Günter J. Matthia: Die Berliner Versöhnungskonferenz - Teil 2

Die "Konferenz in der Konferenz" begann mit dem Bekenntnis von Schuld und Sünde vor Gott und den versammelten Menschen.
Ich zitiere hier aus meinen handschriftlichen Notizen:
Russland/Ukraine: Russland hat sich nicht eingemischt, stand nicht auf der Seite der Gerechtigkeit. Stattdessen hat Russland Waffen nach Afrika geliefert, die afrikanischen Nationen im kalten Krieg missbraucht. Russen betrachteten und betrachten Afrikaner als Menschen zweiter Wahl, als niedrigere Rasse. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Türkei: Wir haben im Namen Allahs Krieg nach Afrika gebracht. Für uns gab es keine anderen Herren außer uns. Das Wort Türke heißt Zerstörer, Zorn, Geißel Allahs - genau so fielen wir über Afrika her. Wir brachten Zerstörung und Verwüstung nach Afrika, Ausbeutung durch Steuereinnahmen, Götzendienst, Blutgericht, eine fatale Opfermentalität. Wir brachten Manipulation und Unterdrückung. Wir haben Menschen verschleppt in die Sklaverei, wir haben zwangsweise islamisiert und misshandelt, wer sich dagegen stellte. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Österreich/Ungarn: Wir haben an der Kongokonferenz teilgenommen und nichts gegen die Beschlüsse unternommen. Wir hätten gerne an der Kolonialisierung teilgenommen, wenn es uns möglich gewesen wäre. Wir haben Waffen geliefert für die Kolonialisierung. Wir haben Afrikaner als Menschen zweiter Klasse betrachtet. Wir haben Landraub und Raub am Wild Afrikas begangen, wir haben Afrikaner als Wilderer erschossen, die ihr eigenes Wild jagten wie seit Tausenden von Jahren vor unserem Überfall. Wir haben durch Sklavenhandel Geld verdient. Wir haben Bilder des Elends aus Afrika für so genannte wohltätige Organisationen missbraucht, die nur reich werden wollten. Wir haben Religion und Spaltung in Denominationen statt Evangelium nach Afrika gebracht. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Schweden/Norwegen: Wir waren voller Stolz, haben Gewinne erwirtschaftet aus der Kolonialisierung, haben uns durch Ausbeutung und Sklavenhandel bereichert. Wir waren böse und haben das Böse entschuldigt, nicht darauf reagiert wie Menschen es tun sollten. Wir haben eure Ressourcen gestohlen, eure Würde geraubt. Unsere Missionare haben voller Vorurteile auf euch herabgesehen. Wir haben Jesus verkündet und gleichzeitig unsere Herrschaft gefestigt. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Ein Brief von vier Mitgliedern des schwedischen Parlaments wurde verlesen: "Eingedenk der Menschenwürde aller Menschen und gemäß dem Willen des Schöpfers, dass alle Menschen frei geboren und gleich sind, bekennen wir die Sünden unserer Nation gegen Afrika. Schweden ist verantwortlich für das Leid und die Konsequenzen der Kolonialisierung und Schweden ist der schamlosen Brutalität in Afrika schuldig. Wir bitten Gott und Afrika um Vergebung und um Versöhnung." Unterzeichnet von den vier schwedischen Abgeordneten.
Dänemark: Wir haben an der Kongokonferenz teilgenommen und erklären, dass wir gegen Gott und euch gesündigt haben. Wir waren aktiv im Sklavenhandel. Das dänische Königshaus hat Habgier und Stolz, Unterdrückung und Missbrauch gestattet und gutgeheißen. Viele Dänen wussten nicht, was vor sich ging, aber diejenigen, die es wussten, haben nichts dagegen unternommen. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
USA: Wir waren einst eine Kolonie Europas und hatten die Sklaverei in Amerika durch einen Bürgerkrieg beendet. Und dann saßen wir in Berlin bei der Kongokonferenz mit schmutzigen Händen und pervertierten Herzen. Afrikanern war es nicht erlaubt, einzuwandern, sie konnten nur in Ketten im Bauch eines Schiffes als Sklaven kommen, schlimmer behandelt als Tiere. Unser Schweigen am Konferenztisch in Berlin zeigte unsere Zustimmung. Weil wir globale Interessen verfolgten, nahmen wir Gräueltaten billigend in Kauf, wir lieferten darüber hinaus Waffen für die Unterjochung Afrikas. Wir sind heute die mächtigste Nation der Welt - und in unserer Mitte gibt es himmelschreiende Ungerechtigkeit: Farbige Amerikaner bekommen keine gleichen Chancen, sie leben in schlimmeren Umständen als Weiße, leiden unter ungerechter Behandlung, und wir tun kaum etwas, um das zu ändern. Farbige Amerikaner sind noch heute weniger wert als Weiße. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Italien: Wir bekennen den Stolz Italiens, die Überheblichkeit, uns für besser als andere Nationen zu halten. Wir waren neidisch, wollten unbedingt ebenfalls Kolonien bekommen. Wir haben Afrika die Sünde des Götzendienstes gebracht, Marienverehrung gepredigt anstelle des Evangeliums von Jesus Christus. Wir sind schuldig an Vergewaltigungen und Prostitution. Wir brachten Streit, Spaltung, Missbrauch und Korruption nach Afrika. Wir haben Verträge mit Afrikanern gebrochen und gefälscht, haben Hunderttausende umgebracht. Wir haben aus Machtstreben sogar Christen unterdrückt und den Islam zu Hilfe gerufen, vor allem in Äthiopien. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Niederlande: Wir haben den Sklavenhandel und die Sklaverei in Afrika eingeführt. Wir haben die Apartheid erfunden. Wir haben die Lüge in die Welt gesetzt, die weiße Rasse sei überlegen. Wir haben euch respektlos eurer göttlichen Bestimmung beraubt. Wir haben das mit einer kranken Theologie zu rechtfertigen versucht. Die Niederlande waren das Land, das im Sklavenhandel, vor allem im Kongo, die Oberhand hatte. Wir haben den britischen Vorschlag bei der Kongokonferenz, auch über humanitäre Fragen zu reden, abgelehnt und sind dadurch doppelt schuldig geworden. Noch heute existiert Imperialismus in unserer Nation. Wir schämen uns zutiefst, dass es so lange gedauert hat, bis wir uns endlich mit unserer Boshaftigkeit beschäftigen. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Portugal: Unsere Nation war die treibende Kraft des Kolonialismus, mit all den bösen und grässlichen Folgen. Unsere Nation war die erste, die Sklaven nach Europa brachte, über den Sklavenmarkt in Portugal wurden Afrikaner nach Amerika verkauft. Wir haben am meisten Missbrauch von allen europäischen Nationen betrieben und waren die letzten, die Sklavenhandel und Sklaverei abschafften. Unser Verhalten stach durch ungeheure Grausamkeit und Unmenschlichkeit hervor, Frauen wurden wie Vieh behandelt, Menschen bedenkenlos getötet, Identität und Stolz der Afrikaner rücksichtslos vernichtet. Wir haben unsere Sprache den Afrikanern aufgezwungen, ihre eigene als "Sprache der Hunde" bezeichnet. Wir haben systematisch die Kultur zerstört, den Reichtum Afrikas gestohlen, um reich zu werden. Assimilation war die einzige Möglichkeit, von uns anerkannt zu werden. Als wir Afrika verließen, haben wir nichts zurück gelassen außer Zerstörung und Krieg. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Spanien: Wir haben aus Geiz und Habsucht an der Kongokonferenz teilgenommen, Land und Eigentum Afrikas geraubt. Wir brachten voller Stolz unseren Götzendienst in euren Kontinent, raubten den Afrikanern jegliche Ehre. Wir haben Familien zerrissen, unendlichen Schmerz in den Herzen von Müttern, Vätern und Kindern angerichtet, die von ihren Liebsten getrennt wurden. Wir haben euch als minderwertig verachtet und nicht verteidigt. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Belgien: Wir haben die Kongokonferenz angeführt. Mit harten Herzen haben wir Eigentum Afrikas enteignet, Land und Bodenschätze geraubt, Wild und Vieh der afrikanischen Völker gestohlen. Habsüchtig haben wir Korruption als Herrschaftsform etabliert, systematisch geplündert, weil wir möglichst über ganz Afrika herrschen und bestimmen wollten. Wir sind schuldig des Völkermordes an zehn Millionen Menschen. Unzählige Afrikaner wurden von uns missbraucht, verstümmelt, gefoltert, entführt. Wir haben die Afrikaner von jeglicher Bildung und Aufstiegsmöglichkeit ausgesperrt, Stämme gespalten, Familien getrennt. Und wir haben diese Schuld bis heute immer geleugnet. Als die Republik Kongo unabhängig wurde, haben wir sie im Stich gelassen und jede Hilfe verweigert. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Frankreich: Wir waren passiv bezüglich der Unmenschlichkeit, haben unseren Wettlauf mit Großbritannien um die Weltherrschaft nach Afrika exportiert. Alle Sünden, die bereits von den Nationen in dieser Versammlung bekannt wurden, lasten auch auf uns. Wir hielten uns für die Herren der Welt, und noch immer hat unsere Nation ein verhärtetes Herz, ist unempfindlich für das Leid, das wir anrichten. Frankreich erntet in diesen Wochen, was gesät wurde, und immer noch begreift die Nation nicht ihre Schuld und Sünde. Wir haben afrikanische Diktatoren unterstützt, Korruption und Brutalität gefördert, ständig gestohlen, bis heute. Wir haben Afrikaner wie Vieh mit glühendem Eisen Brandzeichen in die Haut gebrannt. Das Unrecht schreit zum Himmel. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Großbritannien/Irland: Unsere Flagge wehte über der halben Welt, wir tun Buße unter dem Union Jack. (Die Delegierten hatten sich eine Flagge um die Schultern gelegt.) Wir haben die Kongokonferenz als Teil unseres Wettlaufs um die Weltherrschaft benutzt. Wir fühlten uns allen anderen Völkern überlegen, wollten überall regieren, unsere Gier war grenzenlos. Wir haben Afrika geraubt, was nur möglich war. Einschließlich Sklavenhandel und Sklaverei haben wir uns aller bereits genannten Sünden schuldig gemacht. Wir haben Afrikaner erniedrigt, beschimpft, verlästert, ihnen die Identität und Würde geraubt. Wir haben Verträge gebrochen, unschuldiges Blut vergossen, Kriege entfacht. Wir haben die Konzentrationslager erfunden und in Afrika installiert, als Vorbild für die Nazis. Die dämonische Saat des Darwinismus wurde von uns ausgestreut, außerdem haben wir die Freimaurerei nach Afrika gebracht. Wir haben in Afrika Monokulturen für unseren Bedarf angelegt und damit die afrikanischen Völker ihrer eigenen Lebensmittelversorgung beraubt. Selbst unsere Kirchenführer brachten nicht das Evangelium nach Afrika, sondern eine unheilige Allianz von Kirche und Staat. Gott hat Afrika für Europa geöffnet, damit wir die Gute Nachricht bringen - und was haben wir statt dessen getan! Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Deutschland: Wir haben geglaubt, dass wir alles besser machen könnten und würden. Wir sind angetreten, um den anderen Nationen Europas zu zeigen, wie man es richtig macht. Unsere Verlogenheit in diesem Anspruch war grenzenlos. Bismarck trat auf als ehrlicher Makler zwischen den europäischen und afrikanischen Interessen, aber in Wirklichkeit ging es uns nur um Macht und Einfluss. Wir haben die afrikanischen Nationen gegeneinander ausgespielt, um Vorteile zu erringen. Die größte Lüge von allen war die Überschrift der Generalakte der Berliner Kongokonferenz: "Im Namen des Allmächtigen Gottes". Die Deutschen hielten sich für freundlich und hilfsbereit - nichts davon ist wahr. Schon 200 Jahre vor der Kongokonferenz verdienten wir an Sklavenhandel und Ausbeutung Afrikas. Was uns als junge Nation in Europa an Einfluss nicht möglich war, holten wir uns in Afrika. Wir haben die afrikanischen Länder als Trophäen unserer Stärke und Großartigkeit missbraucht. Die größte Sünde war der Versuch, die deutsche Seele, zerrissen zwischen Minderwertigkeit und Dominanzstreben, durch den Raub Afrikas zu heilen. Gott hätte uns heilen können, aber wir haben euch zum vergeblichen Versuch der Selbstheilung benutzt. Wir haben euch nichts gegeben, sondern alles geraubt und sind dabei nicht heil geworden. Wir haben vergiftete Theologie exportiert und euch damit den schlimmsten Dienst erwiesen. Der Schaden, den Deutschland in Afrika angerichtet hat, ist unermesslich - wir wissen nicht, wie ihr uns jemals vergeben könnt, aber wir brauchen eure Vergebung. In unserem Land gab es vor dem 1. Weltkrieg nur eine unechte Buße, wir hatten euch überfallen und überfielen wenig später die ganze Welt. Unsere Sünden sind so unermesslich - bitte, wir brauchen eure Vergebung. Wir haben auch seit den Weltkriegen Afrika weiter missbraucht, um uns besser zu fühlen. Wir hätten es besser wissen müssen, als Land der Reformation. Noch heute betrachtet unsere Industrie Afrika nur als preiswerte Ressource für den eigenen Gewinn. Wir sind schuldig der Sünde, euch nicht zu lieben, nicht von euch zu lernen, nicht an eurer Seite zu stehen. Wir bekennen unsere Sünde und bitten um Vergebung.
Anschließend an das Bekennen der Schuld und Sünde vor Gott und Menschen sagte Europa: "Wir legen unser Schicksal jetzt in die Hände Gottes und Afrikas."
Afrikas Antwort
"Wir haben uns gefragt: Warum hat Gott euch gestattet, uns das anzutun? Jeder von uns afrikanischen Delegierten hier am Tisch gehört zu den Opfern, bevor wir euch jedoch antworten konnten, mussten wir diese Frage klären: Warum durftet ihr uns das antun?
Es ist zuerst unsere Verantwortung, Gott für unsere eigenen Nationen um Vergebung zu bitten. Wir haben als Afrikaner an einander gesündigt. Der Kontinent Afrika sagt euch Europäern: Wir haben auch an euch gesündigt. Bevor ein weißer Fuß afrikanischen Boden betreten hatte, haben wir uns schuldig gemacht durch Blutvergießen, Götzendienst, Brutalität, die Anbetung der Schöpfung statt des Schöpfers. Bitte fleht jetzt mit uns zu Gott, dass er die Sünden Afrikas vergibt, die bisher nie bekannt wurden."
Diese Bitte Afrikas, gemeinsam diese Schuld vor Gott zu bekennen und Buße zu tun, wurde sofort gewährt.
Anschließend wurde die Konferenz mit der Antwort Afrikas fortgesetzt:
Niemand hat uns jemals gefragt, niemand hat uns jemals als vollwertig genug angesehen, um mit uns über diese Dinge zu sprechen. Dies ist das erste Mal in der Geschichte, dass wir dazu eingeladen wurden, gleichberechtigt mit Europa an einem Tisch zu sitzen.
Wir danken Gott für diesen Tag. Auch wir haben gesündigt, haben unser Erstgeburtsrecht für ein Linsengericht verkauft und unsere Brüder in die Sklaverei verkauft, keinen Widerstand geleistet. Wir tun Buße darüber.
Ihr habt uns um Vergebung gebeten, jede einzelne Nation. Niemand von euch kann wirklich empfinden, was wir fühlen. Keine europäische Nation hat durchgemacht, was uns widerfahren ist. Niemand von euch erlebt heute, was wir erleben: Geht einmal als Afrikaner durch den Flughafen in Berlin, zu einer Bank um Geld abzuheben, durch die Innenstadt...
Aber Jesus hat gesagt: "Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht, und wenn er es bereut, so vergib ihm! Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigt und siebenmal zu dir umkehrt und spricht: Ich bereue es, so sollst du ihm vergeben." (Lukas 17, 3-4)
Als Stephanus gesteinigt wurde, rief er mit lauter Stimme: "Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!" (Apostelgeschichte 7, 60) Jesus schrie am Kreuz: "Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun." (Lukas 23, 34).
Das Gleiche schreien wir heute für euch zu Gott. Wir wollen nicht gleichförmig dieser Welt sein, sondern verwandelt werden durch die Erneuerung des Sinnes, dass wir prüfen können, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene. (Römer 12, 2)
Wir haben eure Tränen gesehen. Wir haben deutlich gefühlt, dass ihr keine Worte macht, sondern dass eure Herzen wirklich zerbrochen sind unter der Last, die ihr bis zu diesem Tag getragen habt.
Wir weigern uns, wie die Welt zu denken und zu handeln. Wir tun das Gute und Wohlgefällige. Wir danken euch. Und Brüder und Schwestern, wir vergeben euch.
Wir werden für euch zu Gott beten, unsere Stimme nicht gegen euch erheben, euch keine Schuld zurechnen. Wir schließen einen Bund mit euch: Wir werden diesen Tag in Erinnerung behalten und von jetzt an im Geist der Einheit zusammen mit euch weiter gehen.
Wir hatten unseren Kontinent der Verachtung geöffnet, weil wir Gott, unseren Schöpfer, verachteten.
Wir vergeben unseren Brüdern und Schwestern und bitten Gott, die Schande von ihnen zu entfernen. Heiliger Geist, komm nach Europa mit einer nie da gewesenen Erweckung. Europa, werde zur Quelle des Segens. Wir segnen euch im Namen Jesu.
Wir haben euch angehört als Nachkommen derer, die gestorben sind. Wir haben euch auch angehört stellvertretend für diejenigen, die kein Visum bekommen haben, weil man ihnen nicht glaubte, dass sie nur zu dieser Konferenz nach Berlin kommen wollten. Auch im Namen dieser Menschen erklären wir: Wir vergeben euch und wir laden euch auf einer neuen Grundlage nach Afrika ein: Kommt als Brüder und Schwestern. Ihr seid in Afrika willkommen, wir lieben euch.
Wir erklären im Glauben auch das Leid für beendet, das durch eure Sünden über Europa gekommen ist. Der Feind konnte euch bis heute gefangen halten - seid jetzt frei im Namen Jesu und durch das kostbare Blut Jesu. Wir entlassen euch in den Segen Gottes.
Unsere beiden Kontinente werden an diesem Tag befreit, mit einem göttlichen Ziel, einer göttlichen Bestimmung: Dass das Reich Gottes kommt, nach Europa und nach Afrika.
Heute können wir wirklich mit Überzeugung ausrufen: "Free at last, free at last, thank God, we are free at last!"
Die Zukunft
Das Joch, das auf Europa und auf Afrika lastete, wurde zerbrochen. Als Afrika die Vergebung aussprach, lastete es zunächst um so schwerer auf uns Europäern, bis es schließlich gemeinsam in einem bewegenden prophetischen Akt abgeschüttelt wurde, gefolgt von einer unbeschreiblichen Zeit der Anbetung Gottes.
Bei dieser Konferenz im November 2005 in Berlin waren keine Politiker anwesend, sondern Menschen in geistlichen Leitungspositionen, Fürbitter und Christen mit einer prophetischen und apostolischen Berufung. Dies waren ein geistlicher Kampf und ein geistlicher Sieg, der aber in der Welt sichtbar sein wird.
Die Delegierten aus Afrika wurde gebeten, uns zu sagen, was Europa jetzt praktisch tun kann und was sie uns raten können.
Zuerst berichteten sie über die geistliche Situation in Afrika; wie schon eingangs angedeutet, ist sie für europäische Verhältnisse erstaunlich. Es gibt einige wiedergeborene Regierungschefs, die größte Gemeinde der Welt ist in Afrika zu finden, nicht mehr in Korea. Es gibt Gebetsnächte, bei denen die Gläubigen große Fußballstadien füllen. Eine Gebetsbewegung wurde geboren, die sich über den ganzen Kontinent ausbreitet.
Dieses geistliche Klima hat Auswirkungen. Der Regierungschef von Ruanda hat Rick Warren eingeladen, alle Minister der Regierung zu schulen, nachdem er das Buch "The Purpose Driven Church" gelesen hatte. Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Die Saat, die nicht zuletzt von europäischen Dienern und Dienerinnen Gottes ausgestreut wurde, geht auf. Dass ein Deutscher, Reinhard Bonnke, zum großen Segen für den afrikanischen Kontinent geworden ist, haben die Delegierten mit Dankbarkeit bezeugt.
Auf der praktischen Ebene wurden einige konkrete Wünsche genannt: Die europäischen Medien sollten aufhören, ein verzerrtes, ausschließlich negatives Bild von Afrika zu zeichnen. Es gibt noch viele negative Dinge - aber es gibt nicht nur diese.
Afrika wünscht sich Unterstützung im Bereich Schule und Ausbildung. Pastoren und Gemeindeleiter sollten dazu beitragen, dass afrikanische Geschäftsleute eine biblische Grundlage für ihre Arbeit bekommen. Die Wirtschaft sollte den Handel mit Afrika auf einer fairen Basis führen, bei der Europa und Afrika auf gleicher Augenhöhe zusammen arbeiten. Der Tourismus ist eine Möglichkeit der wirtschaftlichen Erholung des Kontinents, auch hier kann Europa mit gleichberechtigter Zusammenarbeit viel Gutes tun.
Kooperation statt Wettbewerb, Zusammenarbeit statt Wettstreit - das sind die Grundlagen, die das künftige Verhältnis der Kontinente bestimmen sollen.
Die geistlichen Barrieren wurden bei dieser Konferenz dank der Gnade Gottes, der Vergebung der Afrikaner und durch das Blut von Jesus Christus niedergerissen. Die afrikanischen Delegierten werden diese Konferenz in Afrika bekannt machen und ihre Entscheidung, uns Europäer als Brüder und Schwestern in die Arme zu schließen, verbreiten.
Auch wir dürfen und müssen diese Kunde verbreiten. Es hat ein neues Kapitel der Weltgeschichte begonnen. Wir müssen uns gemäß den neuen Regeln verhalten und andere dazu anhalten, dies zu tun.
Dieser Report ist vergleichsweise kurz, ich habe aus 37 Seiten Mitschrift das zusammengestellt, was mir an Schwerpunkten besonders entscheidend schien. Ich werde diese zwei Tage nicht vergessen, und es ist unmöglich, das Erlebte in einer Niederschrift angemessen zu spiegeln. Ich hoffe und bete aber, dass diese Zusammenfassung helfen kann, wenn jetzt das neue Kapitel der Afrikanisch-Europäischen Geschichte, mit viel Frucht für beide Nationen, geschrieben wird.
Berlin, 21. November 2005
Günter J. Matthia
Der komplette Bericht zum Download als PDF-Datei: Die Versöhnungskonferenz
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Ein Artikel von Glaube.de
Autor: Günter J. Matthia, Redaktionsmitarbeiter
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Audio- und Videomitschnitte der Konferenz bei Touch the Nations erhältlich.
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