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25-07-04

Frank Drutkowski: Wozu brauchen wir die zehn Gebote?

Vor wenigen Tagen entdeckte ich an einem Baum in der Nachbarschaft eine Anzeige. Jemand bat seine Mitbewohner inständig darum, ihm zwei zugelaufene Katzen abzunehmen, sie liebevoll zu pflegen und sie dadurch aus ihrer Kellerexistenz zu befreien - der Verfasser hatte leider keinen anderen Raum für diese beiden Katzen. Er schloss sein Schreiben mit dem Satz: "Und für diese gute Tat (nämlich: die Katzen aufzunehmen) wird Ihnen auch gewiss ein Platz im Himmel sicher sein."


Gute Taten als eine Garantie für einen "Platz im Himmel". Im Denken vieler Mitmenschen ist genau dieses das Zentrum des christlichen Glaubens: Es geht um die Moral, um die Gebote - um ein ethisch akzeptables Leben. Und so fragen sich dann viele zu recht: "Wozu braucht es denn überhaupt den Glauben? Gute Taten kann ich auch ohne Glauben vollbringen. Und wenn ich das tue, dann kann Gott - sollte es ihn geben - doch gar nicht mehr anders, als mir einen ‚Platz im Himmel’ anzuweisen. Ich hab doch getan, was er will."

So zu denken hat eine gewisse Logik - es entspricht nur nicht dem Neuen Testament (und übrigens auch nicht dem Alten Testament). Gott hat sich festgelegt: Den "Platz im Himmel" kann sich keiner verdienen - man kann ihn sich nur schenken lassen - durch Jesus Christus.

Aber was nutzen dann die Gebote? Nichts, um an dieses Geschenk zu kommen - aber viel, um mit diesem Geschenk richtig umzugehen. Um es in einem (etwas hinkenden) Bild auszudrücken: Die Gebote sind vergleichbar mit der Bedienungsanleitung für einen neuen, geschenkten Fernseher. Der Fernseher steht da - ob ich die Bedienungsanleitung lese oder nicht. Andererseits kann ich allein durch das Lesen der Bedienungsanleitung nicht fernsehen - ich brauche den Fernseher als Gerät dazu. Ignoriere ich die beiliegende Bedienungsanleitung nicht, erlebe ich optimalen "Fernsehgenuss".

Die Gebote als "Bedienungsanleitung" für mein Leben im Bund mit Gott (vgl. 5. Mose 5,2). Übrigens hat Jesus alle Gebote in diese Form zusammengefasst: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.’ Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Matthäus 22,37-39)
Wer Gott liebt, ein Kind Gottes ist, ist dazu berufen, so zu leben, wie es dem Vater entspricht - so zu leben, wie es der Liebe Gottes entspricht. Darin kommen die Gebote zum Ziel.

2. Mose 20, 1 - 18 Dann redete Gott. Er sprach: "Ich bin der Herr, Dein Gott; ich habe dich aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Du sollst außer mir keine anderen Götter verehren! Fertige dir keine Götzenstatue an, auch kein Abbild von irgend etwas am Himmel, auf der Erde oder im Meer.
Wirf dich nicht vor solchen Götterfiguren nieder, bring ihnen keine Opfer dar! Denn ich bin der Herr, dein Gott. Ich dulde keinen neben mir! Wer mich verachtet, den werde ich bestrafen. Sogar seine Kinder, Enkel und Urenkel werden die Folgen spüren!
Doch denen, die mich lieben und sich an meine Gebote halten, bin ich gnädig. Über Tausende von Generationen werden auch ihre Nachkommen meine Liebe erfahren.
Du sollst meinen Namen nicht missbrauchen, denn ich bin der Herr, dein Gott! Ich lasse keinen ungestraft, der das tut!
Achte den Sabbat als einen Tag, der mir allein geweiht ist! Sechs Tage sollst du deine Arbeit verrichten, aber der siebte Tag ist ein Ruhetag, der mir, dem Herrn, deinem Gott, gehört. An diesem Tag sollst du nicht arbeiten, weder du noch deine Kinder, weder dein Knecht noch deine Magd, auch nicht deine Tiere oder der Fremde, der bei dir lebt. Denn in sechs Tagen habe ich, der Herr, den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was lebt. Aber am siebten Tag ruhte ich. Darum habe ich den Sabbat gesegnet und für heilig erklärt.
Ehre deinen Vater und deine Mutter, dann wirst du lange in dem Land leben, das ich, der Herr, dein Gott, dir gebe.
Du sollst nicht töten! Du sollst nicht die Ehe brechen! Du sollst nicht stehlen! Sag nichts Unwahres über deinen Mitmenschen! Begehre nicht, was deinem Mitmenschen gehört: weder sein Haus noch seine Frau, seinen Knecht oder seine Magd, Rinder oder Esel oder irgend etwas anderes, was ihm gehört."


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Ein Artikel von www.glaube.de
Mit freundlicher Genehmigung vom Herausgeber/Autor:
© Kreuzkirche Lankwitz / Berlin, www.kirche-mit-aufwind.de
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