Ken Sande: Der Friedensstifter - Eine biblische Richtschnur zur Lösung von persönlichen Konflikten

Aber sie sind auch so stark, dass sie verwendet wurden, um bei bitteren Scheidungsfällen, bei Streitigkeiten um das Sorgerecht für Kinder, in Fällen von Veruntreuung, bei Kirchenspaltungen, geschäftlichen Auseinandersetzungen, wo es um Millionen von Dollars ging, bei Amtsmissbrauchverfahren und schrecklichen sexuellen Missbrauchsfällen zu vermitteln und zu schlichten.
Dieses System ist im Dokument The Peacemaker’s Pledge (Gelöbnis des Friedensstifters) zusammengefasst. Diese Prinzipien werden nachfolgend kurz besprochen. Eine ausführlichere Erklärung finden Sie jedoch im Buch The Peacemaker: A Biblical Guide to Resolving Personal Conflict, von Ken Sande (Baker Books, 1997).
Sehen Sie einen Konflikt als Gelegenheit
Ein Konflikt ist nicht unbedingt schlecht oder destruktiv. Auch wenn Konflikt durch Sünde enstand und eine Menge Stress verursacht, kann Gott ihn zum Guten verwenden (siehe Röm 8,28-29). Wie der Apostel Paulus in 1. Korinther 10,31-11,1 schrieb, bietet der Konflikt in der Tat drei bedeutende Möglichkeiten. Durch Gottes Gnade können Sie Konflikte benutzen um
● Gott zu verherrlichen (indem Sie ihm vertrauen, gehorchen und nachahmen)
● anderen Menschen dienen (indem Sie ihnen helfen, ihre Lasten zu tragen oder indem Sie sie in Liebe konfrontieren)
● zu wachsen, um Christus ähnlich zu werden (indem Sie Sünden bekennen und sich von Einstellungen abwenden, die Konflikte fördern)
Diese Konzepte werden in den meisten Konflikten völlig übersehen, weil sich die Menschen normalerweise darauf konzentrieren, der Situation zu entfliehen oder ihren Gegner zu überwältigen. Daher ist es weise, von Zeit zu Zeit von einem Konflikt Abstand zu gewinnen und sich selber die Frage zu stellen, ob wir alles in unserer Macht stehende tun, um diese besonderen Gelegenheiten zu nutzen.
Gott verherrlichen
Als der Apostel Paulus die Korinther anspornte, „zur Ehre Gottes zu leben“, sprach er nicht bloß über eine Stunde am Sonntagmorgen. Er wollte, dass sie Gott ehren und ihm im täglichen Leben Lob bringen, besonders durch die Art und Weise, wie sie persönliche Konflikte lösten (siehe 1.Kor 10,31).
Wie oben erwähnt, können Sie Gott inmitten von Konflikt verherrlichen, indem sie ihm vertrauen, ihm gehorchen und ihn nachahmen (siehe Spr 3,4-6; Joh 14,15; Eph 5,1). Einer der besten Wege, diese Dinge als höchste Priorität in ihrem Sinn zu behalten besteht darin, sich auf die folgende Frage zu konzentrieren: „Wie kann ich Gott in dieser Situation gefallen und ehren?“
Ziehen Sie den Balken aus Ihrem eigenen Auge
Eines der herausfordernsten Prinzipien des Friedensstiftens ist in Matthäus 7,5 dargelegt, wo Jesus sagt: „Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.“
Es gibt gewöhnlich zwei Arten von „Balken“, nach denen wir Ausschau halten sollten, wenn wir mit Konflikten umgehen. Erstens müssen wir uns fragen, ob wir eine kritische, negative oder übermäßig sensible Einstellung haben, die zu einem unnötigen Konflikt geführt hat. Eine der besten Methoden, dies zu tun, liegt darin, eine Zeitlang über die Anweisungen in Philipper 4,2-9 zu meditieren, wo die Art von Einstellung beschrieben wird, die Christen haben sollten, selbst wenn sie in einem Konflikt involviert sind.
Die zweite Art von Balken, mit dem Sie sich befassen müssen, sind die tatsächlichen sündigen Worte und Handlungen. Weil Sie gegenüber ihren Sünden oft blind sind, mögen Sie einen ehrlichen Freund und Ratgeber benötigen, der Ihnen helfen wird, einen objektiven Blick auf sich selber zu richten und Ihrem Beitrag zu einem Konflikt ins Auge sehen.
Wenn Sie Wege erkennen, in denen Sie einer anderen Person Unrecht getan haben, ist es wichtig, Ihr Unrecht ehrlich und uneingeschränkt zuzugeben. Eine Art und Weise, dies zu tun, sind die folgenden sieben Punkte:
● Sprechen mit allen Beteiligten (Spr 28,13; 1Joh 1,8-9).
● Vermeiden Sie die Worte wenn, aber und vielleicht (machen Sie keine Ausreden; Lk 15,11-24).
● Gestehen Sie spezifisch (sowohl Einstellungen als auch Handlungen).
● Entschuldigen Sie sich (drücken Sie Ihr Bedauern über die Art und Weise aus, wie Sie jemanden Schaden zugefügt haben).
● Akzeptieren Sie die Konsequenzen (Lk 19,1-9).
● Ändern Sie Ihr Verhalten (verpflichten Sie sich, schädliche Gewohnheiten zu ändern; Eph 4,22-32).
● Bitten Sie um Vergebung.
Der wichtigste Aspekt dabei, den Balken aus Ihrem Auge zu ziehen, besteht darin, über das Eingeständnis des falschen Verhaltens hinauszugehen und sich der Grundursache dieses Verhaltens zu stellen. Die Bibel lehrt, dass dieser Konflikt von den Begierden herrührt, die in unseren Gliedern streiten (Jak 4,1-3; Mt 15,18-19). Einige dieser Begierden sind offensichtlich sündig, wie z.B. das Verlangen, die Wahrheit zu vertuschen, sich andere gefügig zu machen oder Rache zu üben. In vielen Situationen wird der Konflikt jedoch durch gute Wünsche, die man zu sündigen Forderungen erhoben hat, wie z.B. das starke Verlangen, verstanden, geliebt, respektiert oder gerechtfertigt zu werden, angeheizt.
Jedes Mal, wenn wir übermäßig mit etwas beschäftigt sind, sogar mit einer guten Sache, und danach trachten, darin – statt in Gott – Glück, Sicherheit und Erfüllung zu finden, sind wir des Götzendienstes schuldig. Götzendienst führt unvermeidlich zum Konflikt mit Gott („Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“). Er verursacht auch Konflikt mit anderen Menschen. Wie Jakobus schrieb, wenn wir etwas wollen, aber nicht bekommen, morden, neiden, streiten und kämpfen wir (Jak 4,1-4).
Es gibt drei grundlegende Schritte, die Sie machen können, um den Götzendienst zu überwinden, der den Konflikt schürt. Erstens sollten Sie Gott bitten, Ihnen erkennen zu helfen, wo Sie der falschen Anbetung schuldig geworden sind, d.h. wo Sie Ihre Liebe, Aufmerksamkeit und Energie auf etwas anderes als Gott richten. Zweitens sollten Sie all diese Begierden, die zum Konflikt beitragen, spezifisch identifizieren und aufgeben. Drittens sollten Sie bewusst der richtigen Anbetung nachjagen, d.h. Ihr Herz und Ihren Verstand auf Gott richten und bei ihm allein Freude, Erfüllung und Befriedigung suchen.
Während Gott diese Bemühungen leitet und bevollmächtigt, können Sie von den Götzen, die Konflikte anheizen, befreit und motiviert werden, Entscheidungen zu treffen, die Christus gefallen und ehren. Diese Veränderung des Herzens wird gewöhnlich die Lösung zu einem bestimmten Problem beschleunigen und gleichzeitig Ihre Fähigkeit verbessern, ähnliche Konflikte in Zukunft zu vermeiden.
Gehen Sie hin und zeigen Sie Ihrem Bruder seinen Fehler
Ein weiteres Prinzip des Friedensstiftens umfasst eine Anstrengung, anderen zum Verständnis zu verhelfen, wie sie zu einem Konflikt beigetragen haben. Bevor Sie jemanden überstürzt konfrontieren, sollten Sie sich jedoch daran erinnern, dass es angebracht ist, geringfügige Verfehlungen zu übersehen (siehe Spr 19,11). Als generelle Regel sollte ein Vergehen übersehen werden, wenn sie all die folgenden Fragen mit „Nein“ beantworten können:
● Entehrt das Vergehen Gott auf ernsthafte Weise?
● Hat es eine Beziehung permanent beschädigt?
● Verletzt es andere Menschen schwer? Und –
● Verletzt es den Täter selber schwer?
Wenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, ist ein Vergehen zu ernst, um übersehen zu werden. In diesem Falle gebietet Ihnen Gott, zum Täter zu gehen und mit ihm persönlich und liebevoll über die Situation zu sprechen (Mt 18,15). Während Sie dies tun, denken Sie daran,
● um Demut und Weisheit zu bitten.
● Planen Sie Ihre Worte sorgfältig (denken Sie daran, wie Sie konfrontiert werden möchten).
● Antizipieren Sie wahrscheinliche Reaktionen und planen Sie angemessene Antworten (es kann sehr hilfreich sein, dies vorher zu proben).
● Wählen Sie die richtige Zeit und den richtigen Ort (ein persönliches Gespräch, wann immer möglich).
● Nehmen Sie das Beste über die andere Person an, bis Sie Fakten haben, die das Gegenteil beweisen (Spr 11,27).
● Hören Sie aufmerksam zu (Spr 18,13).
● Reden Sie nur, um andere aufzubauen (Eph 4,29).
● Bitten Sie um Feedback von einer anderen Person.
● Erkennen Sie Ihre Grenzen (nur Gott kann Menschen verändern; siehe Röm 12,18; 2Tim 2,24-26).
Geben Sie nicht auf, wenn eine erste Konfrontation den Konflikt nicht löst. Überdenken Sie nochmals, was gesagt und getan wurde, und halten Sie nach Wegen Ausschau, um eine bessere Vorgehensweise während eines Folgegesprächs zu finden. Es mag auch weise sein, einen geistlich weisen Freund um Rat zu bitten, wie man der anderen Person effektiver näherkommen kann. Versuchen Sie es dann nochmals, sogar mit noch stärkerer Gebetsunterstützung.
Wenn wiederholte, sorgfältige Versuche bei einem privaten Gespräch nicht fruchten, und wenn die Angelegenheit immer noch zu ernst ist, um übersehen zu werden, sollten Sie einen oder zwei andere Menschen bitten, sich mit Ihnen und Ihrem Gegner zu treffen, und Ihnen helfen, Ihre Differenzen durch Vermittlung [Mediation], Schlichtung [Arbitration] oder Gemeindezucht zu lösen (Mt 18,16-20; 1Kor 6,1-8).
Gehen Sie hin und versöhnen Sie sich
Eine der einzigartigsten Merkmale von biblischem Friedensstiften ist das Streben nach echter Vergebung und Versöhnung. Auch wenn Christen die größte Vergebung in der Welt erfahren haben, versagen wir oft darin, diese Vergebung anderen zu gewähren. Um unseren Ungehorsam zu vertuschen, benutzen wir oft die seichte Aussage: „Ich vergebe ihr/ihm – ich möchte bloß nichts mehr mit ihr/ihm zu tun haben.“ Denken Sie jedoch darüber nach, wie Sie sich fühlen würden, wenn Gott zu Ihnen sagte: „Ich vergebe dir; ich möchte bloß nichts mehr mit dir zu tun haben?“
Preisen Sie Gott, dass er dies niemals sagt! Stattdessen vergibt er uns vollständig und öffnet den Weg für echte Versöhnung. Er ruft uns auf, anderen Menschen in genau derselben Weise zu vergeben: „…Und ertrage einer den anderen und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den anderen; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ (Kol 3,12-14; siehe auch 1Kor 13,5; Ps 103,12; Jes 43,25). Eine Möglichkeit, Gottes Vergebung nachzuahmen besteht darin, vier spezifische Zusagen zu machen, wenn Sie jemandem vergeben:
● Ich werde nicht mehr an diesen Vorfall denken.
● Ich werde diesen Vorfall nicht wieder ansprechen und ihn nicht gegen dich verwenden.
● Ich werde mit anderen nicht über diesen Vorfall sprechen.
● Ich werde nicht zulassen, dass dieser Vorfall zwischen uns steht oder unsere persönliche Beziehung behindert.
Erinnern Sie sich daran, dass Vergebung ein geistlicher Prozess ist, den Sie nicht vollauf aus eigener Kraft erreichen können. Wenn Sie daher bestrebt sind, anderen zu vergeben, bitten Sie Gott beständig um Gnade, um Sie zu befähigen, seine wunderbare Vergebung Ihnen gegenüber nachzuahmen.
Verhandeln Sie auf eine biblische Art und Weise
Sogar wenn Sie es schaffen, persönliche Vergehen durch Schuldbekenntnis und Vergebung zu lösen, mag es immer noch notwendig sein, sich mit substanziellen Themen zu beschäftigen, die Geld, Besitz oder die Ausübung bestimmter Rechte umfassen mögen. Diese Dinge sollten nicht unter den Teppich gekehrt oder automatisch an eine höhere Autorität abgegeben werden. Stattdessen sollten sie in einer bibeltreuen Weise besprochen und verhandelt werden.
Als eine generelle Regel sollten Sie substanzielle Fragen auf eine kooperative statt auf eine konkurriende Weise besprechen. In anderen Worten, statt aggressiv Ihre eigenen Interessen zu verfolgen und andere sich selbst zu überlassen, sollten Sie ganz bewusst nach Lösungen suchen, die für alle Beteiligten von Vorteil sind.
Wie es der Apostel Paulus ausdrückte: „Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient“ (Phil 2,3-4; siehe auch Mt 22,39; 1Kor 13,5; Mt 7,12).
Ein biblischer Ansatz für Verhandlungen [Gesprächsführung] kann in fünf grundlegenden Schritten zusammengefasst werden:
● Bereiten Sie sich vor (beten, die Fakten einholen, göttlichen Rat erbitten, Optionen entwickeln).
● Bestätigen Sie Beziehungen (zeigen Sie echte Anteilnahme und Respekt für andere).
● Verstehen Sie die Interessen anderer (identifizieren Sie die Belange, Wünsche, Nöte, Begrenzungen oder Ängste anderer).
● Suchen Sie nach kreativen Lösungen (Brainstorming unter Gebet).
● Bewerten Sie die Optionen objektiv und vernünftig (bewerten Sie, argumentieren Sie nicht).
Wenn Sie diese Verhandlungsmethode noch nie benutzt haben, wird es Zeit und Praxis (und manchmal Rat von anderen) erfordern, um darin geübt zu werden. Aber es ist die Mühe wirklich wert, weil das Lernen dieser Prinzipien Ihnen nicht nur helfen wird, Ihren gegenwärtigen Konflikt zu lösen, sondern auch in allen anderen Bereichen des Lebens effektiver zu verhandeln.
Seien Sie auf unvernünftige Menschen vorbereitet
Sooft Sie auf Konflikte reagieren, müssen Sie sich vergegenwärtigen, dass andere Menschen ihr Herz verhärten und sich weigern mögen, mit Ihnen versöhnt zu werden. Es gibt zwei Wege, sich auf diese Möglichkeit vorzubereiten.
Erstens, erinnern Sie sich, dass Gott Erfolg nicht nach Resultaten sondern nach treuem Gehorsam bemisst. Er weiß, dass Sie andere Menschen nicht dazu zwingen können, auf eine bestimmte Weise zu handeln. Daher wird Gott Sie für ihre Handlungen oder für das letztendliche Ergebnis eines Konfliktes nicht verantwortlich machen. Alles, was Gott von uns erwartet ist, seinem offenbarten Willen so treu wie möglich zu gehorchen (siehe Röm 12,18). Wenn Sie das tun, können Sie – egal wie der Konflikt ausgeht – mit einem reinen Gewissen vor Gott weggehen, im Wissen dass seine Bewertung lautet: „Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht.“
Zweitens, entschließen Sie sich, nicht aufzugeben, eine biblische Lösung zu finden. Wenn ein Konflikt nicht einfach zu lösen ist, mögen Sie versucht sein zu sagen: „Ich habe alle biblischen Prinzipien ausprobiert und sie haben einfach nicht funktioniert. Es scheint, dass ich diese Sache auf eine andere Art und Weise lösen muss“ (was meistens „nach der Art dieser Welt“ bedeutet).
Ein Christ sollte die Bibel niemals schließen. Wenn Sie versuchen, einen Konflikt zu lösen, aber die gewünschten Resultate nicht sehen, sollten Sie Gott noch ernster durch Gebet, Studium seines Wortes und dem Rat seiner Kirche suchen. Während Sie dies tun, ist es unbedingt notwendig, dass Sie Ihren Fokus auf Christus und auf alles, was er bereits für Sie getan hat, richten (siehe Kol 3,1-4). Es ist auch hilfreich, den fünf Prinzipien zur Überwindung des Bösen zu folgen, die in Römer 12,14-21 beschrieben sind.
● Kontrollieren Sie Ihre Zunge („Segnet, die euch verfluchen“; siehe auch Eph 4,29).
● Suchen Sie göttliche Ratgeber (identifizieren Sie sich mit anderen und isolieren Sie sich nicht).
● Tun Sie weiter das, was richtig ist (siehe 1Pt 2,12.15; 3,15b-16).
● Erkennen Sie Ihre Grenzen (statt zu vergelten, bleiben Sie innerhalb der richtigen biblischen Kanäle).
● Benutzen Sie die ultimative Waffe: bewusste, fokussierte Liebe (siehe auch Joh 3,16; Lk 6,27-31).
Zumindest werden diese Schritte Sie davor bewahren, von der Säure Ihrer eigenen Bitterkeit und Ihres Grolls verzehrt zu werden, wenn andere sich weiterhin gegen Sie stellen. In einigen Fällen mag Gott schließlich solche Aktionen benutzen, um eine andere Person zur Reue zu führen (siehe 1Sam 24,1-22).
Auch wenn andere Menschen darauf beharren, Unrecht zu tun, können Sie weiterhin darauf vertrauen, dass Gott in Kontrolle ist und sich mit ihnen zu seiner Zeit befassen wird (siehe Ps 10 und 37). Diese Art der Geduld im Angesicht von Leiden wird von Gott gelobt (siehe 1Pt 2,19) und führt letztendlich zu unserem Besten und zu seiner Ehre.
Suchen Sie Hilfe von oben
Keiner von uns kann aus eigener Kraft vollständigen und dauerhaften Frieden mit anderen erreichen. Wir brauchen Hilfe von Gott. Aber bevor wir diese Hilfe erhalten können, müssen wir selber mit Gott im Frieden sein.
Frieden mit Gott kommt nicht automatisch, weil wir alle gesündigt und uns von ihm enfremdet haben (siehe Jes 59,1-2). Statt das vollkommene Leben zu führen, das notwendig ist, um die Gemeinschaft mit ihm zu genießen, hat jeder von uns ein Register, das mit Sünden befleckt ist (siehe Mt 5,48; Röm 3,23). In der Folge verdienen wir es, ewig von Gott getrennt zu sein (Röm 6,23a). Das ist die schlechte Nachricht.
Die gute Nachricht ist, dass „Gott die Welt also geliebt hat, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16). An Jesus glauben bedeutet mehr als getauft zu werden, in die Kirche zu gehen, oder zu versuchen, ein guter Mensch zu sein. Keine dieser Aktivitäten kann die Sünden auslöschen, die Sie bereits begangen haben und in Ihrem ganzen Leben noch begehen werden. An Jesus zu glauben bedeutet zuallererst zuzugeben, dass Sie ein Sünder sind und anzuerkennen, dass es keine Möglichkeit gibt, durch eigene Werke Gottes Anerkennung zu verdienen (Röm 3,20; Eph 2,8-9).
Zweitens bedeutet es zu glauben, dass Jesus die volle Strafe für unsere Sünde bezahlt hat, als er am Kreuz starb (Jes 53,1-12; 1Pt 2,24-25). Mit anderen Worten, an Jesus zu glauben bedeutet zu vertrauen, dass er auf Golgatha Ihr Register mit Ihnen ausgetauscht hat – d.h. er nahm Ihr Sündenregister auf sich und bezahlte voll dafür und gab Ihnen sein perfektes Register [der Gerechtigkeit].
Wenn Sie an Jesus glauben und sein perfektes Register der Gerechtigkeit erhalten, können Sie wirklich wahren Frieden mit Gott haben. Während Sie seinen Frieden empfangen, wird Gott Ihnen in zunehmenden Maße die Fähigkeit geben, mit anderen Frieden zu schließen, indem Sie den Prinzipien des Friedensstiftens folgen, die er uns in der Heiligen Schrift gibt – viele davon wurden vorhin beschrieben (siehe Phil 4,7; Mt 5,9).
Wenn Sie Ihre Sünden Gott noch nie bekannt haben und noch nicht an Jesus Christus als Erlöser und Herrn glauben, können Sie dies nun gleich tun, indem sie aufrichtig folgendes Gebet sprechen:
Herr Jesus, ich weiß, dass ich ein Sünder bin, und erkenne, dass meine guten Taten meine Vergehen niemals aufwiegen können. Ich brauche deine Vergebung. Ich glaube, dass du für meine Sünden gestorben bist und ich möchte mich von ihnen abwenden. Ich vertraue darauf, dass du jetzt mein Erlöser bist und ich will dir als mein Herr und König in der Gemeinschaft deiner Kirche nachfolgen.
Wenn Sie dieses Gebet gesprochen haben, ist es unerlässlich, dass Sie in einer Kirche, wo die Bibel treu gelehrt und angewandt wird, Gemeinschaft mit anderen Christen finden. Diese Gemeinschaft wird Ihnen helfen, mehr über Gott zu lernen, im Glauben zu wachsen und seinen Geboten zu gehorchen, auch wenn Sie in einem schwierigen Konflikt involviert sind.
Holen Sie sich Hilfe von der Kirche
Während Gott Ihnen hilft, seine Prinzipien des Friedensstiftens zu praktizieren, werden Sie in der Lage sein, die meisten der normalen Konflikte des täglichen Lebens selber zu lösen. Manchmal werden Sie jedoch Situationen begegnen, wo Sie nicht wissen, wie Sie damit umgehen sollen. In solchen Situationen ist es angemessen, sich an eine geistlich reife Person innerhalb der Kirche zu wenden, die Rat geben kann, wie Sie in der Lage sein mögen, diese Prinzipien effektiver anzuwenden.
In den meisten Fällen wird solches „Coaching“ Sie befähigen, zurück zur anderen Person zu gehen, mit der Sie im Konflikt stehen, und Ihre Differenzen privat auszuräumen. Wenn die Person, von der Sie Rat einholen nicht viel Erfahrung im Bereich der Konfliktlösung hat, mag es hilfreich sein, ihm oder ihr eine Kopie des Dokuments Guiding People trough Conflict [Menschen durch Konfliktsituationen leiten] zu geben, das praktische Leitung bietet, wie man anderen helfen kann, Konflikte zu lösen.
Wenn Sie individueller Rat nicht befähigt, einen Konflikt zu lösen, sollten Sie einen oder zwei beidseitig respektierte Freunde bitten, sich mit Ihnen und Ihrem Gegner zu treffen, um Ihnen zu helfen, die Differenzen durch Vermittlung und Schlichtung beizulegen (siehe Mt 18,16-17; 1Kor 6,1-8)
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Adaptiert vom Buch The Peacemaker: A Biblical Guide to Resolving Personal Conflict, © 1997, von Ken Sande.
Siehe auch Webseite von Peacemaker Ministries: http://www.peacemaker.net/site/c.aqKFLTOBIpH/b.958123/k.CB70/Home.htm
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Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autor: Ken Sande, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: www.sxc.hu
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