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27-06-08

Reinhard Bonnke: Wort und Geist in Aktion - Teil 2

Gott um sein Wirken zu bitten, ist gut; ihn aber darum zu bitten, das zu tun, was wir selbst tun sollten, ist wertlos.


Die Kraft des Wortes

„... das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes“

(Epheser 6,17)

Beten allein reicht nicht, um eine geistlich tote Gemeinde neu zu beleben. Es braucht die Kraft des Wortes, getränkt mit dem Leben des Heiligen Geistes. Das Leben kommt vom lebendigen Wort. Alles, was wir tun können und sollen, ist das Wort zu predigen. Gott um sein Wirken zu bitten, ist gut; ihn aber darum zu bitten, das zu tun, was wir selbst tun sollten, ist wertlos. Wir können seinen Geist nicht irgendwohin senden. Er bewegt sich mit uns und er ist dort, wo auch wir sind. Wir können Gott nicht darum bitten, Seelen zu retten und Menschen zu segnen, um anschließend nur untätig darauf zu warten, dass etwas geschieht. Er sendet uns mit dem Wort und der Heilige Geist erwartet uns. Es ist unser Vorrecht, für ihn zu arbeiten und Seelen für ihn zu gewinnen. Jeder, der sich für diese Aufgabe zu schwach fühlt, darf Gottes Wort als seine Kraft und Stärke in Anspruch nehmen. Es gilt, zwei wichtige Dinge zu beachten: Heilig-Geist-Versammlungen ohne das Wort sind menschliche Zusammenkünfte und Gebet ist kein Ersatz für das Wort.

Charismatische Treffen mögen auf den Heiligen Geist ausgerichtet sein. Wir können das kaum ausschließen, doch eine Gemeinde kann solch spektakulären Aktionen wie Handauflegung, Weissagungen, Zeichen und Wundern, Dämonenaustreibungen und anderen sichtbaren Beweisen eines Lebens in Christus völlig hingegeben sein. Die wahre christliche Gemeinde aber schart sich um Jesus, am Fuß seines Kreuzes. Der Heilige Geist ist untrennbar mit ihm, diesem Jesus, verbunden, um ihn zu lieben und ihn nicht nur wegen dramatischer und gefühlvoller Effekte zu suchen. Manche versuchen in „Heilig-Geist-Versammlungen“ Kraft zu erzeugen, als ob ein Wunder den Gipfel des Segens darstelle. Unser höchstes Ziel sollte es aber sein, den Namen Jesus emporzuheben und zu verherrlichen. Das ist der Ort, den der Heilige Geist besonders liebt. Jesus ist unser Lied, der Grund unserer Zusammenkünfte, und da, wo er ist, ist auch der Heilige Geist. Wir sind nicht nur Heilig-Geist-Menschen, sondern Christen, Jesus-Leute, und der Heilige Geist naht sich uns mit Jesus und inspiriert unsere Liebe und Anbetung für ihn.

Der Heilige Geist verherrlicht Jesus

Den Heiligen Geist vor das Wort zu stellen, ist der verkehrte Weg. Der Heilige Geist folgt dem Wort. Um die Gegenwart des Heiligen Geistes zu erlangen, ist das Wort notwendig. Der Heilige Geist befasst sich in erster Linie mit Jesus: „Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden“ (Johannes 16,14). Er überbringt also keine Botschaft von sich selbst, sondern nur von Jesus, denn Jesus ist das Wort und der Heilige Geist folgt dem Wort. Der Wille des Vaters ist geschrieben, vom Sohn, dem Wort, gesprochen und vom Heiligen Geist ausgeführt. Auf irgendeine andere Weise bringen wir nichts zustande.

Die Bibel ist voll von dieser Wahrheit. Beispielsweise sprach Gott im Alten Testament am Sinai. Sie hörten seine Stimme, und der Geist Gottes ruhte auf Mose und den Ältesten. Im Neuen Testament sprach Jesus das Wort, und der Heilige Geist heilte die Kranken. Jesus sagte, dass der Vater die Werke tat. Von ihm ging der Wille aus, was getan werden sollte, Jesus sprach und der Heilige Geist machte sich an die Arbeit und vollbrachte die Wunder. „Gott hat Jesus von Nazareth gesalbt mit heiligem Geist und Kraft; der ist umhergezogen und hat Gutes getan und alle gesund gemacht, die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm“ (Apostelgeschichte 10,38).

Der Heilige Geist segnet das Wort

Unser Evangeliumszeugnis richtet sich nach dem Wort. Der Heilige Geist segnet das Wort, wenn es gesprochen wird. Es zieht die Kraft des Heiligen Geistes an. Deshalb ist das Evangelium die Kraft Gottes. Das Evangelium ist gesprochen. Das Wort „Evangelium“ bedeutet „gute Nachricht“, aber nur, wenn es gesprochen wird. Das Evangelium sind nicht nur Worte in einem Buch, das im Bücherregal liegt, sondern es sind kraftvolle Worte in unserem Mund. Wenn sie ausgesprochen werden, tragen sie Gottes Kraft.

Die Bibel bezeugt sich selber. Sie erklärt sich zum Wort Gottes, doch ihr Anspruch ist überprüfbar. Wenn das Wort und der Geist zusammentreffen, ist es beeindruckend. Psalm 119 ist eine große Auslegung über das Wort Gottes. Verschiedene Verse enthalten Aussagen, die zur Überprüfung herausfordern. Zum Beispiel Vers 50: „Das ist mein Trost im Elend:

Deine Verheißung spendet mir Leben“ und Vers 93: „Nie will ich deine Befehle vergessen; denn durch sie schenkst du mir Leben.“ „Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es gibt Kraft und Leben“ (Psalm 19,8). Über 2000 Jahre wurden diese Aussagen geprüft und haben sich als wahr erwiesen.

Man kann darüber streiten, welche Religion besser ist als die andere. Die unterschiedlichen Religionen preisen verschiedene Wege zu Gott oder zu sonst einem höheren Wesen an; das Evangelium nennt aber nur einen: Jesus. Er ist der einzige Weg, der zu Gott, dem Vater, führt (Johannes 14,6). Er stiftete keine Religion. Er sagte: „Kommt her zu mir!“ (Matthäus 11,28). Er ist das, was wir brauchen: Er ist unser Alpha und Omega, unser Anfang und unser Ende, unser Start und unser Ziel. Er ist der Einzige, der seine Arme zu allen Menschen ausstreckt. Kann irgendjemand einen anderen Jesus bieten? Er ist alles. Er ist das, was er über sich selbst ausgesagt hat. Er sagte: „Wer glaubt, hat das ewige Leben“ (Johannes 6,47).

Jesus ist keine Religion. Er ist eine Person, die man treffen und mit der man leben kann – das lebendige Wort. Er ist kein Bote Gottes. Er ist die Botschaft, die von den Boten verkündet wurde. In ihm ist das Leben und dieses Leben kommt durch das Wort zu uns.

Man kann als Gesalbter, als Geistgetaufter, den Geist dämpfen und die Kraft schwächen, indem man außerhalb des Wortes Gottes lebt. Theologie ist nicht dasselbe. Es bedeutet vielmehr zu meditieren, das „verankerte“ Wort zu empfangen und danach zu leben, und die Glaubenshände danach auszustrecken.

Es ist die landläufige Meinung, dass eine Erweckung durch Gebet ausgelöst wird. Es wurde häufig behauptet, man könne die Spur einer Erweckung dahingehend verfolgen, dass jemand im Gebet ausgeharrt hat. Gibt es dafür ausreichende Beweise? Vor dem Aufbruch einer Erweckung hat irgendjemand auf alle Fälle gebetet, denn es betet ja immer jemand und besonders für Erweckung. Aber bislang gab es noch keine Erweckung ohne das Wort. Eine typische Erweckung der alten Zeit brach auf, als jemand das Evangeliumswort an einen Ort brachte, wo es noch nie zuvor gepredigt und auch nicht gehört worden war. Es bewirkte Überführung von Sünden und Bekehrungen. Erweckung war dort aufgebrochen, wo das geistliche Wasser fast ausgetrocknet war. Das Evangeliumswort zerschlägt den Felsen wie ein Hammer und das Wasser sprudelt hervor und schafft Leben, wo bisher keins war.

In der Apostelgeschichte war das Wort der Maßstab zum Erfolg. Wir lesen, dass „das Wort des Herrn wuchs und sich ausbreitete“ (Apostelgeschichte 12,24), das hieß, die Menschen nahmen das Wort auf. Unsere eigentliche Arbeit besteht darin, den Samen des Wortes auszusäen. Wo das Wort ist, ist Leben und Wachstum. Der Boden allein bringt nichts hervor. Das Geheimnis liegt im Samen in der Erde. „Der Same ist das Wort“, sagte Jesus.

Jesus sagte den Pharisäern und Schriftgelehrten, dass sie sich irrten, weil sie weder das Wort Gottes noch seine Kraft kannten. Sie hatten das Wort, aber nicht den Geist. Sie nahmen das Wort allein und trockneten es, indem sie es zu trockenen Formeln und glaubenslosen Lehren reduzierten. Ohne den Heiligen Geist wird eine Bibelbotschaft zum reinen Vortrag, von Kopf zu Kopf und nicht von Herz zu Herz, knochentrocken und wüstenhaft. Der Heilige Geist kann im Wort gedämpft werden, durch diejenigen, die es verkünden. Viele kennen die Bibel, aber „ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen“ (Hebräer 11,6) und deshalb haben sie keinen Heiligen Geist.

Mit Wort und Geist können wir die Welt für Christus gewinnen. Diese beiden: Gottes eigenes lebendiges Wort und der Heilige Geist sind mächtig. Sie sind unser unerschöpflicher Reichtum und die nie versagende Hilfe.„Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung! Werden sie das nicht sagen, so wird ihnen kein Morgenrot scheinen“ (Jesaja 8,20).

Geschrieben von: Reinhard Bonnke
Donnerstag, 14. Februar 2008

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Ein Artikel von glaube.de.
Autor: Reinhard Bonnke / Christus für alle Nationen
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Foto: Reinhard Bonnke Cfan
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