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07-06-07

Martin Dreyer: Plastikchristentum

Ich habe gerade mit meiner Frau mal wieder Musik auf dem Sofa genossen. Ich bin ja noch stolzer Besitzer eines Thorens Plattenspielers, kombiniert mit zwei alten Kef Boxen und dem Naim Verstärker: Ein Ohren-Traum!


Wir saßen wie gebannt im Sofa, fast so, als wäre U2 mitten im Wohnzimmer und geben uns ein Solokonzert.

Also, da kann man mir erzählen was man will, gegen so eine Vinylscheibe, kommt einfach die beste CD nicht gegen an. Wie auch? Da sind ja nur "Nullen und Einsen" (Digital, kennt nur zwei Zustände 0+1) auf den Silberling aus Plastik gepresst, die uns, durch den Prozessor gejagt, den echten Sound eigentlich nur vorgaukeln. An sattem Klang, Direktheit, Lebendigkeit, Natürlichkeit kommt keine CD an einer alten Platte vorbei, da sind sich auch eigentlich alle Leute, die etwas Ahnung von Hifi und ein gutes Gehör haben, einig. Und dann noch der komprimierte Oberbrei mit Namen Mp3, vergiss es... .



Und doch stell ich fest, dass wenn man nicht das "wirklich Gute" kennt, man sich mit dem "weniger Guten" nach einer Weile immer mehr anfreundet. Man gewöhnt sich an das Schlechtere langsam, an die Plastikmusik, vermutlich weil es bequemer ist, mit der Fernbedienung und so, und man muss ja auch nicht die Platte umdrehen, geschweige denn Saubermachen.



Ich befürchte, dass so etwas für den christlichen Glauben vielerorts auch zutrifft. Man will sich nicht mehr die Mühe machen. Das einfache, leichte, ohne umdrehen mit Fernbedienungschristentum ist gerade schwer im kommen. Doch da, wo alles immer "ganz einfach" ist, wird es auch ganz schnell "ganz flach", und ohne wirkliche Qualität. Davon bin ich auf jeden Fall ganz fest überzeugt.



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Ein Beitrag auf Glaube.de, gefunden auf Martin Dreyers Blog
Autor: Martin Dreyer

Bei Martin Dreyer gibt's keine Copyrighthinweise, er scheint unter general public license zu posten. Prima!


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