Druckversion
Dieser Text ist ein Artikel der Kategorie:
24-02-10

Evelyne O'Callaghan-Burkhard: Den Kreislauf der Gewalt durchbrechen

Für die Liebe geschaffen
„Der Schöpfungsbericht im 1. Buch Mose sagt aus, dass wir nach dem Bilde Gottes geschaffen sind“. „Dies zeigt, dass wir alle die Fähigkeit zur Liebe und für Beziehungen haben, aber sehr früh lesen wir, dass Stolz, Rebellion und Selbstsucht die Kommunikation zwischen dem ersten Mann und der ersten Frau und mit Gott unterbrachen.


Im 4. Kapitel des 1. Buches Mose lesen wir vom ersten Mord.“

Mord, Gewalt und andere zerstörerische Taten resultieren aus Bitterkeit und Groll, sagt Evelyne, dass man „wiederkäut“ und über wirkliches oder eingebildetes Unrecht schmort. Dies zeigt sich reichlich in der Geschichte von Josef und seinen Brüdern. 1. Mose 37,2–4 erwähnt das zeitlose Problem der Rivalität zwischen Geschwistern: „Josef erhielt Gunst und Anerkennung, was zu Konkurrenzkampf, Eifersucht und einem Verlangen nach Vergeltung und äußerster Gewalt gegen ihn führte.

Oft ist die Reaktion auf die ungerechte Behandlung, die wir erfahren, dass wir nach KONTROLLE trachten, die anderen als Feinde ansehen, sie als ein Objekt betrachten und schließlich Gewalt gegen sie ausüben.“

Evelyne sah diese Spirale der Gewalt während ihrer Zeit in Ruanda. „Es gab die Kolonialherrschaft, was die Siedler und sogar christliche Kirchen dazu brachte, die ethnischen Gruppen unter ihnen gegeneinander auszuspielen. Dies hat die latenten Stammesrivalitäten nach der Unabhängigkeit nur gesteigert, was letztendlich (nach dem politischen Scheitern der Versöhnung) dazu führte, dass jeder seine Macht über den anderen zeigte. Viele Diktatoren gehen diesen Weg: Wenn ich nicht weiß, wer ich bin oder wenn meine Gefühle nicht anerkannt werden, bringt mich diese negative Energie dazu, die Macht über andere zu erlangen.“

Probleme/Empfindungen
Die Geschichte des 20. Jahrhunderts war zu oft eine wiederkehrende Serie von Gruppen, die auf Kosten anderer nach Macht strebten, um sich wichtig zu fühlen. Ausschwitz, Korea, Biafra, Kambodscha und Dafur/Sudan heute. Eine Wurzel zu einer Lösung besteht darin, so Evelyne, die Fragen „Wer bin ich? Was macht mich zu dem, was ich bin?“ zu beantworten.

Dies ist das bekannte Problem der Identität. Die Identität einer Person hat viele Quellen. „Wir alle werden durch unsere Nation, unsere Kirche, unsere Nachbarschaft, unsere Gruppe, unsere Persönlichkeit, unsere Arbeit, unser öffentliches und privates Ich beeinflusst und geprägt. Wir tragen versteckte Wunden von ungelösten emotionalen Wunden. Letztendlich wird unsere Vision von der Welt beeinflusst.“

Allzu oft ist die Wirklichkeit, dass wir die Welt nur durch diese Filter sehen. „Unsere Auffassungen und Empfindungen prägen unsere Weltsicht. Es ist so leicht, sich auf unseren Zorn und unsere Gefühle zu konzentrieren, statt darauf, dass wir nach dem Bilde Gottes, dass wir für Beziehungen geschaffen wurden. Der Grund dafür besteht darin, dass das, was wir als Wahrheit „kennen“ unsere Gefühle und Erfahrungen nicht außer Kraft setzen kann. Eine Person kann sagen: ‚Ich weiß, dass Gott Liebe ist, aber ich kann nicht über meine Gefühle hinwegkommen‘.“

Was ist zentral?
Für Evelyne liegt hier der Knackpunkt des Problems. „Christus ist perfekte Liebe, Heiligkeit und Gerechtigkeit. Die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus (1Joh 4,18). Eine Fokussierung auf Jesus erinnert uns an seine Verheißung, dass wir alles, was wir brauchen, empfangen werden, dass wir erfüllt werden. Wie Jesus sagte: ‚Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen‘ (Joh 7,38).“

Evelyne fügt hinzu: „Furcht [Angst] ist der große Hemmfaktor. Furcht verkrüppelt. Furcht hält uns davon ab, über unsere Gefühle hinauszugehen. Sie macht uns ängstlich, etwas zu riskieren – Liebe zu riskieren und liebevolle Beziehungen aufzubauen. „Unser Zweck im Leben besteht darin, sich an der Intimität, der Liebe zu erfreuen, die zwischen dem Vater und dem Sohn besteht, wie es in Johannes 14,23 heißt: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen‘.“

Gott erfüllt alle unsere Bedürfnisse und dies inspiriert uns in der Folge, Gott und unseren Mitmenschen durch liebevolle Taten zu dienen. „Das ist die Art von Intimität, die Frucht bringt“ sagt Evelyne zum Abschluss.

Die Präsentation von Evelyne veranlasste einige Zuhörer, danach zu streben, die Veränderung zu sein, die sie in der Welt suchen. Die Hausfrau und Großmutter Lucy Cantu bemerkte: „Für all diejenigen, die eine Enkeltochter zu erziehen haben, wünschte ich, dass ich diesen Vortrag nochmals hören könnte. Graham Weakley, ein koreanischer Facharzt in Los Angeles bemerkte: „Evelyne stieß wirklich zu den Hauptursachen so vieler unserer Nöte, seien es nationale oder persönliche, vor. Ich wünschte, jeder hätte sie hören können.“

Zusammenfassung eines Vortrages von Evelyne O'Callaghan-Burkhard durch Neal Earle

Die Autorin ist Leiterin des Ortsverbandes von Office Reconciliation Ministries (ORM) in Cork, Irland. Sie ist eine weitgereiste Krankenschwester und eine Vortragsred-nerin zum Thema „Versöhnung“.

Der Beitrag ist eine Zusammenfassung eines Vortrages, worin sie sich mit dem Thema „Streit und Konflikte in unserer problembeladenen Zeit reduzieren“ beschäftigt.

Ihr Thema drehte sich um die praktischen „Wie man...-Fragen" hinter der zeitlosen Lehre Jesu, den Nächsten wie sich selbst zu lieben. Was blockiert die Erfüllung dieses elementaren Gebotes?

Aus Evelynes Sicht lassen sich sogar nukleare Bedrohungen, extreme religiöse Feindseligkeiten und die alltägliche Gewalt in hohem Maße auf ungelöste negative Gefühle und tiefsitzende, unerfüllte Bedürfnisse zurückführen. Dies, so ihre Behauptung, setzt eine Gewaltspirale in Gang, sogar wenn wir uns dessen nicht bewusst sind.

-----------------------------------------------------------------
Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autor: Evelyne O'Callaghan-Burkhard , mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: sxc.hu
-------------------------------------------------------------

 

 

Nach oben



Name:
E-Mail: