Hilary Jacobs: Ein siegreicher Held - Wonach wir uns immer sehnten
Der aufgeregte Ausruf eines Fünfjährigen ließ die eher gesetzt daherkommende Gemeinde in schallendes Gelächter ausbrechen. Auch der Geistliche selbst konnte ein Kichern angesichts der Verwechslung mit dem Superman der spanischen Kolonialherrschaft in Kalifornien kaum unterdrücken, während er die Stufen zur Kanzel hinaufstieg, wobei sich sein schwarzer Talar, einem Segel gleichend, hinter ihm aufblähte.
Ob Wahrheit oder Legende – Zorro, Flash Gordon, Superman und viele andere wurden in unserer Gesellschaft zu sagenumworbenen Gestalten. Wie sehr sehnen wir uns doch nach jemandem, der die Macht hat, begangenes Unrecht wiedergutzumachen, die Bösen auszuschalten und den wahren Werten wieder Geltung zu verschaffen. Wie sehr brennen wir vor Entrüstung, wenn ein offensichtlicher Übeltäter aufgrund eines Formfehlers ungeschoren davonkommt oder Gesetze eher den Täter als das Opfer zu begünstigen scheinen. Kein Wunder, dass wir uns nach einem Ritter in glänzender Rüstung sehnen, der die Dinge wieder geraderückt.
Und es gibt in der Tat einen solchen Superhelden, der nur darauf wartet, genau das zu tun. Er ist sogar bereit, uns augenblicklich und aus eigener Kraft aus dieser sündenbehafteten Welt zu erretten. Aber wir müssen unsererseits bereit zu einem Rich tungswechsel sein, vollkommen auf ihn vertrauen und ihm unser Leben überantworten.
Ziemlich viele Gemeinsamkeiten
Dieser Held ist natürlich Jesus Christus, dessen Mission es ist, alles so wiederherzustellen, wie es ursprünglich war, d.h. gut, so wie Gott alles, was er erschaffen hatte, für gut befand. Interessanterweise haben Jesus Christus und Superman eine ganze Menge gemeinsam. Supermans Alter, Ego Clark Kent, war ein etwas verschlossen wirkender, netter Reporter, der, im US-amerikanischen Smallville, Ohio aufgewachsen – für die Großstadtzeitung Daily Planet arbeitete. Mit der Figur, in die er sich verwandelte, sobald er seine übliche Kleidung mit den Worten: „Dies ist ein Job für Superman“ abgelegt hatte, verband ihn so rein gar nichts. Jesus wuchs in der Stadt Nazareth auf. Im Johannesevangelium 1,46 lesen wir, dass einer seiner Jünger, Nathaniel, fragte, ob aus Nazareth überhaupt etwas Gutes kommen könne. Vielleicht dachte er, eine Adresse in Jerusalem sei besser. Als Jesus zum ersten Mal zur Gemeinde Nazareths in ihrer Synagoge sprach, nahm er schnell wahr, dass die Menschen es nicht glauben konnten, dass einer der ihnen irgendetwas Besonderes darstellen sollte. Obwohl sie gut über ihn sprachen (Lk 4,22), fragten sie: „Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles? Und sie ärgerten sich an ihm“ (Mt 13,55 – 57). Und als Jesus begann, sie aufgrund ihrer Haltung zu schelten, indem er darauf verwies, Israel habe seinen Propheten nie die gebotene Ehre zuteilwerden lassen und die vor ihm stehende Menschenmenge unterscheide sich darin nicht von Israel, waren die Menschen wütend. Sie jagten ihn aus der Stadt hinaus an den Rand einer Klippe, um ihn von dort hinabzustoßen. Aber in typischer Superman-Manier „ging [er] mitten durch sie hinweg“ (Lk4,30).Er war jedoch eindeutig kein gewöhnlicher Mensch. Die Wunder, die er vollbrachte, waren nicht zu leugnen, und selbst die Pharisäer verstummten angesichts seines Scharfsinns und seiner Weisheit.
Nichts Schönes
Clark Kent pflegte eine Heldentat zu vollbringen, um sich dann wieder den Augen der Öffentlichkeit zu entziehen, sodass niemand seine Identität erraten konnte. So manches Mal, wenn Jesus jemanden geheilt hatte, forderte er die Betroffenen auf, niemandem davon zu berichten. Er wollte verhindern, dass die Obrigkeit noch vor dem von Gott bestimmten Zeitpunkt seiner habhaft werden konnte. Meist jedoch verkündeten die Geheilten jedermann in Sichtweite, was ihnen widerfahren war, aber Jesus war offensichtlich innerhalb einer Traube von Menschen nicht leicht auszumachen. Und wenn dem so gewesen wäre, hätte es nicht des Verrats durch den Kuss von Judas bedurft. Jesus stach also – wie Clark Kent – als einer unter vielen in keinster Weise hervor. „Er war weder schön noch stattlich, wir fanden nichts Anziehendes an ihm“ (Jes 53,2 Gute Nachricht Bibel). Aber die Parallelen zwischen Jesus und Superman sind – ernsthaft betrachtet – dann doch eher begrenzt. So setzt Ersterer die Bösewichte eben nicht einfach außer Gefecht, sondern verwandelt sie in gute Menschen, was Superman niemals beabsichtigte. Jesus sprach: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32). Er ist bereits dabei, uns nach seinem Bilde umzuwandeln. Die Geschichte unseres Planeten ist von Brutalität und Grausamkeit geprägt. Es gibt mit Sicherheit keinen einzigen Staat auf der Erde, der nicht irgendwann einmal einem Gewaltherrscher ausgeliefert war. Ich selbst kann mich glücklich schätzen, die meiste Zeit meines Lebens im Frieden verbracht zu haben. Ich musste weder die Erfahrung machen, missbraucht oder körperlich angegriffen zu werden, noch um mein Leben fürchten. An der von mir besuchten Schule versuchte nie jemand, Drogen zu verkaufen. Meine Eltern liebten mich und taten für unsere Familie alles, was sie konnten. Aber ich habe dennoch genug Grausamkeit, Hoffnungslosigkeit, Leid, Tyrannei und wirklich Böses gesehen, um mich nach einer Hel dengestalt wie Superman zu sehnen. Ich durfte erfahren, dass Jesus mich bereits vom Anstifter alles Bösen – Satan, dem Teufel – errettet hat. Er war der Schmerzensmann, der zum mächtigen Bezwinger wurde. Er vollbrachte sein Werk vor aller Augen am Kreuz und versetzte den Mächten des Bösen den einen, sie für immer vernichtenden finalen Schlag. Und damit nicht genug, er versprach mir eine niemals endende Zukunft bei sich, was so wunderbar ist, dass ich es mir bei aller Vorstellungskraft nicht auszumalen vermag.
Er ist der ultimative Superman!
10 4-6.2011 | NACHFOLGE
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Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autor: Hilary Jacobs, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: www.wcg.org/de
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