Die Realität der neuen Schöpfung
Was wir hier sehen ist der Bezug auf den natürlichen Körper des Menschen, der aus Staub geformt wurde.
Anschließend blies der Herr den Lebensatem in den Menschen.
Dieser Atem Gottes wurde zum Geist des Menschen. Das ist das eigentliche Leben in ihm. Dieser Lebensatem kommt vom Herrn der Schöpfung und darf nicht mit Gottes Geist verwechselt werden, der zum Zeitpunkt der Wiedergeburt in seinen Kindern Wohnung nimmt (s. Joh. 3, 16). Es war Gottes Atem, der den Geist (oder das Leben) des Menschen schuf. Sobald der Geist Gottes in den ehemaligen Staub hineinkam, entstand eine Seele.
Der Geist des Menschen steht in Beziehung zum geistlichen Bereich. Er hält sich da auf, wo es ein Bewusstsein für Gottes Gegenwart gibt. Er nimmt im Innersten unseres Seins Raum. Er ist sensibel und in der Lage, mit der geistlichen Welt und mit Gott in Kontakt zu treten.
Die Seele des Menschen besteht aus unserem Verstand, unseren Willen und Emotionen. Sie ist sich ihrer selbst bewusst. Die Seele steht in enger Verbindung mit dem Bereich der Beziehungen. Zur Seele gehören Intellekt, Gedanken, Emotionen, Wahl, Entscheidungen und Vorstellungskraft und jede Form von seelischer Erfahrung.
Der Körper des Menschen ist aus einer materiellen Substanz geschaffen worden und steht in Bezug zum Raum des Physischen und hat ein Bewusstsein für die Welt. Er führt die Entscheidungen der Seele aus und ist ein Gefäß für die Seele und den Geist.
Wenn eine Person wiedergeboren wird, ist es der Geist, der wiedergeboren wird. Jesus sagte in Joh. 3, 6: Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. Im Moment der Wiedergeburt tritt der Geist Christi in den Geist des Menschen ein und sie erleben die Wiedergeburt. Von diesem Punkt an ist die Person eine neue Schöpfung und die alten Dinge sind vergangen und alles ist neu geworden.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie es war, als ich Jesus in mein Herz aufnahm. Ich war total überzeugt davon, dass ich jetzt innerlich anders war, und trotzdem war es so, dass noch nicht alles neu war. Obwohl ich mich angenommen, innerlich gereinigt und erfüllt mit Hoffnung fühle und voller Freude darüber war, dass mir meine Sünden vergeben worden waren, hatte ich immer noch die gleiche Figur und das gleiche Aussehen wie vor meinem Gebet. Mein Körper hatte sich nicht dass geringste bisschen geändert, obwohl mir das durchaus recht gewesen wäre. Meine Seele war auch noch nicht vollständig erneuert. Ich konnte schon bald feststellen, dass einige meiner Gedanken und Reaktionen nicht der Natur Christi, die mich erfüllt hatte, entsprachen.
Es ist wichtig zu verstehen, dass der Körper und die Seele nicht wiedergeboren werden, sondern der Geist. Der geistliche Mensch in uns, der die Natur und den Charakter Christi hat, wird zum Zeitpunkt unserer Wiedergeburt lebendig. Wir werden mit seiner Gerechtigkeit und Herrlichkeit erfüllt und bekommen alles geschenkt, was man zum Leben und um Gott zu gefallen, braucht (2. Petr. 2, 2-4). Unser wiedergeborener Geist ist absolut perfekt und vollständig.
Die Errettung ist ein Geschenk. Auch die Herrlichkeit und Vollkommenheit werden uns durch seine Gnade geschenkt. Es ist so, wie wenn man sich eine Tasse Kaffee einschenkt. Sobald man Milch dazugegossen hat, kann man die Milch nicht mehr vom Kaffee trennen und den Kaffee nicht mehr von der Milch. Man hat ein völlig neues Getränk. Das alte gibt es nicht mehr. Wenn du den Geist Gottes in deinem Leben empfängst, dann verbindet er sich mit dem geistlichen Menschen in dir zu einem völlig neuen Leben. Du kannst dich nicht mehr länger von ihm trennen und auch er ist für immer mit dir verbunden.
Wir sollen alle gemäß unserer wiedergeborenen Natur zu leben und so nicht mehr den Wünschen des natürlichen Menschen zu folgen. Der innere geistliche Mensch, der unter der Führung des Heiligen Geistes lebt, wird schließlich auch die Seele erneuern bringen. Die Seele soll der Leitung des wiedergeborenen Geistes folgen und nicht anders herum. Der Wille trifft ständig Entscheidungen, wem er folgen will: Dem Geist oder den Wünschen des Fleisches. Diese Entscheidungen werden in der Seele getroffen. Der Körper führt diese Entscheidungen anschließend aus. Ich möchte dieses Prinzip, aus dem wiedergeborenen Geist heraus zu leben, noch weiter illustrieren.
GEISTLICH LEER UND UNEMPFÄNGLICH
Ich befand mich im Dezember 2000 wie jedes Jahr in meiner Zeit der Besinnung, einer ausgedehnten intensiven Zeit des Gebets, für die ich mir einen ganzen Monat reserviert hatte. Ich genoss diese Zeit der persönlichen Besinnung und konzentrierten Zeit des Suchens nach Gott, um von ihm die Botschaft zu empfangen, die ich in meinem prophetischen Reisedienst im folgenden Jahr weitergeben sollte. Zu einer bestimmten Zeit während der Einkehrtage in diesem Jahr fühlte ich mich geistlich leer und unempfänglich, obwohl ich mich ernsthaft bemühte und jeden Tag mehrere Stunden mit Gebet und Bibelstudium verbrachte und Gottes Gegenwart suchte.
Gegen Ende des Monats stieg in mir leichte Panik auf, denn ich hatte vom Herrn noch immer kein klares Wort für das kommende Jahr erhalten. Nachdem ich weiter um Antworten rang, machte der Herr mir klar, dass er mich im nächsten Jahr in eine Zeit führen würde, in der ich seine Gegenwart, seine Herrlichkeit und seine Liebe kaum spüren oder erfahren würde. Darüber hinaus zeigte er mir, dass ich nicht einmal in der Lage sein würde, meine eigene Liebe und Leidenschaft für ihn zu spüren. Ich würde mich leer, ohne Leben und emotionslos fühlen.
Warum? fragte ich ihn. Weil ich dir dieses Jahr beibringen möchte, wie du aus deinem Geist heraus leben kannst. Ich werde Dir zeigen, wie du deinen Geist trainieren kannst, und damit du das lernen kannst, muss ich Dir die Möglichkeit auf deine Seele oder deinen Körper zu verlassen, wegnehmen. sagte er in der bekannten leisen Stimme.
Na, das hörte sich ja wirklich nicht gerade nach einer großartigen Zeit an! Er war jedoch nett genug, mir zwei Schlüssel für meinen geistlichen Menschen zu geben. Der erste Schlüssel war täglich das Sprachengebet sehr intensiv einzusetzen. Der andere Schlüssel war, täglich die Verheißungen die in dem Bund Gottes mit uns Menschen enthalten sind, über meinem Leben auszusprechen.
Ich merkte bald, dass es schwer ist, Herzensenergie für irgendetwas aufzubringen und noch schwerer, etwas intensiv anzupacken, wenn man keinerlei Emotionen empfindet. Trotzdem war diese Trainingsphase gut für mich, weil ich gezwungen war, aus Gehorsam gegenüber dem zu leben, was der Herr zu meinem Geist gesprochen hat und nicht aus dem zu leben, wie ich mich emotional oder körperlich fühlte.
Es war ein interessantes Jahr. Viele meiner engen Freunde erlebten erstaunliche spürbare Auswirkungen von Gottes Herrlichkeit. Eine meiner wichtigsten Gebetsleiterinnen und langjährige Freundin, Sharon Clark rief mich eines Tages an. Sie war berichtete begeistert von der Herrlichkeit Gottes, die an diesem Morgen in ihrem Gebetstreffen ausgegossen wurde. Sie beschrieb detailliert, wie jeder von ihnen stundenlang auf tiefe Art und Weise von der Gegenwart Gottes berührt wurde, die sie bei diesem Treffen erlebten.
Kaum hatte ich den Hörer aufgelegt, kam Donna Bromley, meine Co-Leiterin in unserem Gebetdienst vor Ort in Kelowna, auf einen Besuch vorbei. Ihr könnt mir glauben, dass sie ein echter Leuchtkörper war. Der Glanz von Gottes Herrlichkeit war überall um sie herum wahrzunehmen und sie begann von den wunderbaren Dingen, die Gott ihr gegeben hatte, als sie eine tiefe Herzensbegegnung mit ihm hatte, zu erzählen.
Ich fühlte mich nach wie vor unempfänglich und konnte in meinem Leben keinen Glanz der Herrlichkeit wahrnehmen oder irgendeine Form von Begeisterung in mir zu wecken. Wahrscheinlich kennt jeder solche Zeiten, in denen man sich fühlte, als ob man lediglich die Warze des Leibes Christi ist. Ich meine diese Gefühl, das einem überkommt, wenn alle um einen herum berührt, weggeblasen, gesegnet und mit Herrlichkeit erfüllt werden und man selbst nichts bekommt außer Leere und Trockenheit. Wenigstens hat man bei solchen Erfahrungen eine wunderbare Gelegenheit gegen Gefühle wie Ablehnung, Isolation und die Angst, vernachlässigt zu werden, anzukämpfen.
Als ich mich entschied, mich mit denen zu freuen, die sich freuten, kam mir ein Gedanke: Ich bin genauso in Seiner Herrlichkeit, Gegenwart und Kraft, wie sie es sind nur meine Seele und mein Körper fühlen es nicht, weil es in meinem Geist geschieht. Das war nicht nur eine verkopfte Überlegung, die ich gemacht hatte, um mich selbst zu rechtfertigen oder mir noch einen Wert als geliebtes Kind Gottes beizumessen. Nein, es war reale, kernige Wahrheit, die mich traf und völlig erwischte.
Wir sind jetzt in Christus so vollkommen, wie wir nur irgend sein können. Er ist in uns. Er ist der König der Herrlichkeit. Er ist die Hoffnung der Herrlichkeit. Er ist Herrlichkeit und alle seine Verheißungen an uns als Erben des Bundes sind absolut gültig!
Am Kreuz hat er jede Art von geistlichem Segen in der himmlischen Welt für uns erworben. Er hat uns alle Dinge gegeben und wir dürfen sie genießen. Wir müssen nicht hoffen und glauben, dass wir ihm nahe kommen, fühlen oder eine von seinen vielen Segnungen empfangen können. Er hat am Kreuz bereits alles vollbracht, was nötig ist, um uns Zugang zu seinem Reich zu geben. Das ist so herrlich. Und es ist die Wahrheit.
WIR SIND IN DER HERRLICHKEIT
Der Herr fordert uns dazu auf, aus unserem Geist heraus zu leben. In unserem Geist sitzen wir bereits mit ihm an himmlischen Orten. Wir sind bereits im Raum der Herrlichkeit und im Thronraum (Eph. 2, 5 - 6). Es ist nicht möglich, ihm in unserem Geist auch nur ein bisschen näher zu kommen als wir es bereits sind. In unserem Geist sind wir bereits lebensspendend und auf ewig mit dem Herrn und seinem ganzen Königreich vereint. Wenn wir immer vertrauter mit unserem geistlichen Menschen werden, werden wir zunehmend in der Lage sein, das wahrzunehmen, was uns im Bereich der Herrlichkeit und des Geistes zur Verfügung steht.
Das Wort Gottes trennt auf richtige Art und Weise zwischen der Seele und dem Geist (Hebr. 4,12). Unser wiedergeborener Geist wird sich immer an das Wort Gottes binden, egal was wir denken, fühlen oder wie unsere Umstände aussehen. Je vertrauter wir damit werden, wie unser geistlicher Mensch funktioniert, umso sensibler werden wir für Gottes Wort, seinen Willen und seine Wege. Wir werden anfangen, übernatürliche Erfahrungen zu machen und auch in der Lage sein, sie richtig einzuordnen, je mehr wir uns unserer geistlichen Natur bewusst werden.
Unsere Emotionen werden manchmal auf und nieder schwanken. Sie können uns auch in die Irre leiten. Unser wiedergeborener Geist ist jedoch an die Wahrheit Gottes gebunden und mit seiner Gegenwart und Wahrheit erfüllt.
Dieser Zeitabschnitt, in dem der Herr mich trainierte aus dem Geist heraus zu leben, dauerte fast ein ganzes Jahr. Ab und zu beschenkte er mich mit etwas von seiner spürbaren Gegenwart, aber die meiste Zeit über war ich mir der inneren Dürre sehr bewusst und fühlte mich extrem leer.
Aber inmitten dieser Zeit wurde in meinem Geist die Wahrheit Gottes immer stärker - ich nahm ganz neu die Realität der neuen Schöpfung an. Es war für mich auch nicht länger möglich aus meinen Gefühlen heraus zu leben, weil ich keine mehr hatte. Ich konnte auch nicht aus dem Verstand leben, weil meine Gedanken verwirrt waren. In dieser Zeit erlebte ich intensiven geistlichen Kampf. Er ging bis zu dem Punkt, wo jeder Bereich meines Lebens und Dienstes auf tiefe und schmerzliche Weise angegriffen wurde, aber in all dem blieb mein Geist stark. Ich konnte mich immer auf die Wahrheit stützen. Ich konnte aus dem Geist heraus sicher und geborgen und leben und in allem den Sieg davontragen.
Am Ende dieser Zeit habe ich dieses Leben aus Glauben lieben gelernt. Das bedeutet nicht, dass ich geistliche Erfahrungen nicht mehr schätze. Das tue ich, und ich bin auch absolut davon überzeugt, dass der Herr seinen Kindern täglich Erfahrungen seiner Gegenwart schenken möchte. Deshalb habe ich auch dieses Buch geschrieben. Aber noch kostbarer als diese Dinge ist für mich die Tatsache, dass seine Wahrheit für immer bleibt und sicher und unerschütterlich in unserem Geist ist, selbst dann, wenn alles um uns herum erstarrt, tot oder erschüttert wirkt. Darüber können wir innerlich voller Gewissheit sein, wenn wir den Herrn um Erfahrungen bitten, egal ob er uns auf spürbare Weise anrührt oder nicht. Wir sind gesegnet und mit seiner Größe und Herrlichkeit erfüllt. Der Raum des Reiches Gottes ist unser Zuhause.
Alles, was Christus ist, sind wir in ihm. Alles was Christus hat, haben wir in ihm. Er lädt uns als geliebte und kostbare Erben seines Bundes ein, die Fülle seiner Gegenwart zu erfahren. Lasst uns in die Realität des Wortes Gottes eintreten. Wir wollen alle seine Segnungen aufnehmen und seine Güte erfahren. Denn wir sind in Christus eine neue Schöpfung, das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.
Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von © Down to Earth
Auszug aus dem Buch: Den Himmel offen sehen, Natürlicher Umgang mit dem Übernatürlichen, von Pat Cocking
Das Buch Den Himmel offen sehen von Pat Cocking, kann man bestellen bei:
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