Papagena: Vater

Das Jahr 2006 war für mich kein leichtes Jahr und wenn ich nicht gewusst hätte wohin mit meiner Not, dann wäre ich wahrscheinlich verzweifelt.
Ich habe Gott bisher 2mal in meinem Leben akustisch gehört. Es war so eine liebevolle und sanfte Stimme die zu mir in meiner Krankheit sprach:" Vertraue mir, ich habe alles unter Kontrolle".
Noch vor ein paar Jahren war Gott für mich irgendetwas im Universum. Diese Wesen war für mich nicht definierbar, geschweige denn ein liebender Vater. Um Gott ohne Schwierigkeiten als liebenden Vater anzuerkennen, braucht man, so denke ich, auch hier einen Vater, den man lieben kann.
Ich bin ein so genanntes Kriegskind - Mein Vater war insgesamt 10 Jahre von zuhause fort, davon 4 1/2 Jahre in russischer Gefangenschaft. Während dieser Zeit war meine Mutter mit uns Kindern auf sich alleine gestellt und wurde zu einer sehr starken Frau. Sie versuchte alles unter Kontrolle zu bekommen.
Als mein Vater nach hause kam, war er aus meiner heutigen Sicht ein gebrocheer Mann, der mit dem Leben nicht mehr zu Recht kam und immer mehr dem Alkohol zusprach.
Was das für ein kleines Mädchen bedeutet, wenn dieser für sie ja fremde Mann, zu dem sie Papa sagen sollte, immer öfter betrunken nach Hause kam und man ihn schon auf der Straße randalieren hörte, kann man sich gut vorstellen.
Obwohl er mir gegenüber nie handgreiflich wurde, saß ich mit klappernden Zähnen im Bett und schämte mich fürchterlich vor den Nachbarn.
So viel zu meinem irdischen Vater.
Durch einen Glaubensgrundkurs kam ich zum ersten Mal mit dem liebenden Vater in Berührung, aber ich konnte das nicht so ohne weiteres annehmen. Zu viele schlimme Erfahrungen waren verdrängt worden und mussten ans Tageslicht gebracht und vor allen Dingen vergeben werden. - aber Gott hat mir Zeit gelassen.
Selbst während des Glaubenskurses hat Gott mir die Entscheidung pro oder contra Glauben, durch Träume erleichtert. So nach und nach merkte ich, dass Gott in meinem Leben zu wirken begann.
Traum:
Ich war in einem wunderbaren festlich geschmückten Saal, Kerzen, Blumen, Abendgarderobe und ich habe mich so richtig wohl und geborgen gefühlt. Aus einem unbekannten Grund ging ich in den Keller und wollte eine Türe aufschließen, aber aus dieser Türe kam eine richtige giftige Wolke und ich schaffte es gerade noch mit letzter Kraft diese Türe zu schließen und wieder in den Ballsaal zu kommen.
Im 2. Traum suchte ich meinen Großvater.
Ich war in einer grauen finstern Stadt und sah keine Menschen, kein Licht, es war vollkommen trostlos und so kam ich an den Stadtrand. Wie abgeschnitten war alle Tristesse, es war eine wunderbare grüne Landschaft wie im Allgäu.
In dieser Art war auch noch ein 3.Traum und ich begriff, dass ich die Wahl hatte. Ich konnte mein Leben Jesus übergeben und ihn Herr in meinem Lebens sein lassen und in seiner herrlichen Gegenwart leben und später das ewige Leben erlangen oder es geht unwiderruflich in die andere Richtung.
Einmal lag ich im Garten im Liegestuhl und las eine christliche Zeitung- Aufatmen - da gaben Menschen Zeugnis, wie Gott in ihrem Leben gewirkt hat und da habe ich mir gedacht- lieber Gott, ob Du zu mir auch einmal sprichst? Ich sah zum Himmel hinauf und sah aus Kondensstreifen ein Kreuz über unserem Haus. Ich will es nicht kommentieren, es war einfach so.
Mein Sohn und meine Schwiegertochter wünschten sich ein Kind, aber es hat lange nicht geklappt. Ich habe für sie gebetet und da las mir nachts im Traum jemand aus der Bibel etwas vor. Irgendwie wusste ich, dass ich träumte und sagte im Traum: "Das kann ich mir sowieso nicht bis morgen Früh merken" und da hieß es:" Merke dir nur Lukas 2,10-12" Den Traum hatte ich am 6.7.98 und mein Enkelsohn wurde im darauf folgenden Jahr geboren. Zu der damaligen Zeit wusste ich noch nicht was da in der Bibel stand und mein erster Gang war, die Bibel aufzuschlagen.
Mit der Zeit fiel es mir immer leichter, Gott als Vater anzuerkennen, der MICH liebte und nur mein Bestes wollte.
Beim Gebet war mir oft so, als sei ich in einen schützenden Kokon eingehüllt und nichts könne mich je wieder verletzten, ich war so voller Freude. Diese Freude konnte ich Anfangs nicht einschätzen, aber jetzt weiß ich, dass diese Freude und den Frieden nur der heilige Geist schenken kann.
Gott hat mir auch den Satz geschenkt:
Von den Menschen wirst Du gelebt, aber von mir wirst Du geliebt.
Auf der einen Seite denke ich: Schade, dass ich fast 60 Jahre alt werden musste um Gott als Jemanden kennen zu lernen, der mich sooo liebt und auf der anderen Seite bin ich unendlich dankbar, dass ich es erleben durfte.
Ich weiß, dass ich alles, aber auch wirklich alles in Gottes gütige und sanfte Vaterhände legen darf.
Papagena
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Ein Artikel von www.Glaube.de
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus Redaktionsmitarbeiter bei Glaube.de
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Mit freundlicher Genehmigung von dem Glaube.de Mitglied Papagena
Foto: www.sxc.hu
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