Pastor Stefan Kraft: Sprechen wir darüber

Frauen gelten dabei gemeinhin als kommunikativer als Männer. Ausnahmen bestätigen sicher hier die Regel, aber so ganz falsch scheint dieser Eindruck nicht. Ist für Männer das Reden oft eher ein Werkzeug des (notwendigen) Informationsaustausches, ist es für Frauen häufig viel stärker ein Bedürfnis, zuweilen geradezu ein Hobby, eine Leidenschaft. Ganz anders liegt der Fall dann wieder bei weiten Teilen der unter 20-Jährigen in unserer Gesellschaft. Da Kommunikation manchmal auch anstrengend ist, das Engagement des Herzens braucht und Interesse am anderen, kommunizieren sie lieber mit Computerspielen oder Internetseiten. Damit es zu einer gelingenden Kommunikation überhaupt kommen kann, sind ein paar einfache Verstehenshilfen und "Spielregeln" wichtig zu beachten:
Kommunikation ...
- beginnt mit Einsicht, der Einsicht nämlich, dass Gott sich etwas dabei gedacht hat, nicht nur einen Menschen zu schaffen, sondern mehrere. Er will unser Leben als Gemeinschaft. Er hat uns geschaffen zur Gemeinschaft. Es ist der Sinn der Sache, dass wir Herz und Leben (mit-)einander (mit-)teilen.
beginnt vor dem Reden, mit dem Willen nämlich, mich auf sie einzulassen. Mit der Bereitschaft, in diese Form der Beziehungsvertiefung zu investieren. Wer erst am Ende eines anstrengenden Tages aus dem Bauch heraus entscheidet, ob er reden will, wird sehr schweigsam werden.
- braucht Zeit. Sie gelingt nicht dauerhaft zwischen Tür und Angel, per an die Tür geklebtem Notizzettel oder allein dadurch, dass der andere mich bestimmt auch so versteht. Tut er eben nicht!
- ist mehr als Reden. Auch miteinander schweigen kann enorm hilfreich und annehmend sein. Auch umarmen und lächeln, zur Hand gehen und die Hand halten ist höchst kommunikativ. Denn man teilt sich nicht nur in den Grenzen der deutschen Grammatik einander mit. Für Kommunikation gibt es keine DIN-Norm. Jeder ist ein Original und "richtig" macht es nicht vor allem der, der dabei so wie ich funktioniert. Darum brauchen wir recht viel von dem, was die Bibel "Liebe" nennt. Die Bereitschaft, uns mitzuteilen ohne den anderen zuzutexten und uns zu interessieren ohne zu bedrängen. Es gibt viel voneinander und miteinander zu entdecken.
Sprechen wir darüber.
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