Das rebellische Kind

Wie oft habe ich mich gefragt, ob Gott mir helfen wird oder nicht. Wie oft habe ich gefragt: "Gott was stimmt bei mir nicht?" und "Wo mache ich Fehler?" bzw. "Was mache ich falsch?" Oft habe ich dann versucht, Gott mit meinen Werken zu beeindrucken und zufrieden zu stellen. Nur, um so Gunst bei Gott zu erlangen.
Dann stellt sich jedoch die Frage: Bekommen wir durch Werke Gunst bei Gott?
Fragen über Fragen.
Wenn wir aber anfangen, uns das Wesen Gottes anzuschauen, werden wir erkennen, warum die Welt so aussieht wie sie aussieht. Wir werden erkennen, warum die Menschen so sind wie sie sind. Wir werden erkennen warum die Welt so ist wie sie ist. Ich werde erkennen warum ich so bin wie ich bin!
Die Bibel sagt: Gott ist Liebe. Lasst uns 1. Johannes 4, Vers 7 und 8 ansehen. Hier geht es um die Liebe Gottes und die Liebe zu den Geschwistern.
Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben: denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht: denn Gott ist die Liebe.
Was bedeutet diese Liebe Gottes für uns? Wenn ich mein Leben anschaue und sehe, wie Gott mit manchen Situationen umgegangen ist, muss ich feststellen, das er mich mehr geliebt hat als ich Ihn.
Situationsbedingt stelle ich mir jedoch trotzdem oft die Frage, ob dies die Liebe Gottes ist, die auf mein Leben ausgegossen ist - oder ignoriert Gott mich? Dann fange ich an zu sehen, dass es Aspekte von Liebe gibt, die ich noch nicht verstehe.
Alle Dinge in meinem Leben die nicht in die Definition von Liebe hineinpassen, können nicht von Gott dem Vater sein. Denn es heißt in der zitierten Bibelstelle: Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht: denn Gott ist die Liebe.
Wenn wir uns manche Situationen in unserem Leben ansehen, haben wir da nicht manchmal das Gefühl, dass Gott uns nicht liebt? Es heißt doch: Wenn du jemanden nicht liebst, dann kennst du Gott nicht. Denn Gott ist Liebe.
In 1. Korinther 13, Vers 4 bis 8 lesen wir mehr über die Eigenschaften der Liebe. Ich möchte hier für das Wort Liebe das Wort Gott einsetzen, denn wenn Gott sich selbst als Liebe bezeichnet, ist das naheliegend. Und die Verse bekommen ein ungewohntes Gesicht:
Gott ist langmütig und gütig, Gott beneidet nicht, Gott prahlt nicht, Gott bläht sich nicht auf; Gott ist nicht unanständig, Gott sucht nicht das Seine, Gott lässt sich nicht erbittern, Gott rechnet das Böse nicht zu; Gott freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, Gott freut sich aber an der Wahrheit; Gott erträgt alles, Gott glaubt alles, Gott hofft alles, Gott erduldet alles. Gott hört niemals auf.
Wenn ich das mit meinem Leben vergleiche, wenn ich mir meine Beziehung zu meinen eigenen Kindern ansehe, muss ich feststellen, dass ich diese Eigenschaften zwar auf meine Kinder anwenden kann, aber so manche Schwierigkeit in meiner Beziehung zu Gott habe.
Die Bibel sagt in Lukas 11 Vers 11: Welcher Vater unter euch wird seinem Sohn einen Stein geben, wenn er ihn um Brot bittet? Oder wenn er ihn um einen Fisch bittet, gibt er ihm statt des Fisches eine Schlange?
Wenn ich als Vater diese Liebe für meine Kinder aufbringen kann, warum habe ich dann so eine schlechte Beziehung zu Gott? Entzieht sich Gott meiner Liebe zu Ihm? Warum kann ich die Eigenschaften der Liebe Gottes nicht in meinem Leben spüren?
Die einzige Erklärung liegt wohl darin, dass ich manchmal eine falsche Vorstellung von Gott habe.
Woher kommt aber diese falsche Vorstellung?
Oft denken wir so: Gott kann zu jedem Zeitpunkt die Welt beherrschen. Er ist doch allmächtig! Er kann doch auf dieser Welt tun, was er möchte. Er kann all das Leid in der Welt, all das Leid in unserem Leben, von einer Sekunde auf die andere beenden. Da beten Menschen über Jahre für ihre Lieben, für ihre Geschwister, für ihre Stadt, für ihr Land und für sich selbst. Manchmal gibt es eine sofortige Gebetserhörung, manchmal dauert es längere Zeit und manchmal passiert gar nichts.
Aber in der Bibel steht doch: Alles um was ihr im Gebet bittet wird euch gegeben werden. Gott ist doch Liebe. Wo liegt also der Denkfehler?
Hier ein Versuch der Erklärung:
Als Gott dem Adam die Erde mit allem, was darauf war, als Geschenk übergab, (Psalm 115 Vers 16: Der Himmel ist der Himmel des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben), hat der Mensch die Erde und alles was darauf war, beherrscht. Als aber der Sündenfall im Garten Eden passierte, hat Adam dieses von Gott gegebene Geschenk an Satan weitergegeben, also weiterverschenkt.
(Lukas 4, Vers 5: Da führte der Teufel ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick. Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, wem ich will.)
Vom Sündenfall an kontrolliert und beherrscht Satan die Erde. Ja, Gott ist ein liebender und allmächtiger Gott. Aber er ist auch ein gerechter Gott. Kann er, als gerechter Gott, die Erde einfach so wieder übernehmen?
Nein! Er wird sie erst wieder am "Ende der Zeiten" übernehmen. Also ist Satan der legale Herrscher dieser Welt, und wird alles daran setzen, es auch zu bleiben. Er hat sein eigenes Rechtssystem aufgebaut. Ein Rechtssystem, welches dem Gottes total widerspricht (Galater 5 Vers 16:
Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Vers 17: Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so dass ihr nicht das tut, was ihr wollt.)
Was hat das alles aber mit mir zu tun?
Wenn der Teufel der Herrscher dieser Welt ist, dann bin ich unter seiner Herrschaft geboren. Das heißt, ich wurde unter seiner Herrschaft erzogen. Mein Denken und Handeln waren und sind auf seinen Herrschaftsbereich ausgerichtet. Er hat legale Anrechte an mein Leben.
Erst mein Bekenntnis zu Jesus Christus hat mich diesem Herrschaftskreis entzogen (Johannes 3 Vers 16: Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat, oder Römer 5 Vers 8: Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren).
Halleluja, jetzt bin ich ein von Satan befreites Kind Gottes. Satan hat keine Anrechte mehr an meinem Leben. Ich kann im Gebet alles von Gott erbitten und er wird es mir geben. So steht es geschrieben. Aber?
Und ich lese in der Bibel: Da werden Blinde sehend, Lahme gehen, Taube hören, Dämonen werden ausgetrieben, Menschen werden von Krankheiten befreit. Dann lese ich, dass diese Dinge auch heute noch passieren. Aber?
Warum nicht hier, warum nicht bei mir?
Und da fallen mir die Bibelstellen von Jesus ein, in denen er immer und immer wieder sagte: "Sei geheilt und sündige hinfort nicht mehr!" Und ich stelle mir mein Leben vor und frage nach meinen Sünden und nach der Nachfolge Jesu.
Bin ich ohne Sünde?
Und ich stelle fest: Es gab einen Moment in meinem Leben, da war ich frei von Sünde. Es war der Moment, als Gott mir weiße Kleider anzog, es war der Moment, als ich mein Leben Jesus übergab.
Und dann ging das kleine rebellische Kind, welches in mir ist, welches gelernt hat, recht oder schlecht in dieser Welt zurechtzukommen, wieder hinaus auf den Spielplatz Welt. Und im Nu waren meine Kleider wieder schmutzig.
Egal ob Arbeit, Geld, Beziehungen oder sonstiges. Es gibt so vieles, was diesem Kind immer noch gefällt und was schön anzusehen ist. Wie Paulus sagt: Das Gute was ich tun will tue ich nicht, aber das Böse, was ich nicht tun will, das tue ich.
Es ist einfacher aus der Erfahrung der Vergangenheit, das Alte weiterzuführen, als sich auf etwas Neues, Ungewisses, noch nie Gekanntes einzulassen.
Die Anonymen Alkoholiker haben einen Spruch, nach dem ich schon seit über 30 Jahren versuche mein Leben auszurichten: Heute ist das Morgen, worüber wir uns Gestern Sorgen gemacht haben!
Mein tägliches Gebet ist immer wieder, dass ich mit Gottes Hilfe dieses rebellische Kind in mir unter die Füße Jesu bekomme. Denn ich weiß, dass genau dieses rebellische Kind die Ursache ist, dass viele Gebete in meinem Leben blockiert sind.
Für andere Menschen Gebetserhörungen zu bekommen, daran gibt es keinen Mangel. Aber für mein eigenes Leben? Ziemlich oft.
Lasst uns also schon hier und jetzt dem Satan die Herrschaft auf dieser Erde entziehen. Lasst uns in der Erkenntnis unser selbst vor den Richterstuhl Gottes erscheinen, um unsere Sünden zu bekennen - damit Satan, der Verkläger der Geschwister, keine Anrechte mehr an unser Leben hat. Damit wir in die Fülle des Segens Gottes eintreten können, und noch größere Dinge tun werden, wie unser Herr Jesus Christus es gesagt hat.
Amen
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Ein Beitrag von Glaube.de
Eingesandt vom Glaube.de Elia24
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Foto: sxc.hu
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