Grundkurs Teil 9 - Das Wort Gottes

Johannes war einer der Jünger Jesu, die ein sehr enges Verhältnis zu ihm hatten. Er war dabei, als Jesus anlässlich einer Gebetsnacht auf einem Berg Besuch von Mose und Elia bekam und er war Zeuge, als Gott selbst aus dem Himmel mit hörbarer Stimme bestätigte, dass Jesus derjenige war, dessen Worten sie glauben sollten (siehe Lukas 9, 28-36).
Diese enge Verbindung wird in den Schriften deutlich, die uns von Johannes erhalten sind. So schreibt er als Einleitung zu seinem Evangelium über Jesus:
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Gottes Wort ist die Wahrheit. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst. (Johannes 1, 1-4)
Zugegeben - diese Sprache versteht man heute kaum auf Anhieb, deshalb soll an dieser Stelle erklärt werden, was Johannes da sagt. In einem Satz könnte man (stark vereinfachend) zusammenfassen: Gottes Wort und Jesus sind ein und das selbe!
Im Anfang war das Wort - der Begriff, der in die deutsche Sprache mit Wort übersetzt ist, lautet logos. Dieses griechische Wort bedeutet auch Rede, Grund, Gedanke, Denkvermögen. Johannes sagt erst etwas später in seinen Einleitungssätzen, dass dieses logos der Sohn Gottes, Jesus war. Jesus war also, meint Johannes hier, die personifizierte Wahrheit, das personifizierte Leben, das personifizierte Licht und er wurde nicht geschaffen wie alles andere, sondern er war am Anfang - also ohne Beginn und ohne Ende. Und das Wort (logos) wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut erklärt Johannes.
Schwer verständlich? Dann gilt dir ein kleiner Trost: Selbst Theologen haben ihre Schwierigkeiten mit diesen einleitenden Sätzen des Johannesevangeliums.
Gottes Wort ist in unserem Sprachgebrauch in der Regel die Bibel. Für den Apostel Johannes war Gottes Wort eine Person: Jesus Christus.
Jesus sagte von sich selbst, dass seine Worte nicht vergehen werden, obwohl Himmel und Erde ein Ende haben (Lukas 21, 33). Er verspricht auch: Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen. (Johannes 15, 7)
Was also hat es mit den Worten Jesu auf sich? Wenn Jesus, wie wir gelesen haben, Gott der Schöpfer ist, wo finden wir dann seine Worte, wie bleiben wir in ihnen, wie bleiben sie in uns?
Das Alte Testament
Manch einer meint, dass wir als Christen das Alte Testament mehr oder weniger ignorieren können, da wir ja (wie in diesem Grundkurs schon behandelt wurde) aus Gnade errettet sind und die Gesetze und Regeln der Schriften, die zur Zeit Jesu als Heilige Schrift bekannt waren, nicht beachten müssen.
Der Apostel Paulus schreibt in seinem zweiten Brief an Timotheus jedoch etwas anderes über das Alte Testament: Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet. (2.Timotheus 3, 14-17)
Diese Worte beziehen sich ausschließlich auf das Alte Testament, denn mehr an "Heiligen Schriften" stand bei der Erziehung des jungen Timotheus noch nicht zur Verfügung.
Auch daran, dass Jesus selbst sehr oft aus dem Alten Testament zitierte oder sich auf die Inhalte bezog, wenn er lehrte, wird deutlich, dass wir mit diesen Schriften mehr haben als ein Geschichtsbuch oder eine Sammlung von Poesie. Wenn alle Schrift, wie Paulus hier sagt, von Gott eingegeben ist, dann tun wir sicher gut daran, diese Schrift des Alten Testamentes aufmerksam zu lesen, so wie Thimotheus es tat. Das Alte Testament hat nämlich die Kraft, uns weise zu machen zur Rettung durch den Glauben.
Tatsächlich, es ist so, wie Paulus schreibt: Das Alte Testament hilft auch unserem Glauben an Jesus Christus als Retter. Es gibt n der Bibel 330 Prophezeiungen über Jesus - wie er als Mensch kommt, unter welchen Umständen, was er tun würde... Diese sind alle erfüllt. Etwas Vergleichbares gibt es weder im Hinduismus, noch im Islam, Buddhismus oder bei irgend eine andere Religion.
Vor allem verstehen wir aus dem Alten Testament, warum überhaupt ein Messias - Jesus Christus - kommen musste.
Das Alte Testament hilft aber auch beim Verständnis unserer Gegenwart.
Die Bibel sagt zum Beispiel, dass das Volk Israel aufgrund der Abweisung des Messias in die ganze Welt zerstreut werden würde - aber am Ende der Zeit wird Gott sein Volk wieder sammeln. Von allen Enden der Erde werden sie kommen und wir lesen, dass die Wüste blühen wird, dass die Früchte der Steppe in alle Welt verkauft werden. Die Erfüllung dieser Prophetien, die wir im Alten Testament finden, hat 1948 angefangen und ist dabei, sich völlig zu entfalten..
Im Alten Testament lernen wir auch Gottes Charakter kennen, verstehen, wie er handelt und warum. Wir sehen die Zusammenhänge zwischen seinen Zusagen und den Bedingungen, die er aufstellt. Viele Schriften des Neuen Testamentes beziehen sich auf das, was im Alten Testament über Gott und sein Handeln gesagt wird, zum Beispiel ist der Hebräerbrief voll von solchen Bezügen auf die Heiligen Schriften.
Das Neue Testament
Ich hörte einmal einer Predigt zu, bei der etwas Ungeheuerliches gesagt wurde. Der Gastsprecher in unserer Gemeinde, ein Christ aus dem jüdischen Volk, sagte: "Es gibt eine Seite, die ihr aus eurer Bibel herausreißen solltet!"
Natürlich waren die Zuhörer, mich eingeschlossen, aufgeschreckt. Wollte dieser Pastor etwa einen Teil des Wortes Gottes für ungültig erklären? Welche Irrlehre würde er nun verkünden wollen?
Er nahm eine Bibel und schlug sie auf. "Diese Seite", sagte er, "gehört nicht in das Wort Gottes hinein!", wobei er die Trennseite zwischen Altem und Neuem Testament zwischen den Fingern hielt.
Der Mann hatte in gewisser Weise recht. Das, was wir im Neuen Testament finden, ist die Fortsetzung der Bücher davor. Die Propheten (Altes Testament) kündigen den Messias an - dann kommt er und wirkt (Neues Testament). Die Geschichtsbücher (Altes Testament) zeigen, wie die Menschen Gott erleben oder verwerfen, welche Folgen dies hat, und die Evangelien (Neues Testament) schildern, wie die Menschen Gottes Sohn erleben oder verwerfen.
Andererseits gilt: Mit dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi ist ein "Neuer Bund", ein neuer Vertrag zwischen Gott und Menschen in Kraft getreten, der den "Alten Bund" ablöst, der bis dahin gültig war. Es hat ein neues Kapitel in der Geschichte der Menschheit begonnen, unter völlig veräderten Voraussetzungen.
Im Neuen Testament lernen wir Jesus Christus kennen und erfahren vieles über das Leben der ersten Christen, ihre Irrwege und die notwendigen Korrekturen, ihre Siege und Niederlagen. Die Briefe von Aposteln an verschiedene Gemeinden und Personen enthalten Entscheidungskriterien und praktische Hilfe, die heute genauso gelten wie zur Zeit ihres Entstehens. Die Offenbarung des Johannes, das prophetische Buch des Neuen Testamentes, erlaubt einen Blick in das Handeln Gottes mit dieser Welt und ihr Ende. Das Neue Testament ist die Grundlage des Christentums - das seine Fundamente im Alten Testament, im Handeln Gottes mit seinem Volk Israel - und oft auch mit seinem Handeln mit gottesfürchtigen Menschen aus anderen Völkern - hat.
Die Frage, welcher Teil der Bibel wichtiger ist, mag ich nicht allgemein beantworten; für mich persönlich gilt ein Gleichgewicht. Ich kann zum Beispiel den Neuen Bund nur wirklich in seiner Gnade begreifen, wenn ich den Alten Bund kenne. Für manches, was Jesus sagt, ist die Kenntnis der Schriften, auf die er sich bezieht, notwendig, wenn ich das betreffende Wort in seiner Tragweite begreifen will.
Für junge Christen, die sich gerade auf den Weg des Glaubens gemacht haben, ist es aber auf jeden Fall wichtig, dass sie das Neue Testament gut kennen lernen, bevor sie sich mit den anderen Teilen der Bibel beschäftigen.
Die Bibel ist das Handbuch unseres Lebens.
Manch einer kauft sich ein neues Gerät, packt es zu Hause aus, probiert es - und wenn es nicht funktioniert, dann beschwert er sich in dem Laden, wo er es her hat, anstatt die Betriebsanleitung zur Hand nehmen und hinein schauen.
Wenn es mit unserem Glauben nicht funktioniert, so beschweren wir uns bei Gott und sagen: "Du hast doch verheißen, dass..." Wir haben irgendwie im Hinterkopf, mal was gehört zu haben, was Gott uns laut der Bibel versprochen hat. Und wenn wir es dann mal ausprobieren und es hat nicht funktioniert, meinen wir dass Gottes Wort sich (zumindest) nicht immer bewahrheitet.
Lesen wir mal Psalm 33, 4: Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig; und was er zusagt, das hält er gewiss.
Es gibt eine totale Übereinstimmung zwischen den Realitäten des Lebens und Gottes Wort. Nicht immer zwischen den Realitäten des Erlebens und Gottes Wort, aber das, was wir erleben oder empfinden, ist immer subjektiv. Das ist der Schlüssel für uns, wenn wir nicht verstehen, warum das Glaubensleben nicht so läuft wie es beispielsweise in eine guten Predigt erzählt wurde. Wir haben subjektiv etwas vorausgesetzt, was an Voraussetzungen in unserem persönlichen Leben gar nicht gegeben sein mag.
Die Bibel ist wahr und braucht daher nicht mehr umgeschrieben oder angefüllt werden. Der Evangelist Reinhard Bonnke sagte einmal: "Die Bibel muss nie neu geschrieben werden. Eine Zeitung muss jedoch jeden Tag erneuert werden, weil sie am nächsten Tag schon nicht mehr aktuell ist." Die Bibel bleibt aktuell - sie hat einen direkten Bezug zu unserem Alltag, sie ist unsere Gebrauchsanleitung für das Leben.
Gott hat sich festgelegt: ...denn ich will wachen über mein Wort, dass ich's tue. (Jeremia 1, 12); Ich verkündige von Anfang an den Ausgang und von alters her, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, will ich tun. (Jesaja 46, 10-11)
Gottes Wort gilt, es bewirkt etwas und er ist gestern, heute und in alle Ewigkeit der gleiche Gott. Wir haben in dem Namen Jesus, das heißt in seinem Auftrag, an seiner Stelle, die Autorität, das gleiche zu tun wie er. Es wird die gleiche Auswirkungen und die gleiche Kraft haben. Aber wir müssen die Betriebsanleitung nicht nur mal kurz angesehen haben, sondern sie kennen.
Wir dürfen, ja wir sollen die Bibel gegen den Teufel und gegen seine Pläne einsetzen. Wir sollen Gottes Wort gegen den Feind proklamieren, dann flieht er von uns. ...und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. (Epheser 1, 17) Eine Waffe, die wir nicht kennen, nicht beherrschen, wird in unserer Hand nicht besonders wirkungsvoll sein. Wie wollen wir mit diesem Schwert, das nichts anderes ist als Gottes Wort, kämpfen, wenn wir es nicht kennen?
Gottes Wort ist schöpferisch. Schöpferisch heißt: in der Lage sein, etwas zu erschaffen. Gott ist kreativ. Kreativ heißt: in der Lage sein, etwas zu kreieren, auszudenken und existent zu machen. Gott hat die Welt erschaffen durch sein Wort. Er sprach aus, was er sich ausgedacht hatte, und es war da. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. (1. Mose 1, 3)
Genau so, wie bei der Schöpfung, wirkt das Wort Gottes noch heute. Sprich nur ein Wort, so ist mein Kind gesund - mit diesen Worten an Jesus bewies ein Vater, dass er an die Kraft des Wortes Gottes glaubte. Jesus sprach die Heilung der Menschen aus: "Sei gesund." Er sprach die Befreiung von Mächten der Finsternis aus: "Sei frei."
Seine Jünger setzten diesen Dienst dann fort, als Jesus nicht mehr bei ihnen war. Petrus sagt zu dem Bettler am Tempel: Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers: Geh umher! Wenn wir im Namen Jesu - also an seiner Stelle - das aussprechen, was der Wille Gottes ist, dann wird es geschehen. Den Willen Gottes lernen wir durch die Bibel kennen, denn Gott ist und bleibt unwandelbar.
Dass der Mensch etwas erschaffen kann mit seinen Worten ist nicht nur ein göttliches Erbe, das wir als Kinder Gottes geschenkt bekommen haben. Auch im Alten Testament wird an vielen Stellen gezeigt, dass geschehen wird, was man mit dem Mund ausspricht. Du kannst also dein Leben steuern durch das, was du aussprichst.
Nun denkst du vielleicht: "Wieso, der Herr Jesus führt mich doch?"
Ja. Er führt dich, aber lenken musst du selber. Vielleicht kann ein Beispiel das verdeutlichen:
Du bist Pilot und hast bereits 7.777 Flugstunden hinter dir. Jetzt fliegst du zum Flughafen von Palma Rica. Du bis fast angekommen und meldest dich beim Tower an. "Hier Boing 777 von Jesus Airlines, Zielflughafen: Palma Rica A.P., der Kapitän bittet um Anfluginstruktion, bitte melden." Dann gibt dir der Tower die Anweisung, um den Flughafen herum zu fliegen und die gegenüberliegende Landebahn zu benutzen. Du stellst aber fest, dass du auf der Landebahn, die du gerade anfliegst, im Gegenwind landen würdest - und nicht auf der entgegengesetzten. Du weißt mit deinen 7.777 Flugstunden, dass du immer im Gegenwind aufsteigen und landen sollst. Jetzt sagt dir die Flugleitung aber, dass du nicht hier landen sollst, sondern auf der entgegengesetzten Bahn.
Was machst du? Wer sitzt am Lenker? Du!
Hoffentlich tust du, was die Fluglotsen sagen. Denn sonst könnte es sein, dass du eine Katastrophe verursachst. Du siehst nämlich nicht, dass auf der von dir favorisierten Landebahn ein Ölfilm ist, der dein Flugzeug außer Kontrolle bringen würde.
Viele Christen sind der irrigen Meinung, dass alles, was passiert, Gottes Wille sei. Dies lehrt zum Beispiel der Islam: Dem Schicksal kann keiner entrinnen, es ist alles vorherbestimmt.
Die Bibel zeigt uns etwas ganz anderes. Viele Dinge kommen nicht von Gott und wir werden aufgefordert, diesen Dingen zu widerstehen und die Umstände zu verändern.
Viele sagen auch, dass sie dafür offen sind, was der Herr tun will - und warten dann nur passiv ab, was Gott tut. Gott will aber, dass wir mit ihm zusammen arbeiten.
Er gibt die Weisung, aber wir müssen selbst das Flugzeug lenken, um bei dem Beispiel zu bleiben. Wir sollen das tun, was wir tun können, und Gott überlassen, was nicht in unserer Macht steht.
Als Petrus im Gefängnis war, veränderte die Gemeinde diese Umstände, indem ein anhaltendes und ernsthaftes Gebet begann. Gott tat das, was den Menschen unmöglich war: Er schloss die Gefängnistüren auf. Aber er holte Petrus nicht auf übernatürliche Weise aus dem Kerker: Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und binde deine Sandalen unter! Er aber tat es. Und er spricht zu ihm: Wirf dein Oberkleid um und folge mir! (Apostelgeschichte 12, 8)
Wie geht das praktisch?
Eigentlich ist es ganz einfach: Nimm dir genügend Zeit und nimm dir eine Bibel.
Die Bibel gibt es in zahlreichen Übersetzungen und Übertragungen, die ihre Vor- und Nachteile haben. Persönlich schätze und liebe ich die revidierte Elberfelder Übersetzung (aus der ich auch in der Regel in Artikeln zitiere), aber sie ist sprachlich nur dann verständlich, wenn man sich wirklich viel Zeit nimmt - mancher Satz braucht einige Minuten, bis man ihn wirklich verstanden hat.
Leichter lesbar sind Übertragungen in ein modernes Deutsch, bei denen allerdings an manchen Stellen verloren gehen mag, was eigentlich ausgesagt wird. Bevor du jedoch beim Bibellesen verzweifelst, weil dir die Sprache zu kompliziert ist, nimm lieber die "Gute Nachricht" oder die "Hoffnung für alle".
Um den Vergleich zu verdeutlichen hier zwei Zitate. Das erste aus der "revidierten Elberfelder", das zweite aus der "Hoffnung für alle":
1.: Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und habt alle das Wissen [wörtlich wisst alle; nach anderen Handschriften: wisst alles]. Ich habe euch nicht geschrieben, weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil ihr sie kennt und wisst, dass keine Lüge aus der Wahrheit ist.
2.: Doch euch hat Christus seinen Heiligen Geist gegeben, und deshalb kennt ihr die Wahrheit. Ich schreibe euch also nicht, weil ich meine, ihr müsstet die Wahrheit über Gott erst noch erfahren. Ihr kennt diese Wahrheit sehr gut und wisst auch, dass aus ihr keine verlogene Irrlehre kommen kann.
Beides sind die Verse 20 und 21 aus dem 1. Johannesbrief, Kapitel 2.
Und was ist nun ausreichend Zeit?
Da gibt es natürlich keine Vorschriften, sondern nur Erfahrungswerte. Wichtig ist allerdings, dass du die Zusammenhänge erkennst, in denen das steht, was du liest. Damit schützt du dich selbst davor, Dinge falsch zu interpretieren. Wenn du ohne Zusammenhang zum Beispiel liest: Ein Narr ist der Prophet, verrückt der Mann des Geistes. - dann kannst du ziemlich schnell auf abwegige Gedanken kommen. Wenn du dagegen Hosea 9 im Zusammenhang liest, wird dir klar, wie das zu verstehen ist. In der Bibel steht auch: Es ist kein Gott! Ein solcher Satz, herausgerissen, verkehrt den Sinn völlig. Der Tor spricht in seinem Herzen: "Es ist kein Gott!" Sie haben Verderben angerichtet und abscheuliches Unrecht geübt; da ist keiner, der Gutes tut. (Psalm 53,2)
Ich empfehle daher, mindestens zwanzig Minuten täglich die Bibel zu lesen, denn in dieser Zeit ist man in der Lage, Zusammenhänge zu verstehen und das Gelesene wirklich zu verinnerlichen.
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Autoren: Cornelius Berghout, Berlin corneliusb@glaube.de und Günter J. Matthia, Berlin, guenter@glaube.de
Die Bibelzitate entstammen, soweit nicht anders vermerkt, der revidierten Elberfelder Bibelübersetzung.
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