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25-09-06

Rod Benson: Mit Stress umgehen

In seinem Buch Adrenalin und Stress deutet Archibald Hart darauf hin, dass Stress von irgendetwas kommen kann, das Sie ärgert, bedroht, aufregt, Ihnen Schrecken einjagt, Sorgen bereitet, frustriert, herausfordert oder Ihr Selbstwertgefühl reduziert - und Stress kann gefährlich, ja sogar tödlich sein.


"Alles - Angenehmes und Unangenehmes -, das Ihr Adrenalinsystem zu lange erregt und Ihren Körper zum Kampf oder zur Flucht mobilisiert, macht Sie für krankhaften Stress anfällig. Ihr Körper passt sich einfach dem Leben in einem konstanten Zustand der Notlage an - und Sie spüren kein Unbehagen, bis schädliche Resultate eintreten."

Der Mythos über Stress, der uns elend macht, lautet, dass andere Menschen unseren Stress verursachen. Die Wahrheit ist: Wie wir entscheiden, auf eine gegebene Situation zu reagieren, verursacht den Stress! Haben Sie jemals bemerkt, wie kühl, ruhig und gesammelt Jesus war, obwohl er unter konstantem Druck und Kritik lebte, kritisiert, falsch beurteilt wurde und sehr wenig Zeit für sich selbst hatte?

Sein Leben spielt einen ruhigen Sinn von Ausgewogenheit wieder. Was war in seinem Leben der Grund, dass er gegen Stress so widerstandsfähig war? Heute wollen wir in den Evangelien sieben Strategien entdecken, die Jesus benutzte - Prinzipien, die Stress in Ihrem Leben reduzieren werden.


1. IDENTIFIKATION

Das erste ist das Prinzip der Identifikation: Erkennen Sie, wer Sie sind. Jesus hatte keinen Zweifel in Bezug auf seine Identität. Achtzehn Mal identifizierte er sich in den Evangelien selber: "Ich bin das Brot des Lebens? die Tür ? der gute Hirte ? die Auferstehung und das Leben ? der Weg, die Wahrheit und das Leben ? der wahre Weinstock" (Joh 6,35; 8,12; 10,7; 10,11; 12,25; 14,6; 15,1).

In Johannes 8,18 sagte er: "Ich bin?s, der von sich selbst zeugt." Er war nicht von der Meinung anderer abhängig, um sich selber zu bestätigen. Wenn Sie nicht wissen, wer Sie sind, werden andere Menschen Ihre Identität für Sie bestimmen - Ihre Eltern, Ihr Ehepartner, Ihr Chef, Ihre Freunde.

Wenn Sie versuchen, jemand zu sein, der Sie nicht sind, verursacht dies enormen Stress, weil es nicht funktioniert. Entdecken Sie, wer Sie sind, arrangieren Sie sich mit Ihren Stärken und Schwächen und sehen Sie der Wahrheit über sich selbst ins Auge. Versuchen Sie nicht, jemand anders zu sein - andere zu kopieren und sich selber mit anderen zu vergleichen ist zerstörerisch. Seien Sie einfach die Person, zu der Gott Sie gemacht hat!


2. HINGABE

Das zweite Prinzip ist Hingabe: Erkennen Sie, wem Sie gefallen möchten. Einige von uns versuchen allen zu gefallen, und natürlich können wir das nicht.

Sobald wir eine Gruppe zufrieden stellen, fühlt sich die andere Gruppe im Abseits. Wenn wir die Probleme der Clique B lösen, wird die Clique A zornig. Sogar Gott kann nicht alle zufrieden stellen, und nur ein Narr würde das versuchen, was nicht einmal Gott tun kann.

Als Pastor enttäusche ich ständig jemanden, weil die Menschen verschiedene Erwartungen in mich setzen. Einige sagen: "Warum singen wir nicht mehr Lieder aus dem blauen Gesangbuch?" Andere sagen: "Warum müssen wir aus dem blauen Gesangbuch singen?" Einige sagen: "Warum gibt er nicht mehr Auslegungspredigten?" Andere sagen: "Warum gibt er nicht mehr Themenpredigten, die sich auf die praktische Lebensführung beziehen?" Einige sagen: "Warum besucht er die Gemeindemitglieder nicht öfter zu Hause?" Andere sagen: "Warum besucht er uns?" Einige sagen: "Warum ist er nicht draußen und in der Kommune mehr involviert?" Andere sagen: "Warum verbringt er nicht mehr Zeit mit seiner Frau?" Man könnte die Liste beliebig fortsetzen.

Sie müssen nicht von jedem gemocht werden, um glücklich und erfüllt zu sein. Sie müssen sich entscheiden, wem Sie gefallen möchten und es dann tun. Für Jesus war die Sache klar: "Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat" (Joh 5,30). Eine moderne, paraphrasierende Übersetzung gibt diese Stelle wie folgt wider: "Ich bin nicht darauf aus, meinen eigenen Weg zu bekommen, sondern nur, um die Anordnungen des Vaters auszuführen" (The Message).

Ich werde für eine Audienz, die nur aus einer Person besteht, leben, ich werde mich darauf konzentrieren, Gott zu gefallen! Das ist eine intelligente Entscheidung: Wenn Sie tun, was Gott gefällt, ist es stets das Richtige. "Niemand kann zwei Herren dienen?" (Lk 16,13).

Jesus ließ niemals die Furcht vor Zurückweisung oder die Notwendigkeit der Anerkennung sein Leben motivieren oder beherrschen. Er wusste, wer er war und wem er zu gefallen suchte. Auf wessen Anerkennung verlassen Sie sich in Bezug auf Ihr Glück? Niemand kann Sie ohne Ihre Zustimmung unter Druck setzen. Niemand setzt Ihnen eine Pistole an die Brust. Es ist die Art und Weise, wie Sie auf eine Situation reagieren, die Ihren Stresspegel bestimmt.


3. PRIORITÄTEN SETZEN

Prinzip Nummer drei ist das Setzen von Prioritäten: Erkennen Sie, was Sie erreichen möchten. Wir haben nicht Zeit für alles; wir werden im Leben entweder von Prioritäten oder von Zwängen bestimmt werden. Wenn Sie in Ihrem Leben keine Prioritäten setzen, werden Sie von Ihren Zwängen geleitet werden.

Gott liebt Sie und jeder andere hat einen wunderbaren Plan für Ihr Leben! Aber indem Sie Ihre eigenen Prioritäten setzen, vermeiden Sie die "Tyrannei des Dringlichen" und fahren mit dem fort, was wichtig ist.

Jesus sagte: "Ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe" (Joh 8,14). Er setzte für sein Leben klare Ziele; er kannte den Unterschied zwischen Geschäftigkeit und Produktivität. Er wusste, sich auf das, was wirklich zählt, zu konzentrieren. Jesus führte ein Leben, das von einem großen Zweck bestimmt war: "Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium predigen vom Reich Gottes; denn dazu bin ich gesandt" (Lk 4,43).

Was treibt Ihr Leben an? Die Anerkennung anderer? Das Verlangen, eine Menge Geld zu machen? Zu versuchen, sich mit dem Status Quo zu arrangieren? Das sind die Arten von Zielen, die zu Stress führen. Sie müssen auf Grundlage dessen, wer Sie sind und was der Zweck Ihres Lebens ist, einige Prioritäten setzen.


4. KONZENTRATION

Dies bringt uns zum Prinzip Nummer vier: Konzentration: Konzentrieren Sie sich auf das, was wichtig ist. Lassen Sie sich nicht durch Trivialitäten ablenken. Wenn Satan Sie nicht dazu bringen kann, Unrecht zu tun, wird er Sie einfach mit einer Menge von guten Dingen, die uns von den besten Dingen abhalten, fertig machen.

Jesus wusste sich auf das, was wichtig ist, zu konzentrieren. "Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, dass er hinweg genommen werden sollte, da wandte er sein Angesicht, stracks nach Jerusalem zu wandern" (Lk 9,51).

Paulus hatte denselben Fokus: "Eines aber sage [tue] ich"? (Phil 3,13). Unser Problem heute ist, dass wir zu sehr unwichtigen Dingen hingeben: Nicht, "dies Eine aber tue ich", sondern, "ich beschäftige mich mit diesen 20 Dingen".

Ein paar Leute kamen zu Jesus und sagten: "Herr, wir würden dir gerne dienen, aber wir haben einfach nicht die Zeit dazu." Jesus antwortete: "Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes" (Lk 9,62). Das sind starke Worte, aber von Einem, der seinen Zweck kannte, sich auf das Wichtige konzentrierte und die Mission seines Lebens erfüllte.

Einige von uns sind in dem, was ich das "Marta-Syndrom" nenne, gefangen: Wir sind überarbeitet, haben zu viele Termine, das Leben ist mit Aktivitäten überfüllt. So wie Johannes die Geschichte erzählt: "Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen? Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eines aber tut Not?" (Lk 10,40-42).


5. DELEGATION

Prinzip Nummer fünf ist Delegation: Lassen Sie sich von anderen Menschen helfen. Wir werden oft gestresst, weil wir meinen, wir müssen alles selber tun, wir sind der "Generalmanager" des Universums. Wenn wir krank werden, und wenn wir die Welt nicht mehr allein zusammenhalten können, erkennen wir, dass die Welt auch ohne uns gut weitergeht!

Wie oft haben Sie die Phrase gehört: "Wenn Sie einen Job gut erledigt haben wollen, dann tun sie ihn selber?" Das ist das Motto eines Perfektionisten, der sich auf dem Wege zum "Burnout" befindet! Wenn jemand anders das Recht hatte, dies zu sagen, dann war es Jesus Christus - er war perfekt, und er konnte es besser als irgendein anderer tun! Aber sogar Jesus versuchte nicht alles selber zu tun! "Und er setzte zwölf ein, die er auch Apostel nannte, dass sie bei ihm sein sollten, und dass er sie aussendete zu predigen" (Mk 3,14). Jesus bezog andere in den Dienst ein; er delegierte seine Aufgaben, seine Mission und seine Autorität.

Und das ist ein Grund, warum die Kirche existiert! Ich sehe Sie heute vor mir und ich sehe enormes geistliches Potential - Menschen, die von geistlichen Gaben überfließen, die nur darauf warten, dass jemand sie bittet, sich zu beteiligen. Wenn Sie heute Abend die Last Ihres Dienstes spüren, dann delegieren Sie etwas von dem Gewicht an andere!

Manchmal entdecken wir uns dabei, dass wir Dinge verrichten, die überhaupt nicht getan werden müssten. In seinem Buch The Gift (Das Geschenk) beschreibt Eugene Peterson, Pastor und Autor von The Message (Die Botschaft, eine moderne Bibelübersetzung) wie er erkannte, dass er nicht unentbehrlich war:

"Vor Jahren bemerkte ich - wie alle anderen Pastoren - dass, als ein Pastor die Nachbargemeinde verließ, das Gemeindeleben gut weiterlief. Ein Gastredner wurde eingeteilt, um den Sonntagsgottesdienst zu leiten, und in der Nähe wohnende Pastoren kümmerten sich um Begräbnisse, Hochzeiten und dringende Seelsorgefälle. Eine Gemeinde würde monatelang, manchmal ein oder zwei Jahre lang ohne einen regelmäßigen Pastor vorangehen. Ich dachte mir: ?All diese Dinge, mit denen ich so beschäftigt bin - sie werden in dieser Gemeinde ohne Pastor nicht getan und es scheint niemanden zu stören.? Ich stellte mir die Frage: ?Was würde passieren, wenn ich, ohne die Stelle aufzugeben, umgehend aufhörte, diese Dinge zu tun? Würde irgendjemand etwas dagegen haben?? Ich gab diese Dinge auf - und sie hatten nichts dagegen."


6. MEDITATION

Das sechste Prinzip ist Meditation: Das Gebet zu einer Gewohnheit machen. Gebet ist ein großer "Stressabbauer"; es ist eine Möglichkeit, unsere Lasten abzuladen. Egal wie beschäftigt Jesus war, er schuf immer Zeit fürs Gebet. "Er zog sich zurück in die Wüste und betete" (Lk 5,15-16). The Message übersetzt: "So oft wie möglich zog sich Jesus an einsame Orte zurück um zu beten."

Wir brauchen Input als auch Output, oder wir trocknen aus und sterben. Je beschäftigter wir sind, desto größer ist die Notwendigkeit fürs Gebet.

Blaise Pascal, der berühmte christliche Philosoph aus dem 17. Jahrhundert, sagte einmal: "Die meisten Probleme des Menschen kommen von seiner Unfähigkeit, still zu sitzen." Die Bibel sagt: "Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin" (Ps 46,11). Wann haben Sie das das letzte Mal getan? Machen Sie Gebet und Meditation mit dem Herrn zu einer täglichen Gewohnheit und Ihr Stresspegel wird sinken.


7. ERHOLUNG

Das letzte Prinzip ist Erholung: Nehmen Sie sich Zeit, das Leben zu genießen. Halten Sie inne und riechen Sie den Duft der Rosen. Jene unter uns, die "Workaholics" sind, müssen auf folgendes hören: Ruhe und Erholung sind keine vergeudete Zeit. Jesus nahm gewohnheitsmäßig eine Auszeit, und auch wenn es noch mehr Menschen gab, die geheilt, befreit und gerettet werden mussten, reservierte er dennoch Zeit für sich.

"Und er sprach zu seinen Jüngern: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht genug Zeit zum Essen" (Mk 6,31).

Wenn ich keine freie Zeit einplane, dann wird es stets etwas Wichtigeres zu tun geben. Wir müssen uns täglich ablenken, jede Woche zurückziehen und jedes Jahr einmal aussetzen. Das ist der Schlüssel, um die volle Distanz durchzuhalten und Stress zu bekämpfen.

Ohne Zweifel nimmt der Stress in unserer Gesellschaft zu und wir müssen bewusste Schritte unternehmen, seinen Auswirkungen gegenzusteuern, wenn wir im 21. Jahrhundert überleben wollen. Diese sieben Prinzipien werden einen bedeutenden Unterschied in Ihrem Leben ausmachen, wenn Sie diese in Ihr Leben einbauen und leben, wie Jesus lebte.

Aber er wichtigste "Stressabbauer" liegt darin, dass wir Jesus erlauben, ein zentraler Teil unseres Lebens zu sein, dass Sie zulassen, dass Jesus Ihr Chef und Ihr Herr ist. Wir wurden geschaffen, um in Verbindung und in einer Beziehung mit ihm zu leben.

Wenn Sie heute Abend damit beginnen wollen, Stress oder "Burnout" anzupacken, und wenn Sie es satt haben, unabhängig von Gott zu leben, dann macht Ihnen Jesus ein fantastisches Angebot, dass Sie nicht ausschlagen können: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen?" (Mt 11,28-29).


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Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autor: Rod Benson, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: SXC.hu
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