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27-01-12

Ewan Spence-Ross: Vertauen - Im Strom des Lebens

Als Eltern können wir einiges im Umgang mit unseren Kindern lernen.


Als Eltern können wir einiges im Umgang mit unseren Kindern lernen. Ich habe beispiels- weise wirklich gute Lösungen für meine eigenen Probleme gefunden, als ich meinen Kindern das Schwimmen beibrachte. Wenn man Kindern diese wichtige Fähigkeit beibringt, dann schmeißt man sie nicht einfach ins Wasser und schaut wartend, was passiert. Nein, man hebt sie hoch und trägt sie die ganze Zeit durch das Wasser. Sonst würden sie es niemals lernen, sich eigenständig im Wasser zu bewegen. Meistens sind sie am Anfang noch etwas ängstlich, wenn man versucht, sie mit dem Wasser vertraut zu machen. Dann schreien sie: „Papa, ich hab Angst!“ und krallen sich an einem fest wie eine Krake. Das ist zumindest, was meine Tochter getan hat.

Aber man ermutigt sie, redet ihnen gut zu und unterstützt sie dabei, sich an diese neue Umgebung zu gewöhnen. Auch wenn sie verunsichert und ängstlich sind, lernen sie mit jeder weiteren Lektion etwas dazu. Als Elternteil wissen Sie, durch die Gnade Gottes, dass Sie Ihr Kind nicht ertrinken lassen werden, auch wenn das Wasser gelegentlich gehustet, gespuckt und sogar ein wenig verschluckt wird. All diese Dinge sind Teil der Erfahrung, und auch wenn das Kind denken könnte, dass es ertrinkt, wissen Sie, dass Ihre eigenen Füße sicher auf festem Grund stehen und Sie Ihr Kind sofort auf den Arm nehmen könnten, falls der Schwimmunterricht zu gefährlich wird. Im Laufe der Zeit lernen Ihre Kinder, dass sie Ihnen vertrauen können und Sie immer an ihrer Seite sind und sie beschützen. Durch diesen Glauben an Sie erhalten ihre Kinder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Auf sich allein gestellt

Dann kommt der Tag, an dem sie ganz alleine schwimmen, und sie bleiben nur einen Sprung entfernt. Und dann kommt der Tag, an dem sie so sicher sind, dass Ihre Kinder die verrücktesten Sachen ausprobieren und Ihnen Angst und Schrecken einjagen.Wenn unsere Kinder zu ängstlich wären, diese schwierigen ersten Momente im Wasser auszuhalten, würden sie niemals lernen zu schwimmen. Sie würden einige wundervolle Erfahrungen verpassen und nicht platschend mit anderen Kindern durch das Wasser springen.
Niemand kann das Schwimmen für sie übernehmen: unsere Kinder müssen diese lehrreichen Erfahrungen selbst machen. Es ist eine Tatsache, dass diejenigen, die sich am schnellsten von ihrer Angst lossagen können, auch die ersten Lehrstunden am schnellsten hinter sich bringen und letztendlich mit neuem Selbstvertrauen aus dem Wasser steigen. Unser himmlischer Vater schmeißt uns auch nicht einfach ins tiefe Wasser und lässt und allein. Er hat sogar versprochen, dass er für uns da sein wird, wenn wir uns im tiefen Wasser befinden. Als Petrus’ Vertrauen und Glauben unsicher wurde und er zu ertrinken drohte, hat Jesus ihm seine Hand ausgestreckt und ihn gerettet. Gott hat uns versprochen, dass er uns niemals verlassen oder von uns weichen wird (Hebr 13, 5). Wie alle liebenden Eltern lehrt er uns durch kleine Herausforderungen und hilft uns damit, in Glauben und Vertrauen zu wachsen. Auch wenn manche Herausforderung schrecklich und angsteinflößend zu sein scheint, können wir erstaunt beobachten, wie Gott alles zu unserem Besten und zu seiner Ehre lenkt. Wir müssen nur den ersten Schritt – den ersten Zug im Wasser – machen und Angst und Unsicherheit hinter uns lassen.

Die Angst ist unser größter Feind und das mächtigste Werkzeug des Teufels, weil sie uns lähmt, unsicher macht und unser Vertrauen in uns selbst und in Gott schmälert. Genauso wie Petrus müssen wir dieses Boot in dem Vertrauen verlassen, dass Gott uns auch weiterhin trägt und uns mit ihm nichts unmöglich ist. Auch wenn es uns viel Mut abverlangt, diesen ersten Schritt zu gehen, lohnt es sich allemal, weil die Belohnung dafür unbezahlbar ist. Petrus, der ein Mensch wie Sie und ich war, ist tatsächlich auf dem Wasser gelaufen.

Ein Blick zurück

Auch wenn Sie nicht wissen, wohin er Sie tragen wird, gibt es keinen Grund besorgt zu sein. Es wird oft gesagt, dass man sich nicht vorwärts bewegen kann, solange man zurückblickt. Auch wenn diese Aussage stimmt, müssen Sie ab und zu in den Rückspiegel Ihres Lebens blicken. Schauen Sie zurück und holen Sie sich alle jene Lebenssituationen vor Augen, durch die Gott Sie getragen hat. Wenn Sie in Ihrer Vergangenheit nach seiner Hand suchen, werden Sie sie auch finden. Sogar unsere schwierigeren Herausforderungen verwandelt er in wertvolle Lernerfahrungen: „Seht es als einen ganz besonderen Grund zur Freude an, meine Geschwister, wenn ihr Prüfungen verschiedenster Art durchmachen müsst. Ihr wisst doch: Wenn euer Glaube erprobt wird und sich bewährt, bringt das Standhaftigkeit hervor.“ (Jak 1, 2 – 3; Neue Genfer Übersetzung).

Eine solche Freude ist zu Beginn wirklich nicht einfach, aber es ist eine bewusste Entscheidung, die wir treffen müssen. Wir müssen uns fragen, ob wir wirklich an Gott und seine herrschaftliche Siegeskraft oder an den Teufel, der uns verunsichern und Angst einjagen will, glauben. Wenn jemand unseren Kindern Angst einjagt, rennen sie schreiend in unsere Arme und suchen Schutz bei uns. Schließlich wissen sie ganz genau, dass wir sie immer beschützen werden. Als Kinder Gottes reagieren wir genauso auf eine Situation oder ein Problem, das uns Angst macht: wir rennen schreiend in die Arme unseres liebenden Vaters, weil wir wissen, dass er uns beschützt und uns beruhigt. Es bedarf aber einiger Übung, denn je mehr unser Glauben geprüft wird, desto stärker wird er. Deshalb erlaubt es Gott auch, dass wir husten, spucken und sogar ein wenig Wasser schlucken, wenn wir versuchen, es ohne ihn zu schaffen. Er erlaubt all dies „damit ihr vollkommen und unversehrt seid und kein Mangel an euch sei.“ (Jak 1, 4).

Heutzutage ist es nicht einfach, auf der Erde zu sein, und keiner von uns würde behaupten, dass das Leben wunderschön ist. Aber denken Sie doch einmal zurück an die Momente, in denen Sie fest von Ihrer Mutter oder Ihrem Vater oder wem auch immer gehalten wurden. Ihr Rücken lehnt am Bauch des anderen und Sie überblicken eine weite Landschaft und fühlen sich sicher und warm in den schützenden starken Armen des anderen. Erinnern Sie sich noch an dieses wohlige Gefühl von Wärme und liebevollem Schutz, das in Ihnen herrschte und trotz Regen, Sturm oder Schnee nicht von Ihnen wich? Die Schwimmbahnen unseres Lebens sind manchmal zwar angsteinflößend, aber solange wir sagen können, dass wir Gott vollkommen vertrauen und gewiss sind, dass er uns auch durch unsichere Gewässer trägt, kann er unsere Angst in Freude verwandeln und wir blicken staunend auf ihn, weil er uns durch tiefste Wasser und aufbrausendste Stürme trägt. Wenn wir doch nur lernen könnten, uns an dem salzigen Wasser in unseren Augen zu erfreuen, anstatt vor dem dunklen Wasserstrom ängstlich zurückzuschrecken – schließlich wissen wir ohne Zweifel, dass Gott uns fest in seinen Armen hält.

Wenn unsere Kinder älter geworden sind, können wir sie stolz in unsere Arme nehmen und ihnen sagen: „Ich hab dich so lieb und ich bin so stolz auf dich. Ich weiß, dass du durch einige schwere Zeiten in deinem Leben schwimmen musstest, aber du warst letztendlich erfolgreich. Das hast du wirklich gut gemacht!“ Dies ist nur ein Vorgeschmack auf das, was Gott uns eines Tages sagen wird: „Guter und treuer Diener, komm an meinen Tisch, mein Kind und Miterbe meines Thrones. Ich bin so stolz auf dich. Das hast du wirklich gut gemacht!“

Wenn wir also die nächsten Monate und Jahre unseres Lebens unsere Schwimmbahnen ziehen und Haifische und teuflische Gestalten in den dunklen Gewässern lauern und uns Angst machen und verunsichern, dann lassen Sie uns eine bewusste Entscheidung treffen und uns in die Arme unseres Vaters kuscheln und ihm sagen, dass wir Angst haben. Darauf wird er leise antworten: „Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ (Phil 4, 6 – 7).

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Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autor: Ewan Spence-Ross, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: www.sxc.hu
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