Druckversion
Dieser Text ist ein Artikel der Kategorien:
30-07-04

Pastor Antonio Imparato: Wie Gott führt

Wir alle müssen im Leben Entscheidungen fällen. Diese betreffen Beziehungen, Ehe, Kinder, Zeiteinteilung, Arbeitsplatz, Wohnung, Geld, Ferien, Eigentum etc. Manche dieser Entscheidungen sind extrem schwerwiegend, während andere nicht so von Bedeutung sind. In vielen Fällen ist aber von größter Wichtigkeit, dass wir die richtige Entscheidung treffen - beispielsweise bei der Wahl unseres Ehepartners.


 


<FONT color=#808000>Wir brauchen Gottes Führung!</FONT>

Gott verspricht, jene zu führen, die mit ihm durchs Leben gehen. Er sagt in Ps. 32,8: "Ich sage dir, was du tun sollst und zeige dir den richtigen Weg." Jesus verspricht seinen Nachfolgern, sie zu führen und zu leiten: Joh 10, 2-4 Der Hirte geht voraus.

Wir sind Jesus namentlich bekannt, er will uns führen. Gott möchte, dass wir seinen Willen erkennen. Weil Gott uns liebt und ein grosses Interesse an uns hat, möchte er mit uns über die kleinen und die großen Dinge in unserem Leben reden. Gott hat einen Plan für unser Leben (Eph. 2,10). Können wir diesen Plan akzeptieren oder sind wir etwa misstrauisch, auf das, was da auf uns zukommt?

Durch den Propheten Jeremia ließ Gott seinem Volk ausrichten:
"Denn mein Plan für euch steht fest: Ich will euer Glück und nicht euer Unglück. Ich habe im Sinn, euch eine Zukunft zu schenken, wie ihr sie erhofft. Ich, der Herr, sage es!" (Jer. 29,11) Wenn wir wissen wollen, was Gott mit uns vorhat, müssen wir ihn danach fragen. Gott hat sein Volk davor gewarnt, Entscheidungen zu treffen, ohne ihn zuerst zu befragen (Jes. 30, 1-2). Jesus hat als unser großes Vorbild immer nach dem Willen seines Vaters gefragt und danach gelebt (Luk. 4,1 und Joh. 5, 19).

Aber jetzt stehen wir vor der Frage:
Wie spricht Gott mit uns, wie führt er uns? Gott hat mehrere Möglichkeiten, Manchmal spricht er durch eines seiner Mittel, die wir uns jetzt ansehen werden; manchmal spricht er auch durch mehrere gleichzeitig.


 


<FONT color=#808000>Gottes schriftlich festgelegter Wille
</FONT>
Gott hat seinen grundsätzlichen Willen für die gesamte Menschheit zu allen Zeiten durch sein Wort bekannt gegeben. Aus der Bibel wissen wir, dass gewisse Dinge falsch sind. Daher können wir sicher sein, dass Gott uns niemals auf ein solch falsches Verhalten hinführen würde.

In Fall einer Ehe:
"Du sollst nicht ehebrechen!" Wir können also absolut sicher sein, dass uns Gott nicht dahin führt, Ehebruch zu begehen. Gott hat klar und unmissverständlich schon längst festgelegt! In diesen und vielen anderen Dingen hat Gott uns seinen Willen in der Bibel zum Ausdruck gebracht. Falls wir unsicher sind, weil wir die Bibel vielleicht nicht so gut kennen, empfiehlt es sich, bei jemandem Rat zu suchen, der mit Gottes Wort et-was mehr Erfahrung hat.

Die Bibel sagt uns etwas über den grundsätzlichen Willen Gottes.
Nicht immer finden wir aber auf ihren Seiten Gottes besonderen Willen für mein Leben. Die Bibel sagt mir zwar, dass es für mich als Mensch nicht unbedingt gut ist, allein zu sein und dass ich als Christ nur einen Christen heiraten soll (2. Kor. 6,14). Aber wen ich nun genau heiraten Soll, steht nicht in der Bibel. Trotzdem spricht Gott durch das Lesen seines Wortes auch direkt in unsere Situationen hinein. Manchmal kommt uns ein Vers so richtig entgegen und wir spüren, dass Gott uns dadurch persönlich etwas mitteilen will.



 

<FONT color=#808000>Führung durch den Heiligen Geist
</FONT>

Führung ist eine persönliche Sache. Wenn wir Christ werden, kommt der Geist Gottes zu uns, um in uns zu wohnen. Nun beginnt er mit uns zu sprechen. Wir müssen lernen, auf seine Stimme zu hören. Jesus sagt, dass seine Schafe seine Stimme kennen. Einen Freund kenne ich am Telefon sehr schnell. Je vertrauter unsere Beziehung zu Jesus wird, um so besser können wir auch seine Stimme erkennen.

In Apg. 16, 7 wird uns beschrieben, dass Paulus und seine Mitarbeiter ihre Reiseroute änderten, weil der "Geist Jesu sie daran hinderte" durch ein bestimmtes Gebiet zu gehen. Es steht nicht genau beschrieben, wie der Hl. Geist ihnen Gottes Willen klarmachte, aber Paulus hat sich an diese Führung gehalten.

Wie redet der Hl. Geist zu uns?

1. Oft spricht Gott mit uns, wenn wir beten!
Das Gebet ist ein Gespräch zwischen zwei Teilnehmern. Wenn ich z.B. meinen Arzt aufsuche und ihm sage: "Herr Doktor, ich habe Probleme." Lange Erzählung und dann davon rennen. Was meint ihr was der Arzt dann sagt. "Halt, wollen sie nicht hören, was ich dazu zu sagen habe?" Wenn wir beim Beten immer nur reden wollen und uns keine Zeit zum Zuhören nehmen, machen wir den gleichen Fehler.

In Apg. 13, 1-3 finden wir eine Gruppe von Christen, die gemeinsam beteten und fasteten. Zu ihnen hat der Hl. Geist gesprochen: "Gebt mit Paulus und Barnabas für eine besondere Aufgabe frei". Wir wissen auch hier nicht genau, wie diese Anweisung des Hl. Geistes übermittelt wurde. Möglicherweise kam ihnen diese Idee, dieser Gedanken beim Beten. So spricht Gott häufig zu uns. Manche Menschen beschreiben dies als "Eindruck" oder "etwas das sie spüren oder fühlen". Der Hl. Geist redet auf unterschiedliche Weise zu uns. Natürlich müssen wir solche Gedanken, Eindrücke oder Gefühle prüfen. Stehen sie im Einklang mit der Bibel? Sind sie von der Liebe getragen. Stellen sie eine Hilfe, eine Ermutigung, einen Trost dar. Verspüren wir Gottes Frieden nach der Entscheidung.

2. Manchmal spricht Gott mit uns, indem er einen starken Wunsch nach etwas in uns weckt!

3. Manchmal führt Gott auf ungewöhnliche Weise
In der Bibel finden sich viele Beispiele dafür , wie Gott einzelne mit phänomenalen Mitteln geführt hat. Als er den jungen Samuel ansprach, geschah dies mit einer Stimme, die akustisch hörbar war. Er führte Abraham, Josef und Petrus durch Engel. Oft sprach er durch Propheten, sowohl im alten, wie auch im neuen Testament. Er benutzte Visionen, beispielsweise bei Paulus, als dieser in der Nacht einen Mann sah, der ihn bat, nach Mazedonien zu kommen und ihm zu helfen. Durch diese Mittel hat Gott in der Vergangenheit Menschen geführt , und er tut es auch heute noch.



 

<FONT color=#808000>Gesunder Menschenverstand
</FONT>

Christ zu werden bedeutet nicht etwa, dass wir von jetzt an unseren gesunden Menschenverstand in die Ecke stellen sollen. Wenn es um die Frage des Ehepartners geht, stehen drei Fragen im Vordergrund:

1. Passen wir geistlich gesehen zusammen?
Paulus warnt uns vor der Gefahr, in die wir uns begeben, wenn wir einen Nichtchristen heiraten (2. Kor. 6, 14). In Ehen, wo der eine Partner kein Christ ist, kommt es in der Praxis fast immer zu grossen Spannungen. Der Christ fühlt sich hin- und hergerissen; er möchte sowohl seinem Partner als auch Gott dienen. Trotzdem geht die Gleichung: 1 Christ + 1 Christ = alles okay, nicht immer auf. Es geht auch darum, die geistlichen Aspekte des anderen zu respektieren.

2. Passen wir von der Persönlichkeit her zueinander?

3. Passen wir physisch zusammen?

4. Es stellt sich auch die Frage, ob wir uns körperlich zueinander hingezogen fühlen. Es reicht nicht aus geistlich und gefühlsmäßig zueinander zu passen; auch auf der körperlichen Ebene sollte Harmonie herrschen. Auch bei der Frage nach Gottes Führung bezüglich Beruf und Karriere spielt der gesunde Menschenverstand eine grosse Rolle. Eine allgemeine Grundregel lautet, bei unserem gegenwärtigen Beruf zu bleiben, bis Gott uns einen anderen Weg weist. Trotzdem sollen wir unseren gesunden Menschenverstand gebrauchen und unser Leben auf die lange Sicht betrachten. Es ist klug, zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre vorauszudenken und sich zu fragen: "Wohin führt mein gegenwärtiger Beruf? Was sind meine langfristigen Ziele? etc.



 

<FONT color=#808000>Ratschlag der Heiligen
</FONT>

Das Buch der Sprüche ist voller Aufforderungen, weise Ratschläge zu berücksichtigen.
In Sprüche 20, 18 heisst es:
"Durch Beratung kommen Pläne zum Ziel." So wichtig es auch ist, guten Rat einzuholen, so sollten wir doch nie vergessen, dass unsere Entscheidung in erster Linie zwischen uns und Gott ausgemacht werden müssen. Diese Verantwortung können wir nicht auf Dritte abwälzen. Der "Ratschlag der Heiligen" hat durchaus seinen Platz in der Führung Gottes, doch er ist nicht das einzige Element.



 

<FONT color=#808000>Besondere Umstände </FONT>


"Der Mensch macht Pläne; ob sie ausgeführt werden, bestimmt Gott." (Spr. 16,9) Manchmal öffnet Gott Türen, manchmal verschließt er sie. Viele Christen können Beispiele erzählen, wie Gott Türen verschlossen hat, obwohl sie mit aller Kraft gebetet und gekämpft hatten. Zuerst war Enttäuschung da, später, vielleicht Jahre später erkennt man, wozu Gott diese Tür nicht geöffnet hat und man ist ihm sehr dankbar dafür. Oft öffnet Gott aber auch auf wunderbare Weise Türen, die fest verschlossen waren. Hier dürfen wir wirklich Gottes Führung erleben. Es sind nicht glückliche Umstände, die zusammentreffen, es ist Gottes Hand im Spiel.



 

<FONT color=#808000>Nur keine Eile
</FONT>

Manchmal tritt Gottes Führung ein, sobald man darum gebetet hat, (Vergl. 1. Mose 24), doch oft dauert es viel länger, manchmal Monate oder so-gar Jahre. Vielleicht spüren wir, dass Gott etwas mit unserem Leben unternehmen wird, doch auf die Erfüllung müssen wir eine längere Zeit warten.

In solchen Fällen brauchen wir die Geduld eines Abrahams:
Manchmal hören wir richtig, was Gott uns sagt, aber wir irren uns im Zeitpunkt. Gott zeigte Josef im Traum, welche Pläne er mit ihm und seiner Familie hatte. Erst 13 Jahre später, nach seinem Verkauf als Sklave und seiner Gefängniszeit erlebte Josef die Erfüllung dieses Planes. Auf dem Gebiet des Geführtwerdens machen wir alle Fehler. Manchmal versuchen wir wie Abraham, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Oder wie Josef irren wir uns im Zeitpunkt. Manchmal glauben wir, unser Leben vor unserer Bekehrung zu sehr verpfuscht zu haben, als dass Gott noch etwas Sinnvolles damit anfangen kann. Doch Gott ist viel mächtiger. "Er kann uns die Jahre erstatten, deren Ertrag die Heuschrecken gefressen haben." (Joel 2,25) Er kann etwas Gutes aus den Überresten unseres Lebens machen, ganz gleich, wie viel Zeit wir noch vor uns haben.

Paulus schreibt: "Wir wissen aber, dass denen die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind." (Röm. 8.28) Während wir so unbeholfen und stockend unsere Partitur spielen:
- wir suchen seinen Willen durch Lesen
- durch Hören
- durch Denken
- durch Gespräche
- durch Beobachten
und durch Abwarten, kommt Gott, setzt sich neben uns und sorgt dafür, dass "alle Dinge zum Besten dienen." Er nimmt unser "Plink...plonk...plink" und macht einen harmonischen Wohlklang aus unserem Leben.




***********************************************************************
Ein Artikel von www.glaube.de, Veröffentlichungen im Internet oder in Print bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren bzw. Glaube.de.
Autor: Antonio Imparato www.cbb-reinach.ch. Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de 
Bearbeitung: Corinna Petersen / Glaube.de Redaktionsmitarbeiterin
Foto: www.sxc.hu - the leading free photo ressource ***********************************************************************

Nach oben



Name:
E-Mail:
[15:06:27] [CoCo new media] Martin Bauer: