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17-03-11

Pastor Bayless Conley: Gott im Alltag dienen

Ich werde darüber sprechen, Gott im Alltag zu dienen


Das ist wirklich eine wichtige Predigt. Wenn ich mich im Gebet darauf vorbereite, in anderen Gemeinden zu sprechen, ist diese Predigt immer in meiner engeren Wahl und ich halte sie gerne, weil ich denke, dass der ganze Leib Christi davon hören muss. Nehmen Sie Ihre Bibel zur Hand. Setzen Sie sich einen Moment und lassen Sie uns entdecken, was es bedeutet, Gott im Alltag zu dienen.

Heute möchte ich erläutern, was ich darunter verstehe, Gott im Alltag zu dienen. Das Anliegen und Motto unserer Gemeinde ist: „Die lebensrettende Botschaft von Jesus Christus einer sterbenden Welt zu bringen." Das geschieht hauptsächlich durch die Verkündigung. Wissen Sie, ich halte das Predigen für sehr wichtig. Jesus sagte: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil Er mich zum Predigen gesalbt hat."

Der Apostel Paulus sagte: „Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht. Es ist Gottes Kraft, die jeden rettet, der daran glaubt."

Ohne Frage - es entspricht meiner Veranlagung und ist meine hauptsächliche Berufung, Gottes Wort auszulegen, zu predigen und zu lehren. Obwohl das sehr wichtig ist, wird das Ziel, Jesus zu verkündigen, nicht allein  durch das Predigen erreicht, sondern auch, indem wir Menschen praktisch dienen. Genau das möchte ich heute betonen. Einer der Kirchenväter hat das einmal treffend formuliert: „Predigt immer und überall, gebraucht Worte, wenn es sein muss." Wissen Sie, unser Leben ist eine Predigt, die jedermann lesen kann, sagte der Apostel Paulus. In 1. Korinther 9:19 sagte er: „Denn obwohl ich allen gegenüber frei bin, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, damit ich so viele wie möglich gewinne." Wir gewinnen Menschen für Christus, indem wir ihnen dienen.

Ich möchte heute anhand der Initialen des Namens Jesu über fünf Herzenshaltungen sprechen, die unser Leben und unseren Dienst innerhalb und außerhalb des Hauses Gottes prägen sollen, wenn wir Menschen dienen. Sie werden heute unschwer erkennen können, wann die Predigt zu Ende sein wird, wenn Sie J-E-S-U-S buchstabieren können. Wenn wir beim letzten S angekommen sind, bin ich fast fertig. Sind Sie bereit?

Gut, „J": Unser Dienst muss von Freude geprägt sein. Sagen Sie alle: Freude. Johannes 15,11.

Jesus sagt hier Folgendes:

Johannes 15:11-13 „Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch sei und eure Freude völlig werde. Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde."

Hier verknüpft Jesus Freude mit der Hingabe unseres Lebens. Manchen halten diese Kombination für sehr seltsam, aber das ist sie nicht. Sie werden eine erstaunliche Freude entdecken, wenn Sie anfangen, Menschen um Jesu Willen zu dienen und deren  Anliegen wichtiger zu nehmen als Ihre eigenen.

Bestimmt haben Sie schon davon gehört, dass das Tote Meer tot ist, weil Wasser hinein, aber nicht hinausfließt. Der Jordan ist ein Zufluss und es gibt noch weitere, aber es gibt keinen Abfluss.

Deswegen ist es tot - es enthält kein Leben. Es gibt keine Fische darin und an seinen Ufern wächst nichts.

Es gleicht vielen Christen. Viele Dinge fließen in ihr Leben hinein. Sie hören Gottes Wort, das in der Gemeinde gepredigt wird. Das ist ein Zufluss.

  • Sie hören im Auto und zuhause Predigten. Das ist ein Zufluss.
  • Sie besuchen einen Bibelkreis. Das ist ein weiterer Zufluss.
  • Sie hören christliche Musik. Das ist ein Zufluss.
  • Sie sehen christliche Fernsehsendungen. Das ist ein Zufluss.

Sie haben all diese Zuflüsse, aber ein Abfluss in Form eines praktischen Dienstes fehlt. Daher ist ihr Leben ziemlich öde. Ihnen fehlt Vitalität, Freude und Spontaneität. Freunde, Leben entsteht, wenn wir das weitergeben, was wir haben.

Wussten Sie, dass die griechischen Philosophen der Antike ein neues Wort erfinden mussten, um die Christen zu beschreiben? So reich die griechische Sprache auch war, es gab kein Wort, mit dem sie das ausdrücken konnten, was sie sahen - die Vitalität, die Freude, das Leben und die Spontaneität dieser ersten Christen. Also erfanden sie ein Wort. Wir verwenden es bis heute: enthusiastisch. Es bedeutet wortwörtlich: erfüllt sein von Gottes überschwänglichem Leben - En Theos - in Gott.  

Enthusiastisch bedeutet also: erfüllt sein von Gottes überschwänglichem Leben. Es beschrieb die damaligen Christen.

Es gab ein Aquädukt, das vor über 1900 Jahren von den Römern erbaut wurde und Segovia in Spanien mit Wasser versorgte. Über 1900 Jahre lang gelangte dadurch Wasser in diese trockene Region. Nun, die Spanier dachten sich: „Das ist unser kulturelles Erbe, wir müssen etwas unternehmen, um es zu erhalten." Sie verlegten neue Rohre, leiteten das Wasser in ihr neues Bewässerungssystem um und versorgten so die Stadt. Wissen Sie, was passierte? Innerhalb weniger Monate wurde der Mörtel zwischen den Steinen des antiken Aquädukts trocken und rissig. In weniger als einem Jahr fing es an zu bröckeln und zu zerfallen. Es diente ihnen über 1900 Jahre lang und während es diesen Dienst versah, war es stark und stabil. Aber sobald es aufhörte, zu dienen, wurde es trocken, spröde und rissig.

Wenn wir aufhören zu dienen, wird unser Leben trocken, spröde und rissig. Aber wenn Sie anfangen, Gott zu dienen, sollte Ihr Dienst unter anderem von Freude geprägt sein. Ich denke manche Christen machen keine gute Werbung für das Reich Gottes: „Seid Langweiler, seid missmutig, werdet Christen, so wie ich." Nein danke!

Ich glaube wirklich, wenn wir unseren Platz gefunden haben und unsere Begabung und Berufung ausleben, werden wir dadurch gestärkt und inspiriert. Sicher sind wir manchmal erschöpft und müde, aber wir sind dennoch erfüllt. Momentan predige ich jedes Wochenende vier Mal, manchmal fünf Mal.

Montags bin ich ziemlich müde. Aber gegenüber früher ist das gar nichts. Ich predigte jedes Wochenende sechs bis sieben Mal. Erst am Dienstag-Nachmittag fiel mir mein Name wieder ein.

Obwohl ich vom Dienen müde war, fühlte ich mich erfüllt. Ich war froh und glücklich. Ich denke, wenn diese Freude und Zufriedenheit fehlt, sind Sie vielleicht am falschen Ort. Unser Dienst für den Herrn sollte von Freude gekennzeichnet sein. Kann jemand Amen dazu sagen?

Gut, „E". Unser Dienst muss auf die Ewigkeit ausgerichtet sein, auf die Ewigkeit. Ein praktischer Dienst oder eine freundliche Geste könnte dafür sorgen, dass sich jemand für das Evangelium öffnet.

Ich erinnere mich, dass ich etwas über jemanden las, der 1967 bei einer Missionsgesellschaft arbeitete. Er hatte sich mit Tuberkulose infiziert und landete in dem Entwicklungsland, in dem er wirkte, in einer TBC-Klinik. Er verstand kein Wort.     Er war sehr frustriert über seine Krankheit, aber auch darüber, dass er nicht kommunizieren konnte. Die meisten Patienten verachteten ihn. Sie dachten: „Was hat dieser reiche Amerikaner hier zu suchen?" Ich erinnere mich an seine Worte:
„Wenn sie gewusst hätten, dass ich genauso arm war wie sie - als Missionar in ihrer Heimat."

Aber niemand sprach mit ihm. Er konnte nicht kommunizieren. Er versuchte, einigen in ihrer Sprache das Johannesevangelium zu geben oder andere Schriften. Kein Patient wollte etwas mit ihm zu tun haben, kein Arzt, kein Praktikant und keine Krankenschwester. Keiner wollte seine Schriften haben.

Er war sehr frustriert. „Dazu kam noch," sagte er, „dass ich meist um 2 Uhr morgens Hustenanfälle hatte und aufwachte." Und er sagte: „Eines Morgens wachte ich von einem Hustenanfall auf und sah gegenüber einen alten Mann mit fortgeschrittener Tuberkulose auf der Bettkante sitzen. Er versuchte aufzustehen, kam aber nicht hoch, sondern sackte zusammen. Er versuchte nochmals aufzustehen, war aber zu schwach und schaffte es einfach nicht. Er versuchte es mehrmals, legte sich dann hin und weinte leise. Er sagte: „Ich begriff die Situation erst am nächsten Morgen." Er sagte: „Er versuchte, nachts auf die Toilette zu gehen, schaffte es aber nicht, weil er zu schwach war. Also machte er ins Bett." Er sagte: „Es stank entsetzlich. Die anderen Patienten beschimpften ihn. Als die Krankenschwestern kamen, um ihn zu waschen, waren sie genervt und schubsten ihn hin und her - jemand schlug ihn sogar." Er sagte: „Er schämte sich so sehr, dass er sich im Bett zusammenkauerte und weinte." Er sagte: „Am nächsten Morgen wachte ich etwa um 2 Uhr von einem Hustenanfall auf, schaute herüber und sah den alten Mann. Wieder versuchte er aufzustehen und schaffte es nicht.

Er versuchte es mehrmals, legte sich dann wieder hin und weinte." Und er sagte: „Ich bin wie jeder andere auch. Ich mag Gestank nicht und wollte damit nichts zu tun haben. Aber im Handumdrehen war ich bei ihm und legte meinen Arm unter seinen Kopf. Er sah mich ängstlich an. Ich lächelte ihn an, streichelte ihm über den Kopf und schob meinen anderen Arm unter seine Beine. Er war ziemlich abgemagert und schwach." Und er sagte: „Ich konnte ihn bis zur Toilette tragen. Es war ein dreckiger Raum mit einem Loch im Boden." Er sagte: „Dann stütze ich ihn an den Armen, bis er fertig war.

Ich trug ihn zurück ins Bett. Als ich ihn wieder ins Bett legte und mein Kopf neben seinem war, küsste er mich auf die Wange, was ich als Dank interpretierte." Er sagte: „An diesem Morgen passierte etwas Erstaunliches." Er sagte: „Ein anderer Patient weckte mich und gab mir eine Tasse heißen Indischen Tee. Und dann fragte er, ob er eine der Schriften haben dürfte, die ich versucht hatte, weiterzugeben.

Er sagte: „Weitere Patienten kamen im Laufe des Tages und wollten Schriften und das  Johannesevangelium haben." Er sagte: „Bis zum Abend nahm sich jeder Arzt, jede  Krankenschwester, jeder Praktikant und jeder Patient im ganzen Haus entweder ein Johannesevangelium oder ein anderes Heft." Er sagte: „Vor Ablauf der Woche sagten mir einige, dass sie Jesus aufgrund der evangelistischen Hefte angenommen hatten." Er sagte Folgendes: „So wichtig Heilung auch ist, Heilung hat ihnen nicht das Herz geöffnet." Er sagte: „So wichtig ein Gespür für andere Kulturen auch ist, Einfühlungsvermögen hat nicht dazu geführt, dass sie sich öffneten."

Er sagte: „So wichtig es auch sein mag, ihre Sprache zu verstehen, meine sprachlichen Fähigkeiten haben nicht zur Offenheit geführt. Ich konnte kein Wort sprechen." Er sagte: „Ich habe nur einen alten Mann zur Toilette gebracht." Er sagte: „Das hätte jeder tun können."

Wissen Sie, wenn Sie im Namen Jesu ein Auto reparieren, ein Kind unterrichten, Autos einweisen oder unter Bedürftigen Nahrungsmittel verteilen, sollten Sie die Einstellung haben: „Ich bringe jemanden einen Schritt näher zu Gott. Ich investiere etwas für die Ewigkeit." Wissen Sie, seit Jahren engagieren wir uns in verschiedenen Krisengebieten der Welt. Wir haben Teams nach Haiti geschickt.

Wir haben über zwei Jahre hinweg 40 verschiedene Teams ausgesandt, um nach Katrina Aufbauhilfe zu leisten. Wir haben über siebzig Häuser und zehn Kirchen wieder aufgebaut. Das haben Leute aus unserer Gemeinde im Laufe von zwei Jahren getan. Manche erinnern sich an den verheerenden Tsunami, der eine Katastrophe auslöste. Wir sammelten ein Opfer ein und es kam eine beträchtliche Summe zusammen. Eine Insel vor der Küste Indiens wurde völlig verwüstet. Alle Fischerboote - ihre einzige Einnahmequelle - waren zerstört. Es gab kein Trinkwasser auf der Insel, keine Nahrung, keine Decken, wirklich gar nichts. Sie gewährten keiner amerikanischen Organisation Zugang, weil dort ein Militärstützpunkt war - irgendeine derartige Einrichtung. Aber wir hatten Beziehungen. Wir brachten unsere Hilfsgüter in eine christliche Gemeinde, deren Pastor dort jahrelang Gegenwind hatte und massiv verfolgt wurde. Wir versorgten alle Inselbewohner durch diesen Pastor mit Trinkwasser, mit Decken und mit Kleidung. Und durch unsere Gemeinde wurde die ganze Fischereiflotte wieder aufgebaut. Alle zerstörten Fischerboote wurden repariert oder durch andere ersetzt. Einige Leute wurden errettet. Ich erinnere mich an eine Frau. Sie war 80 Jahre alt und war Hinduistin. Sie gab ihr Leben Jesus und sagte Folgendes: „Mein Leben lang wurde mir eingetrichtert, die Christen zu hassen." Sie sagte: „Ich merkte, dass alles, was man mir mein Leben lang erzählt hatte, verkehrt war.

Es sind die freundlichsten, spendabelsten, sensibelsten Menschen, die ich je kennen gelernt habe."

Und im Alter von 80 Jahren gab sie ihr Leben Jesus. Praktische Hilfeleistung. Es geht nicht nur darum, Ventilatoren zu reparieren, Autos einzuparken, Einladungszettel zu falten oder eine Kamera zu bedienen. Ihr Dienst ist eine Investition von Liebe, die ewige Auswirkungen hat.

Schauen wir uns Matthäus, Kapitel 16 an. Matthäus 16.

Der nächste Buchstabe ist „S". Es steht dafür, dass wir anderen selbstlos dienen sollen. Wir müssen selbstlos sein, wenn wir anderen dienen. Matthäus 16:24. Dort steht:

Matthäus 16:24-25 „Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden."

Wenn Sie wirklich Ihr Leben finden wollen, müssen Sie bereit sein, es zu verlieren, indem Sie Ihre eigenen Anliegen zurückstellen.

General William Booth, der Gründer der Heilsarmee, war im Alter einmal nicht in der Lage, zu einer ihrer großen Konferenzen zu kommen. Also schickte er ihnen die ganze Predigt per Telegramm, damit sie allen Teilnehmern der Konferenz an jenem Tag vorgelesen werden konnte. Die Predigt bestand aus einem Wort. Es wurde die berühmteste Predigt, die er je hielt: „Andere". Was für ein Glück, wenn wir entdecken, dass es nicht um uns, sondern um andere Menschen geht.

Lesen wir noch etwas weiter hinten im Matthäus-Evangelium, Kapitel 20 - eine sehr bekannte Bibelstelle. Hier wollen die Söhne des Zebedäus zur Rechten und zur Linken Jesu sitzen, wenn Er in die Herrlichkeit eingeht. Jesus sagte: „Ich kann darüber nicht entscheiden." Als die anderen zehn Jünger davon hörten, waren sie ziemlich verstimmt. Matthäus 20:24.

Matthäus 20:24-28 „Als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun.

So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele."

Jesus ist unser größtes Vorbild.

Es gab einmal zwei kleine Jungen, Ryan und Kevin. Ryan war fünf und Kevin war drei. Ihre Mutter backte Eierkuchen. Sie stritten sich, wer den ersten Eierkuchen kriegen sollte. Mama erkannte die Gunst der Stunde, ihnen Moral beizubringen. Sie sagte: „Ryan, Kevin, wenn Jesus hier wäre, dann würde Er sagen: ‚Ich kann warten, ich lasse meinem Bruder den Vortritt. Er darf den ersten Eierkuchen essen.‘" Ryan dachte scharf nach, schaute seinen Bruder an und sagte: „Kevin, du darfst Jesus sein."

Kommen wir zum „U". Schauen wir uns gemeinsam 1. Korinther, Kapitel 15 an - den letzten Vers des Kapitels, Vers 58. 1. Korinther 15:58. U steht für unerschütterlich. Unser Dienst muss unerschütterlich sein. In 1. Korinther 15:58 sagte der Apostel Paulus Folgendes:

1. Korinther 15:58

„Darum, meine lieben Brüder, seid fest (sagen Sie alle ‚fest‘), unerschütterlich (sagen Sie: ‚unerschütterlich‘) und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn."

Seid fest, unerschütterlich und nehmt immer mehr zu. Er hätte sie nicht ermutigt: „Seid gewiss, eure Arbeit ist nicht vergeblich im Herrn," wenn sie nicht manchmal versucht gewesen wären zu denken, sie sei vergeblich. Wissen Sie, wenn Sie dem Herrn dienen - ob Sie Kinder unterrichten, eine Kamera bedienen, ein Auto einweisen oder predigen - was Sie auch tun mögen - Lebensmittel verteilen - man kann die Resultate im Leben von Menschen nicht so klar ermessen wie bei anderen Arbeiten. Wenn ich Maurer oder Bauarbeiter bin und einen Zaun errichte, kann ich am Ende des Tages sagen: „Ich habe heute diesen Teil geschafft." Manchmal sind die Resultate weniger greifbar, weil sie sich im Innern von Menschen ereignen und sich unterschiedlich auswirken. Manchmal neigen wir dazu zu denken: „Erreiche ich überhaupt etwas?" Bitte hören Sie gut zu: Was wir tun, ist sehr kostbar. Und es ist sehr wichtig, fest und unerschütterlich zu sein.

Eines Abends ging ich mit einem Freund angeln. Ich war gerade im Boot, als es von einer Welle erfasst wurde. Um nicht hinzufallen, musste ich Halt suchen und verletzte mich dabei an unserem Gaff. Ein Gaff ist ein Haken an einer Stange, mit dem man große Fische an Deck ziehen kann. Man zieht sie an der Stange ins Boot. Ich stieß mit einem Knöchel meiner Hand gegen das Gaff, das sich mitten in den Knöchel bohrte. Es steckte tief drin und ich musste es herausziehen. Mir war klar, dass der Knöchel sehr gelitten hat. Natürlich blieben wir draußen und angelten den ganzen Abend weiter. Diese Hand verwandelte sich eine Woche lang in eine Art Hummerschere. Sie war rot und entzündet und ich konnte sie aufgrund der schweren Verletzung nicht bewegen. Etwa ein Jahr lang hatte ich recht heftige Schmerzen in diesem Knöchel. Jetzt ist alles Ok, aber als es passierte, merkte ich: Dieser Knöchel ist mir nie aufgefallen. Er ist jeden Tag, damals etwa schon 52 Jahre lang, zum Dienst erschienen - ein unbesungener Held. Und dabei ist er sehr wichtig! „Du musst gesund werden!"

Erst als er mir wehtat und den Dienst quittierte, wurde mir klar, wie wichtig er ist, und ich dachte:
„Ich habe Organe, die gerade jetzt ihren Dienst verrichten, ohne dass ich überhaupt an sie denke."

Meine Leber macht ihre Arbeit - ich hätte sie damals fast ruiniert. Mein Alkoholkonsum hätte sie fast umgebracht, bevor ich Christus fand. Jesus hat mich geheilt und meine Leber arbeitet ganz treu, Tag für Tag. Meine Milz - und ich weiß nicht einmal genau, wo sie sich befindet - ist jeden Tag zur Stelle und macht ihre Arbeit. Und meine Lunge arbeitet ganz treu - ich bin sehr dankbar für sie.

So ist es auch im Leib Christi. Die Bibel gebraucht dieses Bild. Dort sind Lunge, Milz, Leber, Nieren und Herz, die ihre Arbeit tun. Menschen dienen anderen und beten und bekommen nicht die Aufmerksamkeit oder die Anerkennung, die der Mund bekommt. Ich kann jeden Sonntag hier stehen und Mund sein. Aber der Mund kann seine Arbeit nicht tun, wenn Herz, Milz und Leber ihre Arbeit vernachlässigen. Allen unter euch, die als Milz, Leber, Herz oder Lunge arbeiten, möchte ich sagen:

Vielen, vielen Dank! Wir schätzen euch sehr! Euer Beitrag ist wichtig - die Tatsache, dass Ihr treu seid und anderen dient. Ohne euch würde nichts funktionieren! Es sind manche unter uns, die seit mehr als einem Vierteljahrhundert treu in der Gemeinde dienen. Sie sind im Kinderdienst, dienen in Gebetsgruppen oder evangelisieren. Manche tun das hier ganz treu seit 27 Jahren! Wissen Sie, Gott wird das belohnen. Dadurch kommen wir als Gemeinde voran und dadurch werden Gottes Pläne umgesetzt! Ich möchte euch ganz herzlich dafür danken, vielen Dank. Wir schätzen euch sehr.

Gut, der letzte Buchstabe ist das „S" am Schluss. Wir müssen sensibel sein, wenn wir anderen dienen - sensibel dem Heiligen Geist und Menschen gegenüber.

Eine Gruppe aus der Gemeinde kam zusammen, um Menschen von Jesus zu erzählen. Sie gingen zu einem Treffpunkt von Jugendlichen, wo ein paar Mädchen auf einer Mauer saßen. Einer der Männer hatte den Eindruck, der Heilige Geist hätte ihm etwas über eins der Mädchen gesagt. Er ging zu ihnen und fragte das andere Mädchen: „Ist das Ok, wenn ich ein paar Minuten mit deiner Freundin rede?"
Die Mädchen schauten sich kurz an und sagten: „Okay." Er setzte sich auf die Mauer neben sie und sagte: „Ich weiß nicht, was du davon halten wirst, aber als ich dich sah, hatte ich den Eindruck, Gott sagte mir, dass du vorhast, Selbstmord zu begehen. Stimmt das?" Sie heulte los. Sie hatte den Selbstmord bereits geplant. Ich glaube, sie wollte es an eben diesem Abend tun. Er führte sie zu Christus - ihr Leben wurde verwandelt. Sensibel sein!

Ganz egal, in welcher Weise Sie dienen, es wird Gelegenheiten geben. Ich weiß auch, dass viele Menschen ein Pokerface aufsetzen, wenn sie zur Gemeinde gehen. Aber ich garantiere Ihnen, es gibt in Ihrem Umfeld Menschen, die Probleme in ihrer Ehe haben und die sich über ein ermutigendes Wort freuen würden. Andere haben Mühe mit ihren Kindern, haben finanzielle Sorgen oder sonstige Anliegen. Manchmal braucht es nur eine minimale Ermutigung. Vielleicht legen Sie jemandem Ihre Hand auf die Schulter und sagen: „Brauchen sie für irgend etwas Gebet? Wie geht es ihnen?"

Es gibt ständig Gelegenheiten, um Menschen zu ermutigen. Das kann sogar bedeuten, zu einem Fremden zu gehen und zu fragen: „Wie geht es ihnen? Gehen sie heute auch in die Kantine?" Seien Sie einfach sensibel. Gott wird Sie gebrauchen - erst recht, wenn Sie anderen dienen, ob hier im Haus oder draußen. Dienenden Menschen wird nie langweilig! Sagen Sie einfach: „Gott, gebrauche mich.

Heiliger Geist, leite mich heute." Ich denke sogar, dass Gott unseren Blick manchmal auf Menschen lenkt. Fragen Sie einfach: „Gott, was liegt an?" Wissen Sie, Petrus und Johannes gingen durch die „Schöne Pforte" in den Tempel. Dort kamen sie häufig zum Gebet zusammen. Jesus selbst ging viele Male dorthin. Dort saß ein Bettler, der von Geburt an gelähmt war und täglich an das Tor gebracht wurde. Jesus ging oft an ihm vorüber und Petrus und Johannes auch. Aber etwas war an diesem Tag anders. Er war bereit. Die Bibel sagt, dass Petrus und Johannes ihren Blick auf ihn richteten. Ich glaube, damit hat es etwas auf sich. Es gab Momente, in denen ich umherschaute und mein Blick auf jemandem ruhte. Ich hatte dann den Eindruck, Gott möchte mir über diesen Menschen etwas sagen.

Ich denke, wir müssen sensibel sein. Wenn wir Gott bitten, uns zu gebrauchen, ergeben sich Gelegenheiten.

Ich hoffe, das hat Sie ermutigt. Ich sage das ab und zu, aber es ist wirklich wahr. Wenn ich könnte, würde ich gerne mit Ihnen in Ihrer Küche oder in Ihrem Wohnzimmer einen Tee trinken, vielleicht ein paar Kekse essen, vielleicht Ihre Hand nehmen und mit Ihnen gemeinsam für Anliegen beten, die Sie beschäftigen. Da ich das aber nicht tun kann, ist dies hier das Nächstbeste. Ich sitze jetzt quasi mit Ihnen in Ihrem Wohnzimmer, in Ihrer Küche oder wo immer Sie gerade sind und versichere Ihnen, dass jemand Sie liebt. Gott liebt Sie und Er wird Sie nie aufgeben oder im Stich lassen. Ich bete dafür, dass Ihre größten Probleme gelöst werden dass Sie die nötige Weisheit bekommen - dass Sie in Ihrem Herzen wahrnehmen können, dass Gott zu Ihnen sagt: „Ich meine es gut mit dir." Er hat Sie nicht im Stich gelassen. Er hat Sie nicht aufgegeben und Er wird für Sie streiten.

 

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Ein Artikel von Glaube.de
Mit freundlicher Genehmigung von Antworten mit Bayless Conley e.V.
Quelle: Antworten mit Bayless Conley Predigt vom 20.03.2011
Textbearbeitung Jürgen Motzkus Redakteur bei Glaube.de
Foto: Bayless Conley
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