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13-03-06

Kay Twombley: Wo warst du, Gott?

Gib dich dem Vater hin, auch wenn du verletzt bist

? Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst. Matthäus 26,39b
Ich bin umhergeirrt wie ein verlorengegangenes Schaf. Suche deinen Knecht. Psalm 119,176

Vielleicht ist die Veränderung für dich ein neues Gefühl und alles Neue macht dir ein bisschen Angst. Diese Zeit der Angst gehört zum Veränderungsprozesses mit dazu. Niemand möchte sich verändern. Bitte lauf bei diesem Prozessabschnitt nicht einfach davon. Lass zu, dass dir der Heilige Geist Mut vermittelt...


Vielleicht ist unser Herz bereit für die Veränderung, doch unser Fleisch ist es nicht. Wenn wir an diesem Prozess arbeiten, dürfen wir uns an die Anweisungen erinnern, die Nehemia seinem Volk gab, als sie angegriffen wurden. Nehemia wusste, dass das Volk weiter arbeiten und doch bereit sein musste, falls nötig, die Arbeit niederzulegen und zu kämpfen.

"? Und die Lastträger trugen ihre Last folgendermaßen: Mit der einen Hand arbeiteten sie am Werk, während die andere die Waffe hielt. Und von den Bauleuten hatte jeder sein Schwert um seine Hüften gegürtet, so bauten sie ?" (Nehemia 4,11-12). Bei uns ist es genauso. Wir müssen verstehen, dass der Feind versuchen wird, unsere Mission zu verhindern, während wir daran arbeiten, uns zu verändern. Dieses Stadium der Veränderung ist nicht leicht, doch wir können es schaffen! Wenn wir so viel von Gottes Wort wissen, wie nur möglich, sind wir ausgerüstet, um zu kämp-
fen und durchzuhalten. Wir können auch durch Erzählungen anderer ermutigt werden, die vor uns gekämpft und gesiegt haben.

Mut ist ein interessantes Wort. Es wird definiert als mentale oder moralische Stärke, etwas zu wagen, durchzuhalten und Gefahr, Angst oder Schwierigkeiten zu widerstehen. Man könnte denken, wenn man einmal mutig war, ist man immer mutig. Ich glaube aber, dass uns das Wort Gottes sagen möchte, dass es Zeiten gibt, in denen wir daran erinnert werden müssen, mutig zu sein. Schau dir einmal diesen Abschnitt im Buch Josua an:

Sei stark und mutig! Denn du, du sollst diesem Volk das Land als Erbe austeilen, das ihnen zu geben, ich ihren Vätern geschworen habe. Nur sei recht stark und mutig, dass du darauf achtest, nach dem ganzen Gesetz zu handeln, das mein Knecht Mose dir geboten hat! Weiche nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du überall Erfolg hast, wo immer du gehst! ? Habe ich dir nicht geboten: Sei stark und mutig? Erschrick nicht und fürchte dich nicht! Denn mit dir ist der Herr, dein Gott, wo immer du gehst ? Nur sei stark und mutig! Josua 1,6-7.9.18

In diesem Kapitel wurde Josua viermal dazu angewiesen, stark und mutig zu sein. Warum musste dies Josua gesagt werden? Hatte er nicht genug gesehen, um sein Leben lang stark und mutig zu sein? Und doch musste Josua dazu aufgefordert werden, mutig zu sein. Wir wollen uns kurz einmal das Leben Josuas anschauen. An diesem Punkt in Josuas Leben war Mose gerade gestorben. Josua war Mose ein treuer Diener und war Augenzeuge einiger erstaunlicher Wunder gewesen: Die Teilung des Roten Meers; die tägliche Versorgung mit Manna vom Himmel; das Senden von Wachteln, um die Kinder Israels mit Fleisch zu versorgen; und die Plagen, die Gott über den Pharao kommen ließ - um nur einige von ihnen zu nennen. Man sollte meinen, dass er es nie mehr nötig haben sollte, dazu aufgefordert zu werden, mutig zu sein. Schließlich waren Josua und Kaleb die einzigen beiden Kundschafter gewesen, die glaubten, dass Gott den Kindern Israel das verheißene Land geben würde. (Kennst du diese Geschichte noch nicht, dann kannst du sie in 4. Mose 13-14 nachlesen).

Und Josua, der Sohn des Nun, und Kaleb, der Sohn des Jefunnes, von denen die das Land ausgekundschaftet hatten, zerrissen ihre Kleider und sagten zu der ganzen Gemeinde der Söhne Israel: Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, das Land ist sehr, sehr gut. Wenn der Herr Gefallen an uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben, ein Land, das von Milch und Honig überfließt. Nur empört euch nicht gegen den
Herrn! Und fürchtet doch nicht das Volk des Landes, denn unser Brot werden sie sein! Ihr Schutz ist von ihnen gewichen, und der Herr ist mit uns. Fürchtet sie nicht! 4. Mose 14,6-9

An diesem Punkt seines Lebens bewies Josua großen Mut. Als Josua an die Stelle Moses trat, musste er jedoch dazu angehalten werden, stark und mutig zu sein. Vielleicht kanntest du Gott in jungen Jahren und folgtest ihm treu nach, hast es nun jedoch nötig, ermahnt zu werden, stark und mutig zu sein. Wenn du dich mit den Mauern auseinandersetzt, die du um dich herum aufgebaut hast, um zu überleben, wirst du mutig sein müssen.
Ängste stehlen uns den Mut. Es ist nicht einfach, deine Einstellungen, Standpunkte oder Meinungen zu ändern, an denen du die meiste Zeit deines Lebens oder gar dein ganzes Leben lang festgehalten hast. Ich fordere dich dazu auf, stark und mutig zu sein, wenn du diese Bereiche deines Lebens ausfindig machst, die einer Veränderung bedürfen.


Mit richtig und falsch kämpfen

Wir alle kämpfen damit, was richtig und falsch ist, egal, wie unser Hintergrund im Einzelnen aussieht. Sind wir verletzt, kämpfen wir vielleicht besonders damit, uns dem Willen des Vaters zu unterwerfen. Manchmal
können wir uns einfach nicht für das Richtige entscheiden und den Willen Gottes tun, solange der Herr nicht für uns kämpft.

Viele Christen vor uns haben gekämpft und gesiegt. Sie lernten, sich selbst zu sterben und das Leid und die Veränderung zu ertragen, was oft mit der richtigen Entscheidung und praktischen Umsetzung der richtigen Dinge verbunden ist. Betrachten wir einmal ihr Leben und ihren Kampf, den sie durchstanden, damit wir sehen, was wir aus ihren Erfahrungen lernen können. Auf diese Weise können die Lektionen, die sie lernten, dazu beitragen, dass wir für den Kampf zugerüstet werden.

Das Leben der Menschen, die wir betrachten, veranschaulicht uns, wie wichtig es ist, den Willen des Vaters zu suchen und zu befolgen, auch wenn es ein Kampf ist.


Andere kämpften schon bereits vor dir

In all den Jahren ermutigten mich einige Menschen aus der Bibel, die darum gerungen hatten, um herauszufinden, was richtig und falsch war. Meine Lieblingspersonen sind dabei Paulus, Mose, David, Jona und Petrus.

Paulus

Paulus schrieb viel über den Kampf um das, was richtig ist. Insbesondere Römer 7,7-25 behandelt das Thema des Kampfes mit der Sünde. Manchmal erkenne ich, wie ich selbst wie Paulus kämpfe. Paulus kämpfte nicht darum zu erkennen, was richtig oder falsch war, er kämpfte damit, das Richtige zu tun.

Römer 7,15 sagt uns, dass er nicht immer das Richtige tat: "Denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus."

Der nächste Vers zeigt, dass Paulus den Wert von Gottes Gesetz verstand - dass es eine gute Sache und keine schlechte war. Paulus sagte: "Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so stimme ich dem Gesetz bei, dass es gut ist" (Römer 7,16).

Paulus mangelte es nicht an Verständnis, was falsch oder richtig war. Darüber wusste er Bescheid. Sein Problem war, sich für den Gehorsam zu entscheiden. Das Wissen, was richtig ist, endet nicht immer in einer Entscheidung dafür.

Im letzten Jahr arbeitete ich ehrenamtlich sechs Monate lang einen Tag pro Woche in einem Obdachlosenheim. Etwas, das ich dabei sehr schnell begriff, war, dass die Männer dort erkannten, dass viele ihrer Entscheidungen schlecht gewesen waren. Sie benötigten niemand, der ihnen darüber predigte, wie eine schlechte Entscheidung aussieht.
Wir Menschen treffen viele bewusste schlechte Entscheidungen.

Wir brauchen Unterweisung, wie man sich richtig entscheidet. Ein Teil dieser Unterweisung sollte sich mit dem befassen, was zu tun ist, wenn in unserem Herzen etwas nicht in Ordnung ist. Manchmal genießen wir es, einen Groll gegen jemand zu hegen. Manchmal genießen wir es, über Menschen zu reden. Manchmal genießen wir es, zu sündigen. Die Bibel vermittelt sogar den Eindruck, dass die Sünde über eine gewisse Zeit hinweg einen Genuss darstellen kann. Hebräer 11,25 sagt: "? Und er zog es vor, lieber zusammen mit dem Volk Gottes geplagt zu werden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben."

Diese Schriftstelle bezieht sich auf Mose. Mose hätte in der ägyptischen Königsfamilie bleiben können. Er entschied sich stattdessen dafür, geplagt zu werden und seiner Familie die Treue zu halten.



Mose kämpfte darum, Gott gehorsam zu sein

Wenn du den Bericht von Mose nicht kennst, wie er im 2. Mose wiedergegeben wird, soll das Folgende eine kurze Zusammenfassung für dich sein.

Das zweite Buch Mose erzählt uns, wie Mose zu einer Zeit geboren wurde, als das israelitische Volk bereits seit geraumer Zeit von den Ägyptern versklavt worden war. Während ihrer Zeit in Ägypten wuchs die Zahl der Israeliten an. Weil der Pharao die Bevölkerung der Israeliten fürchtete, wollte er sie verringern. Er glaubte, dass eine der besten Möglichkeiten die Ermordung der neugeborenen männlichen Babys darstellen würde, und wies die Hebammen an, alle männlichen hebräischen Babys umzubringen.

Jochebed, Moses Mutter, entschied sich dafür, ihr männliches Baby zu verstecken, um sein Leben zu schützen. Sie legte den kleinen Mose in ein Körbchen, das mit Pech versiegelt war, und setzte es in einem Fluss aufs Wasser. Moses Schwester Miriam stand in einiger Entfernung Wache. Baby Mose wurde von der Tochter des Pharao entdeckt. So wurde Mose als Ägypter großgezogen, als Enkel des Pharao. Mose hätte alle Freuden, die er wollte, auskosten können.

Als Mose ungefähr 40 Jahre alt war, ging er aus, um die Arbeit des hebräischen Volkes zu beobachten. Während er sich umsah, nahm er wahr, wie ein Ägypter einen Hebräer misshandelte. In seinem Zorn tötete Mose den Ägypter. Mose verließ zu dieser Zeit Ägypten und floh nach Midian, wo er 40 Jahre lang blieb. Gott sprach zu Mose, während er in Midian war. Dort finden wir auch den Bericht vom brennenden Busch, in dem Gott Mose befahl, nach Ägypten zurückzugehen und das Volk Gottes aus ihrer Gefangenschaft zu führen.

Ich erwähnte zuvor in diesem Buch den Bericht darüber, als die Israeliten nach Hilfe riefen. Mose hätte sich aus ihrem Leid heraushalten können. Es wäre für ihn viel einfacher gewesen, wenn er in Midian geblieben wäre. Gott berief aber Mose zu einer besonderen Aufgabe. Ich bin sicher, dass Mose manchmal damit kämpfte, sich dieser Berufung zu unterwerfen. Wenn du die ersten Kapitel von 2. Mose liest, wirst du seinen Kampf erkennen.
Zum Zeitpunkt als Gottes Ruf kam, fühlte sich Mose ziemlich deplaziert. Er war im ägyptischen Königshaus aufgezogen worden, war aber Israelit. Die Schrift gibt an, dass Mose eher wie ein Ägypter ausgesehen haben muss, denn als er in Midian war, traf er einige junge Frauen an einem Brunnen. Sie gingen nach Hause und erzählten ihrem Vater, dass ihnen ein Ägypter geholfen hätte: "Sie antworteten: Ein ägyptischer Mann hat uns aus der Gewalt der Hirten befreit, und er hat sogar eifrig für uns geschöpft und die Herde getränkt" (2. Mose 2,19).

Mose sah aus wie ein Ägypter und sprach wie ein Ägypter, war aber kein Ägypter. Er passte einfach nicht dazu. Mose zählte Gott einige Gründe auf, warum er eine schlechte Wahl war, um die Israeliten aus ihrer Gefangenschaft zu führen. Mose sagte zunächst: "?Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und die Söhne Israel aus Ägypten herausführen sollte?" (2. Mose 3,11).

Sein israelitisches Volk kannte ihn nicht einmal. Sein ägyptisches Volk fühlte sich von ihm betrogen. So ist es nicht überraschend, dass 2. Mose 3,11 darauf hinweist, dass sich Mose unwert fühlte und seine Fähigkeit in Frage stellte, das Volk aus Ägypten zu führen. Daraufhin sagte Mose zu Gott: "? Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name? Was soll ich dann zu ihnen sagen?" (2. Mose 3,3).

Daraufhin beklagte sich Mose bei Gott darüber, dass er kein guter Redner sei. Gott sandte Aaron, der anstelle von Mose sprechen sollte. Mose suchte aber immer noch nach einem Ausweg, um nicht das Richtige zu tun. In 2. Mose 4,1 sagte Mose: "?Und wenn sie mir nicht glauben und nicht auf meine Stimme hören, sondern sagen: Der Herr ist
dir nicht erschienen?"

Für mich klingt das nach einer berechtigten Sorge. Mose fühlte sich am falschen Platz. Mose dachte: "Ich bin ein Israelit, aber ich sehe aus wie ein Ägypter und spreche wie ein Ägypter. Jetzt lebe ich in Midian mit den Midianitern." Ich glaube, dass das geringe Selbstvertrauen und seine Angst Mose immer noch so sehr im Griff hatten, dass er nicht erkennen konnte, wie er seine Aufgabe erfüllen sollte. Gott wusste, dass Mose Hilfe benötigte.
Deshalb griff er auf übernatürliche Weise ein, um Moses Selbstvertrauen zu stärken. Gott gab ihm einen Wunderrstab, und zeigte ihm dadurch, dass er hinter ihm stehen würde.

Mose kämpfte darum, das Richtige zu tun. Er wünschte sich wirklich, dass Gott jemand anderen finden würde. Mose konnte sich sicher nicht vorstellen, dass wir ihn Tausende Jahre später als Beispiel für Gehorsam gegenüber dem Vater herannehmen würden. Alles, was Mose wusste, war, dass es viele Israeliten gab, und dass es ein weiter Weg bis ins verheißene Land war.

Mose kam immer wieder mit Ausreden, bis schließlich Gottes Zorn gegen ihn entbrannte. Gott sagte zu Mose, dass sich Aaron, sein Bruder, bereits auf den Weg gemacht hatte, um ihn zu treffen. Ich bin mir sicher, dass das ein weiteres übernatürliches Zeichen von Gott war, um Mose zu ermutigen und ihm zu zeigen, dass Gott mit ihm sein würde. Einige von uns denken vielleicht heute, dass sie Gott an den Punkt gebracht haben, dass er zornig auf sie ist. Gott sagt jedoch, dass er uns gegenüber sehr langmütig ist. Nehemia 9,17 zeigt uns, dass Gott langsam zum Zorn ist. Sei dir darüber im Klaren, dass du nicht so weit gegangen bist, dass Gott dir nicht mehr helfen könnte.
Ich berate regelmäßig Menschen. Manchmal kommen Leute zu mir, die glauben, dass ihnen Gott nicht vergeben könne, weil ihre Sünden so groß sind. Es scheint so, als legten sie Grenzen dafür fest, womit Gott umgehen kann und womit nicht. Sie sind davon überzeugt, dass ihnen Gott niemals vergeben könne. Ich sage ihnen dann, dass sie nicht
bestimmen könnten, wie weit die Langmut Gottes reicht. Solange sie noch Interesse an Gott haben, ist er sicherlich auch an ihnen interessiert.



Jona, ein weiteres Beispiel für einen Kämpfer

Jona war ein weiterer Mensch, der sich weigerte, das Richtige zu tun. Seine Geschichte wird in einem kurzen Buch des Alten Testaments wiedergegeben, das nur vier Kapitel lang ist. Jona bekam von Gott den Auftrag, loszugehen und gegen eine Stadt namens Ninive zu predigen. Ninive, das sich in der Nähe des heutigen Irak befindet, war die
Hauptstadt des assyrischen Reichs. So fängt dieses Buch also damit an, dass der Herr zu Jona sagt: "Mache dich auf, geh nach Ninive, der großen Stadt, und verkündige gegen sie! Denn ihre Bosheit ist vor mich aufgestiegen" (Jona 1,2).

Jona mochte seine Berufung nicht. Er konnte die Menschen von Ninive nicht ausstehen, wahrscheinlich, weil sie Nichtjuden waren. Folglich sah er keinen Sinn darin, ihnen dabei zu helfen, dem Zorn Gottes zu entrinnen. Statt dem Herrn zu gehorchen, beschloss Jona ein Schiff zu nehmen und in die andere Richtung zu fahren. Er ging zum Hafen von Joppe und bestieg dort ein Boot nach Tarsis.

Auf seinem Weg nach Tarsis wurde Jona bei einem heftigen Sturm über Bord geworfen und von einem großen Fisch verschluckt. Nach drei Tagen im Bauch des Fisches überdachte er noch einmal die Anweisungen Gottes. Als ihn der Fisch an Land spuckte, ging er zurück nach Ninive und predigte dort gegen die Menschen von Ninive, wie ihn Gott angewiesen hatte. Jona verkündigte, dass der Herr die Stadt Ninive innerhalb von 40 Tagen zerstören würde, wenn die Menschen dort nicht Buße täten.

Jona war nicht glücklich darüber, als die Menschen seine Botschaft annahmen und Buße taten. Was für ein Bericht über die Natur des Menschen! Er konnte die Menschen einfach nicht leiden.

Verhalten wir uns nicht manchmal ähnlich? Wir weigern uns das Richtige zu tun, nur weil wir den richtigen Weg nicht so sehr mögen. Manchmal bringen wir uns selbst in Situationen, die genauso ernst sind, wie die von Jona, als er sich im Bauch des großen Fisches befand. Wir weigern uns Dinge zu tun, von denen wir wissen, dass sie richtig sind,
und finden uns schließlich in Situationen wieder, die ebenso katastrophal sind, wie die von Jona. Wie Jona werden wir vielleicht auch zornig auf Gott, wenn sich die Dinge nicht so entwickeln, wie wir es möchten.
Jona war nicht glücklich darüber, dass Gottes Mitleid allen Menschen galt. Jona war ein hebräischer Prophet. Er war ein Mann Gottes. Und dennoch kämpfte er stark darum, das Richtige zu tun.


Petrus

Kommen wir nun zu Petrus. Der Bericht über Petrusveranschaulicht den Schmerz, den wir erleiden, wenn wir uns weigern, das Richtige zu tun. Petrus war einer der ersten Jünger, die zugleich enge Freunde von Jesus waren. Er war der Jünger, der Jesus als Messias erkannte (siehe Mk. 8,27-29). Andererseits verleugnete Petrus Jesus auch dreimal. Jedes der vier Evangelien berichtet darüber, dass Petrus Jesus verleugnete (siehe Matth. 26,69-75; Mk. 14,66-72; Lk. 22,55-62; Joh. 18,16-18, 25-27).

Petrus wusste, dass Jesus der Messias war. Petrus wusste, dass es falsch war, Jesus zu verleugnen - trotzdem tat er es. Jesus hatte Petrus sogar zuvor davor gewarnt, dass er ihn verleugnen würde. Als Jesus vorhersagte, was geschehen würde, glaubte Petrus seiner Vorhersage nicht (z. B. Matth. 26,34-35). Dies ist eine weitere Lektion über die menschliche Natur. Wie viele von uns wurden gewarnt und blieben trotzdem in ihrer Sünde?
Die Erzählung über Petrus hat ein tolles Ende. Nach seiner Auferstehung erschien Jesus 40 Tage lang auf der Erde. Während dieser Zeit zeigte er sich dem Petrus und beauftragte ihn dreimal, seine Schafe zu weiden (siehe Joh. 21). So wurde Petrus wieder aufgerichtet. Er tat Buße und empfing Vergebung. Petrus kämpfte und gab nicht auf.



Jesus, unser teurer Erlöser, kämpfte darum, das Richtige zu tun


Die letzte Person, die ich in diesem Kapitel behandeln möchte, ist Jesus selbst. Ich glaube, dass er damit rang, das Richtige zu tun, auch wenn er schließlich immer die richtige Entscheidung traf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesu Schweiß wie Blutstropfen war (siehe Lk. 22,4), als er auf dem Ölberg dreimal betete, dass der Kelch an ihm vorübergehen möge (siehe Matth. 26,36-44), hätte er sterben wollen. Auch hätte er nicht zu seinen Jüngern gesagt:

"? Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod. Bleibt hier und wacht mit mir" (Matth. 26,38).
Jesus rang damit, das Richtige zu tun, entschied sich aber immer richtig. Er wurde versucht wie wir, blieb aber ohne Sünde (siehe Hebräer 4,15). Er war überwältigt vom Leid und akzeptierte dennoch den Willen und Plan seines Vaters. All dies verlangte viel von Jesus ab. Er musste seine Freunde und Familie aufgeben, um das Richtige zu tun.
Manchmal müssen wir Menschen, die wir mögen, aufgeben, um das Richtige tun zu können. Manchmal müssen wir Dinge, die wir mögen, aufgeben, um richtig zu handeln. Manchmal werden wir von Trauer überwältigt, wenn wir uns für das Richtige entscheiden. Das Richtige zu tun, vermittelt nicht immer ein gutes Gefühl. Das Richtige zu tun,
kann eine Zeit lang weh tun. Das Richtige zu tun, kann das Schwierigste sein, was wir jemals getan haben.
Trotzdem kannst du dich für das Richtige entscheiden. Jesu Schweiß war wie Blutstropfen, als er das Richtige tat.

Du kannst genauso leiden und traurig sein, wenn du dich entscheidest, Drogen, Alkohol, Spielsucht, eine unfromme Beziehung, eine negative Einstellung, Klatsch, Stolz oder Selbstsucht aufzugeben. Fühl dich nicht einsam! Du kannst
denselben Mut haben, den auch schon Jesus hatte. Mut übersteigt die Angst, die dich davon abhalten will, dich zu verändern. Er vermittelt dir das Wissen, dass du es schaffen kannst.

Manchmal wissen wir, was zu tun ist, wir benötigen nur noch den Mut, es auch zu tun. Das Richtige zu tun, setzt eine tiefe Überzeugung voraus. Wir dürfen wissen, dass es sich nicht immer gut anfühlen muss, wenn wir das Richtige tun. Es ist in Ordnung, verletzt zu sein. Es ist in Ordnung, Trauer zu empfinden. Die Dinge werden wieder besser werden.

Wenn sich erst einmal eine schlechte Gewohnheit oder ein schlechtes Denkmuster festgesetzt hat, ist der einzige Weg, es zu durchbrechen, ein beschwerlicher. Wenn wir standhaft dem Schmerz aus dem Weg gehen, verzögern wir den Frieden, den wir aus der Befreiung von der Kontrolle dieser Gewohnheit, Abhängigkeit oder Besessenheit erhalten
würden. Deshalb müssen wir erkennen, dass das Richtige zu tun unbequem und schmerzhaft sein kann und es wahrscheinlich auch von Zeit zu Zeit ist.



Mein eigener, persönlicher Kampf

Es gab Zeiten, in denen ich wusste, dass in meinem Herzen etwas nicht passte. Während dieser Zeiten ging ich durch viele Gefühlsschwankungen hindurch, als ich versuchte, mir darüber klar zu werden, wo Gott war, während ich kämpfte. War ich Gott hingegeben, wie konnte ich dann den Wunsch verspüren, etwas zu tun, das seinem
Gesetz genau entgegenstand?

Oft stellte ich meine Hingabe zu Gott in Frage. Es war ein quälendes Gefühl, zu wissen, dass Gott mich liebt, und doch die Entscheidung treffen zu müssen, ob ich ihm gehorchen wollte, oder nicht. Ich fragte mich, warum ich um die Entscheidung ringen musste, ob ich dem Herrn gehorchen wollte oder nicht, wenn ich ihn wirklich liebte. Wie konnte ich meinen Glauben und meine Hingabe zu Gott kompromittieren, da ich den Herrn doch liebte?

Während diesen Zeiten meines Lebens bedrängte ich Gott stärker als je zuvor. Ich hatte ein großes Problem damit, zu glauben, dass jemand Gott so sehr lieben und dennoch so stark versucht werden konnte. Ich betete zu Gott, meine Liebe zu ihm so groß werden zu lassen, dass ich ihn mehr als alles andere liebte, und dass meine Liebe zu ihm ein natürlicher Widerstand gegen die Sünde darstellte. Ich sagte zum Herrn: "Ich möchte dir dienen und dich ehren, weil ich dich liebe, nicht weil ich fürchte, dass du mich in die Hölle schickst." In diesen Zeiten stellte ich fest, wie schwach meine Liebe zum Vater im Grunde war.



Deine Definition von Liebe könnte schwach sein

Dann fing ich an, mir mehr Gedanken über die Bedeutung von Liebe zu machen. Was bedeutete es, jemanden zu lieben? Was bedeutete es, den Herrn von ganzem Herzen, ganzer Seele und mit allem Verstand zu lieben, wie die Schrift es verlangt? Ich begann meine Suche mit der Beschreibung von Liebe, wie wir sie in 1. Korinther 13 finden. Diese Schriftstelle zeigte mir, wie ich mich verhalten würde, wenn ich liebte. Ich wäre geduldig; ich wäre gütig; ich wäre nicht neidisch; ich würde nicht groß tun; ich würde mich nicht leicht ärgern; ich würde keine Liste mit Fehlgriffen anfertigen; ich würde immer vertrauen; ich würde immer hoffen; und ich würde nie aufgeben.

Dennoch blieben Fragen. Was genau ist Liebe? Ich musste wissen, was Liebe ist! Als ich im Lexikon nachschlug, fand ich heraus, dass Liebe definiert wird als "ein Gefühl der tiefen Zuneigung und Leidenschaft; starke Zuneigung, die aus Nähe und Verwandtschaft entsteht."

Leidenschaft wird definiert als "ein starkes Gefühl von Liebe, Zorn, Hoffnung, Sehnsucht, Freude, Angst oder Kummer." Oft lenken diese Kräfte unser Verhalten. Zuneigung wird definiert als "beständiger guter Wille, beständige Liebe oder eifrige Zuneigung." Deshalb ist Liebe ein starkes, leidenschaftliches Gefühl mit einer treibenden Kraft, die eine beständige eifrige Zuneigung hervorbringt.

Ich sagte zum Herrn: "Gott, Vater, ich möchte eine Liebe zu dir haben, die genauso stark ist." Ich möchte ein starkes leidenschaftliches Gefühl, mit einer treibenden Kraft, die mir eine beständige eifrige Zuneigung gibt, die alle anderen Gefühle übersteigt. Ich möchte in der Lage sein, gegenüber jeder anderen Emotion in meinem Leben zu sagen: "Ich
brauche Gott mehr als alles andere."

Gott mehr als alles andere zu brauchen, kann für so viele verschiedene Dinge im Leben eines Menschen gelten. Denke nur an den Alkoholiker oder den Drogensüchtigen. Bei ihm bedeutet es, allen Gedanken der Abhängigkeit, die in seinem Leben über Gott stehen, zu sagen: "Nein! Ich möchte Gott mehr, als dich."

Denk an die Menschen, die in gottlosen Beziehungen stecken. Bei ihnen bedeutet es, zu dieser gottlosen Sehnsucht zu sagen: "Nein! Ich möchte Gott mehr, als ich dich will."
Denk an die Menschen, die vom Geld besessen sind. Bei ihnen bedeutet es, zu dieser Lust nach Geld zu sagen: "Nein! Ich möchte Gott mehr, als ich dich will."

Ich wünsche dir, dass du es schaffst, zu jedem anderen Gefühl, das dich dazu treibt, deinen Glauben und deine Liebe zum Vater auf Sparflamme zu stellen, zu sagen: "Nein! Ich möchte Gott mehr, als ich dich will."

Während dieser Zeit, als ich nach Antworten suchte, erkannte ich, dass ein Großteil meiner Liebe bislang in Selbstsucht und Kontrolle wurzelte. So schrie ich schließlich in Buße zum Herrn, dass er mich seine Wege lehrte, und mir zeigte wie ich lieben sollte.



Mit der Frage der Liebe ringen

Während ich versuchte, mit der Frage der Liebe zu ringen, begann mir der Vater zu zeigen, dass ich nicht verstand, wie sehr er mich liebte. Ich sagte schließlich: "Herr, wie erkenne ich deine Liebe?" In meinem Geist begann ich damit, Schriftstellen über die Liebe des Vaters zu bewegen.

Zuerst dachte ich an Johannes 3,16: "Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat."

Ich erinnerte mich, dass Jesus in Johannes 17,3 sagte: "Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen." Er begann mir zu zeigen, dass ich, wenn ich erst einmal Wissen über und die Erkenntnis von seiner Liebe mir gegenüber hätte, weniger damit kämpfen müsste, ihm zu gehorchen.

Also fing ich an, den Vater zu fragen:
"Was ist das, was ich von dir nicht verstehe? Warum habe ich dir 25 Jahre lang gedient und dennoch verstehe ich immer noch nicht wirklich, wie sehr du mich liebst? Was hat diese Fülle an Informationen bis heute blockiert?"
Der Herr wies mich bald auf das Gleichnis vom Sämann in Matthäus 13,1-23 hin. Jesus erklärte den Jüngern die

Bedeutung des Gleichnisses:
Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reißt weg, was in sein Herz gesät war; dieser ist es, bei dem an den Weg gesät ist. Bei dem aber auf das Steinige gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt; er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist nur ein Mensch des Augenblicks; und wenn Bedrängnis entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, nimmt er sogleich Anstoß. Bei
dem aber unter die Dornen gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört, und die Sorge der Zeit und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht. Bei dem aber auf die gute Erde gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und versteht, der wirklich Frucht bringt; und der eine trägt hundert-, der andere sechzig-, der andere dreißigfach. Matthäus 13,19-23

Anhand dieser Schriftstelle sah ich, dass der Böse das Verständnis behindert, indem er das Wort ausreißt. Das Verständnis wird behindert durch Sorgen, Verfolgung und den Betrug des Reichtums. So hatte ich das Gefühl, dass mir der Herr zeigte, dass ich immer noch Zweifel an seiner großen Liebe zu seinen Kindern hatte.

Ich fragte den Herrn:
"Warum? Warum habe ich immer noch Zweifel?"
Ich fühlte dann, wie er sagte: "Du hast oft auf den Feind gehört, wo du ihm gegenüber eigentlich die Schrift hättest zitieren sollen. Die Botschaft meiner Liebe ist zu kurz gekommen. Viele Menschen hören viele Predigten über das Gericht und nicht genug über meine Liebe und meinen überfließenden Segen."

Ich begann zu verstehen, dass es hier nicht um mich ging, sondern um die große Liebe, die der Vater für mich bereithält. Bis zu dieser Zeit hatte ich das Gefühl, dass ein Großteil meines christlichen Lebens davon abhing, was ich tat. Zum Beispiel: wenn ich allen Befehlen Gottes gehorsam wäre, würde er mich lieben; wenn ich die Bibel täglich lesen würde, würde er mich lieben; wenn ich jedes Mal zum Gottesdienst gehen würde, würde er mich lieben; wenn ich regelmäßig beten und fasten würde, würde er mich lieben. Meine ganze Beziehung zu Gott war in meinen Augen abhängig von dem, was ich tat. Plötzlich sah ich, dass ich nicht der perfekte Mensch war, der ich immer zu sein glaubte.
Wie würde Gott mit mir umgehen? Der Vater lehrte mich Folgendes.



Der Vater lehrte mich eine neue Art zu beten, damit ich mich richtig entscheiden kann

Der Vater fing an, mir neue Gebete zu zeigen, die ich beten sollte. Diese Gebete baten den Herrn, etwas für mich zu tun. Mein ganzer Schwerpunkt des Gebets verschob sich.
Ich bin umhergeirrt wie ein verlorengegangenes Schaf! Suche deinen Knecht! Denn ich habe deine Gebote nicht vergessen. Psalm 119,176

Zuerst zeigte mir der Herr, dass ich ihn bitten sollte, mich zu suchen. Der Psalmist wusste, dass er gesündigt hatte. Offensichtlich fühlte er sich schwach, denn er bat Gott, ihn zu suchen.

Such mich, Herr!

Bitte Gott, dich mit großer Ausdauer zu suchen. Bitte ihn, dass er nicht zulässt, dass du dich vor ihm versteckst. Bitte ihn, dich zu finden, selbst wenn du dich hinter mehreren Mauern versteckst. Wenn dich der Vater erst einmal gefunden hat, kannst du eine andere Art Gebet sprechen. König David zeigt uns, wie man so beten kann.
Die Bibel sagt, dass David ein Mann war nach dem Herzen Gottes:
? Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn zum Fürsten über sein Volk bestellt ?1. Samuel 13,14

Gott hatte ihn erwählt und gesegnet. Doch David erkannte, dass seine Wünsche nicht immer das waren, was sich Gott für ihn wünschte:

Da sandte David Boten hin und ließ sie (Anm.: Batseba) holen. Und sie kam zu ihm, und er lag bei ihr ? 2. Samuel 11,4
Wenn dir diese Geschichte von David nicht bekannt ist, dann nimm dir die Zeit und lies einmal das 2. Buch Samuel. Nachdem ihn Gott zum König gemacht hatte, beging David eine große Sünde. Der Psalm 51, ein wunderschönes Gebet, berichtet von der Buße Davids, nachdem er mit Batseba Ehebruch begangen hatte (siehe 2. Samuel 11). In diesem Gebet bittet David: "Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist!" (Psalm 51,12).

David bat Gott, in ihm ein reines Herz zu erschaffen. Ich finde es interessant, dass David Gott nicht bat, in ihm ein reines Herz wiederherzustellen. Erschaffen ist ein Wort, das eine vollkommen andere Bedeutung hat, als wiederherstellen. Erschaffen bedeutet, etwas zur Existenz bringen, das vorher noch nicht da war.




Erschaffe in mir, Herr, ein reines Herz!


David hatte offensichtlich das Gefühl, dass er auf diesem Gebiet noch nie ein reines Herz besessen hatte, sonst hätte er Gott gebeten, sein reines Herz wiederherzustellen. Wiederherstellen bedeutet, etwas erneuern oder neu aufbauen. David sagte: "Vater, erschaffe in mir ein Herz, das rein ist und dir gehorchen will." David sagte: "Vater, stelle du für mich dieses reine Herz her."

David wusste, dass er nicht genug oder nicht schnell genug beten konnte, oder nicht oft genug zum Gottesdienst gehen konnte, um dieses reine Herz selbst zu erschaffen. Er wusste, dass dies der Vater für ihn tun musste.


Lass mich dich hören, Herr!


David, ein Mann nach Gottes Herzen, sündigte wissentlich und willentlich gegen den Vater. David liebte Gott, doch sein Herz war nicht in Ordnung. In Psalm 143,8 sagte David zum Herrn: "Lass mich am Morgen hören deine Gnade ?"

In anderen Worten: "Herr, lass mich deinen Willen tun. Herr, ich brauche deine Hilfe, damit ich dich höre und du mir die Kraft gibst, die ich brauche, um dir zu antworten." Wenn du die Psalmen liest, wirst du erkennen, dass David oft zum Herrn schrie, und den Herrn darum bat, ihn zu befreien. Manchmal wollte David Befreiung von Feinden von
außen, manchmal war er selbst sein eigener Feind.

Wenn dein Herz nicht in Ordnung ist, ist dein eigenes Herz dein schlimmster Feind. Rufe zum Vater und bitte ihn, deine Wünsche zu verändern. Vielleicht ist dein Verhalten die Folge unerfüllter Bedürfnisse und du benötigst Gott, damit er dir deine Bedürfnisse zeigt und dich heilt.

Vielleicht steckst du aber auch in sündigem und zerstörerischem Verhalten und brauchst Gott, dass er dir hilft, damit aufzuhören. Dies kann erst dann passieren, wenn du Gott bittest, dir zu zeigen, warum du dich genau so verhältst. Du könntest ihn etwa fragen, "Welches Bedürfnis erfüllt dieses Verhalten in meinem Leben? Kann diese Not auf gesündere, weniger sündige Weise gestillt werden?"

Wir wollen einmal das Beispiel eines Alkoholikers betrachten. Vielleicht trinkt er aufgrund eines chemischen Ungleichgewichts. Anstatt deswegen zu beten und vom Vater Weisung zu empfangen, trinkt er weiter. Wenn er um eine Wegweisung gebeten hätte, hätte ihn Gott vielleicht unverzüglich geheilt.

Dasselbe gilt auch für dich. Bitte doch Gott, dir zu zeigen, warum du an bestimmten Verhaltensweisen festhältst. Vielleicht wirst du zu einem Menschen geführt, der die Gabe der Heilung hat, damit du geheilt wirst. Vielleicht wirst du auch zu einer psychologischen Seelsorgeperson geführt, die dir kurze oder auch längere Zeit ein Medikament
verschreiben oder dir helfen kann, deine Vergangenheit zu verarbeiten. Was auch immer du brauchst - Gott führt dich, wenn du seinen Rat suchst.

Viele Menschen sind jedoch dagegen, bei Depressionen, Angstzuständen oder Abhängigkeit professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Obwohl sie weiterhin leicht zu beunruhigen und leicht frustriert sind, lehnen sie es dennoch ab, professionelle Hilfe aufzusuchen. Ich gebe zu, dass nicht jede professionelle Hilfe eine gute Hilfe sein muss.
Bete dafür und glaube, dass Gott groß genug ist, um dich zur richtigen Adresse zu führen. Würdest du dir nicht auch überlegen, ob du zum Arzt gehst, wenn du Halsschmerzen hast und der Verdacht besteht, dass eine Mandelentzündung vorliegt? Schau dir Matthäus 9, 12 an: "Als aber er es hörte, sprach er: Nicht die Starken brauchen einen Arzt, sondern die Kranken."

Es gibt einen Konflikt zwischen Glaube und Medizin, von dem ich mir wünsche, dass es ihn nicht gäbe. Ich glaube, dass Gott heilt. Manchmal geschieht die Heilung sofort, und manchmal musst du siebenmal im Jordan untertauchen. Im 2. Buch Könige 5,10 gebot Elisa dem Naaman, sich siebenmal im Jordan zu baden, um geheilt zu werden.
Naaman gefielen diese Anweisungen nicht. Er wünschte sich von Elisa ein Wort der Heilung.

Viele von uns wollen, dass Gott ein Wort sagt und uns heilt. Wenn Gott eine andere Art der Heilung gebraucht, die nicht sofort geschieht, werden wir oft ärgerlich. Es ist gerade so, als hätten wir keinen Glauben, wenn wir uns selbst gestatten, Medizin einzunehmen. Ich glaube, dass wir hundertprozentig sicher sein können, dass uns unser Gott leiten und führen wird, wenn wir alles im Gebet und Flehen vor den Vater bringen. Er kann uns sofort heilen oder auch dahin führen, dass wir Arznei dafür bekommen. Die Entscheidung liegt bei ihm. Unser Teil liegt darin, zu beten, zu bitten und zu gehorchen.



Erkenne, dass du es nötig hast, Gottes Wege gelehrt zu bekommen
Ein anderes Wort, das für dich wichtig ist, ist lehren. Aus mancherlei Gründen glauben wir Christen, dass wir automatisch alles, was zu tun ist, wissen sollten, sobald wir gerettet sind. So ist es auch mit der Ehe.
Wir heiraten und nehmen automatisch an, dass wir sofort alles über die Ehe wissen sollten.
Ich bin der Überzeugung, dass wir nicht automatisch wissen, was zu tun ist. Nimm zum Beispiel die Psalmen der Bibel. In Psalm 119 bittet der Psalmist Gott zehnmal, ihn seine Wege zu lehren. Man sollte meinen, dass jemand, der so schreiben kann, die Wege Gottes kennt. Das ist aber ein Trick des Teufels. Der Teufel möchte uns einreden, dass wir mehr wissen, als wir es tatsächlich tun.

Wir wissen nicht automatisch, wie man liebt. Wir wissen nicht automatisch, wie wir das Fleisch kreuzigen sollen. Wir brauchen Ermutigung und Unterweisung.

In 2. Mose 33, 13 sagte Mose zu Gott:
Und nun, wenn ich also Gunst gefunden habe in deinen Augen, dann lass mich doch deine Wege erkennen, so dass ich dich erkenne, damit ich Gunst finde in deinen Augen ?

Zu diesem Zeitpunkt seines Lebens hatte Mose schon viele, viele Wunder gesehen. Er hatte die Plagen miterlebt, die Gott über das ägyptische Volk brachte. Er hatte erlebt, wie sich das Rote Meer teilte. Er hatte gesehen, wie Gott Vater Manna und Wachteln sandte, damit die Kinder Israel jeden Tag etwas zu essen hätten. Er hatte gesehen, wie aus einem Felsen auf wunderbare Weise Wasser floss. Mose hatte viele geistliche Dinge erlebt und gesehen. Er glaubte an Gott. Er fürchtete Gott. Und dennoch hatte er es nötig, von Gott gelehrt zu werden, weil er wusste, dass er noch viel über Gottes Wege zu lernen hatte.

Es geschieht nicht automatisch, dass wir immer das Richtige tun. Wir benötigen Lehre darüber, wie wir Versuchungen widerstehen können. Wir benötigen Lehre darüber, wie wir lieben können. Bitten wir Gott darum, ein reines Herz in uns zu schaffen. Nur weil wir mit eigenen Augen sahen, wie der Herr große Dinge tat, heißt das noch nicht, dass wir nie wieder Lehre benötigen. Mit Gott zu leben und für ihn zu leben, ist ein täglicher Prozess. Es gibt viel, was uns der Vater lehren will.

Die Bibel sagt, dass diejenigen, die überwinden, in das himmlische Reich eintreten (siehe Offenbarung 2-3). Überwinden bedeutet siegen. Wen musst du besiegen? Was musst du besiegen? Besiege deinen Wunsch, das Falsche zu tun. Kämpfen ist in Ordnung - nicht aber das Aufgeben.


Lass uns noch einmal zusammenfassen:


1. Erkenne, dass schon vor dir gerechte Menschen darum kämpften, das Richtige zu tun.
2. Erkenne, dass dich Gott aufgrund dessen annimmt, was Jesus für dich am Kreuz getan hat und nicht aufgrund dessen, was du tust, um Liebe und Aufmerksamkeit zu bekommen.
3. Bitte Gott, dich zu suchen (siehe Psalm 119,176).
4. Bitte Gott, in dir ein reines Herz zu erschaffen (siehe Psalm 51,10).
5. Erkenne, dass du es nötig hast, gelehrt zu werden (siehe Psalm 119; 2. Mose 33,13).
6. Erkenne, dass dir die Sünde vielleicht eine Zeit lang gefällt. Das heißt aber nicht, dass sie richtig ist.
7. Erkenne, dass du selbst dein schlimmster Feind sein kannst.
8. Erkenne, dass Veränderung schwierig ist. Stell dich innerlich auf einen Kampf mit dir selbst ein.
9. Du kannst dich in Zeiten des Kampfes überwältigt fühlen. Das ist in Ordnung. Jesus war vor Schmerz überwältigt, als er sich entschloss, das Richtige zu tun (siehe Matthäus 26,38).
10. Du kannst dir absolut sicher sein, dass du dich besser fühlen wirst und siegreich sein wirst, wenn du dem Vater gehorchst.



Heiliger Vater, ich komme heute zu dir für alle Menschen, die dieses Kapitel hier lesen. Vater, helf ihnen zu verstehen, dass du dich wirklich für ihren Kampf interessierst, dass es dir wirklich am Herzen liegt, dass die Dinge in ihrem Leben alles andere als erfüllend waren.
Ich glaube, Vater, dass sie - in der Hoffnung, sich besser zu fühlen - auf viele Weise Trost gesucht haben. Sie entwickelten gewisse Angewohnheiten und gedankliche Strukturen, die sie nun mit deiner Hilfe zu durchbrechen haben.
Vater, einige fühlen sich hilflos; einige fühlen sich kraftlos. Sie brauchen dich, damit du ihnen hilfst, vor sich selbst gerettet zu werden.
Vater, segne sie heute mit offenbarender Erkenntnis, dass du der Gott bist, der sie heilt, und dass sie auf dich zählen können. Bitte suche sie und rette sie vor sich selbst. Vater, hauche deinen Atem über alle, die dieses Buch hier lesen. Hauche deinen Atem über ihre Nöte und erfülle sie mit deiner Gegenwart. Schenke ihnen Einsicht, damit sie deine große Liebe zu ihnen verstehen. Lass sie jetzt einen bedeutenden Unterschied in ihrem Herzen und Wesen verspüren.
Vater, wir sind wie die Jünger; wenn wir nicht zu dir kommen können, wohin sollen wir gehen?
Du bist unsere einzige Hoffnung!
Lass deine heilende Kraft auf die Leser fallen. Heiliger Vater, gib ihnen die Fähigkeit zu kämpfen und zu gewinnen. Lass sie ausdauernde Christen sein - Christen, die nicht vor einem Kampf mit sich selbst wegrennen, wenn sie wissen, dass dein Weg der richtige ist. Heiliger Vater, gib ihnen die Kraft, dem Teufel und allen seinen verlockenden
Versuchungen zu widerstehen. Vater, gieße deine bedingungslose Liebe über alle aus, die dieses Buch lesen. Lass ihre Liebe zu dir wachsen. Lass ihre Leidenschaft zu dir wachsen. Vater, lass sie erfahren, wer du bist und lass sie von deiner Macht überzeugt sein, ihre Wünsche erfüllen zu können. In Jesu Namen.
Amen.




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Ein Artikel von www.Glaube.de
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Quelle: Mit freundlicher Genehmigung vom Hassmann Verlag, Auszug aus dem Buch: Kay Twombley, WO WARST DU, GOTT? Heilung nach emotionalem, körperlichem oder sexuellem Missbrauch.
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