Kerstin Hack: Kommunikation – Impulse für lohnende Begegnungen

Der Mensch kommuniziert von Anfang an. Schon im Mutterleib reagieren wir, später lernen wir, uns durch Schreien, Gesten und schließlich durch Worte auszudrücken. Ein Leben lang erweitern und verändern wir ständig unser verbales und nonverbales Vokabular und unsere Fähigkeit, uns auszudrücken. Kommunikation ist ein lebenslanger Lernprozess und unsere Lebenszufriedenheit hängt stark vom Gelingen oder Misslingen der Kommunikation ab.
Kommunikation ist so vielfältig und allumfassend, dass es unmöglich ist, ihren Reichtum in allen Facetten in der kurzen Form eines Impulsheftes zu beschreiben. Doch gibt es einige Schlüssel für erfolgreiche Kommunikation. Wenn du sie beherrschst, vermeidest du viele Missverständnisse und Konflikte. Du kannst deine Gedanken klarer zum Ausdruck bringen, wirst besser verstanden und erlebst tiefere Begegnungen mit Anderen. Einige dieser Schlüsselkompetenzen stelle ich hier vor.
Es tut gut, das eigene Kommunikationsverhalten einmal zu reflektieren. So kannst du leichter neue Gesprächsmuster einüben und reicher und tiefer kommunizieren lernen.
Viel Freude beim Entdecken wünscht dir
Kerstin Hack
Leben ist Kommunikation
Es gibt kein Verstehen. Nur mehr oder minder hilfreiches
Nicht-Verstehen. —Steve de Shazer
Noch nie war Begegnung in technischer Hinsicht so einfach wie heute: mobiles Telefon, E-Mail, Skype und Internet ermöglichen Kommunikation zu jeder Zeit und rund um den Globus.
Dennoch bleibt die Sehnsucht vieler Menschen nach tiefer, echter Kommunikation ungestillt. Das gilt für ältere Menschen, denen Freunde im wahrsten Sinne des Wortes wegsterben. Aber auch vielen jüngeren Menschen fehlt echte, Leben spendende Begegnung. Sie fühlen sich trotz vielfältiger Kommunikationsmöglichkeiten im tiefsten Inneren einsam und isoliert.
Dann träumt man davon, von anderen Menschen aus dem Gefängnis der Isolation befreit zu werden. Das geschieht häufig nicht und man stürzt noch tiefer in die Einsamkeit.
Alles Leben ist Begegnung
Menschen können ohne Kommunikation nicht unbeschadet bleiben. Das zeigen wissenschaftliche Studien ebenso wie die Erfahrungen von Menschen, die in Isolationshaft leben mussten. In Isolation erstarren Menschen und können sogar den Verstand verlieren.
Die Sehnsucht nach Kommunikation und Begegnung ist tief in uns angelegt. Schon im Mutterleib nimmt ein Kind die Gefühle der Mutter wahr und reagiert. Wenn es Angst spürt, zieht es sich zurück, in entspannten und freudigen Momenten gibt es schon mal einen glücklichen Tritt gegen die Bauchdecke. Die Mutter wiederum reagiert auf die Bewegungen des Kindes. Erste Kommunikation findet statt.
Wo von Herzen kommuniziert wird, fließt Leben zwischen Menschen hin und her. Wir erhalten lebensnotwendige Informationen, werden emotional belebt und erfrischt.
Wie sprechen Menschen mit Menschen? Aneinander vorbei. —Kurt Tucholsky
Gestörte Kommunikation
Die Kommunikationstheorie spricht vom Sender, der eine Nachricht verfasst und anschließend übermittelt sowie vom Empfänger, der sie aufnimmt und verstehen will.
Kommunikation kann auf beiden Ebenen misslingen und zu Missverständnissen und Konflikten führen. Es kann sein, dass der Sender eine Botschaft unklar formuliert oder Worte und Begriffe verwendet, die für den anderen unverständlich sind. Im schlimmsten Fall verbalisiert er seine Botschaft gar nicht, sondern denkt sie nur (»Er sollte mal wieder den Müll rausbringen.«) und erwartet dennoch eine Reaktion.
Lärm oder technische Probleme können die Übermittlung stören und schließlich kann auch der Empfänger Probleme damit haben, die Botschaft richtig zu verstehen.
Die Verständnisebenen der Kommunikation
Die vielfältigen Ebenen, auf denen Kommunikation gelingen oder misslingen kann, kann man im Detail so beschreiben:
Gedacht ist nicht gesagt.
Gesagt ist nicht gehört.
Gehört ist nicht verstanden.
Verstanden ist nicht einverstanden.
Einverstanden ist nicht behalten.
Behalten ist nicht angewandt.
Angewandt ist nicht beibehalten.
Bei misslungener Kommunikation hilft es, genauer hinzusehen: An welcher Stelle ist sie missglückt? Habe ich etwas gar nicht gesagt? Hat der andere es nicht gehört oder nicht (richtig) verstanden? Und so weiter...
Tipp: Achte einmal in einem Gespräch bewusst auf die verschiedenen Ebenen der Kommunikation.
Die Kunst des Zuhörens
Als ich Diplomatin wurde, war das erste, was ich lernen musste, den Mund zu halten – in vielen Sprachen. —Golda Meir
Die meisten Menschen sehnen sich danach, gehört zu werden und nach Begegnungen voller Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Häufig sind wir in Gesprächen nicht ständig wirklich präsent. Präsenz heißt: Mit wachen Gedanken und offenem Herzen Anteil nehmend zuzuhören.
Anwesend sein
Unsere Gesprächspartner haben feine Antennen dafür, ob wir ihnen Aufmerksamkeit schenken oder nicht. Achtsam hören geht nur, wenn wir nichts anderes tun. Das bedeutet: Das Buch oder die Zeitung zur Seite legen, die Hände von der Tastatur und die Augen vom Bildschirm nehmen und unseren Körper und unsere Gedanken konzentriert auf den anderen ausrichten.
Raum geben
Um Gedanken zu formulieren, brauchen Menschen Zeit. Aktiv zuhören heißt, ihnen ausreichend Raum zu geben, sich auszudrücken. Es bedeutet, dem Gesprächspartner nicht ins Wort zu fallen, sondern ihn ausreden zu lassen. Durch sanftes Nicken oder das Murmeln eines warmen »hmm« kann man zeigen: Ich bin gedanklich bei dir, folge dir.
Verstehen
Es signalisiert Interesse, wenn man nicht gleich kommentiert, sondern zuerst genau verstehen will, worum es geht. Es kann hilfreich sein, das Gehörte in eigenen Worten zu wiederholen und zu fragen, ob man es richtig verstanden hat. Häufig sind Lösungsvorschläge gar nicht erwünscht, der Gesprächspartner will vielleicht »nur« Verständnis. Bevor man Lösungen anbietet, wäre es besser zu fragen: »Was möchtest du jetzt gerne von mir?
Die Kunst klarer Komunikation
Die Einfachheit ist die Form echter Größe. —Francesco de Sanctis
Die Fähigkeit, mit anderen Menschen in Beziehung zu treten, ist die Grundvoraussetzung für gelungene Kommunikation. Das weiß jeder, der Menschen erlebt hat, die Experten in ihrem Fachgebiet sind, denen es jedoch nicht gelingt, einen guten Draht zu den Zuhörern herzustellen.
Kontakt herstellen
Kontakt gelingt, wenn du dich dem Zuhörer mit einer Körpersprache, die Offenheit und Zuwendung, aber keine Aufdringlichkeit signalisiert, zuwendest und dich bewusst auf ihn einstellst. Am besten fragst du dich:
• Mit wem kommuniziere ich?
• Was weiß mein Gesprächspartner? Was nicht?
• Auf welchen Gemeinsamkeiten kann ich aufbauen?
Inhalt vermitteln
Egal ob bei zwanglosen, informellen Gesprächen oder bei öffentlicher Kommunikation, wie Vorträgen und Seminaren: Wenn du möchtest, dass deine Zuhörer dich gut verstehen, ist es wichtig, dass du dir klar darüber wirst, welche Ziele du mit deiner Kommunikation erreichen möchtest:
• Willst du begegnen, hören, informieren, motivieren ...?
• Was soll nach dem Gespräch anders sein als davor?
Wähle dementsprechend die Kommunikationsmittel:
• Wie kann ich das Wichtigste besonders klar ausdrücken?
• Welche Bilder und Vergleiche könnten meine Aussagen veranschaulichen?
• Welche visuellen oder interaktiven Hilfsmittel können meine Aussagen unterstützen?
Tipp: Präge dir die obigen Fragen ein und versuche, dich im Alltag daran zu erinnern.
Die Kunst echt zu kommunizieren
Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben, wie wir sind. —Albert Schweizer
Echtheit ist eine weitere, wesentliche Vorraussetzung für echte, tiefe Begegnung und Kommunikation. Ein authentischer Mensch zeigt sich angemessen offen. Er ist sensibel dafür, welches Maß an Tiefe und Offenheit für den jeweiligen Kontext angemessen ist. Im Gespräch mit der Partnerin oder dem Partner und engen Freunden zeigt er sich tiefer als bei einem Geschäftstreffen.
Ein authentischer Mensch lässt seine Gesprächspartner spüren, was ihn freut und begeistert, aber auch, was ihn traurig macht, verletzt und ängstigt. Er weiß, was er zu geben kann und was nicht. Er kommuniziert das klar.
Er lässt sich nicht von den offenen oder versteckten Erwartungen anderer bestimmen, sondern entscheidet selbst, was er mitteilen möchte.
Wir alle wurden im Laufe unseres Lebens missverstanden, verletzt und enttäuscht. Die Strategien, die wir entwickeln, um ähnliche negative Erfahrungen zu vermeiden, machen unsere Kommunikation im hier und jetzt kompliziert.
Positive Selbstdarstellung
Wer sich für unwichtig hält, fängt an, sich wichtig zu machen. Andere reagieren darauf negativ und ablehnend.
Besser: Gelassen spüren: »Ich bin, wer ich bin und ich kann, was ich kann.« Statt zu übertreiben und die eigenen Stärken besonders herauszustellen, zeigen, wer man wirklich ist.
Negative Selbstdarstellung
Manche Menschen stellen ihre Schwächen und Probleme ständig zur Schau und bleiben so in ihnen stecken, jammern, statt zu verändern. Dafür ernten sie Ablehnung.
Besser: Konkret um Unterstützung bei Veränderung bitten.
Kommunikation ausweichen
Manche Menschen vermeiden Situationen, in denen sie sich unsicher fühlen. Sie verpassen dadurch viele Möglichkeiten zur echten Begegnung und wertvolle Lernerfahrungen.
Besser: Überlege dir, wovor du dich konkret fürchtest und was dir hilft, dieser Furcht zu begegnen.
Auf Nummer sicher gehen
Wer immer alles perfekt vorbereitet und im Griff haben will, verliert Spontaneität und die Chance auf echte Begegnung.
Besser: Sich gelassen auf den und die anderen einlassen.
Erwartungen vorausahnen
Manche Menschen verkrampfen, weil sie versuchen, ständig auszuloten, was andere von ihnen hören möchten.
Besser: Betrachte Gespräche als Spiel, wo mal der eine, mal der andere den Ball fängt. Greife gelassen die Bälle auf.
Unangemessenheit
Der eine will krampfhaft Nähe schaffen, indem er ungefragt viel Persönliches und Intimes von sich preisgibt. Andere wollen vermeiden, dass sie als unprofessionell gelten oder verletzt werden, indem sie nichts von sich zeigen.
Besser: Überlege dir, was für den Rahmen, in dem du gerade kommunizierst, angemessen ist – offenes Erzählen von dem, was dich ausmacht oder eher Verschlossenheit
Alte Muster lösen
Verhaltensmuster kann man Schritt für Schritt lösen. Wenn du immer wieder unangemessen kommunizierst, frage dich:
• Was tue ich gerade? (z. B. ich jammere, übertreibe)
• Was will ich damit erreichen?
• Kann ich das, was ich möchte, auch anders erhalten?
Du wirst so sensibler für negative Kommunikationsmuster werden und konstruktive Alternativen einüben lernen.
Die Kunst lebendiger Kommunikation
Kindern erzählt man Geschichten, damit sie einschlafen. Erwachsenen, damit sie aufwachen. —Jorge Bucay
Meister der Kommunikation wie die Erzähler des Alten Testaments, Shehezerade in Tausend und eine Nacht, Jesus und viele andere wussten, welche Kraft in Geschichten steckt. Geschichten, Bilder und Gleichnisse waren für sie kein »Kinderkram«, sondern kraftvolle Werkzeuge für tief greifende Kommunikation. Sie haben jedoch keine billigen, sensationsgeilen Stories erzählt, sondern auf Geschichten zurückgegriffen, die etwas Wesentliches zum Ausdruck bringen.
Geschichten aus dem Leben
• Welches eigene Erlebnis illustriert anschaulich, was ich vermitteln möchte?
• Welche historische Person verkörpert mein Anliegen?
Fiktive Geschichten
• Welche Geschichte aus dem Allgemeingut illustriert meine Gedanken?
• Auf welche Gestalten und Szenen aus Filmen und Büchern könnte ich zurückgreifen?
• Welche Geschichte könnte ich mir zu dem Thema selbst ausdenken?
Vergleiche und Sprichwörter
• Womit könnte ich das, was ich sagen will, bildhaft vergleichen?
• Welche Sprichwörter, Lieder, Zitate und Aphorismen drücken meinen Gedanken anschaulich aus?
Geschichten brauchen Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Gönne dir und deinen Zuhörern nach einer Geschichte ruhig eine Pause, um das Gehörte wirken zu lassen.
Im Ehestand muss man sich hin und wieder streiten, sonst erfährt man ja nichts voneinander. —Goethe
Streit ist auch eine Form der Kommunikation – eine zugegebenermaßen sehr intensive, aber manchmal auch notwendige. Streit zeigt auf: »Hier ist Uneinheit«. Das bietet die Chance, zu neuer, tieferer Einheit zu finden. Faires, konstruktives Streiten kann gelernt werden.
Der passende Rahmen
Okay, oft bricht ein Streit unverhofft aus. Es gibt aber auch Dinge, die einen über einen längeren Zeitraum hin stören oder beschäftigen. Für die Auseinandersetzung mit diesen Themen wählt man am besten einen Zeitpunkt, an dem der andere möglichst viel Zeit und Ruhe hat. Am besten, man kündigt es an: »Ich möchte mit dir über dieses Thema reden. Wann wäre es für dich passend?«
Sei fair
Konzentriere dich nicht allein auf das Fehlverhalten deines Gegenübers, sondern behalte auch im Blick, wie viel Gutes er für dich tut und was du an ihm schätzt. Bring zum Ausdruck, wie sehr du ihn und vieles, was er für dich tut, schätzt.
Sei konkret
Kein Streit entsteht ohne Anlass, der wahre Grund liegt jedoch meist tiefer. Beschreibe dennoch das auslösende Verhalten, das dich verletzt hat oder stört, so genau wie möglich, beispielsweise: »In dieser konkreten Situation hast du jenes getan. Das hat mich gestört.«
Verallgemeinere nicht. Pauschale Vorwürfe wie »Du machst das immer...« helfen dem anderen nicht, zu erkennen, worum es dir geht und führen nur zu Widerspruch.
Bleib bei dir
Fokussiere nicht zu sehr auf den anderen: »Du machst...«. Beschreibe stattdessen klar deine Gefühle: »Das, was du getan hast, hat mich verletzt, traurig gemacht, enttäuscht...« Viele Menschen nehmen ihre Gefühle, beispielsweise Traurigkeit, Wut, Schmerz, Hilflosigkeit kaum wahr, sondern verknüpfen sie sofort mit einer Bewertung: »Du hast gemacht...« Es tut gut, das klar zu trennen: »Das fühle ich. Das denke ich darüber. So bewerte ich dein Verhalten.«
Äußere deine Veränderungswünsche klar
Du weißt vielleicht ganz genau, welches Verhalten du vom Anderen erwartest. Für ihn muss das überhaupt nicht klar sein. Mache ihm deutlich, was du anstelle des kritisierten Verhaltens erwartest: »Ich wünsche mir von dir, dass...« Nenne positive Beispiele, wo er das schon getan hat.
Oder noch besser: Überlegt gemeinsam, was hilfreich wäre.
Versuche zu verstehen
Sei dir immer bewusst, dass auch du nur einen Teil der Wahrheit siehst, nicht das ganze Bild. Womöglich hat das Verhalten des anderen gar nicht so viel mit dir zu tun, wie du denkst. Frag ihn: »Ich empfinde und werte das so und so. Wie siehst du es?«
Bitte deinen Gesprächspartner, dir die Hintergründe seines Verhaltens zu erklären und höre gut zu.
Sei zur Versöhnung bereit
Ärger, der nicht bald bereinigt wird, wächst und vergiftet die Atmosphäre, trägt zur Eskalation von Streit bei und kann sogar zu Gesundheitsschäden führen. Der gute Rat aus der Bibel, über seinem Ärger nicht die Sonne untergehen zu lassen, ist ein Geheimtipp für psychische Gesundheit.
Schleppe Ärger nicht unnötig lange mit dir herum, sondern sei zur Versöhnung bereit.
Die Kunst des Lebens
Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos. —Sigmund Freud
Menschen achtsam wahrzunehmen und ihnen mitzuteilen, was man entdeckt, ist einer der besten Wege, um eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Gutes Lob signalisiert: Ich nehme dich und deine Eigenschaften wahr und schätze sie.
Danke sagen
Man kann nicht oft genug »Danke« sagen. Wer sich bedankt, drückt aus, wie sehr er das Handeln des anderen schätzt und es nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet.
Spezifisch und konkret
»Du bist toll!«, mag zwar wahr sein, ist aber wenig konkret. Je spezifischer ein Lob ist, desto mehr Kraft hat es. »Ich schätze an dir und dem, was du tust, dass du...« wirkt tiefer.
Lob für Anstrengung
Häufig werden nur gute Ergebnisse gelobt. Man stärkt, ermutigt und fördert Menschen jedoch am meisten, wenn man sie für ihre Anstrengung in Bereichen lobt, die ihnen schwerfallen. Das gilt besonders für Kinder.
Persönlichkeit
Frage dich: Was schätze ich am Wesen, Verhalten und Charakter des Anderen? Erzähle es ihm oder ihr ab und zu – auch ohne konkreten Anlass.
Sich selbst einbeziehen
Lob wirkt dann besonders beziehungsstärkend, wenn der Lobende sich selbst ins Lob mit einbezieht und dem Anderen Einblick ins eigene Fühlen und Erleben gibt: »Mir bedeutet es viel, wie du das machst – es berührt, ermutigt oder stärkt mich, weil...«
Abwesende loben
Jeder kennt das. Solange ein bestimmter Mensch anwesend ist, sind alle nett und freundlich zu ihm. Kaum hat er den Raum verlassen, geht das Lästern los: »Hast du gesehen, was er oder sie gemacht hat...?«
Wer hinter dem Rücken der anderer schlecht über sie redet, vergiftet die Atmosphäre einer Gruppe. Damit verrät man häufig mehr über sich als über den, der verlästert wird.
Bevor du Abwesende kritisierst, frage dich:
• Warum stört mich das?
Welchen wunden Punkt in mir berührt es?
• Welchen guten Grund könnte der Andere für sein Verhalten haben?
• Welchen Sinn hat es, über diese Person herzuziehen? Was will ich damit erreichen, welches Bedürfnis will ich stillen?
• Kann ich das gewünschte Ziel anders erreichen?
• Kann ich statt über sie mit der Person reden?
Sich selbst loben
Ist das nicht eingebildet, wenn man sich selbst lobt? Ich denke nicht. Die meisten von uns reden häufig weit schlechter mit und über sich selbst, als sie je mit anderen reden würden. Wir sagen uns Sätze wie: »Mensch, stell dich nicht so an!« »Du Dummkopf, jetzt hast du das schon wieder falsch gemacht!« »Ich lerne das nie!«
Wenn du dich häufig mit Selbstkritik vergiftest und dich auch in Gesprächen schlecht darstellst, dann frage dich:
»Würde ich so mit einem anderen Menschen umgehen? Wieso behandle ich mich selbst so schlecht?«
Du kannst es einüben, wärmer mit dir selbst zu sprechen: »Okay, das hat nicht gut geklappt, aber ich werde es noch lernen!« Es tut deiner Seele wohl, wenn du dich für Anstrengungen und gute Ergebnisse ganz entspannt lobst: »Ja, das habe ich gut gemacht.« Von deiner Entspannung werden auch deine Mitmenschen profitieren.
Die Kunst, gute Meetings zu halten
Das Leben ist zu kurz für lange Meetings. —Klaus Kluge
Wo Menschen miteinander leben und arbeiten, müssen sie Dinge miteinander besprechen. Gutes gemeinsames Planen kann ungeahnte Kreativität freisetzen und Dinge gut voranbringen. Schlecht geplante und durchgeführte Besprechungen sind jedoch häufig eine Qual. Dabei ist es gar nicht so schwer, Besprechungen gut zu gestalten.
Unnötige Besprechungen vermeiden
Effektive Treffen brauchen Klarheit. Bevor du an einem Meeting teilnimmst oder eines einberufst, frage dich: Wofür genau ist es nötig? Was soll erreicht werden? Können die offenen Fragen auch mit weniger Aufwand per E-Mail, Telefon... geklärt werden? Bitte vor Meetings, zu denen du eingeladen wirst, um eine detaillierte Tagesordnung, die auch die Zielsetzung und das Ende benennt.
Äußerer Rahmen
Raum und Gestaltung tragen viel zum Gelingen eines Treffens bei. Ist Begegnung das oberste Ziel, sollte er anders gestaltet sein, als wenn Sachthemen im Mittelpunkt stehen.
Weniger ist mehr – die richtigen Teilnehmer
Je mehr Menschen an einem Meeting teilnehmen, desto komplexer und schwieriger wird es, zu guten Ergebnissen zu kommen. Frage dich im Vorfeld: Wer sind die die wichtigsten Personen, die für diesen Entscheidungsprozess notwendig sind? Lade nur sie ein.
Beim Thema bleiben – die sechs Ws
Orientiere dich in der Vorbereitung an den sechs Ws:
Was soll wann und wo mit wem wie lange und wozu besprochen werden? Führe durch diese W-Fragen eventuell abschweifende Teilnehmer wieder zum Thema zurück.
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Ein Artikel von www.glaube.de.
Veröffentlichungen im Internet oder in Print bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren bzw. Glaube.de.
Autorin: Kerstin Hack leitet den Verlag und Lehrdienst Down to Earth und engagiert sich bei Gemeinsam für Berlin e. V.
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Foto: www.sxc.hu
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