Dr. Arnd Kischkel: Die Hirten auf dem Felde
Einer der Hirten hatte ein kleines Zupfinstrument bei der Hand, wie es damals in Israel üblich war. Und er stimmte in dieser Nacht ein bekanntes Lied an. So sang er leise vor sich hin in der zunehmenden Dunkelheit. Und die anderen hörten zu, dämmerten vor sich hin und hingen ihren Gedanken nach.
Mit einem Mal war im nahen Dickicht ein Geräusch zu hören. Ob sich dort ein Tier verfangen hatte? Immer deutlicher drang ein Rascheln und Scharren an die Ohren der Hirten. Der singende Hirte verstummte. Schließlich legte er das Instrument aus der Hand. Leise stand er auf und pirschte sich an das Gestrüpp heran.
In der Dämmerung erkannte er, dass sich tatsächlich ein Schaf dort verfangen hatte und es nun versuchte, sich mit aller Macht zu befreien. Der Hirte spürte, wie es sich ängstigte und kämpfte, aber es schien sich nur noch mehr zu verfangen. Es schien sich auch verletzt zu haben.
Nun vergaß der Hirte alle Mühe des Tages. Sorgfältig begann er das Astwerk zu lichten, teilweise schnitt er es beiseite. Er begann, dem Schaf gut zuzureden. Und es schien auch die Stimme des Hirten zu erkennen. Denn es wirkte nun weniger verstört und ließ sich so bereitwillig herausziehen. Da der Hirte nicht wusste, ob es laufen konnte, nahm er es auf seine Schulter und trug es zur Feuerstelle.
So kam der Hirte mit dem Schaf auf seinen Armen zurück zu seinen Kollegen. Aber wie war er nun erstaunt, sie von einem hellen Licht umgeben anzutreffen. Der ganze Ort war von großer Klarheit umgeben. Dann trat ein Engel hervor und sagte:
"Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen" (Lukas 2, 10-12).
Nun trat der Engel zu dem Hirten, der gerade das Schaf befreit hatte und sagte zu ihm:
"Ich habe gerade gesehen, wie du alles daran gesetzt hast, dieses Schaf zu befreien. Dafür hast du die anderen Schafe eine Zeit zurückgelassen. Der Messias, der in dieser Nacht geboren worden ist, der ist gesandt zu den verlorenen Schafen dieser Welt. Und er wird keinen Weg scheuen, ihnen den Weg zu ihrer Befreiung zu ebnen und er wird sein Leben dafür geben, dass Menschen gerettet und erlöst werden."
Dann schien es, als wenn der Engel das wiedergefundene Schaf einen Moment berührte. Dies sprang nun munter davon zur Herde, es schien all die zurückliegende Verirrung vergessen zu haben.
Die Hirten zogen nun nach Bethlehem, um nach dem verheißenen Kind zu suchen. Als sie Jesus in der Krippe erblickten, dazu auch Maria und Josef in einem Stall, fragte der Hirte, der das Schaf befreit hatte:
"Darf ich euch dieses Lammfell schenken? Darauf könnt ihr das Kind legen. Dann wird es besser liegen." Maria bedankte sich für das Fell und legte behutsam Jesus darauf. Nun standen die Hirten um Jesus und lobten und priesen Gott über dem, was sie gehört hatten und nun sahen. Und das Fell des Lammes glänzte in dem Licht, das von Jesus ausging.
Als nach einiger Zeit Jesus aus der Krippe genommen wurde und Maria und Josef mit ihm weiterzogen, vergaßen sie das Fell und ließen es im Stall zurück. Der Hirte aber entdeckte es einmal wieder, als er später noch einmal an den Ort der wunderbaren Begegnung mit dem Heiland zurückkehrte. Wie vielen hatte er inzwischen von Jesus erzählt und berichtet, was die Engel über ihn gesagt hatte.
Wie er nun noch einmal in diesem Stall stand und das Fell in Händen hielt, auf dem das Kind gelegen hatte, war es ihm, als wenn der Engel noch einmal zu ihm sprach:
"Alles, was die Menschen für Jesus tun werden, wird ihnen reichlich vergolten werden. So wie du ein warmes Fell für ihn gegeben hast, so wird der Herr für dich sorgen. Das Evangelium, das von diesem Ort seinen Lauf nehmen wird in die ganze Welt, ist bestimmt von dem, was du in der heiligen Nacht tun durftest. Das Verlorene zu suchen und zu erlösen und Gott die Ehre zu erweisen und ihm das Beste zu geben. Genau das möchte Jesus für dich und alle Menschen tun."
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Ein Artikel von www.glaube.de
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Textbearbeitung: Susanne Dwehus / Redaktionsmitarbeiterin
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Autor: Dr. Arnd Kischkel
Dr. Arnd Kischkel ist Arzt und Psychotherapeut in der christlichen
DeIgnis Fachklinik in Egenhausen.
Er ist zudem in Seminaren im Bereich innere Heilung und im Gebet für
Deutschland ("Wächterruf") engagiert.
Herausgeber: Dr. Arnd Kischkel, www.gebetswaechter.de
Foto: www.gebetswaechter.de
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