Heilige Kühe schlachten

Es gibt nur eine sinnvolle Sache, die man mit "heiligen Kühen" machen kann: schlachten. Und anschließend das reine Leben feiern, dass man durch diesen Befreiungsschlag wiedergefunden hat.
Hinweis: Auf dieser Seite werden nur heilige christliche Kühe geschlachtet. Um heilige Kühe anderer Religionen mache ich einen respektvollen Bogen.
Kerstin Hack, Berlin
Heilige Kuh First Lovia: Zurück zur ersten Liebe
Wer hat nicht schon so oft gehört, und wer sehnt sich nicht danach: "Die erste Liebe" wieder neu zu erleben. Unter Christen ist damit aber nicht das erste romantische Gefühl von Verliebtsein gemeint, oder die Frau/Mann, mit der
man zuerst zusammen war. Nein als guter Christ meint man natürlich die 3- X Monate nach seiner Bekehrung, in der man meist wie auf Wolke 17 schwebte und die Beziehung zu Gott nur eitel Sonnenschein war. Man sitzt manchmal mit
anderen zusammen und schwelgt gemeinsam in den Erinnerungen, wie schön und aufregend es doch damals zur Anfangszeit der Beziehung mit Jesus war. Ich hatte dabei immer ein komisches Gefühl, wenn Leute sich so nach der ersten Liebe gesehnt haben, denn irgendwie drängte sich da der Eindruck auf, dass sie sich eigentlich mehr danach sehnen, wieder einfach an Gott glauben zu können und viele tolle Sachen zu erleben, ohne dass man sich irgendwie anstrengen muss oder Veränderung auf ihrer Seite gefordert wird. Eigentlich wissen wir ja, dass es Glauben nicht auf Knopfdruck gibt, dass Glaube "etwas kostet" und doch wünscht man es sich - ohne das Gott es offensichtlich so gedacht hat diese Zeit der ersten Liebe zurück.
Aber, werden jetzt viele sagen, da gibt es doch ganz eindeutig eine Bibelstelle in Offenbarung 2,4 wo die Gemeinde in Ephesus klar aufgefordert wird, zur ersten Liebe umzukehren.
Ganz klar sollen wir zur ersten Liebe zurückkehren, aber hier ist nicht die Rede vom "ersten Verliebt-Sein, das in der Regel nichts weiter ist als eine selbstzentrierte Begeisterung darüber, was ich alles vom anderen bekommen kann (er/sie ist so so schön, toll, schenkt mir Blumen, Zärtlichkeit, Liebe, macht alles, was ich will). Das ist Verliebtsein. Liebe stellt nicht sich und die eigenen Bedürfnisse ins Zentrum, sondern den anderen. Wenn die Bibel zur Rückkehr zur ersten Liebe auffordert meint sie nicht ein schönes Gefühl, sondern echte Liebe: Einander Sünden zu bekennen (Buße) und die "Werke" tun, sprich Glauben praktisch werden lassen in den großen und kleinen Dingen unseres Alltags. Doch nicht umsonst wird in der Bibel ja immer wieder das Bild der Ehe für unsere Beziehung zu Gott verwendet. Und ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass die Beziehung zu meiner Frau sicher ganz anders ist als am Anfang. Und dass ich auch nicht zurück will, denn heute ist die Beziehung tiefer, reifer und das Vertrauen ist so gewachsen, dass es mehr als alle Verliebtheitsgefühle trägt. (Die es aber manchmal dennoch gibt und das macht sie sehr schön und wertvoll).
Und dann passt auch wieder das Bild der Ehe: Denn nur wenn ich mich jeden Tag neu entscheide und aus Liebe handle, auch wenn eigentlich keine Lust habe und mich nicht danach fühle, wird meine Beziehung immer tiefer und reicher
werden. Und wenn nebenbei noch ein paar phantastisch schöne Gefühle und die tiefe Begeisterung über den anderen mit dabei sind - umso besser!
Text: Schlachtmeister Frank Betz (mit freundlicher Genehmigung), redaktionelle Bearbeitung: K. Hack.
Heilige Kuh Erweckia: Einheit ist Vorraussetzung für Erweckung
Wir mühen uns ab, Einheit zu produzieren. Strengen uns echt an. An allen Orten. Denn wir wissen ja: Ohne Einheit, keine Erweckung. Das Problem ist: es gibt da zwei Probleme.
Problem 1: Das Wort "Erweckung" ist in der Bibel nirgends erwähnt und keiner weiß so wirklich, was mit diesem mysteriösem Begriff aus der Kirchengeschichte gemeint ist. Geistliches Schlaraffenland, in dem alles von selber geht, weil der Heilige Geist plötzlich einen Haufen Öl auf unserer müden Motoren gekippt hat....Oder unzählige Bekehrungen, ohne dass wir Menschen das Evangelium erklären müssen oder....Keiner weiß so recht, was es ist, aber
jeder will Erweckung haben.
Was die meisten Christen damit meinen ist, dass das eingeschlafene Leben der Christen wiederbelebt wird und sie wieder einen Einfluss auf Ihre Umgebung ausüben und so auch e Menschen zu Jesus finden.
Jetzt kommt Problem Nr. 2: Um Einheit, ohne die ja "die Erweckung" anscheinend nicht kommen kann, überhaupt zu finden, brauchen wir bereits Erweckung! Denn echte Einheit kann man nicht mechanisch hervorbringen oder per Beschluss erzeugen. Im Gegenteil: Von Gott kommendes Leben (also Erweckung) ist nötig. Nur so können verschlafene, selbstzentrierte und nur auf die Interessen ihrer eigenen Gemeinde bedachte von Herzen entdecken, dass sie Teil seiner Familie sind und es noch andere Christen und Gemeinden gibt, die man schon deswegen liebt und achtet, weil sie zu ihm gehören. In anderen Worten: Es ist ein Ergebnis (!!!) von Erweckung, wenn Jesus es in uns bewirkt, dass wir unsere dämlichen Scheuklappen abnehmen, die uns daran hindern zu erkennen, dass wir (und unsere Gemeinde) nicht das Zentrum des geistlichen Universums sind und Jesus es schon mit uns alleine schafft. Wir brauchen seinen Geist, um in der Tiefe unserer Herzen zu begreifen, dass wir Teil seiner Familie sind.
Die Freude an seiner Familie ist sicher noch nicht die Fülle dessen, was er an neuem geistlichen Leben in uns legen will, aber zumindest ein Anfang. Ein Anfang, des Weges, Jesus und seinen Leib neu zu entdecken und lieben zu
lernen. Und der Weg zu dieser gegenseitigen Liebe und Tiefen-Einheit ist ein Prozess. Geschwister aus Gemeinden in Cali berichteten bei ihrem Besuch in Deutschland, wie sie seit 1994 einen Weg der Einheit miteinander gehen und
unterwegs dazu sind, sich lieben und respektieren zu lernen. Und wie Gott ihnen hilft, sich langsam aber sicher einander näher kommen und immer mehr zu schätzen und zu lieben.
In anderen Worten: Unser Pech ist: Wir können Einheit nicht "machen." Sicher gibt es gute Schritte, die man in Richtung Einheit gehen kann. Aber nicht einmal Jesus konnte das. Unser Glück ist: Wir müssen Einheit nicht machen.
Das tut der Vater. Jesus bat den Vater, seinen Kindern Einheit zu schenken (Joh. 17). Und genau das gleiche können wir auch tun, ohne Leistungsdruck ("Wenn wir nicht eins sind, klappt das mit der Erweckung nicht!"), sondern im
Vertrauen darauf, dass der Vater in der Lage ist, sowohl unsere Gebete um Einheit als auch um die für erneutes geistliches Leben zu erhören. Und das sich erneuertes geistliches Leben auch auf unsere Umgebung auswirkt ist fast
logisch.
Heilige Kuh Kaputja: Einer trage des anderen Last
Das ist doch voll logisch. Einer schleppt sich ab. Dann kommt ein anderer und nimmt ihm die Last ab. Anschließend kommt der nächste und nimmt dem, der sich nun abschleppt, die Last ab. Er trägt die Last für ihm, bis seine Last
ihn wieder von jemand anderem abgenommen wird. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schleppen sie erschöpft noch morgen.
Jeder gute Christ hat schon 100 oder mehr Predigten über diese Stelle aus Galater 6, 2 gehört und Dutzende von Appellen, doch die Lasten der anderen zu tragen. Dieses Lastentrage-Spielchen wird jedoch durch wiederholte
Aufforderung nicht sinnvoller. Ist Gott wirklich so unlogisch, dass er will, dass wir unsere Zeit damit verbringen, Lasten nur von einer Schulter auf die nächste zu hieven? Wohl kaum.
Im griechischen Originaltext des Neuen Testaments steht auch nichts von Lasten "immer und ewig tragen". Das Wort bastazo heißt vielmehr: "Wegtragen, entfernen." Das macht schon mehr Sinn: Ich trage für jemand anderen etwas weg, damit er es los ist. Aber ich schleppe es nicht immer und ewig (oder zumindest bis zur nächsten Runde des Lasten-wechsle-dich Spiels). Ich trage es nur die kleine Weile, die es dauert, um diese Sache weg zum Kreuz zu tragen und Jesus in die Hände zu legen. Okay, das mit dem Kreuz steht in der Bibelstelle so direkt nicht drin. Aber es ist nun mal der einzige Ort auf dieser Welt, wo man Lasten abgeben und endgültig loswerden kann. Ist doch logisch, oder?
Quelle: Dutch Sheets: "Intercession - How God can use your prayers to move heaven and Earth". S. 62 - 66.
Heilige Kuh Paul-Logie: Die Paulusbriefe sind logisch angeordnet
Es ist in gewisser Weise schon logisch, wenn man Briefe nach ihrer Länge anordnet, so wie das in unseren Bibeln gemacht wurde. Für die alten heidnischen Griechen war das anscheinend schon sinnvoll. Sie haben die Schriftrollen ihrer Autoren nicht nach dem Entstehungsdatum, sondern ihrer Länge nach geordnet. Das Längste zuerst, dann das zweitlängste usw. Das macht bei Schriftrollen, die man gerollt in Regalen stapelt vielleicht noch irgendwie Sinn.
Die Christen, die den biblischen Kanon zusammengestellt haben, haben diese clevere Methode kopiert: Das Ergebnis: Die Briefe, die Paulus geschrieben hat, sind längen-logisch angeordnete, aber nicht Chrono-Logisch nach ihrem
Entstehungsdataum. In den meisten Bibelausgaben erscheinen sie wie folgt: Zuerst der längste Brief, den er als "Nr. 6" geschrieben hat: Der Römer Brief. Dann sein 4 und 5. Brief (Briefe and die Korinther), anschließend sein
temperamentvolles Erstlingswerk (der Brief an die Galater,). Anschließend folgen Briefe Nr. 8, 10, 7, 2, 3, 11, 13, 12, 9 (Epheser, Philipper, Kolosser, 1. + 2. Thessalonicher, 1. und 2. Timotheus und Titus). Und am Schluss noch der kleine Philemon (der 9. seiner Briefe), der es zumindest chronologisch nicht verdient hat ganz am Ende zu stehen.
Die wahrscheinlich tatsächliche Reihenfolge (über die sich Theologen sicher noch bis zur Wiederkunft Jesu streiten werden, ist:
Galater (Auseinandersetzung mit der Gesetzlichkeit),
1 + 2. Thessalonicher (Grundlagen des Glaubens),
1. und 2. Korinther (Grundlagen der Gemeinde),
Römer (Grundlagen der Theologie),
Kolosser,
Epheser (Grundlagen von
Beziehungen),
Philemon (einer seiner wenigen Briefe, die nicht an ganze Gemeinden, sondern an eine einzelne Person gerichtet waren)
Philipper,
1. Timotheus,
Titus,
2. Timotheus.
Die letzen drei sind quasi das Vermächtnis von Paulus an seine apostolischen Mitarbeiter, sie als Pastoralbriefe zu bezeichnen ist auch nicht korrekt (und erst
seit dem 19. Jahrhundert üblich), weil weder Titus noch Timotheus "Pastoren" von Gemeinden im heutigen Sinne waren (das gab es im 1. Jahrhundert nicht); sondern reisende, apostolische Mitarbeiter von Paulus, die verschiedene
Gemeinden betreuten (vgl. Titus 1, 5).
Info aus: Bibellexika und Gene Edwards, Beyond Radical, 1999, "The worst disaster of all" S. 41 - 53. Erhältlich
bei www.seedsowers.com (auf keinen Fall lesen, wenn man weiter in den gewohnten Bahnen denken und leben will).
Heilige Kuh Tempelia: Kirchen sind Gebäude
Ja, aber erst seit 327 n. Chr. Konstantin, der viel organisches christliches Leben auf dem Altar der Staatsreligion geopfert hat, ordnete im Jahr 327 erstmals den Bau von Kirchen an. In der neugegründeten Stadt Konstantinopelsollten jede Menge wunderschöner heidnischer Tempel entstehen daneben auch einige christliche Kirchen, da Konstantin auch gewisse Sympathien für das Christentum hegte.
Heidnische Tempel wurden in der Regel nach Gottheiten benannt. Da aber im Christentum die Anzahl auf eine begrenzt ist, griff man auf die Namen von bekannten Christen zurück, um den neuen Gebäuden einen Namen geben zu können. Das tun wir zum Teil heute noch: Matthäus-Gemeinde, Sankt Martin usw.
Zuerst lehnten die Christen, die es gewohnt waren, sich vor allem in Häusern zu treffen, dise "christlichen Tempel" ab...aber irgendwann siegte der Pragmatismus und nicht nur das Modell des heidnischen Tempels, sondern auch die Art (heidnischen) Ritus zu feiern, begann das Zusammenleben der Christen zu prägen.
Bis zu diesem Zeitpunkt war der Begriff "Ecclesia" ein Begriff, der das Zusammenleben der ersten Christen beschrieb. Im Griechischen bedeutet "Ecclesia" die Gemeinschaft der stimmberechtigten Bürger. Im Neuen Testament werden mit "Ecclesia" Menschen bezeichnet, die als Gemeinschaft Jesus folgten. Menschen waren das wichtigste, ihre Mündigkeit und Autorität in Christus, auch ihre Gleichwertigkeit in Christus. Sie waren alle gleichermaßen Bürger des gleichen Reiches.
Seit 327 wurde der Begriff "Kirche" zunehmend für diese neuen Gebäude verwendet, nicht mehr für die "lebendigen Steine" aus denen sie bestanden. Das Ergebnis ist, dass heute viele Menschen, wenn sie das Wort "Kirche" hören
zuerst an einen ästhetisch schön geordneten Haufen von Steinen mit einem Turm nebenan denken. Es kommt ihnen nicht mehr in den Sinn, dass es sich beim Christentum um eine dynamische Gruppe von Jesus Nachfolgern handelt, die durch ihren radikalen Lebensstil der Gemeinschaft die ganze Welt auf den Kopf stellt. Danke, Konstantin.
Info aus: Bibel-Lexikon und Gene Edwards, Beyond Radical, 1999, S. 19 - 23. Erhältlich bei www.seedsowers.com. Gene
ist Anwärter auf den Meisterbrief im "Heilige Kühe schlachten."
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Ein Artikel von www.glaube.de.
Veröffentlichungen im Internet oder in Print bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren bzw. Glaube.de.
Autorin: Kerstin Hack leitet den Verlag und Lehrdienst Down to Earth und engagiert sich bei Gemeinsam für Berlin e. V. Im Shop von Down to Earth finden sich weitere Bücher von ihr. Besonders beachtenswert: Kerstin Hack: Im Rhythmus der Schöpfung leben. Natürliche Lebensmuster und Balance finden. (Herbst 2004).
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