Pastor Wolfgang Wegert: Der entmachtete Tod und der Sieg des Lebens

Predigttext: "Der Tod ist verschlungen in Sieg! Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus. Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wißt, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn." 1. Korinther 15, 54-58
In diesen letzten Versen faßt Paulus das 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes zusammen.
I. Er beginnt mit der Tatsache der Auferstehung. Für viele Menschen ist der Auferstehungsbericht lediglich eine Art religiöse Überlieferung, ein traditionelles Denken, ein Mythos. Aber bei Paulus ist das nicht so. Paulus bezeugt uns von Jesus, "daß er begraben worden ist und daß er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften, und daß er dem Kephas erschienen ist, danach den Zwölfen. Danach ist er mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal erschienen, von denen die meisten noch leben, etliche aber auch entschlafen sind. Danach erschien er dem Jakobus, hierauf sämtlichen Aposteln. Zuletzt aber von allen erschien er auch mir, der ich gleichsam eine unzeitige Geburt bin" (1. Korinther 15,4-8). Wir wissen, was Paulus mit der "unzeitigen Geburt" meinte. Jesus war nicht mehr auf der Erde. Aber auf dem Weg nach Damaskus erschien der lebendige Christus aus dem Himmel diesem - damals noch - Mann namens Saulus (vgl. Apostelgeschichte 9).
Paulus geht bei der Auferstehung von einer historischen Tatsache aus. Er zählt mehr als 500 Zeugen auf, die dem auferstandenen Christus leibhaftig begegnet sind. Welcher Richter könnte es sich leisten, wenn ein Ereignis von mehr als 500 lebenden Zeugen bestätigt wird, zu behaupten, sie alle würden lügen? Das wäre unmöglich. Es würde vielmehr zu einem sicheren Urteil ausreichen.
Aber viele Menschen sind trotzdem anderer Ansicht. Wir glauben zwar ohne Wenn und Aber den geschichtlichen Berichten über Alexander den Großen oder über Cäsar. Warum bezweifelt man aber die Echtheit und die Authentizität der vielen neutestamentlichen Manuskripte? Wenn es um andere Ereignisse geht - z.B., daß Alexander der Große mit 33 Jahren gestorben ist -, dann sagt man: "Das ist geschichtlich wahr." Und man beruft sich auf wesentlich weniger Manuskripte und deutlich unsichereres Material. Man sagt aber nach den geltenden wissenschaftlichen Richtlinien: "Das muß geschichtlich wahr sein." Nun ist man sich darin einig - weil faktisch unbestreitbar -, daß kein geschichtliches Ereignis durch so zahlreiche glaubwürdige Manuskripte bezeugt ist wie die Auferstehung Jesu von den Toten. Würden die Wissenschaftler ihren Methoden treu bleiben, die sie bei der Erforschung der weltlichen Geschichte anwenden, dann müßten sie das Neue Testament, im besonderen die Auferstehung Jesu, noch viel mehr bestätigen als all die anderen antiken Begebenheiten. Sie tun es nicht, weil sie Vorurteile haben, weil ihr rationalistisches Denken es nicht zuläßt, daß jemand von den Toten auferstanden sein kann. Darum darf es nicht geschehen sein. Aber das ist ein Widerspruch. Ich sage allerdings auch: Ich brauche keine wissenschaftliche und historische Begründung, um sicher zu sein, daß Jesus lebt. Denn Er lebt durch die Bezeugung des Heiligen Geistes in meinem Herzen. Aber wenn wir denn schon die historische Frage stellen, ist Paulus eindeutig: "Mehr als 500 haben Ihn auf einmal gesehen!" Nicht der Reihe nach, sondern alle gemeinsam.
Die Tatsache der Auferstehung Christi ist das Fundament unseres christlichen Glaubens. Und wir dürfen auch in unseren Tagen diese Hoffnungsbotschaft, diese Siegesbotschaft von der Auferweckung Jesu Christi verkünden und mit den Engeln in die Welt hinausrufen: "Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden!" (Lukas 24,5-6).
Nach der bolschewistischen Revolution in Rußland sollte ein örtlicher Kommunistenführer den Leuten die Vorzüge des Marxismus erklären - und sie natürlich mit dem bekannten Slogan "Religion ist Opium für das Volk" vom christlichen Glauben wegführen. Nach einer langen politischen Propagandarede sagte dann dieser Kommunist zu dem Leiter der Christen: "Ich gebe dir fünf Minuten für eine Gegenbegründung." Darauf erwiderte der Bruder dem Kommunisten: "Wissen Sie, ich brauche keine fünf Minuten, mir genügen fünf Sekunden." Und dann wandte er sich an die Dorfbewohner und rief: "Jesus Christus ist auferstanden!" Und auf einmal schallte es laut zurück: "Er ist wahrhaftig auferstanden!" Man kann nicht durch Ideologie oder durch Menschenweisheit die Tatsache der Auferstehung Jesu aus den Herzen der glaubenden Menschen wegrationalisieren und wegargumentieren. Nein, nicht nur historisch, sondern besonders in den Herzen der gläubigen Menschen ist eine Tatsache gesichert: Christus ist auferstanden! Und Er hat gesagt: "Ich lebe, und ihr sollt auch leben" (Johannes 14,19).
II. Der Tod ist wirkungslos. Das ist die Konsequenz aus der Botschaft, daß Jesus den Tod entmachtet hat. Der Stachel ist abgebrochen, seine Waffe ist stumpf geworden, er hat keine Kraft mehr. Das dürfen Glaubende aus der Auferstehungskraft heraus lernen und auch erfahren, denn durch den Glauben wissen sie, daß der Tod keine Macht mehr über sie hat - auch wenn sie sterben müssen. Gewiß erleben Christen den Tod auch als schmerzlich. Ihm gehen oft Krankheiten und Leiden voraus. Tod bedeutet auch für Christen Trennung, Abschied, Tränen und Trauer. Aber im Vergleich zu Ungläubigen ist der Tod für Christen nicht endgültig, nicht Sackgasse. Der Friedhof ist nicht Endstation. Vor dem Hintergrund der Auferstehung Christi ist Sterben nicht mehr Lohn für die Sünde. Er ist nicht mehr Eingang in die ewige Strafe, sondern für uns ist der Tod das Tor und der Eingang zum ewigen Leben in Herrlichkeit mit Jesus Christus. Inwiefern kann dann der Tod noch für uns einen Stachel haben? Er ist ja letzten Endes Ausdruck unserer Hoffnung. Der Tod ist eine dunkle Schlucht, aber er kann uns nicht festhalten. Er hat keine Hände mehr. Er hat keine Ketten mehr. Er muß uns durchlassen. "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal" - eigentlich heißt es: "im Tal des Todesschattens" - "fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir" (Psalm 23,4a). Der Tod kommt noch, aber Jesus ist da. Und deswegen kann ich wandern und muß nicht hetzen und jagen und rennen aus lauter Angst und Panik. Sondern ich wandere auch durch die Zeit meines nahenden Todes, sicheren Schrittes, denn Jesus ist bei mir. Ich fürchte mich nicht. Denn: "Tod, wo ist dein Stachel?"
Als mein Vater starb, bezeugte er meiner Mutter und mir: "Jesus ist schon hier, um mich heimzuholen." Und er strahlte. Der Herzinfarkt war schmerzlich, aber trotzdem hatte der Tod keinen Stachel mehr. Dieses Erlebnis war mit das Schlüsselerlebnis, daß ich aufwachte und merkte: Wenn Menschen Jesus haben, dann hat der Tod offenbar keine Macht über sie. Die Augen meines Vaters glänzten, sein Angesicht strahlte wie die Sonne. Und er freute sich, daß Jesus schon gekommen war. Diese Botschaft von der ewigen Herrlichkeit versetzt uns als Gotteskinder in ein völlig anderes Verhältnis zum Tod als das, das ungläubige Menschen haben. Das wollen wir allen denen, die diesen Glauben noch nicht haben, von Herzen bezeugen und sagen deshalb: Der Tod ist nicht mehr Feind, sondern Freund. Er ist nicht mehr Ende, sondern Anfang, nicht mehr Trauer, sondern Freude.
Daher schrieb z.B. Paulus: "Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn" (Philipper 1,21). Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Hier sagt ein Mann: "Wenn ich sterbe, habe ich gewonnen." Das hängt damit zusammen, daß Jesus dem Tode die Macht genommen hat. Zwei Verse weiter sagt Paulus: "Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre" (Vers 23). O Paulus, gib mir etwas von deinem Herzen! Dann könnte ich viel angstfreier durch diese Welt gehen und viel gelassener mit den Gefahren des Lebens umgehen. Denn ich habe Freude im Herzen und kann den Augenblick kaum erwarten, wenn Jesus sagt: "Komm heim ins Vaterhaus!"
Ich erinnere mich an eine liebe Glaubensschwester. Sie lag vor einer Reihe von Jahren zu Hause im Sterben, sie hatte eine schwere Krankheit. Und sie war so mit Jesus verbunden. Meine Frau und ich waren bei ihr, mehrere Stunden, immer wieder. Dann fragte sie: "Pastor Wegert, wird es heute sein?" Sie hatte solche Schmerzen. Ich fragte nach: "Was denn?" "Daß ich heimgehen kann. Ich freue mich doch darauf, ich kann es nicht erwarten." Bei einem Besuch dachten wir: Jetzt wird es soweit sein. Sie war schwach, die Augen fielen ihr zu, sie schlummerte ein. Der Atem wurde kürzer und seltener. Ich sagte zu meiner Frau: "Ich glaube, jetzt wird es geschehen." Wir waren ganz still und haben gebetet. Auf einmal machte sie ihre Augen wieder auf und sagte: "Jetzt bin ich ja immer noch hier!" Ich sagte: "Schwester, du wirst bald da sein. Jetzt noch einmal oder noch zweimal oder dreimal schlafen, aber dann ist der Himmel da, dann ist Jesus da." Das werde ich nie vergessen. Für diese Frau hatte der Tod absolut keinen Stachel mehr. Aber das war nicht erst so, als sie so krank war. Sondern das war vorher auch schon so. Jesus Christus und die Kraft Seines Auferstehungslebens waren ihr so nahe, so gewiß, so real, daß sie in dieser Freude und Hoffnung lebte.
Die Bibel sagt uns: "Denn wir wissen, wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel" (2. Korinther 5,1). Nun will ich einmal fragen: Wer möchte gerne in einer Bruchbude wohnen? Keiner meldet sich. Aber jetzt bekommt ihr das Angebot: Die Bruchbude wird abgerissen, und ihr bekommt eine Villa. Genau so beschreibt Paulus hier den Tod. Die irdische Hütte wird abgebrochen, und wir erhalten einen Bau dafür. Und wer ist der Architekt? Gott, denn er ist "von Gott erbaut". Unser menschlicher Körper ist vielfach wie so eine "Bruchbude". Wir leiden an allerlei Krankheiten. Kaum ist die eine kuriert, kommen schon wieder zwei neue. Unsere "Hütte" wird deshalb abgebrochen. Natürlich - Abriß bedeutet Zerstörung, das ist wahr. Tod bedeutet wirklich Abbruch. Aber wenn ich etwas abbreche in dem Bewußtsein, daß etwas Neues kommt, dann sage ich doch "ja" zum Abbruch. Das ist die Freude der Christen. Das ist die Freude der Auferstehung.
Manchmal wurde ich zu gläubigen Christen gerufen. Dann baten mich die Angehörigen, bevor ich zu dem Kranken hineinging: "Pastor, rede bitte nicht mit ihm (oder ihr) über das Sterben und über den Tod. Er ist schon so krank und traurig. Und wir möchten doch, daß er gesund wird und daß wir bald in den Urlaub fahren können und daß alles wieder schön wird. Mach ihm Mut, daß er wieder gesund wird. Rede nicht mit ihm über das Sterben." Ich kann euch sagen: Hier stimmt etwas nicht. Das ist nicht wirkliches Christsein. Das ist nicht das Leben der Wiedergeburt. Das ist nicht das Leben aus der Auferstehung Jesu Christi. Wer sich so verhält, für den hat der Tod noch einen Stachel. Für den hat der Tod noch Macht, und er muß ihn umschleichen. Aber wenn Jesus in unserm Herzen wohnt, wenn die Auferstehung wirklich in uns real ist, dann werden wir nicht so reden, sondern werden Freude haben, auch mit einem sterbenden Bruder oder mit einer sterbenden Schwester zu sprechen: "Hör mal, du wirst bald bei Jesus sein. Hast du noch etwas in Ordnung zu bringen? Möchtest du nicht noch um Verzeihung bitten? Sind noch Dinge zu regeln? Du gehst bald ein durchs Tor der Herrlichkeit." Das ist der Glaube, den wir haben dürfen. Der Tod verliert für Kinder Gottes seinen Schrecken, denn er ist verschlungen in den Sieg. "Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?"
Aber Paulus geht noch einen Schritt weiter und sagt: Nicht nur unser Verhältnis zum Tod ändert sich, sondern wir bekommen auch
III. Mut für das diesseitige Leben. Er sagt: "Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wißt, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn" (1. Korinther 15,58). Die Auferstehungsbotschaft ist nicht nur Motivation, sich nicht mehr vor dem Tod fürchten zu müssen, sondern sie ist auch Motivation zu einem konstruktiven Leben in dieser Zeit. "Wenn der Tod für Christen so süß ist, dann werden sie gedanklich", so hat einmal jemand gesagt, "doch wohl nur noch im Jenseits leben. Dann wird ihre Todessehnsucht sie in dieser Welt unbrauchbar machen." Das stimmt so nicht, denn Christen haben keine Todessehnsucht. Wenn sie eine Sehnsucht haben, ist das höchstens eine Sehnsucht nach ihrer Heimat, dem Himmel, und natürlich auch Sehnsucht nach ihrem Herrn Jesus. Grufties mögen Todessehnsucht haben und schlafen deshalb schon in Särgen. Aber das hat nichts mit der Ewigkeitsfreude der Kinder Gottes zu tun. Die Auferstehungsbotschaft errettet die Gotteskinder von der lähmenden Furcht des Todes und macht sie deshalb umso tüchtiger für das diesseitige Leben.
Todesangst versklavt die Menschen, lähmt sie, stürzt sie in Depressionen und raubt ihnen jegliche Lebensqualität. Es gibt Menschen, die sich immer wieder fürchten: "Heute werde ich vielleicht einen Unfall bauen, vielleicht werden meine Kinder entführt oder ich verliere meinen Job, bald werde ich sterben, der Arzt sagt, ich habe Krebs." Ihr ganzes Leben lang sind sie nur damit beschäftigt, negative Botschaften und Nachrichten abzuwehren. Solche Leute brauchen dann tatsächlich einen Psychiater. Aber der hilft ihnen auch nicht. Ich sage vielmehr: Solche Menschen brauchen Jesus Christus, den Auferstandenen. Er allein nimmt ihnen diese Todesfurcht. Alles, was sie tun, steht unter dem Vorzeichen der Angst. Das ist die Geißel des Todes. Aber die Auferstehungsbotschaft macht uns frei von solchen Qualen, sie macht uns frei zur konstruktiven und frohen Tätigkeit in dieser Welt. Christen sind deshalb eigentlich die lebensbejahendsten Menschen, die es auf dieser Welt gibt. Gerade weil sie sich freuen, im Tode einmal Jesus Christus zu sehen und durchs Tor der Herrlichkeit zu gehen, um für immer bei Ihm zu sein.
Ein TV-Journalist fragte kürzlich den berühmten Bergsteiger Reinhold Messner, der am 08. Mai 1978 mit einem Kollegen zusammen, dem Österreicher Peter Habeler, als erster ohne zusätzlichen Sauerstoff den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest, erklommen hatte: "Wie war es, wie erlebten Sie den Moment, als Sie den Gipfel erreicht hatten?" Die Antwort von Messner lautete: "Es war wie ein zerplatzter Traum!" Das war zunächst schockierend. Aber dann erklärte er das näher: "In dem Moment, als ich dort war, war es Vergangenheit." So ist es mit aller Arbeit, auch in deinem Leben. Mit allen Zielen, mit allem Erreichten - wenn es geschafft ist, dann war es das gewesen. Vergänglich, sterblich, endlich, dem Tode ausgeliefert.
Ein 65-jähriges Ehepaar wollte sich ein neues Badezimmer bauen. Da wurden sie von ihrer Schwiegertochter gefragt: "Meint ihr, das lohnt sich noch?" Manche Leute sagen: "Warum sollen wir Kinder kriegen? Lohnt sich das denn noch in dieser Welt?" Das Leben der Ungläubigen ist nur bis zur Todesgrenze angelegt. Unter diesem Gesichtspunkt lohnt sich alles Mühen wirklich nicht. Ich rufe allen Menschen zu, die Jesus in Seiner Auferstehung nicht kennen: "Ihr seid wirklich die elendsten Menschen. Euer Schaffen und Wirken ist für heute und morgen, vielleicht noch für übermorgen. Aber was wird sein, wenn du tot bist?"
Ganz anders ist es bei denjenigen, die an die Auferstehung glauben. Ihre Arbeit, ihr Wirken, ihre Ziele verfolgen sie im Licht der Ewigkeit. Dieses Leben und das jenseitige Leben sind eins für sie. Die Ewigkeit beginnt hier. Wenn jemand im Auto sitzt und gegen einen Baum fährt, geht er in dem Bruchteil einer Sekunde aus dieser Zeit in die Ewigkeit. Es ist nur ein Moment - und schon ist er da. Wir dürfen deshalb nicht denken, daß die Ewigkeit so weit weg ist. Die Ewigkeit ist hier, Gott umgibt uns. Darum würde selbst ein 80-jähriger Christ niemals sagen: "Das lohnt sich nicht." Nein, denn aus der Sicht der Ewigkeit ist er kein Greis, sondern ein Teenager. Er hat nicht alles hinter sich, sondern noch alles vor sich, wenn wir Zeit und Ewigkeit in einer Einheit sehen. Da ist nur ein kleiner Grenzüberschritt dazwischen. Und das, was der alte Bruder wirkt in dieser Zeit, tut er für Christus, für die Ewigkeit. Sein Leben will ein Vorbild für andere sein, er will Hoffnung leben, er will zum Glauben ermutigen, er will Christus nacheifern. Sein Handeln, sein Reden, sein Denken, alles ist ausgerichtet auf die Ewigkeit. Alles, was er hier tut, tut er allein zur Ehre Gottes. Dadurch bekommt unser Wirken einen ganz anderen Bezug, eine ganz andere Dimension. Erst der Auferstehungsglaube gibt unserem diesseitigen Leben Sinn, unserer Arbeit, unserem Schaffen bleibende Erfüllung. Deshalb werden Christen durch ihre Auferstehungshoffnung nicht apathisch, sondern sie leben zukunfts- und ewigkeitsorientiert. Luther hat gesagt: "Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt unterginge, dann würde ich heute noch mein Apfelbäumchen pflanzen." Dieser Reformator hat das Evangelium gekannt.
Das heißt: Lebensqualität in dieser Zeit und Hoffnung für die Ewigkeit gehören zusammen. Das Evangelium beruht nicht auf einem Mythos und auch nicht auf Traditionen. Sondern es hat Kraft, dein Leben zu verändern - in dieser Zeit und für die Ewigkeit. In Jesu Namen. Amen.
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Mit freundlicher Genehmigung vom Herausgeber: © GEMEINDE UND MISSIONSWERK ARCHE e.V. Doerriesweg 7, D-22525 Hamburg, Gottesdienst: sonntags 09.30 Uhr Internet: www.arche-gemeinde.de
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Jürgen Motzkus / Redaktionsmitarbeiter Glaube.de






