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18-12-11

D.R. Reid: Mehr als eine Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2

Die Weihnachtsgeschichte von Lukas 2 ist so sehr ein Teil unserer Kultur und Tradition geworden, dass wir manchmal vergessen, dass sie ein Teil der Heiligen Schrift ist.


Wenn wir die bekannten Worte hören, welche so oft überall während der Festtage gelesen werden, dann sehen wir Bilder vor uns von der Geburt, von kleinen Kindern, fein gemacht und verkleidet als Engel und Hirten für das weihnachtliche Schauspiel. Aber Lukas 2 ist nicht nur eine Geschichte für die Weihnachtszeit; es ist die Heilige Schrift. So hat uns das Wort in Lukas 2 an jedem Tag im Jahr etwas zu sagen. Lasst uns einige Lektionen des Berichtes von der Geburt des Herrn Jesus Christus betrachten, welche das ganze Jahr über wichtig sind.

Lk 2,11: Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute, in Davids Stadt, ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend.

 

Inhalt

Geschichtlicher Hintergrund

Wenn alle Dinge zum Guten mitwirken …

Gottes Maßstab für „große Persönlichkeiten“

Der „Glaube“ der Hirten

Gott loben in unserem Verantwortungsbereich

Das Zeichen: Gott wurde Mensch!

Das Zeichen heute

Die Weihnachtsgeschichte von Lukas 2 ist so sehr ein Teil unserer Kultur und Tradition geworden, dass wir manchmal vergessen, dass sie ein Teil der Heiligen Schrift ist. Wenn wir die bekannten Worte hören, welche so oft überall während der Festtage gelesen werden, dann sehen wir Bilder vor uns von der Geburt, von kleinen Kindern, fein gemacht und verkleidet als Engel und Hirten für das weihnachtliche Schauspiel. Aber Lukas 2 ist nicht nur eine Geschichte für die Weihnachtszeit; es ist die Heilige Schrift. So hat uns das Wort in Lukas 2 an jedem Tag im Jahr etwas zu sagen. Lasst uns einige Lektionen des Berichtes von der Geburt des Herrn Jesus Christus betrachten, welche das ganze Jahr über wichtig sind.

Geschichtlicher Hintergrund

Zuerst haben wir die Lektion des geschichtlichen Hintergrundes. Die Geburt des Herrn Jesus hatte ihren Platz zu der Zeit, wo die ganze damalige Welt unter der Kontrolle des römischen Reiches stand. Als erhabener Herrscher beherrschte Kaiser Cäsar Augustus (V. 1) die ganze damalige Welt mit eiserner Hand. Seinem Erlass, dass sich das Volk zählen lassen sollte, mussten alle gehorchen (V. 3). Was für eine Macht! Was für eine Autorität! Für das menschliche Auge sieht es sicherlich so aus, als hätte Cäsar alle Macht auf Erden. Aber wer beherrschte die Situation tatsächlich? Cäsar? Keinesfalls! Die Schrift lässt keinen Zweifel daran, dass Gott in seiner Allmacht alle Dinge kontrollierte, als die Zeit kam, dass der Erlöser des Menschengeschlechtes geboren werden sollte. Der mächtige Cäsar Augustus war nichts anderes als eine Schachfigur in der Hand des allmächtigen Gottes (Spr 21,1)!

Einer der alttestamentlichen Propheten prophezeite, das der Messias in Bethlehem in Judäa geboren werden sollte (Mich 5,2). Aber Bethlehem war nur eine kleine Stadt und Maria lebte im Norden von Galiläa in der Stadt Nazareth (V. 4). Für Maria bedeutete diese Reise eine Strapaze von ca. 100 Meilen über holprige Straßen, es ging an die Grenze des Machbaren. Aber Gott benutzte den Cäsar und seine Forderung, damit das größte Weltereignis rechtzeitig geschehen konnte, nämlich dass der Messias zur rechten Zeit geboren wurde — und zwar wie prophezeit in Bethlehem!

Wenn alle Dinge zum Guten mitwirken …

Die Lektion des geschichtlichen Hintergrundes hat sicherlich eine Anwendung für heute. Gott hat alle Dinge in dieser Welt unter seiner Kontrolle. Weltherrscher und politische Führer können ihre Macht zeigen, aber Gott sitzt unbewegt auf seinem Thron und hat die allerletzte Kontrolle. Zum festgesetzten Zeitpunkt des Terminkalenders wird die Weltbühne auf die Wiederkunft Jesu Christi vorbereitet. Mit seinem Plan für unser Leben kommt Er ebenfalls zu seinem Ziel, bei jedem von uns. Wir können nicht vollständig verstehen, wie Gott mit uns handelt, genauso wenig wie Maria und Joseph verstanden, warum Gott es erlaubte, dass sie so große Mühsal erleiden mussten. Denke einmal daran, was diese Geburt für eine Schmach bedeutete unter den lästernden Freunden und spottenden Verwandten. Denke an die Erfahrung der Maria, als sie trotz ihrer Umstände und Wehen hören musste: „Es war kein Platz in der Herberge.“ Denke an das Trauma der Flucht in der Nacht nach Ägypten, weil Herodes plante, alle Babys in Bethlehem zu töten (Mt 2,13-16). Aber zur gleichen Zeit tat Gott etwas Großes und Wunderbares in dem Leben der Maria und des Joseph, durch alle widrigen Umstände hindurch. Und so hat Er auch die Kontrolle über jede Situation in unserem Leben heute. Und ungeachtet der Mühsal können wir doch wissen, dass letztlich alle Dinge uns zum Guten dienen (Röm 8,28-29). Es ist interessant zu beobachten, dass Maria und Joseph sich mit keiner Silbe beschweren oder den Wegen Gottes widersprechen. Sie fügen sich demütig unter die mächtige Hand Gottes in allen ihren Umständen. Wie sieht das bei uns aus?

Gottes Maßstab für „große Persönlichkeiten“

Außerdem gibt es noch Lektionen von den Hirten in Lukas 2 zu lernen. Erinnern wir uns, dass Hirten nicht gerade an der Spitze der Gesellschaft standen in diesen Tagen. Tatsache ist, dass sie auf einer der niedrigsten Stufen auf der sozialen Leiter standen, sie waren nur „einfache Leute“. Aber Gott wählte gerade sie aus, um ihnen die größten und besten Neuigkeiten in der Geschichte der Menschheit zu bringen. Sie waren die Ersten! Die guten Neuigkeiten von dem Erlöser für die Menschheit wurde nicht zuerst dem großen Cäsar Augustus und den „großen Persönlichkeiten“ in Rom angekündigt. Und auch die religiösen Führer der Juden waren nicht die Ersten, die diese Neuigkeiten erfuhren, obwohl die Stimme Gottes durch Propheten oder Engel 400 Jahre geschwiegen hatte. Es waren „einfache Hirten“, die ihre Schafe hüteten in der Nacht; diese wählte Gott aus, um ihnen die gute Nachricht anzukündigen. Gottes Maßstab für „wichtige Persönlichkeiten“ ist ganz anders als unser Maßstab.

Gott schickt immer noch die gute Nachricht gerade den „einfachen Leuten“. Die Erlösung wird nicht nur den Intellektuellen oder einer Elite der Gesellschaft angeboten. Die gute Nachricht ist für jeden, weil Gott sich auch um jeden kümmert. Tun wir das auch? Teilen wir die gute Nachricht von unserem Herrn Jesus mit jedem? Müssen wir nicht bekennen, dass wir es oft vernachlässigt haben oder es gar widerwillig getan haben, wenn es darum ging, Christus den sozial schwächeren Menschen oder dem „einfachen Volk“ zu bringen? Lasst uns nicht vergessen, dass Gott seine größte und beste Nachricht zuerst mit den Hirten teilte.

Der „Glaube“ der Hirten

Eine weitere Lektionen können wir in der Reaktionen auf die gute Nachricht der Hirten sehen. Die Hirten hatten keinen Zweifel daran, dass die Botschaft von Gott kam, noch zögerten sie dieser Botschaft zu folgen. Sie machten sich sofort auf nach Bethlehem „mit Eile“ (V. 15-16). Kein Wunder, dass ihr Glaube belohnt wurde. Solche, die in unseren Tagen Zweifel an Gottes Wort haben, benötigen unbedingt die Lektion dieser Hirten. Ist das vielleicht der Grund, warum dein Glaube neuerdings so freudlos ist? (Joh 15,11). Beachte, dass der Glaube der Hirten mehr war als „Gott sagte es — ich glaube es — das regelt es“. Sie handelten danach, was Gott sagte. Wie oft stoppen Christen hier an in dieser Phase des Glaubens. Sie haben zu keiner Zeit Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Bibel, aber sie versagen beim Handeln nach Gottes Wort. Nehmen wir zum Beispiel das Wort des Herrn in Matthäus 6,25-34. Dort heißt es, dass wir nicht besorgt sein sollen über irgendeine Sache, weil Gott sich um uns kümmern will und uns wirklich das geben möchte, was wir zum Leben brauchen, wenn wir Vertrauen zu Ihm haben und Ihn ehren. Glauben wir diese Worte? Selbstverständlich! Aber warum sind wir dann immer so nervös wegen allem? Weil wir nicht wirklich handeln nach dem Wort Gottes. Die Hirten haben uns viel zu sagen im Blick auf den Glauben in Aktion.

Gott loben in unserem Verantwortungsbereich

Vers 20 zeigt uns eine andere Reaktion der Hirten beim Empfang der Guten Nachricht. Sie gehen zurück. Zurück wohin? Zu ihren Häusern und Familien und ihren Schafen natürlich. Obwohl sie den Erlöser gesehen haben und die große Freude erfahren haben, die die Engel vorhergesagt hatten (V. 10), gingen sie zurück in ihren Verantwortungsbereich als Ehemänner und Väter und Hirten. Der Unterschied war, dass sie zurückkehrten in ihren Verantwortungsbereich und dabei Gott verherrlichten und priesen (V. 20). Manche Christen meinen, wenn sie gläubig geworden sind oder mit ihrem Herrn eine Erfahrung auf dem Berg gemacht haben, dass sich nun alles dramatisch und drastisch ändern müsste. Man verlässt die Schule, man verlässt die weltliche Arbeitsstätte, man gibt alle weltlichen Verpflichtungen auf, damit man nun ganz frei ist, dem Herrn zu dienen und Ihn zu preisen! Solch ein Denken ist unbiblisch, ganz sicher! Unsere Verpflichtung als Christ ist es dagegen, bessere Schüler und Arbeiter zu sein und verantwortlichere Menschen zu sein. Wir schludern nicht in unseren Verpflichtungen! Unsere Schulden zahlen wir schnell zurück! Wir sind da, wann und wo wir gebraucht werden. Es ist wahr, dass der Herr uns eventuell neue Verantwortungsbereiche zeigt, wenn sich unsere Prioritäten verändern und wir in Ihm wachsen. Aber wir preisen und verherrlichen Gott nicht, wenn wir unseren gegenwärtigen Verantwortlichkeiten den Rücken zuwenden. Wir müssen sein wie die Hirten, wir preisen und verherrlichen Ihn, während wir als veränderte Menschen in dieselben Verantwortlichkeiten zurückkehren.

Das Zeichen: Gott wurde Mensch!

Zuletzt gibt es dann noch eine Lektion in dem Zeichen; das Zeichen, dass Gott die Menschen besuchte und dass der Retter gekommen war, war ein kleines Baby, eingehüllt in Tücher und in einem Futtertrog liegend. Wie einzigartig! Warum kein Donner und kein Gewitter? Warum kein großes Erdbeben? Warum nicht eine Schrift am Himmel? Und warum kein Heiligenschein über dem Baby? Weil das Zeichen selbst die gute Nachricht verkörperte: Gott wurde Mensch! Der ewige Sohn Gottes, der Eine, der das Universum geschaffen hat, entäußerte sich selbst der äußerlichen Offenbarungen der Herrlichkeit und der Majestät und nimmt Knechtsgestalt an, indem Er als menschliches Baby geboren wurde. Von der höchsten Herrlichkeit des Himmels zu den niedrigsten Zuständen auf der Erde — gewickelt wie ein Bauernbaby in Windeln und gebettet in einen Steintrog für Tiere. Das Zeichen besiegelte nicht nur Gottes Botschaft, sondern bewies nur die Tiefe und das Ausmaß der Liebe zu den Menschen. Und wir wissen es, dass diese Erniedrigung nicht bei dem Futtertrog haltmachte. Um unsere Sünden zu sühnen, ging Er weiter und nahm die Schande auf sich, an einem römischen Kreuz zu sterben— der größte Beweis der Liebe Gottes (siehe Phil 2,5-8).

Das Zeichen heute

Welches Zeichen gibt Gott heute als Siegel für die gute Botschaft und als Beweis seiner unaufhörlichen Liebe zu den Menschen? Es ist nicht in großartigen Himmelserscheinungen zu suchen oder in großen Wundern hier auf Erden. Nein, das Zeichen heute ist ähnlich wie das Zeichen damals — es ist das Leben des Herrn Jesus in unserer ganz gewöhnlichen Umgebung. Christus lebt in jedem Christen. Unsere Körper sind wie die Tücher damals. Je demütiger und niedriger wir Christen sind, je mehr wird das Leben und die Liebe unseres Retters in uns gesehen werden (2Kor 4,7-11). Das ist der Weg, den Gott gewählt hat, damit seine Person heute von dieser Welt gesehen wird. Ist dein Leben ein Zeichen für Gottes Liebe?

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Ein Artikel von Glaube.de

Mit freundlicher Genehmigung von Sound Words

Autor: D.R. Reid, Textbearbeitung Jürgen Motzkus, Redakteur bei www.glaube.de

Foto: istockphoto

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