Dr. Arnd Kischkel: Die Gaben des Geistes und die Kraft des Heiligen Geistes

Mit einem Mal steht der Gastgeber dann vielleicht auf, geht an einen Schrank, und er kommt mit einem Fotoalbum zurück. Und er zeigt Bilder von der Familie, vom letzten Urlaub. Und er kann interessant erzählen. Jeder ist gefesselt und fühlt sich wohl.
In dieser Atmosphäre hat man das Gefühl, auftauen zu können. Es wird richtig lebendig. Jeder fängt an zu erzählen. Von Sorgen und Nöten aber auch von dem was erfreulich ist. Und die Zeit vergeht wie im Flug. Die Kerze auf dem Tisch ist schon fast ganz heruntergebrannt, als die Gäste sich schließlich nach Hause aufmachen. Aber sie sind voller Dankbarkeit in ihrem Herzen und fühlen sich beschenkt.
Auf dem Nachhauseweg denkt vielleicht der eine oder andere: Was war es denn nur, dass ich mich heute so öffnen und anvertrauen konnte. Warum war denn die Atmosphäre heute so, dass ich aus mir herausgehen konnte? Das ist doch sonst oft nicht so?
Am nächsten Tag ereignet sich vielleicht eine ganz andere Situation: Beim Einkaufen treffe ich auf einen alten Bekannten. Er lädt mich ein, noch auf einen Kaffee mit rauf zu kommen. Da sitze ich dann bei ihm im Wohnzimmer, während die Kaffeemaschine ihr röchelndes Geräusch von sich gibt, verstohlen werfe ich einen Blick auf die Heizung, weil es mich in der unterkühlten Wohnung schon von der ersten Minute an fröstelt. Schließlich kommt mein Bekannter und schüttet mir einen etwas dünn geratenen Kaffee ein. Und anschließend erzählt er einige für ihn witzige Geschichten. Und ich versuche höflich darüber zu lachen. Innerlich denke ich aber: Ich muss hier schnell weg. Hier fühle ich mich nicht wohl.
An diesem Beispiel können wir sehen, wie der eine die Gabe der Gastfreundschaft hat und er andere sich damit schwer tut. Und es kann auch anschaulich machen, dass die Gaben, die Gott uns geben möchte, die Geistesgaben, immer für jemanden zu einem Geschenk werden wollen. Wir sagen zwar auch im Alltag, das kann der aber oder das hat mir gut getan. Aber bei den Geistesgaben empfindet der, dem gedient wird, dies immer als Geschenk. Und der Beschenkte spürt auch, dass es eigentlich nicht der oder die andere ist, die ihn jetzt beschenkt hat - sondern dass es Gott selbst ist.
D.h. Gott handelt letztlich durch die Geistesgaben, es ist der Heilige Geist, der sie verleiht und der uns gebrauchen möchte, anderen damit zu dienen und sie in Berührung zu bringen mit den Wohltaten Gottes, mit seiner Kraft und seinen Geschenken.
Im Johannes-Evangelium sagt Jesus einmal von sich: "Ich aber nehme nicht Zeugnis von einem Menschen; sondern solches sage ich, damit ihr selig werdet." (Johannes 5, 34) Das ist der Unterschied zwischen einer einfachen Begabung, mit der ich quasi Zeugnis gebe von meinem Können und meinen Fähigkeiten - und den Geistesgaben. Da gebe ich im Glauben ein Zeugnis von dem, der in mir lebt - von Jesus. Und andere werden selig, wie es hier heißt. D.h. ihnen wird gedient, und sie erfahren, wie Gott ihnen darin begegnet.
Deshalb kommt es darauf an, dass wir durch die Liebe, die wir Jesus entgegenbringen, ihm immer ähnlicher werden, so dass der Strom des Heiligen Geistes leicht und eindeutig durch uns fließen kann. Die Geistesgaben kommen dann aus der Quelle hervor, die in der Gegenwart unseres Herrn entspringt. Und allein aus ihr zu schöpfen, heißt wirklich zu vertrauen und zu glauben.
Wenn ich spazieren gehe, bete ich oft eine ganze Zeit in Sprachen. Dieser Strom des Gebetes bringt mich oft der Gegenwart Gottes näher. Ich spüre, wie der Heilige Geist in mir anbetet, wie er aber auch wichtige persönliche Anliegen vor dem Herrn artikuliert. Das Sprachengebet ist dann auch oft der Wegbereiter für das prophetische Hören und Reden. Wenn ich länger in Sprachen gebetet habe, beginnt der Herr oft, mir zu anstehenden Fragen etwas zu sagen oder mir Ausrichtung zu geben.
Auch wenn ich in der Seelsorge für jemanden bete oder eine Person segne, kann ich zunächst in Sprachen beten. Das erste, was ich dann daraufhin mit meinen eigenen Worten sage, ist oft prophetisch und spricht der oder dem anderen direkt ins Herz. So kann ich jemanden wirklich mit dem Zuspruch des Vaters trösten und ihn in seiner Gegenwart segnen.
Oft ist das ganz ähnlich wie bei einem Ballspiel. Gott wirft uns einen Ball zu, und wir fangen ihn auf. Wir merken, dass er uns in eine Situation führt, in der wir einen Menschen auf ihn aufmerksam machen können oder in der er unser Vertrauen auf seine Führung herausfordern möchte. Jetzt kommt es darauf an, dass wir den Ball sicher und mit Schwung zurückwerfen, so dass er wieder genau bei Gott landet. Nur dann kann er ihn uns erneut zuspielen.
Diejenigen von uns, die insbesondere die Gabe des Gebets und der Fürbitte haben, sind eigentlich ständig in solch einem Wechselspiel mit dem Herrn. Hier zeigt sich auch, wie jede Gabe ein besonderes Training erfordert und nur der geübte Spieler auch wirklich mit Gott Siege davontragen kann.
In einem prophetischen Eindruck zeigte mir Gott einmal, wie er die Geistesgaben in der Endzeit in seiner Gemeinde zur vollen Entfaltung bringen möchte. Ich sah vor mir einen Engel, der einen Strauß mit wunderschönen Blumen pflückte. Anschließend wurde er zu den Gemeinden auf der ganzen Welt gesandt, um jeder die genau passenden Blumen, d.h. hier die Geistesgaben, zu überreichen. Und überall wo in der Kirche dieses Geschenk des Herrn angenommen wurde, da fingen die Menschen an, sich gegenseitig diese Blumen zum Geschenk zu machen, so dass sie sich unzählig vermehrten. So war schließlich mitten in teilweise düsterer Umgebung eine blühende Farbenpracht zu erkennen.
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Ein Artikel von www.glaube.de
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Textbearbeitung: Susanne Dwehus / Redaktionsmitarbeiterin
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Autor: Dr. Arnd Kischkel
Dr. Arnd Kischkel ist Arzt und Psychotherapeut in der christlichen
DeIgnis Fachklinik in Egenhausen.
Er ist zudem in Seminaren im Bereich innere Heilung und im Gebet
für Deutschland ("Wächterruf") engagiert. www.gebetswaechter.de
Foto: www.gebetswaechter.de
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