Fabian Heinze: Was genau ist die Taufe mit Feuer?

Gleichzeitig las ich natürlich viel in der Bibel und war bereit die Welt für Jesus aus den Angeln zu heben, wenn er mir nur zeigen würde, wo diese Angeln sind. Ich wollte den Löffel finden, mit dem man die Weisheit isst und wollte das Rad neu erfinden, mindestens ein Apostel werden, wenn nicht noch mehr und war ehrlichen Herzens bereit alles zu tun, was der Herr sagte, einschließlich de Pinguinmisson oder einer Pastorenstelle in einer fremden Galaxie.
Das klingt jetzt erst einmal ganz gut, aber dieser Zustand hielt nicht für ewig an. Und das war anscheinend nicht nur bei mir so, denn wenn sich Menschen in meiner Umgebung zu Jesus bekehrten, beobachtete ich ähnliches, dass sich lange Zeit korrekturfähige und lernwillige Jünger Jesu mit der Zeit mehr und mehr beratungsresistent erwiesen und das Wachstum auf ihrem Weg mit Jesus irgendwie und irgendwo seine Beschleunigung und sein Tempo verringerte.
Was war bei mir geschehen, dass ich unter diesem weltweiten Syndrom der Reduzierung meiner geistlichen Wachstumshormone litt?
Warum mich dieser Zustand nämlich so traurig machte ist, dass ich in dieser Zeit damals so unsaglich glücklich und hoffnungsvoll war. Man hatte einen Glauben, der wirklich starke Heilungen nach sich zog, man erlebte Gott sehr intensiv in den Gottesdiensten, die andere als eher normal beschrieben hätten und man war unheimlich belastungsfähig, was das Fehlverhalten anderer Geschwister anging.
Wie können wir dieses Feuer also in uns hüten oder wieder neu entfachen? Was hat eigentlich Gott an dieser Stelle geplant und vorbereitet, denn er kann uns doch unmöglich alle so bitter hängen lassen? Ganz im Gegenteil, es muss doch ein geistliches Adrenalin geben, sonst hätte Gott uns doch nicht alle mit dieser Sehnsucht ausgestattet.
Die Bekehrung
Damit ging alles los! In meinem Fall erklärte mir der Pfarrer meine Kirche liebevoll und ausführlich in einem persönlichen Gespräch, dass Jesus für mich gestorben ist, weil Gott möchte, dass ich wieder zu ihm kommen kann. Er legte viel Wert darauf, dass meine Sünde und meine Fehler das Entscheidende waren, was mich von Gott trennte. Und dass die Strafe dieser Sünde der Tod selbst ist, den Jesus für mich getragen hat, damit ich die Strafe meiner Schuld nicht mehr zu fürchten brauchte. Danach tat er etwas, das mir damals nicht so gefiel, heute allerdings sehr. Er schickte mich nach Hause und sagt mir, ich sollte mir vier Wochen Zeit nehmen, all meine Sünden aufzuschreiben und dann wiederkommen und sie Gott bekennen. Als ich das so tat, sprachen wir dann in der zweiten Sitzung das Übergabegebet und ich wurde sogar fühlbar von Gott neu geboren und Zentnerlasten fielen von meinen Schultern. Mein damaliger Pfarrer verkaufte mir die Bekehrung nicht als etwas Einfaches und Billiges, sondern legte viel Wert auf meinen Anteil der Buße und Umkehr, betonte aber deutlich, dass alles andere nur durch das Erlösungswerk Jesu und Gottes Gnade vonstatten ginge. Das Geschenk des neuen Lebens, einer neuen Identität in Form eines neuen Geistes, den Gott in uns legt (bitte nicht mit dem Heiligen Geist verwechseln) wurde damals bei mir noch nicht so betont, ist aber entscheidend wichtig. Gott schenkt uns mit der Bekehrung ein neues Inneres, mit welchem wir Gott hören und sehen und die geistlichen Dinge wahrnehmen können, damit wir uns nicht mehr länger auf die wackligen Argumentationen unserer Erfahrungen, des Verstandes und unserer Gefühle verlassen müssen. Die Bekehrung ist wohl unbestritten das Wichtigste im Leben eines Christen, aber Gott hat auf unserem Weg noch weitere Segnungen vorbereitet. In der Bibel werden uns daher noch drei Taufen genannt.
Matthäus 3
11 Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen;
Die Wassertaufe ist uns von der Gemeindepraxis wohl allen bekannt, die Taufe in den Heiligen Geist zumindest allen charismatischen und pfingstlichen Lesern aber gerade bei der Taufe mit Feuer werden wahrscheinlich die meisten Theologen doch ihre Fragen haben, was es damit auf sich hat und das ist schon interessant, da sie doch neben der Geistestaufe als eine der beiden wichtigen Taufen genannt wird, mit denen Jesus selbst uns Taufen möchte. Welcher Segen oder Erkenntnisschritt oder welche Entscheidung steckt hinter jeder dieser Taufen?
Die Wassertaufe
1. Petrus 3
21 Das Gegenbild <DAZU>errettet jetzt auch euch, <DAS ist>die Taufe - nicht ein Ablegen der Unreinheit des Fleisches, sondern die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen - durch die Auferstehung Jesu Christi.
Nach der Bekehrung will Gott unser altes Leben verändern. Er kennt uns und er hat die Welt geschaffen und er weiß, wie sich Dinge verändern: Durch sein Wort! Die Welt sagt, wir verändern uns durch freie Willensentscheidung und indem wir das Böse lassen und das Gute tun. Das hat uns die Aufklärung seit 300 Jahren zu erklären versucht auch wenn ihr Begründer Herr Kant auch gleich die passende Gretchenfrage stellt: Was ist überhaupt Wahrheit? Oder anders gesagt: Was ist überhaupt gut und was böse?
Gott spricht sein Wort und die Welt entsteht. Wenn wir Gottes Wort in unser Leben immer wieder als einen geistlichen Samen hineinfallen lassen, wenn wir es täglich konsumieren und im Herzen bewegen, werden wir verändert. Dieser Veränderungsprozess beginnt mit der Wassertaufe. Das Wasser ist das biblische Bild für das ewige Wort Gottes und mit dem Eintauchen in das Wasser treffen wir die Entscheidung und sagen: Gott ich will in deinen Veränderungsprozess eintauchen! Er soll in mir beginnen und ich will ihn erleben. Insofern ist die Taufe nicht das Ablegen aller alten und falschen Verhaltensweisen, also des "Alten Adams", wie es immer so schön heißt, sondern der Beginn eines Reinigungsprozesses durch das Wort Gottes. Das Wort Gottes verändert uns nun indem wir Gottes Charakter immer mehr darin entdecken und auf uns wirken lassen bis er durch unseren neuen Geist auch unsere Seele und unser Innenleben und unser Verhalten prägt.
Die Taufe mit dem Heiligen Geist
Ich will hier gar nicht in die theologische Diskussion einsteigen, ob man diese Taufe schon bei der Bekehrung empfängt oder, ob das Sprachengebet eine elementare Bestätigung dieser Taufe ist. Viel mehr ist doch wichtig, was Gott mit dieser Taufe in uns bewirken will?
Spätestens wenn wir eine Entscheidung für Jesus getroffen haben und das Wort Gottes anhaltend auf uns wirken lassen, wird ein tiefer inniger Wunsch in uns wach: Wir wollen Gott erleben, sehen, spüren, hören,...
Johannes 4
24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.
Gott ist Geist und wenn wir ihn mehr erleben wollen, müssen wir in die geistlichen Dinge "hinein tauchen", also mit unserem neuen Geist Gottes Geist erfahren. Die Taufe in den Heiligen Geist ist unser erklärter Wunsch Gott mehr im Geistlichen und durch unseren Geist erleben zu wollen. Gott ist so sanft mit uns und respektiert unseren Willen so sehr, dass er selbst das nicht ohne eine zusätzliche Entscheidung auf unserer Seite tut. Das ist die Taufe in den Heiligen Geist. Und eine Sensibilität für die Dinge der Himmelswelt ist kein charismatisches Sahnehäubchen ohne geistlichen Nährwert, ganz im Gegenteil:
Epheser 2
6 Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus, 7 damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese in Christus Jesus.
Wenn wir also den überragenden Reichtum an Gottes Gnade erwiesen sehen wollen, müssen wir in die geistlichen Dinge eintauchen. Das bedeutet, dass wir Gottes Stimme hören, von ihm Informationen, Ratschläge und Weisheit empfangen, vielleicht sogar geistliche Dinge sehen in Form von Bildern und Filmen, die vor unserem inneren Auge ablaufen, oder sogar Engel oder den Herrn selbst sehen und so lernen, wie Gott ist und wie er Dinge beurteilt und agiert.
Die Taufe mit Feuer
Jetzt kommen wir zu einem Thema über das weniger häufig referiert wurde. Was ist diese Taufe mit Feuer? Wenn wir nach unserer Bekehrung unter der Wirkung des Wortes Gottes mit dem Heiligen Geist Veränderung erleben, kommen wir unumgänglich an einen spezifischen Punkt:
Johannes 16
8 Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.
Das tut der Heilige Geist in uns. Wie und warum macht Gott soetwas? Ganz einfach: Der Heilige Geist ist gesandt, um Jesus und den Vater zu offenbaren und zwar so konkret und gegenständlich, wie wir es ihm erlauben. Mit einer Offenbarung über Gottes Charakter kommt aber auch unumgänglich eine Erkenntnis darüber, wo wir anders sind als Gott. Also wo wir noch egoistisch, selbstgerecht, hart, gnadenlos, gemein,? sind. Anders geht es halt nicht. Gottes Plan ist, dass da heraus ein brennendes Verlangen in uns entsteht, so zu werden wie er. Wenn wir das erkannt haben, kann Gott uns als Gefäß für seine allmächtige Kraft benutzen, weil wir wirklich ihm die Ehre geben und nicht Gott benutzen, um selbst Ehre zu bekommen.
Es gibt eine Begebenheit zu Zeiten Jesu, wo genau das passiert: Beim reichen Jüngling. Ein Mensch kommt zu Jesus und fragt, was er zu tun habe, um in den Himmel zu kommen. Diese Person ist also in der Gegenwart Gottes in Form des leibhaftigen Herrn Jesus. Die Antwort von Jesus auf seine Frage allerdins ist so fatal, dass er sich verzweifelt abwendet. Aber nicht nur er hat Probleme mit der Antwort von Jesus. Die Jünger auch:
Matthäus 19
23 Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Wahrlich, ich sage euch: Schwer wird ein Reicher in das Reich der Himmel hineinkommen. 24 Wiederum aber sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt. 25 Als aber die Jünger es hörten, gerieten sie ganz außer sich und sagten: Wer kann dann errettet werden? 26 Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei Menschen ist dies unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich. Das ist der Punkt des Zerbruchs. Wir merken, dass wir in unserer menschlichen Kraft nicht in der Lage sind, Gottes Maßstäbe zu halten. Er hätte auch einfach den Punkt so stehen lassen können und dennoch die heilende prägende Gemeinschaft mit Jesus weiter genießen können, so wie die Jünger, die das gleiche Problem ja auch ständig hatten. Petrus bringt es so schön auf den Punkt:
Johannes 6
68 Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens;
An diesen Punkt möchte Gott uns gerne bringen, um uns dann weiterzuführen in den fantastischen Segen der mündigen Kinder Gottes. Aber der überwiegende Teil der Christenheit ist bisher hier hängen geblieben...
Deshalb hat Gott schon im Alten Testament das Gesetz gegeben, damit das Volk daran zerbricht und den wahren Gott im Glauben sucht und nicht in Werken. Und dafür hat Gott auch im Alten Testament schon die Schlachtopfergebote gegeben. Sie helfen uns weiter, die Taufe mit Feuer zu verstehen.
Ich will mir hier mal die Bibelstellen sparen. Aber wir beobachten mal das Schaf, das nach Jerusalem kommt. Es hat ein Ziel, so wie wir: Wir wollen zu Gott ins Allerheiligste (damals hörte der Weg leider noch im Heiligtum auf, aber jetzt nicht mehr). Das Schaf musste erst einmal als Schlachtopfer sterben. Das ist wohl ein Bild für die Bekehrung. Aber nun geht es noch weiter. Das Schaf wurde nun zerlegt. Alles was das Schaf an organischen Selbstschutzmaßnahmen in sich trug, wurde auf einen extra Haufen getan. Die Haut und die Lungen, die für unseren mechanischen Schutz vor der Umgebung stehen, die Entgiftungsorgane, wie Leber, Milz, Nieren, die für unser selbstgerechtes Gewissen stehen und auch die Verdauungsorgane und die Geschlechtsorgane die für unsere Lust im Leben gedeutet werden können. All das muss das Schaf zurücklassen. Nur das reine Fleisch kam ins Heiligtum und diente als Speise für die Priester. Der Extrahaufen wurde außerhalb des Lagers mit Feuer verbrannt. Diese Zerlegung - das Offenbarwerden der Dinge in unserem Leben, die nicht vor Gott bestehen können ist die Aufgabe des Wortes Gottes, das durch die Wassertaufe seinen Job in uns tut:
Hebräer 4
12 Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens;
Aber nach der Zerlegung muss das Alte auch entsorgt werden. Und das ist die Aufgabe des Feuers. Sonst lebt das Schaf (es ist ja eh ein Zombieschaf, weil es ja schon geschlachtet ist und trotzdem im Bilde untot ist) zwei Leben weiter. Es ist also Schizophren. Es hat ein Leben im Reiche Gottes, im Heiligtum und eins draußen außerhalb des Lagers, das nicht so rühmlich ist. Und diese Zweiteilung soll ja beendet werden, indem der Haufen außerhalb einfach verbrannt wird, er ist danach nicht mehr existent.
An dem Punkt des größten Zerbruchs will Gott uns nichts lieber als helfen, das Alte zu entsorgen. Anders als beim Schlachtopfer im Alten Testament, wo Menschen das Feuer entfachten, nachdem alles mechanisch zerlegt wurde, will Gott bei uns selbst mit Feuer kommen und alles wegnehmen was stört. Das ist eine echte Steigerung gegenüber dem, was ein Schaf durchmachen musste.
Vielleicht kennen wir auch diesen Zustand, wenn man mit eigenem Eifer versucht, bestimmte Unheiligkeiten zu lassen und am dafür nötigen Kräfteaufwand des Schürens eines eigenen Feuers zum Überwinden dieser Dinge schier verzweifelt, es meist auch irgendwann tut und dann aufgibt. Ich frage mich auch, ob die, welche so wie eben beschrieben doch erfolgreich alles selbst zu verbrennen versuchen, überhaupt die Gesegneten sind.
Denn Gottes Feuer steht ja genau zu diesem Zwecke zur Verfügung. Und das ist nur möglich, weil Jesus als unser Schlachtopfer quasi für uns geschlachtet wurde, damit wir eben diesen aufwendigen Prozess so nicht mehr durchlaufen müssen:
Johannes 1
29 Am folgenden Tag sieht er Jesus zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!
Johannes der Täufer redet hier von dem was Jesus für uns tat. Das war nicht nur die Schlachtung, sondern auch, dass er unsere Schuld trug, damit Gott sie uns wegnehmen kann, ohne uns erst zu zerlegen. Daher ist Jesus außerhalb der Stadt gekreuzigt worden, wo normalerweise der Extrahaufen verbrannt wurde, damit wir nicht mehr diese Zweiteilung erleben müssen, weil Jesus schon für uns dort war.
Das Feuer Gottes ist also eine im ureigentlichsten Erlösungswerk Jesu integrierter Segen, dass Jesus nicht nur unsere Sünde trug, sondern sie in einer spezifischen Art und Weise auch wegnehmen möchte, wenn wir ihn lassen.
Genauso, wie Jesus seinen Geist für uns gab, damit wir durch ihn von neuem geboren werden können, also seinen neuen Geist bekommen, der durch das Wort Gottes verändert wird. Dennoch gibt es eine Wassertaufe, wo wir uns für diesen Veränderungsprozess entscheiden.
Genauso wie Jesus sich hat von Gott trennen lassen, damit der Heilige Geist und der Vater nun immer bei uns sind. Nun kann der Heilige Geist durch das Erlösungswerk Jesu in unserem Geist wohnen und uns alle himmlischen Dinge zeigen. Dennoch gibt es eine Taufe in den Heiligen Geist, weil Gott will, dass wir uns auch wirklich für diesen Aspekt bewusst entscheiden.
Und auch bei der Taufe mit Feuer will Gott eine Entscheidung von uns, dass wir in einem ständigen Prozess der Buße und Belehrung bleiben:
Genau hier ist ein Problem, das sehr, sehr, sehr praktisch ein Christenleben betrifft. Das Lassen der Tatsünden und das Aufgeben der charakterlichen Haltungssünden ist häufig nicht mal eben so getan mit einer einfachen Willensentscheidung auf unserer Seite. Das ist übrigens normal und Römer 7 beschreibt es uns eingehend, ich will hier nur ein paar Verse zitieren:
Römer 7
19 Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.
Wie gehen wir also mit den uns als aufrichtige Nachfolger Jesu quälenden Haltungssünden um? Lässt Gott uns mit ihnen stehen? Nein, er will sie durch sein Feuer in uns entfernen! Wir müssen nur weiter das Wort Gottes in uns wirken lassen und Gott einladen und zu Gottes Maßstab stehen, auch wenn wir ihn nicht halten können.
Römer 7
21 Ich finde also das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, <NUR>das Böse vorhanden ist.
Dieser Erkenntnisschritt ist für die Taufe mit Feuer sehr, sehr wichtig. Wir verwässern nicht das Wort Gottes oder relativieren seine Radikalität, sondern bekennen die Diskrepanz zwischen unseren Fähigkeiten und Gottes Maßstab. Paulus beschreibt im Folgenden nun intensiv, dass der Prozess der Reinigung durch den neuen Geist in uns abläuft. Entscheidend für uns jetzt ist aber wie er das in unserem Inneren macht?
Lukas 12
49 Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon angezündet!
Das Wort Gottes, der Heilige Geist und unser Geist können uns unsere Fehler aufzeigen und das kennen die meisten von uns. Das ist eine wichtige und wegweisende Erfahrung. Und nun muss das Feuer Gottes ran, um diese Dinge weg zu brennen.
Was passiert, wenn das Feuer fehlt?
Was ist, wenn alles wie beschrieben in uns abläuft, aber wir uns entscheiden, an dem Punkt, wo Gott uns mit unseren Fehlern konfrontiert, nicht weiterzugehen?
Matthäus 23
27 Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinigkeit sind.
Dann streichen wir unsere Fassade so an, dass keiner unsere Fehler sieht, vielleicht nicht einmal wir selbst. Aber weil das Feuer fehlt, sind die Totengebeine drinnen noch nicht verbrannt.
Wie sehen die Lügen also aus, die uns bremsen wollen, die Taufe mit Feuer zu erleben? Wenn ich sie nun aufzähle ist mir wichtig, dass Jesus diese Dinge nicht richtet, weil Jesus niemanden gerichtet hat. Wir sollten es daher auch nicht tun, vor allem nicht bei anderen, sondern unsere eigene Lüge dahinter erkennen, die unsere Unfreiheit erzeugt:
1.Die Schriftgelehrten: Wir wollen ja nicht vor uns bloßgestellt dastehen, also machen wir mit Hilfe einiger selbst zurecht gezimmerter Argumentationsketten uns selbst und anderen weis, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Die anderen haben ja auch Fehler und so argumentiert man sich in geistlichen Liberalismus oder blendet alles Praktische im Leben mit der Berufung auf das Himmlische oder unserer neuen Identität in Christus aus. Dabei fühlt man sich überlegen, weil man sich ja auf das Wort Gottes beruft und redet sich vielleicht noch auf bürgerlich moralische Weise ein, dass Kinder, Auto, Haus und Job genauso wichtig sind wie das Reich Gottes.
2.Die Pharisäer: Man kann es auch machen wie im Alten Testament: Man blendet die inneren Gefühle und das Erleben aus und hält dafür Regeln hoch.
3.Die Heuchler: Wir tun einfach so, als ob wir schon durch das Feuer durch sind, denn vielleicht ist man ja schon ein gestandener geistlicher Leiter und hat schon Verantwortung für Mitarbeiter. Wir lügen uns und anderen einfach geistliche Reife vor, die einfach nicht präsent ist.
Offenbarung 3
15 Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest! 16 Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.
Es ist überhaupt kein Problem für Gott, wenn du kalt bist. Sogar erst wenn du das erkennst, kommt er mit Feuer und macht dich heiß. Aber wenn wir Gott an unseren Fehlern und Schwachheiten und Haltungssünden nicht mehr arbeiten lassen, dann sind wir lauwarm. Aber es gibt doch auch Fehler, die andere an uns begangen haben, oder?
Lukas 12
54 Er sprach aber auch zu den Volksmengen: Wenn ihr eine Wolke von Westen aufsteigen seht, so sagt ihr sogleich: Ein Regenguss kommt. Und es geschieht so. 55 Und wenn <IHR>den Südwind wehen <SEHT>, so sagt ihr: Es wird Hitze geben. Und es geschieht. 56 Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu beurteilen. Wie aber kommt es, dass ihr diese Zeit nicht zu beurteilen wisst? 57 Warum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht, was recht ist? 58 Denn wenn du mit deinem Gegner vor die Obrigkeit gehst, so gib dir auf dem Weg Mühe, von ihm loszukommen, damit er dich nicht etwa zu dem Richter hinschleppe; und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener überliefern und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis werfen. 59 Ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.
Interessanterweise redet Jesus hier wieder über die Heuchler. Es sind jene, die andere und alles beurteilen, aber dabei nicht in der Lage oder Willens sind, zu erkennen, dass allein ihre Schuld verantwortlich ist für die Situation in der sie sind. Genau deshalb müssen wir um unseres eigenen Wohlergehens Willen immer sensibel dafür sein, zu erkennen, wo wir durch unsere eigenen Sünden auch unser eigenes Gericht herbeirufen...
Und daher ist auch die Entscheidung auf unserer Seite so wichtig, korrigierbar zu sein und dafür gibt Gott uns gerne sein Feuer:
Wie empfangen wir das Feuer neu?
Das was ich unter dem Feuer Gottes verstehe ist eine Wechselwirkung zwischen uns und Gott. Wir gehen regelmäßig in seine Gegenwart und lassen uns von ihm verändern. Wenn er uns Fehler in unserem Leben aufzeigt (und dieser Teil muss nicht notwendigerweise in der Gegenwart Gottes geschehen), dann reagieren wir mit freudiger Buße. Gott belohnt diese Haltung mit unseren Fehlern immer aufrichtig umzugehen mit einer deutlichen Zunahme an seiner Gegenwart. Nicht weil er vorher unwillig war, sie uns zu geben, sondern weil unsere Fehler Gott daran gehindert haben, sich mehr zu offenbaren.
Das Problem fängt also an, wo wir uns zur Beratungsresistenz entschieden haben. Dort musste Gott seine Gegenwart zurücknehmen, weil wir ihn ausgeladen haben. Was ist also zu tun? Wenn wir Gottes Gegenwart neu in unser Leben einladen, ist es damit nicht getan, sondern wir müssen uns neu entscheiden, mit unseren Fehlern wieder umgehen zu lernen. Sie zuzulassen und zu wissen, dass wir nur Gefäße der Herrlichkeit Gottes sind und trotz unserer Fehler die Gegenwart Gottes genießen dürfen, so wie die Jünger. Dass impliziert aber nicht, dass gerade unsere Haltungssünden nun kein Thema mehr sind, sondern dass wir den Wunsch haben, sie verändert zu sehen und gerade dafür Gottes Gegenwart suchen.
Ich habe noch nie in meinem Leben erlebt, dass wenn ich mit der Erkenntnis über eine Fehlleistung in meinem Leben zu Gott kam, ich nicht danach mehr die Gegenwart Gottes erlebt habe und viele Leser werden das auch kennen, dass wenn man verzweifelt über sich zu Gott kommt, irgendwie spürbar sein Frieden und seine Gegenwart da ist. Aber ich habe häufig erlebt, dass ich einfach Gott suchen wollte und ihn nicht so gefunden habe, wie ich es mir vorgestellt habe und darüber sehr frustriert war.
Wenn du also ein Mangel an Gegenwart Gottes in deinem Leben erlebst, habe den Mut, dass Feuer Gottes wieder neu einzuladen. Das Ergebnis wird sicherlich einerseits sein, dass Gott dir durch den Heiligen Geist Fehler in deinem Leben aufzeigt, aber du wirst in der gleichzeitig präsenten Gegenwart Gottes verstehen, dass diese Fehler dich um den Segen berauben und wirst gerne Buße tun.
Und wenn das dazu führt, dass in Zukunft die Menschen, die eine Entscheidung für Jesus treffen auch in der Gemeinde bleiben und immer reifer und mündiger werden und immer weniger Probleme haben und machen, dann ist das ein fantastischer Segen für uns, unsere Gemeinden und das ganze Reich Gottes.
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Ein Artikel von Glaube.de )
Autor: Fabian Heinze, Pastor der Gemeinde auf dem Weg, Berlin
Quelle: Jugend auf dem Weg (Homepage JadW)
Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de
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