Reinhard Bonnke: Lehrstücke des Meisters - Teil 1

Ein Mann, der seine Muskeln spielen lässt, erweist sich dadurch noch nicht als guter Ehemann. Wir konnten nicht durch rohe Gewalt gerettet werden. Tatsächlich kannte niemand ein Mittel, das uns hätte retten können. Gott nahm diese Aufgabe selbst in die Hand - durch eigene Anstrengung und Hingabe - bis zum Blutvergießen. "Ohne dass Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung" (Hebräer 9,22).
Gott war vom Beginn der Schöpfung an darauf vorbereitet. Es gab nur eine Möglichkeit der Erlösung. Die Schöpfung war nicht billig. Durch sein Wort schuf er die Welt, doch später kostete es ihn Blut, Schweiß und Tränen. Die sechs Schöpfungstage gipfelten in sechs Stunden am Kreuz. "... des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an" (Offenbarung 13,8). Errettung ist die Arterie, dessen lebensspendendes Blut wie ein roter Faden die ganze Bibel durchströmte. Als Gott die Bäume schuf, war auch einer für das Kreuz von Golgatha dabei.
Nach der Schöpfung schildert die Bibel die Sintflut. Wir lesen in 1. Mose 6,11, dass "die Erde verdorben und mit Gewalttat erfüllt war". Der Boden war befleckt vom vielen Blut, das durch Gewalttaten und Zornausbrüche vergossen wurde. Als Kain seinen Bruder Abel erschlagen hatte, sagte Gott zu ihm: "Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden" (1. Mose 4,10). Ebenso in Hosea 6,8 heißt es, dass Gilead eine Stadt war, die überall "voller Blutspuren" war und Psalm 106,38 erinnert uns daran, "dass das Land durch Blutschuld entweiht wurde".
Die Gewalttaten waren für Gott eine derartige Provokation, dass er die Sintflut kommen ließ, um das Ganze zu beenden. Danach sagte er zu Noah: "Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden" (1. Mose 9,6). Mord muss bestraft werden; Blutschuld soll durch Blut gesühnt werden. Gott gab dieses Gesetz, weil die Wasser der Sintflut die blutgetränkte Erde nicht reinwaschen konnten. Unter den Brandopfern Moses gab es kein Sühneopfer für Mörder - auch keine Vergebung. Kein Tierblut war in der Lage, die Kriege und das Blutvergießen der vergangenen Jahrhunderte zu sühnen. Jesus sagte. "Ihr werdet zur Rechenschaft gezogen für den Mord an allen Propheten seit die Welt besteht" (Lukas 11,50). Ein stärkeres Mittel als menschliches Blut war notwendig, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Nur das Blut des geopferten Gotteslammes konnte das vergossene Blut der Gewalttaten zudecken. Gott hatte einen Versöhnungstag bestimmt, an dem er "sein eigenes Blut" vergoss (Apostelgeschichte 20,28). "Das Blut seines Sohnes Jesus macht uns von aller Sünde rein" (1. Johannes 1,7).
Überfließende Gnade
Die Gnade Gottes, die mit Jesus auf die Erde kam, ist uns so gut bekannt, dass wir sie nur halbherzig schätzen. Wir finden ein erstklassiges Beispiel der Gnade Gottes in der Bekehrung des Saulus von Tarsus. Er, der später zum Apostel Paulus wurde, hatte ein echtes Empfinden dafür und sagte: "Er, unser Herr, hat mir seine Gnade im Überfluss geschenkt und mit ihr den Glauben und die Liebe, die aus der Verbindung mit ihm erwachsen." Dabei sprach er über seine persönlichen Erfahrungen, fügte aber hinzu: "Es ist ein wahres Wort und verdient volles Vertrauen: Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Unter ihnen bin ich selbst der Schlimmste." (1. Timotheus 1,14-15). Damit zeigte er auf, dass andere ebenfalls dieselbe Erfahrung machen konnten. Etwa 600 Jahre vor Christus wurde der Prophet Hesekiel beauftragt, die folgende Botschaft zu verkünden: "Zu Trümmern, Trümmern, Trümmern mache ich die Stadt"; und Jesaja, einer der größten Propheten, wurde gesandt, um "das Herz dieses Volkes zu verhärten ... damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht hört, damit sein Herz nicht zur Einsicht kommt und sich nicht bekehrt und nicht geheilt wird". Das sollte so lange andauern, "bis die Städte verödet sind und unbewohnt, bis das Ackerland zur Wüste geworden ist" (Hesekiel 21,32; Jesaja 6,10-12). Gott sandte Jeremia mit einer ähnlich deprimierenden Botschaft: "Siehe, ich setze dich heute über Völker und Königreiche, dass du ausreißen und einreißen, zerstören und verderben sollst und bauen und pflanzen" (Jeremia 1,10).
Selten erwähnt, aber dennoch beachtenswert: Bevor Jesus kam, ist der einzige Bericht in der Bibel über Verlorene, die wiedergefunden wurden, der über König Sauls Eselinnen (1. Samuel 9,20). In den Werken Jesu offenbarte Gott seine souveräne Rettermacht. Jesus betonte, er sei der wahre Hirte und bezeichnete alle, die vor ihm kamen, als Diebe und Räuber. Er ist gekommen, "um zu suchen und zu retten, was verloren ist" (Lukas 19,10).
Die ersten Beispiele der Erlösung finden sich in den Evangelien. Das Handeln Jesu an bestimmten Personen, voller Gnade und Wahrheit, offenbarte Gottes Rettermacht und seinen Willen, die ausgegrenzten und verachteten Menschen wieder zurückzuholen.
Es gibt einen umstrittenen Bibelvers in Matthäus 11,12. Jesus sagte: "Jetzt bricht das Himmelreich sich mit Gewalt Bahn, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich." Es ist die Erwartung, dass Massen ins Himmelreich stürmen. Jesus gab seinem Apostel Petrus die Schlüssel, um diese Tore zu öffnen. Und Tausende stürmten gleichzeitig ins Reich Gottes und ließen Satans Machtbereich hinter sich. An jenem Pfingsttag begann der endlose Strom lebendiger Seelen ins Reich Gottes. Das Himmelreich wurde durch die Macht des Glaubens erstürmt.
Namhafte Sünder errettet
Die Ersten, die das Himmelreich einnahmen, waren von Jesus selbst berufen. Die ersten Beispiele von Menschen, die von Jesus direkt errettet wurden, dienen uns als Lehrstücke in unserem Zeugen- und Evangelisationsdienst. Wir wollen im Folgenden einige etwas genauer betrachten.
Tatsächlich waren die Ersten Andreas und (vermutlich) Johannes, die Petrus hinzubrachten. Am nächsten Tag berief Jesus Philippus und dieser brachte Nathanael. Jesus sagte, sein Vater habe sie ihm gegeben (Johannes 10,29; 17,9.24). Theologen zerbrechen sich darüber ihre Köpfe, weil wir nirgends etwas darüber lesen, dass sie je von ihrer Sünde überführt worden sind und Buße getan haben. Dennoch bewiesen sie Glauben, vertrauten blind und folgten Jesus, von dem sie kaum etwas wussten. Er war noch immer ein Unbekannter. Man kann annehmen, dass Jesus sie durch seine souveräne Zuneigung gerettet hat, "denn er kannte das menschliche Herz bis auf den Grund" (Johannes 2,25).
Das trifft auch heute noch zu. Beim Evangelisieren wird häufig darauf bestanden, dass die Bekehrten sich im "klassischen Rahmen" bewegen. Dennoch kann es durchaus sein, dass eine Bekehrung nach außen nicht sichtbar wird. Aber Jesus wusste und Gott weiß, was sich tief in der menschlichen Seele und Persönlichkeit abspielt. Man kann Gott keine Bekehrung vorgaukeln. Er kennt die Herzen aller Menschen. Ob die Verkündigung des Evangelisten Philippus in Samarien tiefe Betroffenheit und Reue auslöste, lesen wir nirgends. Dennoch "herrschte große Freude in jener Stadt" über das Wirken des Heiligen Geistes, und bald darauf wurden die Bekehrungen als echt bestätigt, denn die Gläubigen empfingen den Heiligen Geist und begannen in neuen Sprachen zu reden (Apostelgeschichte 8).
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Ein Artikel von glaube.de.
Autor: Reinhard Bonnke/ Christus für alle Nationen
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Foto: www.cfan.org Christus für alle Nationen
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