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01-01-06

Günter J. Matthia: 2006 - Scheitern? Siegen? Deine Entscheidung!

Gott ist geduldig. Er ist langmütig. Er ist voller Gnade und Güte. Er vergibt gerne. Er ist der Vater, der den verlorenen Sohn in die Arme schließen möchte. Das hören wir gerne und es ist die Wahrheit.

Gott hat einen Plan. Jesus bekommt eine Braut, deren Kleid ohne Flecken und Knitterfalten ist. Das Königreich Gottes wird kommen, sichtbar und herrlich. Wer kein hochzeitliches Kleid trägt, wird aus dem Festsaal hinausgeworfen. Das hören wir nicht gerne und es ist die Wahrheit.


Die besten Voraussetzungen
Als Saul zum König über Israel gesalbt wurde, sagte ihm der Prophet Samuel: Und der Geist des HERRN wird über dich kommen, und du wirst mit ihnen weissagen und wirst in einen anderen Menschen umgewandelt werden (1. Samuel 10, 6). Diese Prophetie erwies sich als wahr: Und es geschah, als er sich umwandte, um von Samuel wegzugehen, da gab ihm Gott ein anderes Herz. Und alle diese Zeichen trafen an demselben Tag ein (Vers 9). Saul war ein vom Heiligen Geist erfüllter Mensch mit einem erneuerten Herzen, er redete sogar prophetisch. Und der Geist Gottes kam über ihn, dass er in ihrer Mitte weissagte (Vers 10). Gott selbst hatte ihn ausgewählt, nicht der Prophet (Kapitel 9, 15-16). Er war erfüllt vom Heiligen Geist, begabt mit Prophetie und ausgestattet mit einer herrlichen Berufung. Kann es bessere Voraussetzungen geben?

Menschenfurcht
Es drohte ein Angriff der Feinde, und Saul wusste, dass er auf den Propheten Samuel warten musste. Nur dieser durfte das Opfer bringen. Saul aber war noch in Gilgal, und das ganze Volk, das ihm folgte, war voll Angst (Kapitel 13, 7). Offensichtlich fürchtete Saul das Volk mehr als Gott. Und er wartete sieben Tage bis zu der von Samuel bestimmten Zeit; aber Samuel kam nicht nach Gilgal. Und das Volk fing an, von ihm auseinander zu laufen. Da sagte Saul: Bringt mir das Brandopfer und die Heilsopfer her! Und er opferte das Brandopfer. (Vers 8) Diesen Ungehorsam hätte Saul zugeben und bereuen können. Statt dessen machte er Ausflüchte und schob die Schuld auf andere. Weil ich sah, dass das Volk von mir auseinander lief, und du kamst nicht zur bestimmten Zeit... (Vers 11) Das Volk war schuldig, der Prophet war schuldig. Nicht etwa Saul.
Der Herr rettete Israel dennoch, weil dies seine Verheißung gewesen war (Kapitel 14, 23). Der Ungehorsam eines Einzelnen konnte den Plan Gottes nicht vereiteln, allerdings war dieser Einzelnen, weil er seine Sünde nicht zugab und umkehrte, auf dem Weg in den Abgrund.

Die Verbindung ist unterbrochen
Dieser Saul, der selbst prophetisch geredet hatte, hörte nichts mehr von Gott. Und Saul fragte Gott: Soll ich hinabziehen, den Philistern nach? Willst du sie in die Hand Israels geben? Aber er antwortete ihm nicht an diesem Tag (Vers 37). Suchte er nun endlich bei sich die Ursache für die unterbrochene Verbindung? Nein. Da sagte Saul: Tretet hierher, alle Anführer des Volkes, und erkennt und seht, wodurch heute diese Verschuldung geschehen ist! (Vers 38) Wieder kommt er nicht auf die Idee, dass bei ihm selbst etwas im Argen sein könnte.
Gott beauftragt den Propheten, mit Saul zu reden und ihm klare Anweisungen für sein Amt als König zu geben. Nun zieh hin und schlage Amalek! Und vollstreckt den Bann an ihnen, an allem, was es hat, und verschone ihn nicht, sondern töte Mann und Frau, Kind und Säugling, Rind und Schaf, Kamel und Esel! (Kapitel 15, 3)
Es zeigt sich erneut, wie gehorsam Saul ist. Aber Saul und das Volk verschonten Agag und die besten Schafe und Rinder und die Tiere vom zweiten Wurf und die Lämmer und alles, was wertvoll war, daran wollten sie nicht den Bann vollstrecken. Alles Vieh aber, das verachtet und schwächlich war, daran vollstreckten sie den Bann (Vers 9).
Wieder hatte Saul eine Chance vertan, dem Wort Gottes mehr zu gehorchen als dem Volk und seinen eigenen Vorstellungen und Lüsten. Er empfing den Propheten mit einer glatten Lüge: Gesegnet seist du von dem HERRN! Ich habe das Wort des HERRN erfüllt (Vers 13). Diese Lüge war dumm, denn erstens wusste der König, dass Gott zwar nicht mehr mit ihm, aber noch mit Samuel sprach, und zweitens war das Blöken des erbeuteten Viehs unüberhörbar. Als Samuel ihm das ins Gesicht sagte, hatte er wieder eine Gelegenheit, seinen Ungehorsam zu bekennen und Buße zu tun. Statt dessen schob er erneut die Schuld weit von sich: Von den Amalekitern hat man sie gebracht, denn das Volk verschonte die besten Schafe und Rinder, um sie dem HERRN, deinem Gott, zu opfern; an den übrigen haben wir den Bann vollstreckt (Vers 15). Erneut sagte ihm Samuel ins Gesicht, dass er Böses getan hatte und erinnerte ihn daran, dass der Herr selbst ihn erwählt und ihm das Königtum anvertraut hat. Begriff Saul nun endlich seine Chance zur Umkehr?
Ich habe der Stimme des HERRN gehorcht und bin den Weg gezogen, den der HERR mich gesandt hat. Ich habe Agag, den König von Amalek, hergebracht und an Amalek den Bann vollstreckt. Aber das Volk hat von der Beute genommen: Schafe und Rinder, das Beste vom Gebannten, um es dem HERRN, deinem Gott, in Gilgal zu opfern (Vers 20, 21).
Samuel erklärte ihm noch einmal, dass für Gott Gehorsam wichtiger ist als Opfer und machte ihm klar, dass er seine Berufung nun verspielt hatte. Hier bekam Saul die allerletzte Chance. Er konnte sagen: "O Herr, vergib mir, ich habe gesündigt. Sei mir gnädig, ich bin ein Sünder und brauche Vergebung." Er sagte aber: Ich habe gesündigt, dass ich den Befehl des HERRN und deine Worte übertreten habe; denn ich fürchtete das Volk und hörte auf seine Stimme (Vers 24). Er suchte erneut eine Entschuldigung für sein Verhalten. Das Volk, das böse Volk war schuld, nicht der König Saul. Er gab zwar endlich zu, dass er gesündigt hatte, aber es ging ihm nur um sein Ansehen vor dem Volk. Und er sprach: Ich habe gesündigt! Aber ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, dass ich den HERRN, deinen Gott, anbete! (Vers 30)
Interessant, dass er hier und zuvor nicht mehr von seinem Gott sprach, sondern vom Gott Samuels. Sein Herz war erkaltet, sein Glaube zerronnen. Obwohl er als geistgefüllter, prophetisch begabter vom Herrn selbst berufener junger Mann begonnen hatte.

Wie viele Chancen?
Gott ist nicht nur der Gott der zweiten Chance. Er gibt uns immer wieder Gelegenheit, umzukehren. Auch Sauls Nachfolger, König David, war nicht ohne Sünde. Auch er traf falsche Entscheidungen, auch er übertrat die Gebote Gottes, auch er hörte nicht auf die Stimme des Herrn. Aber er suchte, wenn Gott ihm die Chance zur Umkehr gab, nicht nach Ausflüchten und Ausreden. Er bekannte seine Schuld, sein Versagen, und ihm wurde vergeben. Trotz Sünde blieb er der von Gott gesalbte und gesegnete Mann nach dem Herzen Gottes.
Auch bei David war die Verbindung zu Gott unterbrochen, als er einen Mann umbringen ließ, um dessen Frau in sein Bett zu bekommen (2. Samuel 11). Gott sendet einen Propheten, der den König mit der Sünde konfrontiert. Nun hätte David sagen können: "Die Frau hat nackt auf ihrem Dachgarten gebadet. Sie ist sexy und ich bin nur ein Mann. Sie ist schuld, ich bin ihren Reizen erlegen. Und überhaupt: Ich darf ja mehrere Frauen haben, außerdem bin ich der König, also was willst du eigentlich?" Statt dessen lesen wir: Da sagte David zu Nathan: Ich habe gegen den HERRN gesündigt. Und Nathan sagte zu David: So hat auch der HERR deine Sünde hinweggetan, du wirst nicht sterben (2. Samuel 12, 13)

Sei ein Mitarbeiter Gottes
Saul und David sind Beispiele für die Wahrheit: Glücklich der Mensch, der beständig in der Gottesfurcht bleibt! Wer aber sein Herz verhärtet, wird ins Unglück fallen (Sprüche 28, 14).
Du bist, wenn du ein Kind Gottes bist, ein begnadigter Sünder. Das Jahr 2006 kann dich voranbringen oder zurückwerfen. Es liegt nicht an deiner Gemeinde, deiner Kirche, deiner Familie, deiner Umgebung. Du selbst entscheidest, ob dein Herz hart wird oder weich bleibt. Du kannst Ausflüchte und Ausreden suchen und finden, warum du Gott ungehorsam bist. Du kannst ihm vorhalten, dass andere auch nicht besser sind. Du kannst ihm aufzählen, dass du ja in manchen Bereichen tatsächlich seinem Wort gehorchst. Du kannst ihm erklären, dass du später gehorsam sein wirst, wenn du erst dies und das erreicht und erledigt hast.
Du kannst aber auch die Entscheidung treffen, dass du beständig in der Gottesfurcht bleibst. Du kannst, wenn du ungehorsam warst, bekennen: "Ich habe gegen den HERRN gesündigt." Du kannst sieben mal fallen und acht mal wieder aufstehen (Sprüche 24, 16). Gott kennt dich besser als du selbst. Er weiß um deine Schwäche, deine Fehler, deine Anfälligkeit, deine Unreife. Das alles kann und wird dich nie von ihm trennen, so lange du Sünde als Sünde erkennst und bekennst und in deinem Herzen daran festhältst, dass du dem Herrn folgen und seine Gebote halten willst.
Gott wird seine Pläne durchführen. Er wird die Braut vorbereiten, alle Flecken, alle Knitterfalten aus ihrem Hochzeitskleid entfernen. Seine Berufung für Deutschland wird sichtbar werden, ob du daran beteiligt bist oder nicht, liegt an dir. Du musst nicht perfekt sein, um daran mitzuwirken, dass sein Reich kommt und sein Wille geschieht.
Gott hat seine Absichten mit Israel unter Saul und David verfolgt. Er wird seine Absichten mit seiner Gemeinde in Deutschland verfolgen, und du kannst dabei sein.

Zum Jahreswechsel fassen viel Menschen gute Vorsätze für das beginnende Jahr. Alles, was du zur Mitarbeiterschaft im Reich Gottes brauchst, ist der Abschied von Ausreden und Ausflüchten. Gerade das Schwache, von der Welt gering Geachtete erwählt Gott als sein Werkzeug.
Der Bauernjunge Saul und der Hirtenjunge David hatten die gleichen Voraussetzungen, erfolgreiche Mitarbeiter Gottes zu sein. Der eine scheiterte, weil er Schuld leugnete. Der andere wurde zum Mann nach dem Herzen Gottes, weil er Schuld zugab. Der Unterschied liegt im Herzen: Stellst du Gott an die erste Stelle oder dein Ansehen vor den Menschen, deine Karriere, ein angenehmes Leben, den Erfolg?

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Ein Artikel von Glaube.de.
Autor: Günter J. Matthia / Redaktionsmitarbeiter bei Glaube.de
Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de
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