Pastor Manfred Bleile: Wie gehen wir mit Enttäuschungen um?

Am Ende des Lebens: Lobpreis und Danksagung oder Klage und Elend?
Enttäuschungen brennen in unserem Herzen; verhärten unser Wesen; sind wie kalte Lava. Die Quelle der Erfüllung unseres Lebens ist Jesus! Nur in Ihm haben wir volle Genüge - auch bei Enttäuschungen.
Solange sich unser Glaubensleben nur um unsere Wünsche dreht, kommt irgendwann die Enttäuschung über Gott. Er wird nicht alle unsere Wünsche erfüllen. Wir sind nicht auf dieser Welt, damit unsere Wünsche erfüllt werden, sondern um Anbeter Gottes zu sein. Sicher erfüllt Gott Wünsche; sicher will Er uns geben, was unser Herz ersehnt. Dieses Wünschen aber kann zu einem Götzen werden, ja kann, wenn wir "im Fleisch" leben, zum Schaden für uns werden.
Jesus gibt unseren Wünsche ein Reihenfolge:
Matth.6, 33-34: Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit und dies alles: Nahrung, Kleidung, ein Dach über dem Kopf - wird euch noch hinzugefügt werden.
Gott möchte unser Leben und unsere Wünsche erfüllen, aber Er muss die Nr.1 in unserem Leben sein.
Tränen und Verbitterung
In 1. Mose 30 lesen wir, wie Jakob sieben Jahre arbeitete, um eine Frau, nämlich Rahel, zu bekommen. Als es soweit war, bekam er zuerst Lea, die Erstgeborene. Die Bibel sagt, dass er sie hasst. Später bekam er auch Rahel zur Frau - und liebte sie mehr als Lea. Welch eine große Enttäuschung im Leben der Lea, welcher Anlaß für Tränen und Verbitterung.
Geschwister: Gott hört das Weinen, Er hört die Gebete, Er sieht in das Verborgene - und reagiert. Er fühlt sich denen verbunden, die unter Unrecht leiden; wir dürfen ihm auch ungerechte Behandlung überlassen. Er handelte: Lea wurde schwanger, Rahel blieb unfruchtbar. Als der erste Sohn geboren wurde, nannte sie ihn Ruben (das heißt: Seht, ein Sohn). "Jetzt wird mein Mann mich lieben..." - Fehlanzeige. Sie dachte menschlich: "Gott hat mir Recht verschafft, nun muss mein Mann mich lieben!" Aber: Jakob liebte sie immer noch nicht.
Die nächsten Söhne bekamen die Namen Simeon (Erhörung) und Levi (Anhänglichkeit). "Jetzt hat Gott mich erhört, jetzt muss mein Mann sich mir zuwenden." Aber Jakob liebte sie immer noch nicht.
Lea musste lernen, was wir alle lernen müssen: Wir können die Liebe eines anderen nicht erzwingen!
Das Gegenteil tritt ein: Je mehr Lea hoffte, endlich akzeptiert zu werden, desto größer war jedes Mal die Enttäuschung, weil es nicht eintraf.
Viermal wurde Lea enttäuscht und dann erlebte sie beim fünften Mal, wie der Herr um sie warb! Sie merkte, dass sie von Gott geliebt wurde und spürte, dass diese Liebe unabhängig von den Umständen ist. Als sie ihren fünften Sohn gebar, rief sie nicht mehr aus: "Jetzt wird mich Jakob lieben", sondern "Diesmal will ich den Herrn preisen!"
Lea ändert ihre Erwartungen
Der Name des Sohnes, Juda, heißt Lobpreis und aus dieser Linie kam unser Herr Jesus. Lea erlebte eine Verwandlung: Nicht mehr ihre Wünsche und die Erfüllung standen im Vordergrund. Statt dessen wurde sie eine Anbeterin Gottes - und dadurch fing sie an, Gott zu gefallen.
Wenn wir anfangen, in unseren Enttäuschungen Gott anzubeten, betreten wir einen Ort der Bewahrung: Kein Feind und kein Dämon kann in diesen Ort eindringen: Gott nahm Lea und nimmt auch uns alle Eifersucht, Bitterkeit, Unsicherheit und Pein; sie wurde eine Frau, die zur Ruhe gekommen ist!
Du sagst: "Ich bin zu schwach; ich bin zu enttäuscht; ich bin fertig mit den Menschen!"
Das ist gut, denn das ermöglicht dir den Blick nach oben. "Richte den Blick nur auf Jesus, schau auf in sein Antlitz so schön und die Dinge werden blass und klein, in dem Licht seiner Gnade gesehn." heißt es in einem alten Kirchenlied.
Hast du oft mit allerlei Mitteln versucht, Menschen, die dich nicht lieben, zu gewinnen? Wenn du dann erlebst, dass sie trotzdem so weitermachen; wenn deine Kraft fast aufgebraucht ist und du sagst: ich kann und will nicht mehr - dann mache es ab heute wie Lea:
"Dieses Mal will ich den Herrn preisen! Dieses Mal will ich mich niederdrücken lassen; ich suche keine Erfüllung in anderen Menschen mehr. Ich gehe statt dessen zur richtigen Quelle, dem Herrn!
Wenn Er an erster Stelle steht, wenn wir Ihn anbeten im Geist und in der Wahrheit, dann werden wir trotz aller Enttäuschungen stehen wie der Baum, der am Wasser gepflanzt ist und seine Frucht bringt zur rechten Zeit, dessen Blätter nicht verwelken. (Psalm 1)
Sprich deshalb zu deiner Seele bei der nächsten Enttäuschung: Diesmal will ich den Herrn preisen!
Oder, wie Habakuk ausruft:
Der Feigenbaum blüht nicht;
an den Reben ist kein Ertrag;
der Ölbaum versagt seine Leistung;
die Terrassengärten bringen keine Nahrung hervor;
die Schafe sind aus den Hürden verschwunden;
kein Rind ist mehr im Stall.
Ich aber will frohlocken im Herrn und jubeln im Gott meines Heils,
denn er macht meine Füße den Hirschen gleich.
(Habakuk 3,17)
Wie gehen wir mit Enttäuschung um?
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2004 - Ein Artikel von www.glaube.de
eingereicht vom Autor: Pastor Manfred Bleile. Internet: www.sinaiticus.de
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus und Günter Matthia / Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
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