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11-03-06

Reinhard Bonnke: Das Kombinationsschloss der Errettung

Ein Glas frisches Wasser ist etwas Köstliches. Um es zu bekommen, muss man nur den Wasserhahn aufdrehen. Nur Gott konnte sich das ausdenken und er ist der einzige Lieferant. Täglich schüttet er Millionen von Tonnen davon auf die Erde.



Mit der Errettung verhält es sich genauso. Sie steht uns jederzeit zur Verfügung, ist aber einzig und allein das Werk Gottes. Das Leben, so wie Gott es für seine Geschöpfe geplant hat, zu genießen, ist ohne seine Errettung unmöglich. "Ich allein bin der Herr, und außer mir gibt es keinen Retter" (Jesaja 43,11).



Es kommt alles von Gott; doch wir werden als Boten gebraucht, um es in die Welt zu tragen. Gott pflanzte den Garten Eden, aber Adam sollte ihn pflegen. Wir können den Dürstenden das Wasser der Errettung bringen. "Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst! " (Offenbarung 22,17). Dort, wo keine Errettung gepredigt wird, wird niemand gerettet. Das Glas mit dem Wasser des Lebens muss zu den Lippen einer dürstenden Welt gebracht werden. Das ist unsere Aufgabe, und das ist etwas, wozu wir alle in der Lage sind. Deshalb sind wir hier. "Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen" (Jesaja 12,3).



Als Jesus hier auf der Erde war, gebrauchte er seine Vollmacht, um zu retten. Die Jünger kamen zu ihm und er schloss mit ihnen einen ewigen Bund. Vor seiner Gefangennahme betete er: "Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt" (Johannes 17,2). Das ist das wahre Bild von Jesus. Die Evangelien zeigen den Retter bei seiner Arbeit, Menschen zu retten. Er ging am Ufer des Sees Genezareth entlang, wo einige junge Fischerburschen mit ihren Netzen beschäftigt waren, und lud sie ein, ihm zu folgen. Und sie folgten ihm. Dann sah er Levi an seiner Zollstelle sitzen und sagte zu ihm: "Folge mir! " Levi schloss seinen Schreibtisch und folgte Jesus. Jeder, der zu ihm kam, wurde angenommen und gerettet, obwohl keiner von ihnen eine klassische evangelikale Form der Bekehrung durchlief. Man wird nicht durch sein Handeln gerettet, sondern nur durch Jesus.



In dem Gebet vor seinem Tod bestätigte Jesus, dass alle die Männer und Frauen, die ihm einfach nur gefolgt waren, zu Gott gehörten. "Vater, du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast" (Johannes 17,2.3). Jeder darf zu ihm kommen. Wenn sie es tun, hat Gott sie gerufen, auch wenn "viele gerufen, aber nur wenige auserwählt sind" (Matthäus 22,14).



Wenn ich die Menschenmengen betrachte, die unsere Evangelisationen besuchen, stelle ich fest, wie sich jeder einzelne Mensch vom anderen unterscheidet. Menschliche Andersartigkeiten sind die größten Unterschiede, die es gibt. Jeder von uns ist ein Unikat. Da gibt es keine Kopien und Wiederholungen. Gott allein kennt unsere wahre Natur und unseren Namen sowie alle unsere persönlichen Eigenheiten, Neigungen, Wünsche und Reaktionen. Wie ist es überhaupt möglich, eine so große Menge unterschiedlichster Persönlichkeiten anzusprechen und sie zu betreuen? Das Evangelium löst dieses Problem. Genauso, wie jedes Geschöpf Wasser benötigt, so benötigt auch jeder das Evangelium - ob Fürst oder Bettler, ob stolz oder verschämt, ob klug oder dumm. Die ganze Evangeliumsbotschaft ist ein randvolles Gefäß, gefüllt mit dem Wasser des Lebens.



Gott kümmert sich um den Einzelnen


Gott kümmerte sich schon immer um den Einzelnen, angefangen bei Adam und Eva. "Er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen" (Johannes 10,3). Die organisatorische Struktur meiner Großevangelisationen beinhaltet ein bewährtes Betreuungsprogramm zur Integrierung der Neubekehrten in die örtlichen Gemeinden. Doch der Herr kümmert sich ganz besonders um jeden Einzelnen von ihnen. Jeder von ihnen hat sein eigenes Zeugnis und seine eigenen Erfahrungen. Unsere Beziehung zu Gott sollte persönlich sein. Es gibt keine Zwischenstufen. Gott rettet nicht die Masse, sondern stets den Einzelnen. Nachdem Jesus von den Toten auferstanden war, sagte er als Erstes: "Maria! " und dann: "Sage es Petrus! ". Petrus und Paulus erfreuten sich derselben Errettung, aber ihre Bekehrungen waren sehr unterschiedlich und einzigartig. Maria Magdalena wurde von sieben Dämonen befreit; die Samariterin am Jakobsbrunnen bat Jesus um das lebendige Wasser, damit es in ihr zur sprudelnden Quelle würde. Wie unterschiedlich auch immer die Umstände und Berufungen der Einzelnen sein mögen, alle machen die gleiche Erfahrung: Sie werden dadurch errettet, weil sie Jesus kennen. Es liegt auf der Hand, dass es ohne Jesus keine Rettung gibt, denn Errettung ist allein göttlichen Ursprungs. Rettung in Christus bedeutet Versöhnung, Auferstehung, Kraft und Vergebung. Zu behaupten, eine Religion sei so gut wie die andere, ist sinnlos. Es fragt sich, wofür soll sie gut sein.



Ich beschäftigte mich mit der Frage, ob und wie Gott einzelne Personen rettete, bevor Jesus kam, also noch vor dem "Tag der Rettung". Dabei entdeckte ich zwei besondere Fälle: die beiden reumütigen Könige Manasse und David.



Der Name Manasse steht als Synonym für Bosheit im Buch der Könige und für Reumütigkeit in den Büchern der Chronik. Man sagt, er hätte ursprünglich Mose geheißen, aber aus Scham wurde das hebräische Wort in Manasse geändert. Er hatte sich ganz dem heidnischen Götzendienst und Aberglauben hingegeben und sogar seine Söhne den Göttern im Feuer geopfert. Er wurde besiegt und gefangen genommen und lag viele Jahre in Ketten mit einem eisernen Haken durch seine Nase. Als er reuevoll zu Gott kam, erbarmte sich der Herr über ihn. Dies ist ein Beispiel dafür, wie übelste Bosheit sich unter Gnade wandelt.



Das andere Beispiel ist König David, ein äußerst begabter und vielschichtiger Charakter. Er wurde zum Ehebrecher und Mörder und bekannte sich schuldig. Als absoluter Herrscher, der über dem Gesetz stand, schob er seine persönliche Integrität beiseite, um seine Lust mit der schönen Batseba zu stillen. Sie wurde schwanger, und um seine Vaterschaft zu verschleiern, befahl er ihren Ehemann Uria vom Krieg zurück, damit dieser eine Nacht mit seiner Frau verbringen sollte. Doch aus Loyalität zu seiner Truppe, die draußen im Heerlager schlafen musste, nahm dieser die Gelegenheit nicht wahr. Nachdem dieses Täuschungsmanöver Davids nicht geklappt hatte, ließ er Uria an einen Frontabschnitt versetzen, wo er ganz bestimmt nicht überleben konnte. Schon bald darauf wurde sein Tod gemeldet. Dann kam der Prophet Nathan zu David und beschuldigte ihn des mörderischen Verrats an einem seiner großen Soldaten.



Ich habe diese Geschichte gewählt, weil sie mehrere Schlüsselworte der Errettung enthält.

Buße

David tat Buße. In jenen Tagen hätte kein anderer König in Davids Handeln etwas Falsches gesehen. Doch seine tiefe Bußfertigkeit hatte ihren Ursprung in seiner Gotteserkenntnis. "Gegen dich allein hab ich gesündigt und habe getan, was böse ist in deinen Augen" (Psalm 51,6).



Gott verändert Haltungen. Im 3. Mose sagt Gott 46-mal: "Ich bin der Herr". Gott ist das endgültige Gesetz, der Zweck und das Ziel. Er muss uns nicht erklären, warum wir dies und jenes tun sollten. Er sagt einfach nur: "Ich bin der Herr" und verweist auf die Vollmacht, die hinter all seinen Geboten steht: "Ihr sollt auf meine Gebote achten und sie befolgen; ich bin der Herr" (3. Mose 22,31). Die moderne Gesellschaft richtet sich nach den moralischen Maßstäben, die sie im Allgemeinen für die besten hält. Das Volk Israel war unserer modernen Denkweise weit voraus. Israel hatte seine absolute Daseinsberechtigung durch seinen täglichen Umgang mit dem Herrn - tausend Jahre bevor der Rest der Welt gerade damit begonnen hatte, der Unwissenheit und Barbarei zu entkommen. Allzu weit sind wir bis jetzt damit noch nicht gekommen, besonders dort nicht, wo die Verbotsschilder die Aufschrift tragen: "Kein Zutritt für Gott!"



Wenige der Zeitgenossen Davids besaßen sein Verständnis. Mord war unverzeihlich und es gab keine Möglichkeit der Buße oder Wiedergutmachung; Tod war die einzige Antwort darauf. Batsebas Kind wurde krank und David erkannte, dass Gott sich dahinter verbarg. Er suchte den Herrn, er fastete, wusch sich nicht und wechselte auch seine Kleider nicht, doch das Kind starb. Dieser Verlust brachte Davids Buße zum Höhepunkt. Er beugte sich dem Willen Gottes und erkannte, dass er die volle Konsequenz für sein Fehlverhalten zu tragen hatte. Doch gleichzeitig wusste er, dass Gott ihm wahrhaftig vergeben hatte.


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Ein Artikel von glaube.de.

Autor: Reinhard Bonnke / Christus für alle Nationen

Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de

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