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27-06-08

Reinhard Bonnke: Wort und Geist in Aktion - Teil 1

Beim Lesen der ersten Verse der Bibel taucht eine Frage auf. Wir lesen: „Die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern“  (1. Mose 1,2). Dabei fällt uns sofort auf, dass der Geist Gottes über dem Chaos schwebte, es aber nicht veränderte. Warum tat er das? Warum wartete er?


Wenn der Heilige Geist handelt

„... das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes“
(Epheser 6,17)

Die Frage liegt auf der Hand: Wann wird der Heilige Geist tätig? Viele Predigten, endlose Diskussionen und zahlreiche Bücher befassen sich grundlegend mit dem Thema des Segens durch den Heiligen Geist. Dabei versteht man es meisterlich, Gründe aufzuzählen, weshalb Gott uns nicht segnen kann. Es ist einfach, menschliche Unzulänglichkeiten und Fehler zu finden, die Gott daran hindern, zu handeln. Ebenso leicht lassen sich in einer Predigt die menschlichen Unvollkommenheiten aufzählen und wie sehr man Gott damit kränkt. Was wir aber wirklich brauchen, ist positive Hilfe von Gott. Dies ist sehr wichtig für uns alle, deshalb wollen wir hier das Ganze im Licht der Bibel betrachten. Dabei kommen wir auch auf die zuerst aufgeworfene Frage über den Heiligen Geist, der untätig über den Wassern schwebte.

Jesus sprach von einer Periode der Finsternis, in der der Heilige Geist untätig bleibt: „Es kommt eine Nacht, in der niemand mehr wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ (Johannes 9,4.5). Mit „wirken“ meinte er das Wirken von Wundern. Als er davon sprach, war er gerade dabei, einen Blinden zu heilen und bezeichnete die Heilung als das Werk Gottes. Er sagte, kein Mensch könne das Werk Gottes in der Nacht tun. Gleichzeitig sprach er von seiner Kreuzigung, nach der er in der Welt nicht mehr gesehen werden würde – außer von seinen Jüngern. Denn das Licht würde ausgelöscht sein und es gäbe dann keine Werke, Heilungen und Wunder mehr.

Mit anderen Worten: Wo kein göttliches Wort ist, gibt es keinen Geist Gottes. Der Heilige Geist war mit Jesus, denn er war das Wort. Der Geist Gottes erschien nirgends, während Jesus, das Wort, im Grabe lag. Dennoch schwebte der Geist über der Finsternis und als der Vater es wollte, erweckte der Heilige Geist Jesus von den Toten. Gegenwärtig herrscht der Tod noch immer auf der ganzen Erde und der Heilige Geist schwebt über der Finsternis des Todes, doch das Wort wird gesprochen werden und der Geist Gottes wird die Toten auferwecken nach dem Willen des Vaters, der allein den Tag und die Stunde kennt, wann dies geschehen wird (Matthäus 24,36). Bis zum Pfingsttag war kein Heiliger Geist in der Welt, außer dort, wo das Wort gesprochen wurde. Petrus predigte die erste Evangelisationsbotschaft, von der er sagte, dass es das lebendige und unvergängliche Wort Gottes sei, und der Heilige Geist warf ein Netz aus und machte einen großen Fang. Petrus wurde zum Menschenfischer.

Jesus, das Licht der Welt

Als Jesus kam, konnte Johannes schreiben: „Das wahre Licht leuchtet schon“ (1. Johannes 2,8). Dann kam die Zeit, als Jesus gefangen genommen wurde: „Und es war Nacht“ (Johannes 13,30). Judas und seine Begleiter kamen „mit Fackeln, Laternen und Waffen“ (Johannes 18,3). Johannes beschrieb die Symbolik des Augenblicks. Ohne das Licht Jesu benötigt die Welt Laternen. Sie hat zahlreiche Ersatzquellen für das wahre Licht: Ideen, Erfindungen, Philosophien, Pläne und eigene Anstrengungen. Verglichen mit dem Licht Jesu sind es nur Laternen, Ersatz für die Wahrheit und das echte Licht. Sie lehnen das Wort Gottes genauso ab, wie die Welt Jesus kreuzigte. In dieser Finsternis handelt der Heilige Geist nicht und wirkt keine Werke, außer für diejenigen, die im Licht wandeln.

Im dunklen Garten Gethsemane sagte Jesus zu den Häschern: „Das ist eure Stunde, jetzt hat die Finsternis die Macht“ (Lukas 22,53). Von dem Augenblick, als die Finsternis hereinbrach, wirkte der Heilige Geist keine Werke mehr. Bis Christus auferstanden und zum Himmel aufgefahren war, wirkte der Heilige Geist nicht in der Welt. Er wirkt nur im Licht des Wortes Gottes.

Als Jesus in die Welt kam, kam auch der Heilige Geist und war mit ihm. Wo Jesus war, war Kraft. Die ganze Welt lag im Dunkeln, aber als er kam, sahen sie ein großes Licht. Die ersten Jünger gingen aus und predigten das Wort und der Heilige Geist bestätigte und segnete es.

Es wird gesagt, Gott tut nichts ohne Gebet, indem das Gebet für den Heiligen Geist als Signal zum Handeln dient. Das könnte zutreffen, es ist aber nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist, dass der Heilige Geist nichts ohne das Wort tut. Machen wir uns nichts vor, wie viel würde letztlich wirklich geschehen, wenn es vom Gebet der Gemeindeglieder abhängig wäre?

Vielfach handelte der Heilige Geist ohne spezielle Gebetsaktionen um Erweckung, aber er handelt nie ohne das Wort des Evangeliums. Was der Heilige Geist tut – selbst wenn er es unabhängig tut –, zeigt seine Absichten. Es gab nie irgendein anderes Anzeichen, als dass er gütig, gnädig und barmherzig ist. Die Beweggründe des Heiligen Geistes sind immer dieselben – das Wort Gottes mit der eigenen göttlichen Kraft zu füllen.

Das Wort und der Geist

„Das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes“ (Epheser 6,17). Er hat keine andere Waffe. Er wird nie unsere Philosophien anwenden, wie brillant sie auch sein mögen. Der Heilige Geist schwebt über der Finsternis und erwartet das Wort Gottes und dann ist Licht. Keine noch so große Anstrengung im Gebet kann den Heiligen Geist zum Handeln bewegen, wenn dabei kein Wort Gottes noch die Verkündigung des Evangeliums ist.

Wenn wir uns wieder der Stelle im 1. Mose zuwenden, wo wir lesen, dass der Geist über den Wassern schwebte, lesen wir im nächsten Vers: „Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht“ (1. Mose 1,3). Dann begann der Heilige Geist zu handeln. Das Wort sprach und der Geist gehorchte. Das Johannes-Evangelium beginnt mit einem Parallelvers: „Am Anfang war das Wort … Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht“ (Johannes 1,1-3). Das Wort ist die Stimme der Gottheit. Der Vater will, der Sohn (das Wort) spricht und der Heilige Geist handelt. Es war immer so. Der Heilige Geist führt den Willen des Vater aus als Antwort zur Stimme des Wortes. Das ist die wesentliche Wahrheit – der Heilige Geist folgt allein dem Wort.

Ein Musterbeispiel finden wir dazu in Hesekiel 37. Gott zeigte dem Propheten Hesekiel ein Tal voller Totengebeine und sagte: „Weissage über diese Gebeine und sprich zu ihnen: Ihr verdorrten Gebeine, höret des Herrn Wort! …Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es … Sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer“ (Hesekiel 37,4.7.10). Der traurige Zustand Israels glich diesem Tal der Totengebeine, doch Israel konnte wieder lebendig werden durch das Wort. Hesekiel betete nicht über die Gebeine. Er sprach das Wort, weissagte, und der Geist Gottes machte sie zu einem großen, gewaltigen Heer.

Alle Prophetie ist Geist und Wort. Der Heilige Geist kam auf Menschen im Alten Bund und sie sprachen das Wort. Der Heilige Geist kommt nicht, um uns einen Segen zu geben, uns zu begeistern oder uns ein großes emotionales Erlebnis zu vermitteln. Diese Dinge können durchaus passieren, aber die Absicht des Heiligen Geistes ist es nicht, uns in reine Verzückung zu versetzen, sondern uns zu entflammen, die Welt um uns herum zu verändern.

Geschrieben von: Reinhard Bonnke
Dienstag, 29. Januar 2008

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Ein Artikel von glaube.de.
Autor: Reinhard Bonnke / Christus für alle Nationen
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Foto: Reinhard Bonnke Cfan
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