Reinhard Bonnke : Unser Gott und wir

Ich habe eine Frage, eigentlich sogar zwei Fragen. Sie klingen ein wenig wie ein Bibelrätsel: Was ist die größte Sache, die Gott jemals tat … und kann er etwas noch Größeres tun?Denk einmal darüber nach, was Gott getan hat. Er hat die Himmel und die Erde geschaffen. Mit einer Handbewegung warf er den gesamten Kosmos in Existenz. Er trägt „alle Dinge durch das Wort seiner Macht“ (Hebräer 1,3). Er machte alles. Kann Gott noch mehr als alles machen?
Gott gab, bis es schmerzte
Nun, auch wir machen und erschaffen Dinge. Das ist allerdings nicht alles, was wir tun können. Etwas zu schaffen ist nicht die Grenze unserer Fähigkeiten. Wir können mehr als nur irgendetwas machen. Wir können geben. Wir können lieben. Genauso ist es mit Gott. Und er tat es: „So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab“ (Johannes 3,16). Das war etwas Unbegrenztes, Unendliches, weitaus größer als das Erschaffen der Sterne.Wir selbst können geben, doch wir können auch noch mehr als das, wir können opfern. Wir können geben, bis es wehtut, bis uns wirklich der Verlust schmerzt. Gilt das auch für Gott? Wie kann Gott geben, bis es ihn schmerzt? Wie kann er etwas geben, was für ihn ein Opfer wäre? Die Bibel sagt uns, dass sein Geben ihn nichts kostet und ihn nicht verarmen lässt. Dennoch … dennoch … gab er, bis es schmerzte und bis er arm wurde. Er gab so aufopfernd, dass es zum größten Zeichen von Liebe überhaupt wurde. Gott der Vater gab seinen einzigen Sohn. Das schmerzte unermesslich.Gott konnte seinen Sohn durch nichts ersetzen. Er hätte alles andere ersetzen können, aber nicht seinen einzigen Sohn. Er hätte einen weiteren Stern machen können, ja, eine andere Erde, ein anderes Universum und es hätte ihn nichts gekostet, er hätte nichts dadurch verloren. Doch seinen eingeborenen Sohn konnte nichts ersetzen. Dieser Sohn war alles für Gott.
Gott öffnete die Schatzkiste seiner Liebe für uns
Die Heilige Schrift gebraucht mitunter eine ungewöhnliche Sprache, weil sie sich mit sehr ungewöhnlichen Dingen beschäftigt. Manche Dinge sind der Welt unbekannt. Die Bibel redet von Gottes großer Liebe für uns, sie sagt, dass Gott uns geliebt hat „um seiner vielen Liebe willen“ (Epheser 2,4). Was ist diese viele Liebe, mit der er uns liebte? Gott hatte eine große Liebe – Jesus Christus, den Sohn seiner Liebe. Gott liebte die Welt so sehr, dass er seine größte Liebe, seinen Sohn, hingab. Das ist das Geschenk, das Zeichen, das Wesen und das Maß seiner Liebe.Als Gott seinen Sohn gab und dieser den Himmel verließ, da spürte dies der ganze Himmel. Er war das Licht. Es war, als ob er einen Schatten zurückließ, als ob Zwielicht in den Straßen der ewigen Stadt Gottes herrschen würde. Die Engel sahen ihn die Herrlichkeit verlassen und sie wollten sich weder von ihm trennen noch dass er sich von ihnen trennte. Ich stelle mir vor: Als Jesus zur Erde kam, kam der halbe Himmel mit ihm, dorthin nach Bethlehem, um zu sehen, was da vorging. Sie erzählten den Hirten, wer er war. Die Engel wussten, dass es lange dauern würde, bis er wiederkäme. Doch es gab etwas, was sie nicht wussten – nämlich, wodurch ihr geliebter Herr hier unten gehen würde, die Armut, die Begrenzung, den Kummer, die Qual im Garten, die grausame Peitsche seiner blutdurstigen Feinde und jenen Todeskampf auf Golgatha, der jenseits aller menschlichen Tragfähigkeit lag.Doch Gott wusste, was kommen würde, dass er „in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte“ (2. Korinther 5,19). Vater und Sohn waren eins und dieses Kommen, dieses Geben, diese Liebe, dieses Leiden, dieses Opfer, dieses Kreuz summierten sich zur größten Sache, die Gott jemals tat – oder jemals tun konnte. Über diese Wahrheit erzählte Jesus ein Gleichnis. Ein Kaufmann fand eine kostbare Perle, die einen phänomenalen Kaufpreis wert war. Er verkaufte alles, was er hatte, damit er genügend Geld zusammenbekam, um sie zu erstehen (Matthäus 13,45f). Dies ist ein Bild davon, wie Gott die Schatzkiste seiner Liebe für uns öffnete.Wir waren kein günstiges Geschäft. Obwohl wir nicht wie ein kostbares Juwel aussahen, nahm er uns mit all unserem wertlosen Gepäck, unserer Verderbtheit, unserer Schuld, unserer Hartherzigkeit und Schlechtigkeit an. Er zog uns zu sich und ignorierte alles an uns, was schmutzig und verdorben war. Wie ein himmlischer Kammerdiener reinigte er uns, kleidete uns in Gerechtigkeit, umhüllte uns mit seiner makellosen Gnade und machte uns fähig, in die Gegenwart des Königs in seiner Schönheit einzutreten. Dies ließ ihn, auf dem zertretenen Gras von Gethsemane, in Schweiß und Blut gebadet, allein zurück. Und dann, in einer entsetzlichen Stunde teuflischer Todesqual, hing er wie ein Fetzen an einem Holzbalken.
Über jeden Preis hinaus wertvoll
Wir können die Dimension dieses Geschenkes nicht völlig erfassen. Es ist das größte von allen Geheimnissen. Wir können das Kreuz sehen. Wir können auch die Gestalt Jesu am Kreuz sehen. Doch was geschah hier wirklich? Es war die Stunde der Versöhnung und die Stunde, in der das Böse besiegt wurde. Etwas passierte dort zwischen dem Vater auf dem himmlischen Thron und dem Sohn auf Golgatha. „Dass Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte“ (2. Korinther 5,19). Was all das wirklich bedeutete, kann kein Sterblicher jemals nachvollziehen. Es ist etwas, was allein den dreieinigen Gott betrifft. Diese Tat übersteigt die Grenzen menschlichen Verstehens. Niemand weiß, was das Kreuz wirklich für den Vater bedeutete – aber es veränderte alles.Welch ein Drama! Alles was er tat, tat er für uns – ohne einen Vorteil für sich selbst. Er wurde Mensch für uns. Er lebte für uns, wurde versucht für uns, getauft für uns, predigte, lehrte und heilte für uns, litt für uns, starb für uns, stand von den Toten auf für uns, stieg zum Vater auf für uns und wird für uns wiederkommen. Er tat nicht einen Augenblick lang etwas für sich selbst, jeder einzelne Moment war ein goldenes Geschenk – für uns. Manche Leute besitzen die Kühnheit zu fragen: „Was hat Gott für mich getan?“ Was für eine lächerliche Frage. Gott hat alles getan! Denk nur einmal: Er gab sein Leben für uns hin. Wir existieren aufgrund seiner Fürsorge – jeder einzelne Atemzug ist ein Beweis dafür. Gott ist vollkommen und doch kann er uns nicht vergessen, denn wir sind unbeschreiblich kostbar für ihn. Er schuf uns aus Liebe, er schuf uns für sich selbst und genau das ist der Grund, warum er kam, um uns zu retten. Er schrieb den Vertrag zu unserer Erlösung mit einem Stift, der in das Blut seines eigenen Sohnes getaucht war – endgültig und unabänderlich.Das ist etwas so gigantisch Bedeutsames, dass es jedermann wissen muss. Wir sind genauso darin eingebunden, wie wir es in eine Familie sind. Was Jesus am Kreuz tat, ist keine Nebensächlichkeit, die man beiseite schieben kann. Wir könnten genauso fragen, was unsere Mutter für uns getan hat. Wir könnten genauso gut die Sonne am Himmel ignorieren.
Das Kreuz ist zentral
Das Kreuz ist das Zentrum von all dem, was wir jemals über Gott sagen können. Der Gott, den wir kennen, wird durch das Kreuz erkannt. Wenn Jesus für jedermann gestorben ist, dann sollte jedermann davon wissen. Die Erlösung ist vollkommen und ausreichend. Doch sie muss angewandt werden, wie man ein Heilmittel anwendet – ein Heilmittel gegen Sünde. Wo das Evangelium unbekannt ist, kann es nicht funktionieren. Die Gute Nachricht ist nur dann eine Nachricht, wenn sie veröffentlicht und publiziert wird. Wir sind die Reporter, die Redakteure, die Herausgeber, die diese Nachricht weitertragen.
Es war eine gewaltige Sache, als Jesus vom Himmel auf die Erde kam – und es war eine gewaltige Sache, als er wieder dorthin zurückging, doch er ließ die Erde, seine Erde, zurück für uns. Die Erde seiner Geburt und seines Wirkens, auf der sein Blut den Boden durchtränkte. Er kehrte zum Sitz der Kraft Gottes zurück und setzte sich auf den Thron des ganzen Universums. Welch ein Triumph! Welcher Siegesjubel. Welch himmlisches Fest! Welch strahlende Herrlichkeit, welche Begeisterung! Sicherlich tanzten die Engel – reine Geistwesen, Feuerflammen – vor Freude, dass ihr Herr vom Schlachtfeld zurückkam. Wundervoll! Doch warum? Worum ging es bei all dem? Epheser 4,8 sagt, dass er „hinaufgestiegen ist über alle Himmel“ und „den Menschen Gaben gegeben“ hat. Die eigentliche Bedeutung der Himmelfahrt Jesu zum Thron der Kraft ist die, dass er uns Kraft gibt, um unseren irdischen Lauf siegreich zu laufen.
Denn: Ohne uns ist das vollkommene Werk Gottes noch nicht vollendet. Um die Welt zu retten, beruft Gott uns, sie zu retten. Gott hat seinen Teil getan und nun müssen wir den unsrigen tun. Seine Hoffnung ruht auf uns. Ohne uns wird diese Generation in ihren Sünden sterben, obwohl das Heilmittel ganz nahe ist, so wie eine rettende Flasche mit Medizin, die man einfach übersieht. Wir haben das erstaunliche Vorrecht, den Menschen zu sagen, was sich in der Flasche befindet und sie zu ermutigen, davon zu trinken.
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Ein Artikel von glaube.de.
Autor: Reinhard Bonnke / Christus für alle Nationen
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Foto: Reinhard Bonnke Cfan
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