Dr. Joseph Tkach: Komm wie du bist

Nun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen wagt er vielleicht sein Leben. Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Vers 6-8).
Bei vielen kommt die Sünde heutzutage in ihrem Denken nicht einmal mehr vor. Die Generationen der Moderne und Postmoderne tendieren in ihrem Denken eher dazu, in sich ein Gefühl der „Leere“, der „Hoffnungslosigkeit“ oder „Bedeutungslosigkeit“ auszumachen, und sehen ihren inneren Kampf in einem zu wenig ausgeprägten Selbstwertgefühl begründet. Oft versuchen sie, sich selbst lieben zu lernen, um so für andere liebenswert zu werden, aber in der Regel fühlen sie sich so minderwertig, innerlich so zerbrochen, um überhaupt je gut dastehen zu können. Gott beurteilt uns nicht hinsichtlich unserer Mängel und Misserfolge; er sieht uns als Ganzes: das Gute ebenso wie das Schlechte und Hässliche an uns, und er liebt uns trotz alledem von ganzem Herzen. Wenngleich es auch Gott nicht schwer fallen mag, uns zu lieben, so fällt es uns doch oft schwer, seine Liebe anzunehmen. Tief im Innern wissen wir, dass wir ihrer nicht würdig sind.
Im 15. Jahrhundert focht Martin Luther im Streben nach einem moralisch vollkommenen Lebenswandel heftige innere Kämpfe aus, sah sich jedoch immer wieder an seinem Anspruch scheitern, bis er schließlich von seinem Misserfolg getrieben die in Gottes Gnade liegende Freiheit erkannte. Bis zu jenem Zeitpunkt hatte er sich mit seinen Sünden identifiziert – und darüber nichts als Hoffnungslosigkeit empfunden –, anstatt seine Identifikation in Jesus zu suchen, in Gottes vollkommenem, geliebten Sohn, der die Sünden der Welt, und damit auch die Martin Luthers, getilgt hatte. Wenngleich in unserer heutigen Zeit viele nicht mehr dazu neigen, in Kategorien von Sünde zu denken, so lösen Hoffnungs losigkeit und Selbstzweifel in ihnen doch ein tief sitzendes Gefühl, eben nicht liebenswert zu sein, aus. Was sie brauchen, ist die Er kenntnis, dass Gott sie trotz ihrer inneren Leere und des Gefühls der Wertlosigkeit wertschätzt und liebt.
Und Gott liebt auch Sie. Obwohl er die Sünde hasst, hasst er nicht Sie. Er liebt alle Menschen, auch wenn sie Sünder sind, und er hasst die Sünde, weil sie nämlich verletzend und zerstörerisch wirkt. „Komm’ wie Du bist“ impliziert, dass Gott nicht darauf wartet, dass Sie wie auch immer geläutert sind, bevor Sie vor ihn treten. Er liebt Sie schon jetzt trotz alledem, was Sie getan haben. Denn er hat dafür gesorgt, dass absolut nichts Sie von ihm trennen kann. Er hat dafür gesorgt, dass Sie jedem Gefängnis menschlichen Denkens und Fühlens entkommen können.
Was hält Sie also davon ab, die Freude der Wahrnehmung seiner Liebe Ihnen gegenüber zu verspüren? Was auch immer es ist; warum überlassen Sie die Last nicht Jesus, der mehr als in der Lage ist, sie für Sie zu tragen?
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Ein Artikel von www.glaube.de
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Autor: Joseph Tkach, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: Dr. J. Tkach
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