Günter J. Matthia: Das Ostergeschenk

Ostern erinnert - zumindest unter Christen - an die Auferstehung. Jesus Christus wurde auferweckt aus dem Grab und damit wurde uns Menschen das größte Geschenk gemacht, das es in der Geschichte gegeben hat. Die Errettung, das ewige Leben - ohne eigene Bemühungen und Verdienste.
Doch gerade das macht uns Menschen oft Mühe. Wir verlernen es, uns einfach beschenken zu lassen, ohne dass wir unwillkürlich eine Gegenleistung erbringen wollen. Als kleine Kinder waren wir noch uneingeschränkt dazu in der Lage. Ein Kleinkind erfreut sich an Geschenken und denkt sich nichts dabei, "nur" Konsument zu sein. Doch nach und nach wird uns beigebracht: "Wenn du lieb bist, bekommst du..." "Wenn du Tante Erna zum Geburtstag schreibst, schickt sie bestimmt..." "Wenn du brav gewesen wärest, könntest du jetzt ein Eis bekommen..."
Diese Prägung übertragen wir auf unsere Beziehung zu Gott. Es fällt uns einfach schwer zu begreifen, dass Gott uns ohne Vorbedingungen liebt, dass wir beschenkt werden. Dies ging schon den ersten Christen so, wie wir an zahlreichen Erklärungen sehen können, die Paulus in seine Briefe schrieb.
Den Christen in Ephesus beispielsweise versicherte er: "Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit niemand sich rühmt." (Epheser 2, 8-9) Für die Römer formulierte er es so: "Alle werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung die in Christus Jesus ist." (Römer 3, 24) Seinem Mitarbeiter Titus schrieb er: "...errettete er uns nicht aus Werken, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes." (Titus 3, 4-5)
Es gab bereits in der ersten Gemeinde Stimme, die Voraussetzungen für die Errettung nannten. Beschneidung, das Halten bestimmter Regeln und Gesetze, Speisevorschriften... Das Apostelkonzil hatte sich mit dieser Frage auseinander zu setzen. Petrus erklärte den versammelten Leitern der jungen Gemeinde: "Nun denn, was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch jene." (Apostelgeschichte 15, 10-11)
Ausschließlich durch die Gnade Gottes können wir errettet werden, ausschließlich durch ein Geschenk. Das Ostergeschenk Gottes wird ausschließlich geschenkt, nicht verdient.
Ich lade dazu ein, das Osterfest in diesem Jahr zu einem Fest der Dankbarkeit, und nicht der Verpflichtung zur Gegenleistung zu machen. Erinnere dich daran, welchen Schatz du durch die Auferstehung Jesu bekommen hast und danke Gott dafür. Du bist beschenkt, wenn du Jesus Christus zu deinem Herrn gemacht hast.
Und wenn du diesen Schritt noch nicht getan hast, weil du vielleicht dachtest, den Anforderungen nicht genügen zu können, dann ist Ostern eine gute Gelegenheit, umzudenken. Du wirst nie gut genug sein, du wirst deine Errettung vor dem ewigen Tod nie verdienen können. Aber du darfst dich beschenken lassen mit der größten Gabe, die vorstellbar ist: Der Vergebung deiner Schuld und Sünde und damit dem Zugang zum ewigen Leben mit Christus. Einfach so, ohne etwas anderes leisten zu müssen, als das Annehmen dieses Ostergeschenkes.
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Ein Artikel von Glaube.de
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Autor: Günter J. Matthia
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