Joyce Meyer: Du darfst dich entspannen!

Das Wort Gottes sagt uns, dass die Sorge das Herz eines Menschen niederdrückt... und das ist wahr. (Sprüche 12, 25) Viele Menschen gehen mit der Last der ganzen Welt auf den Schultern durch ihr Leben - aufgeregt, verstört, innerlich zum Bersten angespannt, davon aufgezehrt, sich um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Unser Feind, der Satan, möchte uns in diesem Zustand festhalten. Warum? Damit wir nicht auf die guten Gaben aufmerksam werden, die Gott uns gegeben hat... damit wir nicht unsere Beziehung mit dem Herrn und das überfließende Leben genießen, für das er gestorben ist.
Das Problem verstehen
Wer etwas gegen Angstzustände tun will, muss zuerst verstehen, was solche Ängste eigentlich sind. Die Definition sieht so aus, dass "man sich fürchtet oder sich Sorgen macht vor etwas, was geschehen könnte, es ist Sorge bezüglich eines zukünftigen Ereignisses". Der Herr sagte mir einmal: "Angstzustände werden ausgelöst, wenn jemand sich emotionell oder gedanklich mit Dingen beschäftigt, die noch gar nicht geschehen sind oder die schon vorbei sind." Anders ausgedrückt: Man entfernt sich aus der Gegenwart und geht gedanklich in die Zukunft oder Vergangenheit.
Seit der Herr mir das verdeutlicht hat, habe ich mir das Ziel gesetzt, mich zu erleichtern und mein Leben zu genießen. Das heißt natürlich nicht, dass ich verantwortungslos und leichtsinnig durch mein Leben gehe. In unserer Welt geschehen viele ernste Dinge, derer wir uns bewusst sein müssen. Wir müssen aber lernen, uns zu entspannen und jedem Ereignis zu begegnen, ohne nervös oder aufgeregt zu werden. Trotz des Aufruhrs um uns herum sollte unser tägliches Bekenntnis lauten: "Dies ist der Tag, den der HERR gemacht hat! Seien wir fröhlich und freuen wir uns in ihm." (Psalm 118, 24)
Sei ein Mensch der Gegenwart
Der häufigste Grund für Angstzustände ist der Fehler, nicht heute zu leben. Viele Menschen verbringen zu viel Zeit damit, über Fehler der Vergangenheit zu grübeln oder sich um Ereignisse in der Zukunft zu sorgen, die vielleicht eintreffen könnten. Ich weiß das, weil ich selbst so ein Mensch war. Gott möchte aber, dass wir im heute leben, ein Mensch der Gegenwart werden.
Dieses Prinzip wird in Matthäus 6, 31 deutlich: So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug. Wir müssen es lernen, uns auf das zu konzentrieren, was wir heute tun anstatt auf das, was wir bereits getan haben oder tun werden. Wenn uns das nicht gelingt, werden wir ständig gedanklich mit dem Gestern und dem Morgen beschäftigt sein, während wir doch heute leben sollen.
Was mein Freund John Maxwell in einem seiner letzten Bücher geschrieben hat, gefällt mir gut: "Gestern hat letzte Nacht aufgehört und auf das Morgen kannst du dich nicht verlassen. Heute ist die einzige Zeit, die dir zur Verfügung steht." Ich glaube, dass auf dem Heute eine Salbung liegt. Jesus sprach von sich nicht als dem "Ich war" oder "Ich werde sein", sondern er nannte sich "Ich bin". Er ist nämlich ständig in der Gegenwart. Er will uns nicht in Angst und Sorge vor der Zukunft sehen.
Wir brauchen nicht wegen der nächsten Woche, dem nächsten Jahr besorgt sein. Unsere volle Aufmerksamkeit sollte auf dem Heute liegen. Gott wird uns heute die Gnade (Fähigkeiten, Stärke, Vollmacht) für heute geben. Die Gnade für morgen werden wir heute nicht bekommen. Wie der Vater im Himmel das Volk Israel mit dem Manna für den jeweiligen Tag versorgte, wird er uns seine Gnade für den jeweiligen Tag schenken. Wenn du das nächste Mal anfängst, dir Sorgen über die Zukunft oder Gedanken über die Vergangenheit zu machen, dann bete zum Herrn, dass er dir hilft, deine Gedanken wieder auf die Dinge des heutigen Tages auszurichten. Lerne aus der Vergangenheit und bereite dich auf die Zukunft vor, aber lebe heute.
Auf Gott ausrichten
Ein weiterer Grund für Angstzustände ist dann gegeben, wenn wir nicht mit dem, was Gott in unserem Leben tut, im Einklang sind. Als wir unseren Dienst begannen, hielt ich Versammlungen mit etwa 50 Besuchern ab. Dies frustrierte mich manchmal, denn ich hatte große Träume. Ich stellte mir vor, wie ich zu großen Menschenmengen reden würde. Ich wurde so von meinem Traum gefangen genommen, dass ich anfing, Dinge zu sagen wie: "Ich werde dann froh sein, wenn ich Hunderte in meinen Versammlungen haben werde." Als dann Hunderte kamen, sagte ich: "Wenn Tausend Menschen zum Gottesdienst kommen, werde ich mich freuen." Als die Zahl erreicht war, war ich immer noch nicht glücklich. Ich begriff, dass irgend etwas nicht in Ordnung war. Mir dämmerte, dass äußere Umstände nicht wahre, bleibende Freude bringen würden.
Um in der Fülle der Freude unseres Herrn zu leben, müssen du und ich einen Grund zur Freude entdecken, der von unseren Lebensumständen unabhängig ist. Wir müssen unsere Freude an der Tatsache entdecken, dass der Herr in uns lebt, anstatt in den Dingen um uns herum. Früher meinte ich sinngemäß: Wenn der Herr tut, was ich will, werde ich mich freuen. Wenn er es nicht tut, bin ich traurig. Ich bin dankbar, dass der Herr mich gelehrt hat, die Fülle der Freude nicht in seinen Geschenken, sondern in seiner Gegenwart zu finden.
Ja! Er hat mich froh gemacht! Wir müssen aufhören, auf den Moment zu warten, in dem er uns froh machen wird, denn er hat es schon getan - im heute und jetzt. Anders als Umstände und Menschen ist Jesus Christus unveränderlich - immer der selbe. Während wir es lernen, uns auf ihn und seine Güte auszurichten, seine Liebe, seine Versorgung, seine Freundschaft, wird seine Freude in uns immer größer und stärker werden.
Ich Glaube, das es genau dieser Zusammenhang ist, den Paulus in Philipper 4, Vers 4 anspricht. Aus dem Gefängnis erklärt er: "Freut euch im Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!" Dann gibt er uns in den Versen 6 und 7 ein erprobtes Rezept gegen Angstzustände: "Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus."
Beachte, dass es hier heißt, dass wir uns allezeit freuen sollen, nicht erst dann, wenn alles vorüber ist. Paulus fordert uns auf, unsere ängstlichen Gefühle und Gedanken dem Herrn zu bringen, so bald sie auftreten - wann auch immer das der Fall sein mag. Wir sollen ihm sagen, was uns fehlt, ihm danken, dass er uns zuvor schon geholfen hat. Die Erinnerung daran, wie der Herr hoffnungslose Situationen gewendet hat stärkt unseren Glauben und verherrlicht unseren Herrn, während gleichzeitig das Problem kleiner wird. Wenn wir es lernen, dieses Rezept in die Praxis umzusetzen, wird der Friede Gottes in unserem Leben um sich greifen.
Wirf deine Sorgen
Gott liebt dich und er möchte, dass du Frieden hast. Jesus sagte in Johannes 14, 27: "Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam." Die Amplified Bible erklärt diesen Vers so: "Erlaubt euch nicht mehr, aufgeregt und verstört zu sein, gestattet euch keine Furchtsamkeit und Einschüchterung, Sorge und Beunruhigung."
Wie hört man damit auf, sich Sorge, Angst, Verunsicherung zu gestatten? Indem man die gesunde Angewohnheit entwickelt, im heute zu leben, indem man furchtsame Gedanken dem Herrn bringt sobald sie kommen, indem man die Sorgen auf den Herrn wirft. In 1. Petrus 5, 7 wird uns gesagt: "...indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft! Denn er ist besorgt für euch." Das bedeutet in der Praxis, Gott die Dinge im Gebet zu bringen, die uns Sorgen bereiten, uns ängstigen, und sie dann dort zu lassen.
Geh einfach zu Gott und sage ihm: "Vater, ich bin besorgt wegen ... ...ich habe das Geld nicht, um die Rechnungen zu bezahlen... ...meine Eltern sind krank und alt und kennen dich noch nicht als Erretter..." oder was immer auch dein Herz niederdrückt. "Herr, wenn ich irgend etwas in dieser Situation tun kann, dann zeig es mir bitte. Du warst in der Vergangenheit so treu bei mir. Du hast mich mit Gesundheit gesegnet, als ich keine Versicherung hatte... ...hast meine Schwestern errettet, als ich für sie gebetet hatte... ...hast mich in dem Unfall damals vor Verletzungen bewahrt..." - sprich es laut aus, was Gott schon für dich getan hat. "Ich bin so dankbar, dass du mich versorgst und über mir wachst. Ich gebe dir diese Sorgen, die mir so schwer auf der Seele lasten. So, wie du mir bisher geholfen hast, wirst du mir wieder helfen. Lass deinen Frieden in mein Herz strömen und vertreibe die Sorgen und Ängste, die mich bedrängen. Ich empfange es im Glauben. Im Namen Jesu, Amen!"
Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Universums kümmert sich intensiv um dich! Er hat gute Gedanken über dich. Du bist unauslöschlich in seinen Händen, seine guten Absichten und Gedanken über dich sind unzählbar. Ich ermutige dich, deine Sorgen auf den Herrn zu werfen. Wenn du bemerkst, dass du dir Sorgen machst, dass Ängste kommen, dann renne im Gebet zum Herrn. Tausche deine Angstzustände gegen seinen Frieden ein. Es ist wirklich erlaubt, sich zu entspannen und froh zu sein!
Büchertipp: Bloß kein Streit . . .? von Joyce Meyer
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Ein Artikel von www.Glaube.de
Autorin: Joyce Meyer
2005 Mit freundlicher Genehmigung nur für Glaube.de von Joyce Meyer Ministries.
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