Druckversion
Dieser Text ist ein Artikel der Kategorien:
18-12-11

Reinhard Bonnke: Ein Kind ist uns geboren

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben. (Jesaja 9,5)


Warst du jemals über ein Weihnachtsgeschenk, das du sorgsam und mit viel Mühe für einen geliebten Menschen ausgesucht hast, so begeistert, dass du Schwierigkeiten damit hattest, es als ein Geheimnis für dich zu bewahren?

Kolosser 4,3 spricht von dem „Geheimnis des Christus“. Ich habe oft gesagt, dass die Geburt Jesu, wenn sie ein Geheimnis bleiben sollte, das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Weltgeschichte war. Gott war von dem Weihnachts- und Erlösungsgeschenk seines Sohnes für dich und mich so begeistert, dass er Jesus einfach nicht geheim halten konnte. Nein, er wollte sogar sicherstellen, dass du sein Geschenk nicht verpasst.

Wenn man die Bibel aus dieser Perspektive heraus liest, scheint es so, als ob der Vater es wirklich nicht für sich selbst behalten konnte. Er wollte, dass seine Schöpfung – du und ich – sein wunderbares Geschenk voller Freude erwarten. Es war wie ein Geschenk, auf dem der Hinweis steht: „Nicht vor Weihnachten öffnen!“

Gott flüsterte schon ganz zu Anfang im Garten Eden leise von diesem Geschenk, als er vom „Nachkommen der Frau“ sprach. Überall in der Heiligen Schrift hinterließ er uns Anhaltspunkte und Hinweise. Petrus sagte, dass die Propheten immer wieder darüber sprachen, obwohl sie ganz sicher nicht verstanden, um was es hier eigentlich ging.
    
Seit tausend Jahren hatten die Gottesfürchtigen gefleht: „Oh Herr, reiß den Himmel auf und komme herunter!“ Und schließlich kam er. Doch nicht als der Kriegsheld, den sie erwarteten und von dem sie dachten, dass sie ihn unbedingt brauchen würden, sondern als der  Friedensfürst.

Über 2000 Jahre sind seitdem vergangen und noch immer versetzt sein Geburtstag einen großen Teil der Menschheit in Feierstimmung. Sicherlich, manche feiern nur am eigentlichen Weihnachtstag, doch Millionen andere feiern Gottes Liebesgeschenk, Jesus Christus, das ganze Jahr über, weil sie ihr Herz für ihn persönlich geöffnet haben.

Jesus, der Sohn des Wohlgefallens

Jesus wuchs auf wie die meisten anderen Jungen seiner Tage auch. Er lebte in häuslichen Umständen, die heute selbst die ärmsten Leute als kaum erträglich ansehen würden. Er arbeitete als Zimmermann in einer Zeit, in der körperliche Arbeit gering geschätzt und meistens von Sklaven verrichtet wurde.

Doch schließlich trat er als der „verheißene Sohn“ auf die Straßen heraus. In den verborgenen Jahren seiner Unbekanntheit hatte der himmlische Vater ihn beobachtet. Bei Jesu erstem Auftreten in der Öffentlichkeit erklärte er seine göttliche Verbindung zu ihm und deklarierte ihn vom Himmel her als seinen Sohn: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Lukas 3,22).

Es ist interessant, dass die ersten Kapitel der Bibel mit Adam beginnen, aber dann sogleich in die Geschichte der ganzen Menschheit einmünden. Wenig später beginnt der Bericht erneut mit einem einzigen Mann, Abraham, und schon bald darauf wendet sich der Blick erneut zu den Nationen hin. Der Bericht endet mit der Tragödie der Nation Israel und das Alte Testament schließt sich. Doch ein neues Buch wird geöffnet, das Neue Testament, und wieder beginnt es mit der Beschreibung eines einzelnen Mannes, doch dieses Mal ist es der „Mensch aller Menschen“, der Mensch Jesus Christus. Die Geschichte endet und wiederum mündet sie in einen Neubeginn. Das Buch der Offenbarung ist die Vorausschau auf eine neue Schöpfung und das ganze Universum sprüht vor Freude. Wir befinden uns mitten im Prozess dieser herrlichen Vollendung, die mit Weihnachten ihren dramatischen Anfang nahm.

Das lebendige Wort hinter dem geschriebenen Wort

Die Evangelien von Matthäus und Lukas geben uns eine genaue Beschreibung der Geburt Jesu. Eines der besonderen Kennzeichen des Matthäus-Evangeliums ist die umfassende Verwendung vieler alttestamentlicher Zitate. Dort heiß es sagt, dass die Schrift in Christus „erfüllt“ wurde. Doch wenn wir uns die Texte genau ansehen, stellen wir fest, dass es gar nicht immer Vorhersagen auf den Messias sind und sie mitunter kaum etwas mit seinem Kommen zu tun haben. So stellt sich die Frage, wie dies denn eine „Erfüllung“ sein kann.

Zum Beispiel entkamen Josef und Maria der Bedrohung durch König Herodes und zogen nach Ägypten. Nachdem Herodes gestorben war, kehrten sie zurück und Matthäus 2,15 sagt dazu: „… damit erfüllt würde, was von dem Herrn geredet ist durch den Propheten, der spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“ (Matthäus 2,15). Der Prophet war Hosea, doch der zitierte Vers aus Hosea 11,1 bezieht sich auf Israel, wie es Jahrhunderte zuvor durch Mose aus Ägypten geführt wurde. Es ist keine Vorhersage auf den Messias. Wie konnte es also eine „Erfüllung“ der Schrift sein, dass das Kind Jesus aus Ägypten nach Hause kam?

Die Antwort darauf ist wunderbar. Alles im Alten Testament bezieht sich auf Christus. Er ist der große Repräsentant des Volkes Israels. Er war damals mit dem Volk Israel beim Auszug aus der Sklaverei – und genau das findet sich nun in seiner eigenen Person wieder. Man muss das Alte Testament durch Jesus auslegen und man wird es verstehen. Er ist das lebendige Wort, das hinter dem geschriebenen Wort steht.

Durch ihn wird ein Licht auf die gesamte Heilige Schrift geworfen, das jeden einzelnen Vers mit einer tieferen Bedeutung aufstrahlen lässt. Das wird auch im Lukas-Evangelium deutlich. In Lukas 24,13-35 finden wir den Bericht der beiden Emmausjünger, die Jesus nach seiner Auferstehung trafen. In Vers 27 heißt es: „Und von Mose und von allen Propheten anfangend, erklärte er ihnen in allen Schriften das, was ihn betraf.“ Alle Schriften beziehen sich auf Jesus. Es ist egal, von welcher Seite man es betrachtet, er ist der Dreh- und Angelpunkt.

Hinweise auf ihn

Es ist deshalb nicht schwer, alttestamentliche Prophezeiungen zu finden, die in Jesus erfüllt wurden. Die von Herodes konsultierten Schriftgelehrten sagten, dass die Geburt des Messias in Bethlehem stattfinden würde und sie bezogen sich dabei auf Micha 5,1: „Und du, Bethlehem … aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll.“ Und tatsächlich, Jesus wurde hier geboren. Aus ihrem Bibelverständnis heraus hatten die Lehrer Israels ein genaues Bild entwickelt, wie der Messias aussehen würde. Während seines Lebens erfüllte Jesus jedoch in viel präziserer Weise das, was die Propheten vorhergesagt hatten und offenbarte, wie der Messias wirklich war.
Ein weiteres Beispiel finden wir in Jeremia 31,15: „In Rama hört man Totenklage, bitteres Weinen. Rahel beweint ihre Kinder … weil sie nicht mehr da sind.“ Jeremia sprach über seine eigene Zeit, in der die Armeen des Nordens das Land mit Zerstörung überfluteten. Matthäus jedoch zitiert ihn wegen der durch Herodes getöteten Babys, als dieser versuchte, Jesus umzubringen. Matthäus konnte, weit über die Klage Jeremias hinausgehend, in dem Mord an den Unschuldigen von der Hand des eifersüchtigen Königs, das gewaltige Bild des Christus sehen.

Das ist die Art, wie er die Schrift erfüllte. Und nicht nur das. Das Leben Jesu wurde nicht allein durch die Schriftstellen des Alten Testamentes erleuchtet … er war derjenige, der das Licht in die Schrift erst hineinbrachte. Sein Leben erst offenbarte ihre unerwartete Tiefe und ihre Bedeutung. Jesus war viel größer als das Bild, das die Schriftgelehrten aus ihrem Schriftverständnis heraus gezeichnet hatten. Das lebendige Wort ist größer als das geschriebene Wort.

Die Bibel steckt voller Hinweise auf ihn – überall. Es beginnt schon mit Adam, denn Christus ist der „zweite Adam“. In 1. Mose wird nicht behauptet, dass die Arche irgendetwas mit dem Messias zu tun hätte, doch wir sprechen von ihm als unserer „Arche der Zuflucht“ inmitten der Gerichte Gottes. Nehmen wir eine beliebige Person aus der Bibel, zum Beispiel Josef, und sofort leuchten für diejenigen, die unseren Herrn kennen, hundertfältige Assoziationen zwischen ihm und Jesus auf. In 2. Mose lesen wir die grandiose Geschichte der Befreiung Israels von dem Joch der ägyptischen Sklaverei, doch sie wird weit von der Geschichte der Befreiung aus dem Joch der Sünde durch unseren Retter Jesus Christus überragt.

Wir finden in der Bibel über fünf lange Kapitel die erstaunlich detaillierte Beschreibung der Bundeslade, einer „Kiste“ mit einem goldenen Deckel. Dieser Deckel wird Gnadenthron genannt. In alldem geht es um Jesus. Er ist unsere Bundeslade und unser Gnadenthron. Durch ihn wird all dies für uns lebendig und real. Die Opfer auf dem Altar im Tempel, die biblischen Feste, die Geschichte Israels – in alldem können wir ihn sehen.

Sein Licht erleuchtet die Schrift – und es erleuchtet uns

Was mich wirklich ergriff, als ich darüber nachdachte, dass Jesus das offenbarende Licht auf der Geschichte des Alten Testaments ist, war der Gedanke, dass er auch das Licht unseres eigenen Lebens ist und unsere eigene Geschichte aufleuchten lässt.
Denke einmal darüber nach! Jesus ist es, der Leben verändert und selbst den unscheinbarsten Dingen und Situationen in einer Weise Bedeutung verleiht, wie es niemand sonst vermag. Welche Bedeutung besitzt irgendetwas oder irgendjemand denn schon ohne Jesus?
Er wurde für uns geboren. Das ist die herrliche Botschaft von Weihnachten. Es ist eine Botschaft, die die ganze Welt hören soll und hören muss. Lasst uns den Jesus des Weihnachtsfestes nicht als ein Geheimnis behandeln, das niemand wissen darf. Forsche in der Heiligen Schrift nach ihm und du wirst ihn finden – überall. Bleibe im Wort, gehe weiter voran mit dem Herrn und lass den Missionsbefehl das große Thema deines Lebens sein.
Welch ein wunderbares Geschenk des himmlischen Vaters ist er doch, unser Herr! 
Er ist ein Geschenk, für das wir in alle Ewigkeit dankbar sein werden!

Ein gesegnetes und erfülltes Weihnachtsfest

Reinhard und Anni Bonnke
Daniel und Rebekah Kolenda
und das CfaN-Team in aller Welt

 

-------------------------------------------------------------------------------
Ein Artikel von glaube.de.
Autor: Reinhard Bonnke / Christus für alle Nationen
Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de
Weiterverwendung nur mit vorheriger Genehmigung des Autors.

Foto: Reinhard Bonnke Cfan
-------------------------------------------------------------------------------

Nach oben



Name:
E-Mail:
[15:06:27] [CoCo new media] Martin Bauer: