Patric Graf: Daran wird jedermann erkennen???Joh.13,35

"Daran! Woran?" Wenn ihr Liebe untereinander habt. Die Art, wie wir mit anderen Menschen, unseren Partnern, unseren Kindern, unseren Nachbarn und all den anderen umgehen, wird sie spüren und sehen lassen, dass diese Liebe nicht in und auch nicht von uns entspringen kann, sondern einen anderen, höheren Ursprung hat. Daran wird man unsere Verbindung zu Jesus Christus erkennen, auch Nicht Christen werden dies erkennen können, weil durch unsere Verbindung mit Christus die Liebe eine andere sein kann und wird, als sie in der Welt ist.
Diese Liebe, die unsere Verbindung mit Jesus sichtbar werden lässt, wird in 1. Korinther 13 deutlich beschrieben. Paulus schreibt, diese Liebe ist langmütig, freundlich, eifere nicht, treibe nicht Mutwillen, blähe sich nicht auf, verhalte sich nicht ungehörig, suche nicht das Ihre, lasse sich nicht erbittern, denke nichts Böses, freue sich nicht über Ungerechtigkeit, freue sich aber an der Wahrheit, ertrage alles, glaube alles, hoffe alles, erdulde alles und höre niemals auf. Wo stehen wir, wo stehe ich, gemessen an dieser Liebe?
Neulich war ich mit meinem Sohn, er ist 6 Jahre alt, im Lebensmittelgeschäft einkaufen. Ich holte ihn vorher vom Kindergarten ab, wo er den ganzen Nachmittag über in der Hitze draußen herum tobte, dem entsprechend K.O. war er. Es passte ihm nicht, dass wir noch kurz einkaufen mussten, so fing er schon am Eingang zum Geschäft an sehr stark und laut herum zu nörgeln. Drinnen wurde es noch schlimmer, und als ich ihm auf seine Frage, ob er den Pudding, Paula die Kuh bekommt, mit NEIN antwortete, brach ein richtiger, kindlicher Wutanfall aus ihm heraus. Das war nun auch für mich zuviel des Guten. Ich nahm ihn etwas unsanft am Arm und sagte ihm dass ich sein Verhalten nun nicht gut fände, worauf er noch heftiger seinem kindlichen Zorn Luft verschaffte. Da brauste auch in mir das nur zu gut bekannte ICH auf, und ich gab ihm einen Klaps auf seinen Hintern, was die Situation natürlich nur noch auffallender werden lies. Da stand ich nun in dem Geschäft, mein schreiender Sohnemann neben mir. Konnten die anderen Leute im Geschäft an meinem Umgang mit meinem Sohn diese oben beschriebene Liebe erkennen? Konnte mein Sohn durch mich diese Liebe erkennen, in der ich Ihn ja eigentlich zu Christus hin erziehen sollte?
Solche Situationen sind wohl so gut wie allen Eltern in irgendeiner Weise bekannt.
Wenn wir Christen sind, heißt das doch eigentlich, dass wir Einheit mit Christus haben. Warum ist es in Situationen, wie der mit meinem Sohn oft so schwer diese Einheit mit Christus in der Praxis zu erleben? Ein Grund dafür ist sicherlich, dass wir oft in unseren alten "Ich" Trott zurück rutschen. "Ich kann es nicht ertragen, dass mein Sohn sich jetzt so verhält."
Oder: "Ich kann meine Hand jetzt einfach nicht halten, ich muss Ihm nun einen Klaps auf den Hintern geben." Durch solche Erlebnisse wird mir immer wieder neu bewusst, dass Christ sein mehr sein muss, als nur einmal ja zu Jesus zu sagen und einer bibeltreuen Gemeinde anzugehören. Christ sein bedeutet, so denke ich auch und vor allem, täglich, stündlich, ja sogar jede Minute mein Ich sterben zu lassen und mit Jesus verbunden zu leben, immer an die Zapfsäule angeschlossen zu sein. Nur wenn ich mit dem verbunden bin, der diese Liebe, die in 1.Korinther 13 beschrieben wird geben kann, nur dann kann auch durch mich diese Liebe fliessen, dann auch kann ich in dieser Liebe meinem Sohn begegnen. Nur wenn ich Jesus, der "Die Liebe" ist in jeder Minute meines Lebens regieren lasse, immer an die Zapfsäule angeschlossen bin, werden auch die Menschen in meiner Umgebung Jesu Liebe durch mich erkennen können.
Wenn wir diese enge Verbindung mit Christus haben und halten, dann können wir durch Ihn auch das vollbringen, wozu uns die Bibel in 1. Petrus 3,8-9 auffordert: "Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt."
Was kann ich, was können wir tun, um dahin zu kommen?
Zuhören:
Die Ansicht des anderen wirklich anhören, egal wie er sie vorbringt. Hätte ich meinem Sohn richtig zugehört, dann hätte ich verstanden warum er lieber nach Hause als in den Einkaufsladen wollte. Jakobus 1,19 rät uns ja, "schnell zum Hören" zu sein. "Langsam zum Reden," würde ich immer erst überlegen oder im Stillen Jesus um Rat fragen, dann gäbe es manche hochgeschaukelte Situationen mit meinen Kindern, bei der Arbeit oder auch in meiner Ehe nicht."Langsam zum Zorn," ganz gleich was auch geschehen ist, Ärger und Zorn lassen niemals die Gerechtigkeit Gottes durch uns wirken, sie sind Sand im Getriebe.
Mit unseren Gedanken fertig werden:
In 2. Korinther 10,5 beschreibt Paulus, wie wichtig es ist, "alles Denken in den Gehorsam gegen Christus" gefangen zu nehmen. Ist es wirklich wichtig, dass wir unsere Gedanken in so eine direkte Abhängigkeit von Jesus bringen? Vielleicht sollten wir einen Moment darüber nachdenken.
Wie ist es, wenn uns jemand übervorteilt hat? Solange unsere Gedanken nicht durch Gottes Gnade geführt werden, bewegen sie sich automatisch auf die ICH Perspektive zu. Starke Gefühle kommen hinzu, vor allem wenn es sich um eine besonders schwerwiegende Situation handelt. Schmerz, Enttäuschung, Ärger, Wut und Bitterkeit kommen dann oft noch dazu. Darauf folgt dann oft eine körperliche Reaktion: Appetitlosigkeit, Übelkeit, hoher Blutdruck und innere Spannungen lassen uns dann auf Dauer sogar krank werden. Wie wir sehen, sind unsere Gedanken eng mit unseren Gefühlen verbunden. Gemeinsam decken sie oft auf, wer wir wirklich sind, ganz ohne Rücksicht darauf, ob wir Christen sind oder nicht.
Wie kann diese Liebe wachsen?
Wichtig ist, das ich Gott bitte, mich zu warnen, sobald meine Gedanken wieder versucht werden von meinem ICH regiert zu werden. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, haben wir schon oft gemerkt, dass wir uns immer wieder von unseren Gedanken abwenden müssen. Wenn wir Jesu Gnade in uns wirken lassen, auf seine Stimme hören, wenn er uns warnt vor unserem ICH, dann werden wir auch darin immer mehr zu Siegern werden. Dann werden falsche Gedanken, egal in welchem Bezug auch immer, ihre Kraft verlieren, weil sie im Herzen kein Echo mehr finden.
Liebe Leser, wenn wir ohne Einschränkung alles geben und alles empfangen, was Jesus uns schenken will, dürfen wir die Liebe erfahren, die Jesus für uns bereit hält. Innerer Friede kann nur durch Jesus kommen, genauso auch die Liebe. Nur durch Hingabe und Vertrauen können wir sie empfangen. Nur dann werden wir in der Lage sein, den anderen so zu lieben, ihm so zu begegnen, wie Jesus uns geliebt hat, als er für uns alles gab auf Golgatha. Lasst uns also barmherzig miteinander umgehen und diese Art zu lieben immer mehr lernen. Jesus liebt uns, auch wenn wir Ihn oft missverstehen, verraten, oder sogar erneut kreuzigen. Möge uns Gott helfen, diese Art zu lieben immer mehr zu erfahren. Dann wird man auch über uns sagen:
Daran wird jedermann erkennen!
Ich wünsch Euch Gottes Segen,
Patric Graf
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Ein Artikel von Glaube.de
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus, Redaktionsmitarbeiter bei www.glaube.de
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Eingsandt von Glaube.de Mitglied Patric Graf
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