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18-02-04

G. J. Matthia: Der unbequeme Gott

Immer wieder werde ich von Hilfesuchenden gefragt: "Warum antwortet Gott nicht auf meine Gebete? Warum erlebe ich in meinem Leben nicht das, was in der Bibel geschrieben steht?"
Es gibt darauf keine Patentantwort, aber es gibt in der Bibel zahlreiche Hinweise, wie wir solch ein Problem eingrenzen und schließlich lösen können.


Zum Beispiel spricht der Brief des Apostel Jakobus dieses Thema an. Ihr erlangt es nicht, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr übel bittet, um es mit euren Wollüsten zu verzehren. (Jakobus 4, 3)
Jakobus erklärt in diesem Zusammenhang auch, wo die Ursache dafür zu suchen ist, dass wir "übel" bitten. Wir neigen dazu, uns einen bequemen Gott vorzustellen. Der Gott der Bibel jedoch ist unbequem.

Verheiratet mit Gott

Gott bietet uns durch Jesus einen Bund an, der aus Rechten und Pflichten besteht. Das Bild der Ehe wird in der Bibel häufig für diesen Vertrag, in den wir mit unserer Bekehrung eintreten, gebraucht. Ihr Ehebrecher und Ehebrecherinnen, wisst ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer immer der Welt Freund sein will, macht sich zum Feinde Gottes! fährt Jakobus im nächsten Vers fort. Der Ehebruch, der hier angesprochen wird, ist der Bruch des Ehevertrages mit Gott, wie aus dem nächsten Vers deutlich wird: Oder meint ihr, die Schrift sage umsonst: Ein eifersüchtiges Verlangen hat der Geist, der in uns wohnt?

Gott ist eifersüchtig. Er duldet keinen Nebenbuhler in unserem Leben. Wir können nicht die Rechte aus unserem Vertrag mit Gott beanspruchen, ohne die Pflichten zu erfüllen. Die Verheißungen, die wir in der Bibel finden, sind an Voraussetzungen geknüpft.

Der ganze Jakobusbrief beschäftigt sich mit dem Gleichgewicht zwischen unserem Glauben und seinen sichtbaren Auswirkungen in unserem Leben. So wie aus einer Quelle nicht Süßes und Salziges kommen kann, sollen auch unsere Worte den widerspiegeln, der in uns ist: Der Heilige Geist. So wie auf einem Apfelbaum keine Tomaten reifen können, soll auch unser Handeln den widerspiegeln, der uns erlöst hat: Jesus Christus.

Selbstverständlich ist ein Gott, der eifersüchtig ist, der Sünde nicht duldet, der allerhöchste Ansprüche an unser Leben stellt, unbequem. Der Glaube, über den Jakobus in Kapitel 2, 26 schreibt gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne Werke tot, ist unbequem. Er kostet uns etwas.
Wir hätten lieber den bequemen Gott, der über alles hinwegsieht, die kleinen Dinge nicht so genau nimmt, mal fünf gerade sein läßt. Das ist aber nicht der Gott, den die Bibel uns offenbart.

Wer schafft es, solchen Maßstäben gerecht zu werden?

Weil das keiner von uns schaffen kann, brauchen wir die Vergebung, die Gnade. Wenn ein Leben, so wie es Gott angenehm ist, ohne Gnade möglich wäre, hätte Jesus nicht für unsere Schuld sterben müssen. Größer aber ist die Gnade, die er gibt. Darum spricht sie: «Gott widersteht den Hoffärtigen; aber den Demütigen gibt er Gnade.» So unterwerft euch nun Gott! Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch; naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch! Reinigt die Hände, ihr Sünder, und macht eure Herzen keusch, die ihr geteilten Herzens seid! schreibt Jakobus in Kapitel 4, 6-8.

Wer demütig ist, wird kein Problem damit haben, sich vom Geist Gottes korrigieren zu lassen. Die Gnade, von der hier die Rede ist, besteht einerseits in der Vergebung von Schuld, andererseits aber ebenso in der sichtbaren Veränderung unseres Lebens. Wenn Gott sich zu uns naht, wie es hier heißt, dann wird das Auswirkungen haben. Die Voraussetzung ist aber, dass wir dem Teufel widerstehen und uns unsererseits Gott nähern. So lange unser Herz noch geteilt ist, wird in unserem Leben keine Veränderung und kein Sieg sichtbar werden.

Das geht auch nicht von heute auf morgen. Ein Mensch, der gerade Christ geworden ist, steht am Anfang einer Umgestaltung in einen ganz anderen Menschen. Veränderung braucht Zeit, bei manchen geht es schnell, bei anderen dauert es länger. Wenn sich aber nichts im Leben, den Taten, dem Reden, dem Denken ändert, dann ist das so gesund wie ein 6jähriges Schulkind, das noch an der Mutterbrust trinken will. Dieses Kind wird nie aus dem Zimmer gehen und die Welt entdecken wollen.
Zuerst bekommen wir tatsächlich Milch, Milch und Milch von Gott. Wir fallen und stehen auf, fallen und stehen auf... und Gott ist treu, uns auch beim 100sten Mal wieder zu vergeben. Aber wenn wir mit diesem Zustand zufrieden sind und nichts daran ändern wollen, verpassen wir eine ganze Menge von dem, was wir eigentlich mit unserem Herrn erleben sollen.

Als ich vor längerer Zeit den Herrn bat, mich doch in meinem Dienst einen Schritt weiter in die Berufung hinein zu führen, von der ich wußte, erhielt ich keine Antwort. Ich betete und bat - anscheinend ohne irgend eine Reaktion von Gott. Bis ich dann plötzlich begriff, dass die Voraussetzungen auf meiner Seite für das Wirken Gottes nicht gegeben waren. Ich stand selbst im Weg. Die Erkenntnis kam nicht per Donnerstimme vom Himmel oder Schrift an der Wand, sondern ganz einfach und unspektakulär durch mein Gewissen.
Einige der Dinge, die in meinem Leben nicht mit meinem Glauben übereinstimmten, lagen auf der Festplatte meines Computers. Man kann Software oder Musik kaufen, geschenkt bekommen - oder man kann sie stehlen. In meinem Computer schlummerte allerlei Diebesgut vor sich hin; von sogenannten Tauschbörsen geladene Musik und Software, die ich nicht bezahlt hatte, weil der Crack ja so viel billiger (nämlich kostenlos) war.
Natürlich meldete sich sofort der Teufel: "Das tun alle, das darf man nicht so eng sehen, die Software ist viel zu teuer, getauscht ist nicht gestohlen..."
Wie widersteht man dem Teufel? Indem man gegen seine Anweisungen handelt. Wer nun weiß Gutes zu tun und es nicht tut, dem ist es Sünde. (Jakobus 4, 16) Ich habe damals ganz einfach die Festplatten formatiert und die Programme, die mir tatsächlich gehörten, wieder installiert. Einiges, was ich bis zu diesem Zeitpunkt mit dem PC machen konnte, war nun unmöglich geworden, weil ich das Geld für die Programme wirklich nicht hatte. Aber ich blieb dabei, keine Ausnahmen zu dulden und es hat sich gezeigt, dass das Wirken Gottes in meinem Leben darauf hin viel mehr Raum gewonnen hat und dass ich die "unverzichtbaren" Programme gar nicht brauche. Die monatelange Blockade im Gebet und Vorwärtskommen war auf der Stelle wie weggewischt.

Dies ist nur eines von mehreren Erlebnissen in meinem Leben, bei denen ich Schritt für Schritt in der Erkenntnis wachsen konnte und Schritt für Schritt das Erkannte umsetzte.

Blockade oder Wüstenzeit?

Ich habe gelernt, immer dann, wenn zwischen meinem Leben und dem, was ich an Wirken Gottes erwarte, eine Lücke klafft, zu prüfen und aufmerksam zu forschen, ob ich irgendwo selbst im Weg stehe. Nicht immer ist das der Fall, es gibt auch die Zeiten, in denen Ausharren, Geduld und Hoffen auf das noch nicht sichtbare Eingreifen Gottes notwendig sind. Das nennt die Bibel Glauben.

Wenn ich nach ernsthafter Prüfung vor dem unbequemen, heiligen Gott feststelle, dass mein Leben - so weit meine Erkenntnis reicht - in Seinen Augen in Ordnung ist, dann werde ich auch diese Wüstenzeiten in einen Sieg verwandeln können. Aber wenn ich diese Prüfung gar nicht durchführe oder mein Gewissen damit zu beruhigen versuche, dass ja andere genau das gleiche tun - dann werde ich auf lange Sicht einer von den Christen, die gar nicht mehr mit dem übernatürlichen Wirken Gottes rechnen, um nicht enttäuscht zu werden. Sie haben nicht verstanden, dass es einen ursächlichen Zusammenhang geben kann zwischen den Werken und den erhörten Gebeten.

Die Bibel gibt uns einen guten Leitfaden, wie unsere Werke, unser Leben aussehen sollen. Wir können unser Reden, Handeln, Denken daran messen. Wir werden feststellen, dass wir den Ansprüchen nicht gerecht werden können. Wir werden aber auch feststellen, dass Gott zu Seinen Zusagen steht, wenn wir unseren Teil des Vertrages erfüllen. Er wird uns wachsen lassen und dabei helfen, von der Muttermilch zu fester Nahrung zu wechseln.

Die Werke allein sind aber völlig unnütz. Du kannst der ehrlichste Mensch auf dieser Welt sein, mit jedem in Frieden leben, nur Gutes aussprechen, vorbildlich sein in jeder Beziehung - ohne den Glauben wirst Du das Ziel nicht erreichen können. Niemand schafft das, sonst wäre Christus umsonst gestorben. Durch unser Leben wird aber sichtbar, ob unser Glaube tot oder lebendig ist. So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot. Da wird aber jemand sagen: Du hast Glauben, ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke; ich aber will dir aus meinen Werken den Glauben zeigen! (Jakobus 2, 17-18)

Es lohnt sich, den unbequemen Gott zum Herrn des Lebens zu machen.


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Ein Artikel von www.glaube.de
Autor: G. J. Matthia / Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
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