Pastor Anton Steinhauser: Ewigkeits-Perspektive

Eine Geschichte aus einem Lesebuch der Grundschule hat mir geholfen, der Vorstellung der Ewigkeit etwas näher zu kommen:
Alle 100 Jahre fliegt ein kleiner Vogel zu dem gewaltigen Gebirge des Himalaja und wetzt dort seinen Schnabel an diesem Gebirge. Wenn er nach unendlichen Jahren dieses Gebirge abgewetzt hat, dann ist "eine Sekunde" der Ewigkeit vergangen.
Vielleicht können wir jetzt ein klein wenig erahnen was Ewigkeit bedeutet. Die Bibel sagt, dass bei Gott "ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag" sind (vgl. 2. Petr. 3,8).
Die Vorstellung, dass wir ewig leben sollen, dass es ein Weiterleben nach dem Tod geben soll, verliert in unserer Gesellschaft immer mehr an Boden. Unsere Perspektive ist auf dieses Erdenleben reduziert. Deshalb will man immer mehr aus dieser kurzen Lebenszeit herausholen. Das hat zur Folge, das wir Krankheit, Leid, Sterben und den Tod am liebsten aus unserem Leben ausklammern wollen. Umfragen zeigen, dass Gesundheit für die meisten das Wichtigste im Leben ist.
Auch wir Christen stehen in der Gefahr, dass wir uns zu sehr auf die Diesseitigkeit fixieren. Das verändert unsere Lebenshaltung gewaltig. Wir stehen unter einem gewaltigen Druck, das Leben in vollen Zügen auskaufen zu wollen.
Den Schreibern des Neuen Testamentes war die Ewigkeitsperspektive sehr wichtig. Immer wieder stellen sie das Kommen Jesu, sein Heilswerk, seinen Tod und seine Auferstehung in diesen Zusammenhang. Die Sünde bringt den ewigen Tod (die ewige Trennung von Gott). Jesus bachte das Leben - das ewige Leben. Somit hat für jeden Christen die Ewigkeit bei Gott mit der Bekehrung begonnen. Jeder Mensch wird ewig leben, die Frage ist nur, wo er die Ewigkeit verbringen wird - bei Gott oder beim Teufel.
Die Erde ist eine entscheidende Durchgangsstation. Hier wird entschieden, wo wir die Ewigkeit verbringen. Deshalb richten die Schreiber des NT ihren Blick über die Begrenztheit unseres irdischen Lebens hinaus in die übernatürliche Welt. Unsere Erdenzeit ist nicht der Rede wert im Vergleich zu dem, was noch kommt. Besonders Paulus und Petrus machen es uns immer wieder deutlich, dass wir uns nicht zu sehr auf der Erde, im Irdischen, festmachen sollten.
Warum sollten wir uns auf die Ewigkeit einstellen und freuen?
Weil uns eine unbeschreibliche Herrlichkeit und Freude erwartet
Immer wieder spricht die Bibel von der "Herrlichkeit" die uns bei Gott erwartet. Der Begriff "Herrlichkeit" giechisch "doxa" bedeutet: : 1. Glanz, Schein; 2. Pracht; 3. Ruhm, d. Ansehen, d. Ehre.
Stephanus spricht davon, dass Gott selbst Herrlichkeit ist "der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham" (Apg 7,2). Vor Damaskus wurde Paulus mit der Herrlichkeit Gottes konfrontiert. Die Herrlichkeit Gottes, sein Lichtglanz war so stark, dass er sofort erblindete (vgl. Apg 22,11).
In 2. Chronik 5, 13-14 machten die Israeliten bei der Tempeleinweihung eine
gewaltige, unvergessliche Erfahrung mit der Herrlichkeit Gottes: "Da wurde das Haus, das Haus des HERRN mit einer Wolke erfüllt". Die Priester konnten den Tempel nicht mehr betreten, denn: "die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.". Gottes Herrlichkeit ist so glanzvoll, so dicht und mit Kraft geladen, dass wir natürlichen Menschen sie nicht aushalten können (vgl. 2. Mo 24,17 Herrlichkeit Gottes wie ein verzehrendes Feuer; Mose will die Herrlichkeit Gottes sehen 2. Mo 33,18-23).
Nicht nur Gott ist voller Herrlichkeit und Schönheit, auch die Engel und der erhöhte Jesus Christus. Vereinzelt bekamen auch Menschen einen kleinen Einblick in Gottes Herrlichkeit oder einen winzigen Herrlichkeitsstrahl ab. Moses Angesicht leuchtete so sehr, dass die Israeliten nicht fest in sein Angesicht schauen konnten (2.Kor 3,7).
Einen weiteren Beleg über die Anziehungskraft und unbeschreibliche Schönheit der Herrlichkeit Gottes können wir im Lukasevangelium nachlesen (Mt 17,1-9). Drei Jünger erhielten, als sie mit Jesus auf dem Berg (Berg der Verklärung) waren, einen Vorgeschmack von der Herrlichkeit, die in der Ewigkeit bei Gott sein wird. Das muss so schön und großartig gewesen sein, dass die drei gleich Hütten bauen und nicht mehr weg wollten.
Das zukünftige Leben bei Gott wird mit verschiedenen Begriffen beschrieben:
"Abrahams Schoß", "Paradies" und das "neue Jerusalem". Paulus durfte auch einen winzigen Blick in Gottes neue Welt und Umgebung, das Paradies tun (2.Kor.12,1-4). Was er dort hörte, faszinierte ihn total. Das Paradies ist ein Ort der Sündlosigkeit, Schönheit, Harmonie, des Glücks und der Gegenwart Gottes (vgl. 1.Mose 2 vor dem Sündenfall).
In Lukas 16,22 spricht Jesus davon, dass Lazarus von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurden. Er wurde von ihm herzlich aufgenommen und getröstet.
Auch das neue Jerusalem gehört zum Paradies. Es strahlt die Herrlichkeit Gottes aus und wird von ihr beleuchtet (Offb 21,11.23). Voller Reinheit und Schönheit wird die neue Stadt Jerusalem beschrieben.
Jesus unterstreicht die Herrlichkeit und Freude, die uns erwartet. Er kam vom Vater im Himmel. Er wusste um die Freude, die ihn wieder bei seinem Vater erwartet. Er kannte die Umgebung und die Atmosphäre des Himmels. Jesus ist der kompetenteste Zeuge der Herrlichkeit und der Freude die uns bei Gott erwartet. Das unterstreicht der Schreiber des Hebräerbriefes: Jesus ertrug um der vor ihm liegenden Freude willen alle Schande, Erniedrigung, allen Hass und das ganze Leid seiner brutalen Kreuzigung (vgl. Heb 12,2-3).
Wenn wir bei Gott sind, werden wir nicht nur seine Herrlichkeit und Freude erfahren und genießen können, wir bekommen selbst einen Herrlichkeitsleib (1. Kor 15,40ff). Endlich frei von allem Vergänglichem, von allen Alterungsprozessen. Endlich auch frei von Raum und Zeit. Wir werden mit mehr als Lichtgeschwindigkeit durch das Weltall rasen. Der Auferstandene Jesus gab uns hierzu einen kleinen Einblick.
Weil Gott seinen Sohn Jesus Christus aus dem Tod auferweckt hat und ihm einen neuen Unsterblichkeitsleib gegeben hat, haben auch wir eine berechtigte Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes (Rö 5,2).
Ein weiterer Grund, warum wir uns auf die ewige Herrlichkeit bei Gott einstellen und freuen sollten ist, weil wir Gott und unsere Lieben von Angesicht zu Angesicht sehen werden (Offb 21)
Gott wirklich sehen, mit ihm von Angesicht zu Angesicht sprechen, ihn anschauen und anfassen zu können, wird das Höchste und Schönste sein: "Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein: denn das erste ist vergangen."(Offb 21,3-4)
Obwohl der Vater durch den Heiligen Geist in unseren Herzen wohnt und so uns ganz nahe ist, wird die leibhaftige Begegnung mit dem Vater alles bisher Erfahrene bei weitem übersteigen. Gott wird nicht nur im Heiligen Geist anwesend sein, sondern bleibend unter uns wohnen. Zu jeder Zeit dürfen wir ihn anschauen und Gemeinschaft mit ihm haben. Kein Mensch durfte zuvor ihn von Angesicht zu Angesicht sehen. Das hätte niemand überlebt (vgl. 2. Mo 33,18-23). Auch wird Gott persönlich jede Träne von unserem Angesicht abwischen, uns seinen Trost, seine Annahme und Heilung schenken.
Endlich werden wir befreit sein von aller Vergänglichkeit, von der schrecklichen Todesmacht, von aller Ungerechtigkeit und von allen Widerwärtigkeiten des Lebens. Erst beim Vater in der neuen Welt haben diese Mächte keinen Zutritt mehr. Gott hat für uns großartige Dinge vorbereitet.
Ein dritter Grund, warum wir uns auf die Herrlichkeit bei Gott freuen sollten ist, weil der ganze himmlische Hofstab uns mit großer Freude erwartet.
Gott liebt seine Kinder über alles. Im Himmel wird alles für unsere Ankunft vorbereitet. Jesus sagte, er wird zum Vater gehen und uns Wohnungen herrichten. Jesus kennt deinen Geschmack. Er weiß, was du dir für einen Lebensraum wünscht. Jesus ging aber nicht nur zum Vater um sein geniales Bauprogramm zu starten und zu vollenden, sondern wird wiederkommen, um uns zu sich zu holen. Er will, dass wir in seiner unmittelbaren Nähe leben (Jo 14,2-3).
Unsere Herausforderung
Glaube
Wir müssen uns immer wieder auf das Wort Gottes einlassen und Gott glauben, dass er sein Wort erfüllen wird.
Der Heilige Geist ist ein sicheres Unterpfand für die Ewigkeit (2.Kor 5,5).
Keiner braucht sich die Gotteskindschaft einreden.
Der Hlg. Geist gibt unserem Geist Zeugnis (Rö 8,16).
Jesu Auferstehung, die von 500 Augenzeugen bezeugt wurde ist ein weiterer Beweis der Glaubwürdigkeit unserer Auferstehung und Ewigkeit bei Gott (1. Kor. 15,6)
Wir dürfen Paulus glauben, der verschiedentlich Einblicke in die himmlische Welt hatte (2. Kor. 12, 1-4).
Loslassen
Wir müssen unsere irdische Gesinnung und Verhaftung an diese Erde und dieses Leben immer wieder Gott ausliefern (vgl. reicher Kornbauer Lk 12,16-21, Jesus betitelt ihn als Narren). Wir sind "Fremdlinge", Durchreisende auf der Erde (vgl. 1. Petrus 1,1 und 2, 11-12).
Es ist wichtig, dass wir geklärte Beziehungen haben, keine Sünde dulden.
Ziel im Auge behalten
Das Ziel des Glaubens ist: "Die Errettung der Seelen" (1.Ptr 1,9).
Wir sollten auf das "Unsichtbare schauen..." (2.Kor 4,16-18), nicht auf die Beeinträchtigungen unseres Lebens, oder auf die Faszination dieser Welt... - sie wird vergehen mit allem Prunk!
Wir sollten eine intensive Beziehung zu Gott und Geschwistern pflegen: Gemeinschaft im Gebet, Lobpreis, Bibellesen...
Wir sollten uns immer wieder fragen, ob uns etwas hindert, zu Gott gehen zu wollen
Wir sollten unser Haus bestellt haben (auch die erbschaftlichen Dinge geklärt haben)
Freue dich auf die Herrlichkeit und Nähe bei Gott. Er wartet auf Dich!
***********************************************************
Ein Artikel von www.glaube.de
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus / Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
***********************************************************
Mit freundlicher Genehmigung vom Autor:Pastor Anton Steinhauser
87700 Memmingen http://www.Friedenskirche.org
**********************************************************************************************************************






