unserem Herzen herausziehen, dann ist diese innere Reinigung oft auch eine Zeit des Wartens. Ich frage mich, ob wir die Erfüllung mit dem Heiligen Geist häufig nicht zu leicht nehmen. Gott will uns nämlich ein reines Herz schenken. Im zweiten Schritt bitten wir Gott, uns ein reines Herz zu schenken. Das heißt, dass wir ihm erlauben, sich damit zu befassen, was in uns der Änderung bedarf.
Früher dachte ich, daß ein Geist-kontrolliertes Leben recht einfach sei, dass ich sofort wie Jesus sein könnte, sein Herz hätte und auch seine Verhaltensweisen zeigen würde. Ich hatte mich gründlich getäuscht!
Es schien, daß seit jenem Tage, daß, was böse in mir war, mir überdeutlich in die Augen sprang. Der Unterschied bestand darin, daß ich in Momenten der Sünde vom Heiligen Geist überführt und mein Herz aufmerksamer und zugänglicher wurde.
Ich hatte besonders mit einem Problem zu kämpfen - mit Stolz. Als ich alles Gott neu übergab, wurde mir die Geschichte Josephs sehr kostbar. Als hätte sie mit dem Leben eines Fürbitters zu tun? Josef wurde von Gott gebraucht, um im Leben eines Volkes göttlich eingreifen zu können. Insofern trat bei Josephs ein bestimmter Typus des Fürbitters hervor. Und Gott hat sich in der Tat mit den falschen Haltungen seines Herzens beschäftigt.
Joseph war schön von Gestalt und Aussehen (Genesis 39,6). Wenn wir anfangen, ein gewisses Maß an Erfolg zu haben, können wir leicht in die Falle geraten. Joseph fühlte sich über seine Brüder gesetzt und dachte wohl zunächst, Gott deutlicher hören zu können. Vielleicht denken wir manchmal, schöner beten zu können als die anderen und betrügen uns mit Worten über den wahren Zustand unseres Herzens.
Ich kenne niemanden, der ohne seelische Verletzungen durch das Leben kommt. Manchmal gönnen wir uns nur eine kleine Dusche im Erlösungswerk Gottes, erlauben es Gott aber nur ungern, die seelischen Verletzungen herauszuoperieren und die psychischen Schmerzen mit seinem sühnenden Blut zu stillen. Manchmal sind wir uns der Ausmaße der seelischen Verletzungen solange nicht bewusst, bis wir in schwierige Situationen geraten und sich unsere Bitterkeit in unseren Worten und Handlungen offenbart. Solange wir dem Heiligen Geist nicht erlauben, sein Licht auf unsere Unversöhnlichkeit zu richten, werden unsere Gebete von unseren seelischen Verletzungen gefärbt sein.
Viele Fürbitter beten vergebens, weil sie nicht ihr eigenes Herz kennen. Sie beten Dinge, die ihnen ihre seelischen Verletzungen diktieren und nicht das, was aus dem Herzen ihres himmlischen Vaters stammt. Das gilt besonders für die, die in ihrem Leben von Autoritätspersonen verletzt oder von denen abgewiesen wurden, deren Meinung Ihnen wichtig war.
Als Fürbitter haben wir im Gebet Menschen zu schützen oder Situationen von Gott her zu beeinflussen. Es ist an Gott, zu überführen oder zu heilen. Es gibt allerdings Zeiten, in denen wir Sünde aufdecken müssen, doch nur dann, wenn wir die Angelegenheit vorher mit Gebet durchtränkt haben.
Wir dürfen Fürbitte als Mantel verwenden, der die Blöße anderer bedeckt. Wenn unser Herz gereinigt ist, werden wir besser in der Lage sein, die Motive hinter unseren Gebeten zu erkennen.
Ich möchte wie der Psalmist sein, der ausrief:
"Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken... noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge - du, Herr, kennst es bereits." (Ps 139,1-2.4)
Unser Gebet als Fürbitter lautet: "Herr umgebe mich von allen Seiten und schaffe in mir Reinheit und Unversehrtheit des Herzens, so daß ich dein Diener sein kann, um in den Riss treten zu können."
Quelle: www.Gebetswaechter.de
Dienst von Mike&Cindy Jacobs:
Generals of Intercession November 2001






